Diepholz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Diepholz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Diepholz
Diepholz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Diepholz hervorgehoben
52.6072222222228.371111111111137Koordinaten: 52° 36′ N, 8° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Diepholz
Höhe: 37 m ü. NHN
Fläche: 104,45 km²
Einwohner: 15.914 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 152 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49356
Vorwahl: 05441
Kfz-Kennzeichen: DH
Gemeindeschlüssel: 03 2 51 012
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausmarkt 1
49356 Diepholz
Webpräsenz: www.stadt-diepholz.de
Bürgermeister: Thomas Schulze (FDP)
Lage der Stadt Diepholz im Landkreis Diepholz
Landkreis Diepholz Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen Landkreis Osnabrück Landkreis Nienburg/Weser Bremen Delmenhorst Landkreis Verden Landkreis Vechta Landkreis Oldenburg Landkreis Cloppenburg Stemshorn Lemförde Quernheim Brockum Marl Quernheim Hüde Lembruch Dümmer Diepholz Drebber Barnstorf Wetschen Dickel Rehden Hemsloh Barver Freistatt Wehrbleck Bahrenborstel Varrel Kirchdorf Wagenfeld Barenburg Barenburg Eydelstedt Sulingen Drentwede Scholen Ehrenburg Neuenkirchen Maasen Borstel Siedenburg Mellinghausen Staffhorst Schwaförden Asendorf Affinghausen Sudwalde Süstedt Schwarme Martfeld Bruchhausen-Vilsen Bruchhausen-Vilsen Twistringen Bassum Syke Weyhe StuhrKarte
Über dieses Bild

Diepholz (Plattdeutsch: Deefholt) ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im ehemaligen Regierungsbezirk Hannover in Niedersachsen und die viertgrößte Gemeinde im Landkreis. Seit 1994 gehört Diepholz dem Städtequartett an, zu dem sich die Städte Damme, Diepholz, Lohne und Vechta zusammengeschlossen haben.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Diepholz liegt ziemlich genau mittig zwischen Bremen (65 km im Nordosten), Oldenburg (70 km im Nordwesten) und Osnabrück (50 km im Südwesten). Es befindet sich nordöstlich der Dammer Berge und nördlich des Dümmers, des zweitgrößten Sees Niedersachsens in der Diepholzer Moorniederung. Diepholz ist mit allen Ortsteilen die zweitgrößte Stadt nach Syke im Landkreis.

Flüsse[Bearbeiten]

Durch Diepholz fließen mehrere Flüsse, die alle südlich durchs Moor und hauptsächlich vom Dümmer ausgehend kommen.

Die Stadt wird eng eingeschlossen von den Flüssen Hunte (westlich der Stadt) und Strothe (östlich der Stadt).

Mitten durch die Stadt fließt die Lohne, welche sich im Stadtkern in der Nähe des Rathauses in Vorder- und Hinterlohne aufspaltet und kurz danach wieder zusammenkommt. Danach heißt der Fluss dann Flöthe.

Etwas östlicher fließt die Grawiede. Ein weiterer stadtnaher Fluss ist die Wätering (eigentlich Hunte). Die Flüsse münden dann schließlich in die Hunte, welche dann in nördlicher Richtung weiterfließt. Die Wätering ist ein Nebenfluss der Hunte, mit der Mündung in die Hunte führt diese den Namen Wätering weiter. Den Namen Hunte führt sie wieder ab der Einmündung der Flöthe und fließt dann bis zur Weser unter der Bezeichnung Hunte.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Zu den Nachbarstädten und -gemeinden zählen drei Städte und zwei Orte des Landkreises Vechta, welche sich in unmittelbarer Nähe zu Diepholz befinden.

Des Weiteren grenzt Diepholz an Drebber im Norden, Steinfeld im Westen, an Wetschen im Osten sowie im Süden an Lemförde und Hüde.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Diepholz besteht aus der Kernstadt Diepholz, welche mehrere Stadtteile umfasst, sowie seit der Gemeindereform den eingemeindeten Ortsteilen Aschen, Sankt Hülfe und Heede.

Klima[Bearbeiten]

Gemäßigtes Seeklima beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Diepholz 8,5 – 9,0 °C und es fallen ca. 700 mm Niederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20-25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ursprung der Stadt Diepholz geht auf die Edelherren de Thefholte zurück, die im 10./11. Jahrhundert in der Umgebung eine Wasserburg errichteten. Rasch entstand eine Siedlung im Schutze der Burg, der Name wandelte sich von Thefholte über Deefholt zu Diepholz.

1380 verlieh Johann III. von Diepholz seinen Bürgern das Osnabrücker Stadtrecht. Im Jahr 1531 nahmen die Diepholzer Herrscher den Grafentitel an, nachdem sie die Lehnshoheit der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg angenommen hatten. Das Geschlecht, welches den Diepholzer Grafen gestellt hatte, starb 1585 aus. Deshalb fiel das Gebiet an das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg. Nicht jedoch das Amt Auburg, welches die Diepholzer Grafen schon 1523 den Landgrafen von Hessen-Kassel als Lehen aufgetragen hatten. Im 18. und 19. Jahrhundert bildete Diepholz zusammen mit Hoya eine Provinz des Kurfürstentums Hannover, später Königreichs Hannover.

Bis zum Tod des letzten Grafen war die Burg die Residenz der Edelherren. Erbaut im 12. Jahrhundert, wurde sie im Dreißigjährigen Krieg teilweise zerstört und später durch Herzog Christian-Ludwig von Lüneburg-Celle wieder aufgebaut. Der 43 m hohe Schlossturm ist bis heute erhalten geblieben. Seit 1852 ist die Anlage Sitz des Amtsgerichts.

Münte in Diepholz; heute Sitz der Kreismusikschule

Ebenfalls von besonderer geschichtlicher Bedeutung ist die Münte als ehemalige gräfliche Münzstätte.

Es ist nicht gesichert, ob die Münzstätte der Edelherren und später selbst ernannten Grafen von Diepholz auch da gestanden hat, wo heute das „Münte“ genannte Gebäude steht. Sicher ist nur, dass Münzen mit dem Wappen und dem Namen der Grafen von Diepholz geprägt worden sind. Solche Münzen sind noch heute in Münzsammlungen zu finden. Sie tragen das Wappen von Diepholz und nennen den Namen des Grafen sowie ihre Herkunft mit MONETA DEPHOLT oder MONETA WESTER (eine Nebenmünzstätte in Wester-Drebber, dem heutigen Mariendrebber).

Die Prägung begann im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts, als Hohlpfennige aus Bremen nachgeahmt wurden. Ab der Mitte des 14. Jahrhunderts wurden Sware geprägt, die Münzen der Bischöfe von Münster zum Vorbild hatten. In einer zweiten Prägeperiode wurden dann Münzen aus Sachsen, Böhmen und der Witte des Wendischen Münzvereins nachgeahmt. Diese Prägeperiode begann etwa um das Jahr 1490, sie endete etwa im Jahr 1530, als der angestellte Münzmeister Lambert Vlemynck Diepholz wieder verließ.

1938 wurde die Synagoge, die 1835 erbaut worden ist, zerstört.[2]

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt mehrfach Ziel alliierter Bombenangriffe. Nach dem Krieg war ein starkes Bevölkerungswachstum der Stadt zu verzeichnen, da viele Vertriebene aus den ehemaligen Ostgebieten Deutschlands hier angesiedelt wurden.

Seit ihrem Beitritt zum Städtequartett 1994 und verstärkt nach der Auflösung der Regierungsbezirke in Niedersachsen 2004 versucht die Stadt Diepholz, sich von ihrem Standortnachteil am Rand des Landes bzw. Regierungsbezirks Hannover zu lösen, indem sich die Stadt, ihrer geographischen Lage entsprechend, stärker in Richtung Oldenburg, Bremen und Osnabrück orientiert. Sie liegt mitten in der 2005 gegründeten Metropolregion Bremen/Oldenburg.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Aschen, Heede und Sankt Hülfe eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2011[4]
Wahlbeteiligung: 49,66 %
 %
50
40
30
20
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45,20 %
32,51 %
11,08 %
9,07 %
2,12 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
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+2,12 %p
Diepholzer Rathaus

Stadtrat[Bearbeiten]

Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 4. September 2005 wurde Thomas Schulze (FDP) als parteiunabhängiger Bewerber, jedoch unterstützt von den Diepholzer Koalitions-Parteien SPD und FDP, mit 69,2 % der Stimmen gegen seinen Mitbewerber Hans-Ulrich Püschel (CDU) zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt Diepholz gewählt. Bisher gab es dort eine zweigleisige Gemeindespitze mit einem hauptamtlichen Stadtdirektor und einem ehrenamtlichen Bürgermeister.

Bisherige Amtsinhaber:

  • 1910–1946: Emil August Gustav Brüning
  • 1946–1950er: Stüven, Samenfeld
  • 1961–1979: Bernhard Langhorst (FDP)
  • 1979–1981: Bernhard Wehring (SPD)
  • 1981–1995: Oskar Bödeker (CDU)
  • 1995–1999: Hans-Werner Schwarz (FDP)
  • 1999–2003: Klaus-Peter Sander (SPD)
  • 2003–2005: Hans-Werner Schwarz (FDP)
  • seit 2005: Thomas Schulze (FDP)

Stadtdirektoren (bis 2005):

  • 1946–1950: Emil August Gustav Brüning
  • 1950–1959: Udo Veltkamp
  • 1959–1987: Wolfgang Hintze
  • 1987–2005: Herbert Heidemann (SPD)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Die Stadt führt als Wappen auf goldenem Schild einen senkrecht gestellt schreitenden, golden gekrönten, roten Löwen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Diepholz unterhält gute Beziehungen zu seinen beiden Partnerstädten Thouars (Frankreich) und Starogard Gdański (Preußisch Stargard) (Polen).

Diepholzer Schloss

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss[Bearbeiten]

Amtsgericht im Schloss Diepholz
Rosengarten vor der Schlossmauer

Die an der Wende vom 10. zum 11. Jahrhundert errichtete Wasserburg Diepholz hat im Laufe ihrer jahrhundertelangen Geschichte manchen Umbau erfahren. Eine baugeschichtliche Entwicklung – vor allem in den ersten Jahrhunderten – ist nicht verfügbar, weil es darüber an Quellen mangelt. Es dürfte kaum ein Zweifel darüber bestehen, dass das Wasserschloss im quadratischen Grundriss mit vier Gebäudeflügeln erbaut worden ist.

Der monumentale 16,50 m hohe aus Granitquadern erbaute runde Sockel des Turmes geht in seinem Fundament auf die Bauzeit im 10./11. Jahrhundert (980 – 1030) zurück. Er hat einen Durchmesser von 11,60 m und unten eine Mauerdicke von 3,50 m, die sich nach oben verringert. Auf dem starken Sockel erhebt sich über einem Gurtgesimse ein zwölfseitiges Backsteingeschoss mit überdachtem Rand. Dies trägt einen ebenso gestalteten, aber eingezogenen Fachwerkaufsatz, der gekrönt wird von einer ausgeschweiften zwölfeckigen schiefergedeckten Haube mit zierlichen Erkern und einer Wetterfahne. Das Schloss ist im Laufe der Jahrhunderte mehrmals baulich verändert worden.

Um 1550 ließ es der Edelherr Rudolf (gestorben 1560) völlig umbauen, bevor er mit seiner Gemahlin, der Gräfin Margarete von Hoya (gestorben 1596), einzog. Ein über der Nordtür des Schlosses eingefügter Steinfries stammt aus jener Zeit; er zeigt die Wappen der beiden Geschlechter von Diepholz und Hoya. Als spanische Truppen während des Niederländischen Unabhängigkeitskriegs auch diese Gegend „jemerlych überzogen“, ließ die Regierung in Celle, die seit dem Aussterben des Diepholzer Grafengeschlechts (1585) für die Grafschaft zuständig war, die Feste erheblich verstärken.

Während des Dreißigjährigen Krieges bewährte sie sich mehrfach als Schutz- und Trutzburg. Trotzdem konnten dänische Truppen sie 1626 in Brand setzen und schwedische Soldaten unter dem Obersten Kratzenstein sie 1637 erobern und bis auf die Grundmauern zerstören. Herzog Christian Ludwig von Lüneburg-Celle ließ das Schloss um 1660 wiederherstellen.

Die alten Grundmauern blieben dabei erhalten. 1790 war der „Rote Hahn“ erneut zu Gast. Dabei brannten der Südflügel und Teile des Westflügels ab. Abgesehen von Erneuerungsarbeiten erhielten der Schlossturm um 1660, die Nebengebäude um 1837 und 1877 ihr heutiges Aussehen. Mit dem Aussterben des Grafengeschlechts in männlicher Linie verlor das Schloss seinen Residenzcharakter.

Bis 1723 beherbergte es die Landdrosten, später die Amtmänner und andere herrschaftliche Beamte. Außerdem diente es den Herzögen und Kurfürsten von Celle bzw. Hannover als Jagdschloss.

Der Justizfiskus, der es 1852 übernahm, richtete dort ein Amtsgericht ein, das noch heute hier untergebracht ist. 1885 zog in den alten Rittersaal des Westflügels das neugebildete Landratsamt ein, bis 1954 in der Niedersachsenstraße das neue Kreishaus errichtet wurde.

Theater[Bearbeiten]

Das Alte Rathaus in der Langen Straße

In Diepholz befindet sich ein Tourneetheater mit rund 550 Plätzen. Das Gebäude befindet sich in direkter Nachbarschaft zu dem Berufsbildungszentrum im Schulzentrum. Die Aufführungen werden hauptsächlich vom Kulturring Diepholz organisiert und finden zumeist im Winterhalbjahr statt. Während des Sommers wird das Theater von Zeit zu Zeit anderweitig genutzt, so finden z. B. die Entlassung der Abiturienten oder die Begrüßung der neuen Schüler der Graf-Friedrich-Schule im Theater statt.

Altes Rathaus[Bearbeiten]

Das Alte Rathaus in der Langen Straße wurde 1904 errichtet. Ein Vorgängerbau hatte an derselben Stelle seit 1789 gestanden. Der Bau aus dem frühen 20. Jahrhundert stellt architektonisch eine Weiterentwicklung des preußisch-deutschen Baustils für Bahnhöfe, Schulen, Rathäuser, Postämter und Kasernen jener Jahre dar. Der spätere Historizismus zeigt sich beispielsweise in der Anlehnung an mittelalterliche Formen wie Fünfpass, Erker, Türmchen, an Backsteingotik erinnernden Giebelabschluss, Rundbögen, Korbbögen, gemäßigte Spitzbögen usw. Die glatte Südfront deutet auf einen möglichen Anbau hin.[5] Seine Bestimmung als Rathaus verlor der Bau 1985 durch die Einweihung des neuen Rathauses am Rathausmarkt.[6]

Oldtimerausstellung auf dem Gelände des Heimatmuseums Aschen

Museen[Bearbeiten]

Im Diepholzer Schloss befindet sich das Diepholzer Heimatmuseum. Im Ortsteil Aschen liegt das Heimatmuseum Aschen, auf dessen Gelände alljährlich eine Oldtimer-Ausstellung stattfindet.

Parks[Bearbeiten]

Müntepark, im Hintergrund die Münte

Am Diepholzer Freibad liegt der Müntepark mit großen Rasenflächen und einer Minigolfanlage. In der Nähe befindet sich der Schlosspark, in dessen Mitte das Diepholzer Schloss steht. Im Jahr 2012 wurde im Schlosspark südlich der Schlossmauer ein Rosengarten angelegt.[7]

Kunst im öffentlichen Raum[Bearbeiten]

Metallskulptur „Sensenvögel“ am Skulpturenpfad „Diepholz | Dümmer“

Im Diepholzer Stadtbild verstreut, manchmal etwas versteckt, findet sich eine Reihe unterschiedlicher Skulpturen und Objekte von Künstlerinnen und Künstlern aus Diepholz und aus der Region. Diese Kunst-Objekte sind aus den verschiedensten Materialien gestaltet – aus Bronze, Edelstahl und Naturstein:

  • beim Rathaus ein Brunnen Magnetfeld 86 – Countdown 9-0 (Edelstahl, 1986) des Diepholzer Künstlers Hans-Albert Walter (1925–2005)
  • in der Diepholzer Innenstadt in der Gänsemarktpassage die Bronzeskulptur Diepholzer Gänse (1988) von Heike Walter, der Sumsestein und der Elefant aus Naturstein (1999)
  • bei der Kreissparkasse der Gänsebrunnen (Bronze, 1987) von Karl-Heinz Friedrich und die Bronze-Skulptur Der Münzer (1990) von Hans Gerd Duwe
  • bei den Berufsschule eine große Edelstahl-Skulptur von Herbert Bodzin
  • bei der St. Ansgar Klinik Diepholz (früher Kreiskrankenhaus) der Brunnen Dynamisches Zeichen (1991) aus Edelstahl von Hans-Albert Walter
  • zwischen Diepholz und dem Dümmer stehen an einem westlich der Bundesstraße 51 und parallel zu dieser verlaufenden Feldweg unmittelbar am linken Ufer der Wätering mehrere Installationen des „Skulpturenpfads Diepholz | Dümmer“

Stadtarchiv[Bearbeiten]

Das Stadtarchiv ist das Verwaltungsarchiv der Stadt Diepholz. Es ist quasi das „Gedächtnis“, in dem die historischen Akten (das Archivgut) der Stadt Diepholz sachgerecht archiviert – gesammelt, sortiert und geordnet – und zur Einsicht für Nutzer vorgehalten werden. So stehen im Stadtarchiv Akten, Karten, Urkunden, Nachlässe und alte Ausgaben der regionalen Zeitungen für forschende Schüler, Studenten, Wissenschaftler und Autoren zur Einsicht zur Verfügung. Untergebracht sind diese Unikate – dieses Kulturgut – im Gebäude Rathausmarkt 1.[8][9]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Blick vom Schlossturm auf den Mittelaltermarkt und den Müntepark
Appletree Garden Fesitival
  • Im Diepholzer Bürgerpark findet jährlich im Sommer das Appletree Garden Festival statt.
  • Auf dem Marktgelände findet ebenfalls jährlich im September der Diepholzer Großmarkt[10] statt.
  • Alljährlich wird an einem Sonntag im Oktober der Grafensonntag begangen.[11] Seit 2010 findet aus diesem Anlass rund ums Schloss ein Mittelaltermarkt statt.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

große Unternehmen und Einrichtungen

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Diepholz ist durch mehrere Bundesstraßen zu erreichen:

Rückbau der ehemaligen B 214 (von links nach rechts) im Stadtzentrum

Seit dem Jahr 2003 verfügt Diepholz über eine Umgehungsstraße, die nach mehr als 30 Jahren Diskussion fertiggestellt wurde. Sie verbindet die nördliche B 51 über ein Teilstück mit der B 69 welche wiederum über ein Teilstück mit der südlichen B 51 verbunden ist. Das letzte, 2,8 Kilometer lange Teilstück zum Anschluss der B 214 aus Richtung Nienburg wurde am 4. September 2008 für den Verkehr freigegeben. Damit kann der Fernverkehr komplett um die Kreisstadt herumfließen. Durch die Rückstufung und den teilweisen Rückbau der ehemaligen Bundesstraßen innerhalb des Umgehungsstraßenrings werden die Diepholzer Stadtviertel nicht mehr so stark wie früher voneinander getrennt; insbesondere werden die Gebiete nördlich der ehemaligen B 214 im Innenstadtbereich nicht mehr vom Stadtzentrum abgeschnitten.

Über die Autobahn A 1 ist Diepholz über die Anschlussstellen Holdorf, Lohne-Dinklage sowie Vechta und Cloppenburg/Ahlhorner Heide zu erreichen.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Diepholz liegt direkt an der Bahnstrecke Wanne-Eickel–Hamburg zwischen den Städten Osnabrück und Bremen und verfügt über drei Bahnsteiggleise. Er ist Halt für Regional-Express-Züge und Regionalbahnen mit Taktfahrplan sowie einzelne InterCity (siehe auch: Liste der Intercity-Bahnhöfe).

Diepholz besaß früher auch eine direkte Eisenbahn-Anbindung an Nienburg über Sulingen (Bahnstrecke Nienburg–Diepholz). Die Strecke Diepholz–Sulingen wird allerdings seit 1966 nicht mehr für Personentransport genutzt, da sie für die damalige Deutsche Bundesbahn nicht mehr rentabel erschien. Heute (2007) wird die Strecke Diepholz–Sulingen nur noch von Güterzügen für die Unternehmen Exxon-Mobil in Barenburg sowie BTR-Logistik in Rehden befahren. Der Streckenteil Sulingen–Nienburg ist seit 1997 stillgelegt.

Die Stadt gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen.

Luftverkehr[Bearbeiten]

In Diepholz gibt es den Militärflugplatz Fliegerhorst Diepholz, der auch als Sportflugplatz genutzt wird.

Öffentliche Einrichtungen und Infrastruktur[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

  • Rathaus, Rathausmarkt 1
  • Freiwillige Feuerwehr Diepholz und mit
    • Stadtfeuerwehr Diepholz
    • Ortsfeuerwehren Aschen, Diepholz, Heede und St. Hülfe
    • und drei Jugendfeuerwehren

Bildung[Bearbeiten]

Schulen

Die Gebäude der Jahnschule, der Graf-Friedrich-Schule, der Realschule Diepholz sowie des BBZ Diepholz befinden sich im Schulzentrum, welches sich an der Ecke der Thouarsstraße und der Schlesierstraße befindet. Die Förderschule und die Grundschule an der Hindenburgstraße befinden sich an der B214 (Hindenburgstraße) in der Nähe des Bremer Eck.

Hochschulen

Soziale Einrichtungen[Bearbeiten]

  • 10 Kindergärten
  • Das Jugendfreizeitzentrum (JFZ), Bahnhofstraße 16
  • Seniorenhaus Anna Margareta, von-Hünefeld-Straße 33
  • Betreutes Wohnen Arbeiter-Samariter-Bund, Schömastraße 9
  • Das Caritas Seniorenzentrum Diepholz, Steinstrasse 18, wurde 1946 gegründet als Altersheim St. Josef in Falkenhardt von Pastor Schmidt.
  • Die Klinik Diepholz, Eschfeldstr. 8, gehört zum St. Ansgar Klinikverbund.

Religionsgemeinschaften[Bearbeiten]

Evangelisch-Lutherische Kirche[Bearbeiten]

Die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde verfügt in Diepholz über drei Kirchen:

  • Die St.-Michaelis-Kirche, Lüderstraße 54
  • Die St.-Nicolai-Kirche, Lange Straße 28
  • Die Kreuzkirche St. Hülfe/Heede, Kirchweg 10

Evangelische Freikirchen[Bearbeiten]

Römisch-katholische Kirchengemeinde[Bearbeiten]

Die katholische Kirchengemeinde wurde 1945 durch Pastor Joseph Schmidt gegründet. Dieser kam aus dem Rheinland, um in der Diaspora eine Gemeinde für Flüchtlinge aus Schlesien und Ostpreußen zu gründen. Die Gemeinde wurde bis zu seinem Tod im Februar 1990 von Pastor und Geistlichem Rat Joseph Schmidt geleitet. Nach seinem Tod wirkten folgende Geistliche in der katholischen Kirchengemeinde Diepholz: Bruno Glowatzki (1990 bis 1993) und Hubertus Schnakenberg (1993 bis 2007). Seit 2007 ist Michael Lier Seelsorger der Gemeinde.

Der Neubau der Christ-König-Kirche, Schloßstraße 15, entstand von 1950 bis zum 6. September 1951. Ein Anbau mit Neugestaltung des Chorraums und der Kirchturms mit vier Glocken wurde in den 1960er Jahren durchgeführt.

Weitere Religionsgemeinschaften[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Diepholz verfügt über den Sportplatz im Schulzentrum und den Sportplatz an der Mühlenkampschule. Im Schulzentrum befinden sich des Weiteren zwei Sporthallen. In unmittelbarer Nähe des Schulzentrums liegt das Hallenbad Delfin. Während der Sommermonate ist außerdem das mittels einer Solaranlage beheizte Freibad geöffnet.

Ein weiteres Sportangebot stellen das Sauna- und Sportparadies sowie der Fitness- und Wellnessclub INJOY dar, welche u.a über Squashhallen, Fitnessräume, Trampoline, Saunen und Bowlingbahnen, verfügen.

Fliegerhorst[Bearbeiten]

Größter Arbeitgeber der Stadt ist die Bundeswehr auf dem Fliegerhorst Diepholz, auf dem folgende Einheiten und Dienststellen stationiert sind:

Sonstiges[Bearbeiten]

Kreismedienzentrum

In Diepholz befindet sich eines der zwei Kreismedienzentren des Landkreises. Die Kreismedienzentren verfügen über einen Bestand von Filmen sowie diversem Audio- und Video-Equipment, welches dieses entgeltlos an Schulen und gemeinnützige Vereine verleiht.

Diepholzer Moorschnucke

Das Fleisch der in der Region gezüchteten Diepholzer Moorschnucke g.U. ist in der EU unter diesem Namen als geschützte Ursprungsbezeichnung eingetragen und darf mit dem entsprechenden Siegel ausgezeichnet werden.

Messstelle

In Diepholz steht eine der ca. 2000 Messstellen des Radioaktivitätsmessnetzes des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) über den die sogenannte Gamma-Ortsdosisleistung ermittelt wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • XV Irmgard Ulderup (1922–2011)
  • XIV Günter Roberg (1921–2014)
  • XIII Herbert Major (1910–2009)
  • XII Horst Schöttler (1926–1998)
  • XI Emil Johannes Guttzeit (1898–1984)
  • X Bernhard Langhorst, ehemaliger Bürgermeister (1913–1996)
  • IX Gustav Brüning, ehemaliger Bürgermeister, Stadtdirektor (1882–1969)
  • VIII Karl Tangemann (1845–1945)
  • VII Heinrich Kläning (1848–1927)
  • VI Siegfried Fontheim (1854–1937)
  • V Henry Nennecke (1847–1915)
  • IV Adolf Prinzhorn (1847–1913)
  • III Friedrich Plate (1858–1948)
  • II Heinrich Lübkemann (1821–1896)
  • I Hans Bütemeister (1750–1837)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Erich Hedemann (1567–1636), Braunschweig-Lüneburg. Kanzler in Celle
  • Wilhelm Heile (1881–1969), deutscher FDP-Politiker, Landrat in Syke, Neubegründer der Europa-Union 1946
  • Fritz Klatte (1880–1934), Wegbereiter der Thermoplaste/Polyvinylchlorid (PVC)
  • Georg Moller (1792–1852), Architekt, Kunstschriftsteller, Kunsthistoriker
  • Frieda Duensing (1864–1921), Begründerin der Jugendfürsorge in Deutschland
  • Wilhelm Kinghorst (1877–1947), ehem. Schulleiter (Graf Friedrich Schule, bis 1942), Heimatforscher und Buchautor
  • Hans-Helmut Gerstenhauer (* 1915), Flugzeug- und PKW-Bauer, überquerte 1945 als erster Hubschrauberpilot den Ärmelkanal[14]
  • Günter Marten (1939–2013), Politiker (CDU)
  • Falk Meyer (* 1942), ehemaliger Leitender Baudirektor, Ehrenbürger von Stralsund
  • Hanna Jansen (* 1946), Kinder- und Jugendbuchautorin
  • Roger Trash (1959–2011), Rockmusiker und Buchautor
  • Gabriele Kernke (* 1965), Illustratorin und Autorin
  • Horst Evers (* 1967), Autor und Kabarettist

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Thea Hucke (1893–1970), Künstlerin und Malerin
  • Hans-Albert Walter (1925–2005), Künstler, der insbesondere durch seine großformatigen Zahlenbilder bekannt geworden ist
  • Georg Reuter (1935–2003), Komponist der „modernen Klassik“
  • Hans Gerke (1915–1998), Pädagoge, Heimatforscher und Autor
  • Wilfried Gerke (* 1944), Pädagoge, Heimatforscher und Autor
  • Klaus Seehafer (* 1947), Diplom-Bibliothekar, Autor und Herausgeber; von 1976 bis 2005 Leiter der Stadtbibliothek und des Kommunalen Kinos in Diepholz
  • Oliver Becker (* 1967), Filmregisseur, Autor und Produzent

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm von Hodenberg (Hrsg.): Diepholzer Urkundenbuch. Hannover 1842 (Neudruck Osnabrück 1973)
  • Wilhelm Kinghorst: Die Grafschaft Diepholz. Diepholz 1912. (Neudruck Diepholz 1979)
  • Emil Johannes Guttzeit: Diepholz und seine Straßen. Diepholz 1954.
  • Emil Johannes Guttzeit: Geschichte der Stadt Diepholz. I. Teil: Von den Anfängen bis zum ersten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts. Hrsg.: Stadt Diepholz. Diepholz 1982.
  • Klaus Giesen: Die Münzen von Diepholz. Osnabrück 2001.
  • Hans Gerke: Chronik der Gemeinde Drebber. Hrsg.: Gemeinde Drebber. Diepholz 1979.
  • Hans Gerke: Historisch-landeskundliche Exkursionskarte von Niedersachsen. Blätter Diepholz und Rahden. (= Veröffentlichungen des Instituts für Historische Landesforschung der Universität Göttingen; 2, Teil 5). Hrsg.: Erhard Kühlborn, 1977.
  • Hans Gerke: 50 Jahre Kreiskrankenhaus Diepholz. 1979.
  • Hans Gerke: Kennen Sie Diepholz? Hrsg.: Kreissparkasse Diepholz. Diepholz 1985.
  • Hilmar Kurth (Hrsg.): Günter Roberg erinnert sich. Diepholz 1998, ISBN 3-89728-022-1. (betr. den ehem. jüdischen Friedhof und die ehem. jüdische Gemeinde Diepholz)
  • Wilfried Gerke: Wo einst das Moor die Grenze war – eine Geschichte von Diepholz. Diepholz 1999, ISBN 3-89728-031-0.
  • Wilfried Gerke: Diepholz in alten Ansichten. Zaltbommel/Niederlande, ISBN 90-288-6504-7.
  • Wilfried Gerke: Von Damen und Dienstmädchen. Frauenschicksale aus fünf Jahrhunderten zwischen Diepholz und Sulingen. Diepholz 2001, ISBN 3-89728-046-9.
  • Falk Liebezeit, Herbert Major: Auf den Spuren jüdischer Geschichte in Diepholz. Mit vollständigem Verzeichnis der Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Diepholz. Diepholz 1999.
  • Nancy Kratochwill-Gertich, Antje C. Naujoks: Diepholz. In: Herbert Obenaus (Hrsg. in Zusammenarbeit mit David Bankier und Daniel Fraenkel): Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Band 1 und 2, Göttingen 2005, S. 468–478.
  • Wilfried Gerke: Diepholz. (= Reihe Archivbilder). Sutton, Erfurt 2009, ISBN 978-3-86680-494-4.
  • Falk Liebezeit, Reinald Schröder, Peter Sobetzki-Petzold: Stationen jüdischen Lebens in Diepholz. Ein Stadtrundgang. Diepholz 2010, ISBN 978-3-89728-125-7.
  • Burckhard Bode, Reinald Schröder: Das Schlossturmmuseum in Diepholz. Diepholz 2012, ISBN 978-3-89728-126-4.
  • Wilfried Gerke: Diepholz - eine Kreisstadt im Wandel der Zeiten, Die Geschichte von den Anfängen bis heute. Diepholz 2010, ISBN 978-3-89728-066-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Diepholz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Diepholz – in den Nachrichten
 Wiktionary: Diepholz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Diepholz – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. kreiszeitung.de
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 190.
  4. stadt-diepholz.de
  5. Fritz Schnitgerhans: Das Alte Rathaus
  6. Hauke Gruhn: Diepholz – die überschaubare Unbekannte. Weser-Kurier. 8. September 2010.
  7. Einweihung beim Schlossturmfest mit den „Oll’n Handwarkers ut Worphusen“. Viel Lob für Rosengarten am Schloss Kreiszeitung. 20. Juni 2012
  8. Stadtarchiv Diepholz auf der Website der Stadt Diepholz
  9. Stadtarchiv Diepholz im ANKA-Handbuch
  10. diepholzer-grossmarkt.de
  11. Stadt Diepholz: Grafensonntag
  12. Homepage der Baptistengemeinde Diepholz; eingesehen am 20. September 2010.
  13. Homepage der Stadt Diepholz: Verzeichnis der Religionsgemeinschaften; eingesehen am 20. September 2010.
  14. Hans-Helmut Gerstenhauer schreibt 1945 mit erster Überquerung des Ärmelkanals in einem Helikopter Luftfahrtgeschichte. Hubschrauberpionier aus Diepholz auf kreiszeitung.de am 20. August 2014, abgerufen am 4. September 2014