Fiat Seicento

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Fiat
Fiat Seicento (1998–2000)

Fiat Seicento (1998–2000)

Seicento (Typ 187)
Produktionszeitraum: 1998–2009
Klasse: Kleinstwagen
Karosserieversionen: Kombilimousine
Motoren: Ottomotoren:
0,9–1,2 Liter
(29–51 kW)
Elektromotor:
30 kW
Länge: 3337 mm
Breite: 1508 mm
Höhe: 1445 mm
Radstand: 2200 mm
Leergewicht: 790–810 kg
Vorgängermodell: Fiat Cinquecento
Nachfolgemodell: Fiat 500 (2007)
Sterne im Euro-NCAP-Crashtest (2000)[1] Crashtest-Stern 2-1.svg

Der Fiat Seicento (Seicento = italienisch für 600) ist ein Kleinstwagen von Fiat, der zwischen Anfang 1998 und Ende 2009 hergestellt wurde. Er ist das Nachfolgemodell des Fiat Cinquecento.

Historischer Vorläufer des Modells ist der aus den 1950er-Jahren stammende Fiat 600. Zum 50. Jahrestags des historischen Fiat 600 wurde der Seicento als Fiat 600 umgelabelt, unter dessen Bezeichnung er von 2005 bis Ende 2009 gebaut wurde.

In Deutschland wurde der Vertrieb zum Jahresende 2007 eingestellt.

Geschichte[Bearbeiten]

Im März 1998[2] gab der Seicento sein Debüt in der Kleinstwagenklasse.

Technisch basiert er auf dem Cinquecento und ist mit diesem bis auf das Design nahezu identisch. Der Seicento hat ein etwas moderneres, runderes Design mit windschnittigeren Formen entsprechend der allgemeinen Entwicklung des Zeitgeschmacks. Der Seicento stand mit drei Motorisierungen im Angebot: 899 cm³ (29 kW/40 PS), 1108 cm³ (40 kW/55 PS) und mit einem Elektromotor (30 kW/41 PS).

Die Ladevolumen sind 170 l nach VDA unter normalen Bedingungen.

Modellpflege[Bearbeiten]

Zum Modelljahr 2001 hat Fiat den Seicento optisch und technisch aufgewertet.

Der nur 3,34 Meter lange Fronttriebler wurde ab Mitte Oktober 2000 auf dem deutschen Markt mit einer gestrafften Modellpalette mit überarbeitetem Motor (der 1108er wurde fortan mit einer MPI (Multi Point Injection), sprich einer Einzeleinspritzung – pro Zylinder eine elektronisch gesteuerte Einspritzdüse – ausgestattet), was die Einstufung in eine günstigere Schadstoffklasse ermöglichte. Weiter wurde eine erweiterte Serienausstattung inklusive ABS sowie Design-Modifikationen angeboten, die seine jugendlich-attraktive Linie betonen.

Von außen unterschied sich der Seicento des Modelljahres 2001 durch markantere Stoßfänger mit Lamellenluftgitter und optionalen, integrierten Nebelscheinwerfern, Blinkleuchten mit weißer Abdeckung, neue Radabdeckungen, Seitenschutzleisten sowie Breitreifen der Dimension 165/55 R13 und das neue Fiat-Logo.

Modelle[Bearbeiten]

Seicento S/Young[Bearbeiten]

Der Seicento S/Young wurde mit dem kleinen Motor 1170 A1.046 (899 cm³) angeboten, wobei die technischen Daten dem Citymatic entsprechen. 1999 verfügte es zwar schon über Airbags/Gurtstraffer und Servolenkung, besaß jedoch keine lackierten Stoßfänger und Spiegel. Die Innenausstattung ist einfacher gehalten und es waren keine elektrischen Fensterheber vorhanden. Die Variante mit dem kleinen Motor wurde seit der Überarbeitung im Herbst 2000 nicht mehr hergestellt.

Seicento Sole/Sound[Bearbeiten]

Äußeres Kennzeichen des Seicento „Sole“, der auf dem Fiat Seicento „Sound“ (1,1-Liter-Vierzylindermotor mit 40 kW/55 PS) basierte, ist der „Sole“-Schriftzug an den Seiten. Zusätzlich zur reichhaltigen Ausstattung der Version „Sound“, die unter anderem über elektrische Fensterheber, Sportsitze, RDS-Radio mit CD-Player und Soundsystem mit vier Lautsprechern, in Wagenfarbe lackierte Stoßfänger, sportive Frontschürze inklusive Nebelscheinwerfer sowie Wärme dämmende Verglasung und Wegfahrsperre verfügte, war er mit einem elektrischen Webasto-Faltdach ausgerüstet.

Seicento Citymatic[Bearbeiten]

Fahrgestellnummer: 187AXA1A

Im Citymatic wurde eine automatische Kupplung eingesetzt. Geschaltet wird mit einem normalem Schalthebel nach dem Gaswegnehmen. Das Einkuppeln ist von der Motordrehzahl, der Gaspedalstellung, der Fahrgeschwindigkeit und dem eingelegten Gang abhängig. Die Steuerung erfolgt elektronisch. Die Steuereinheit der Kupplung gilt jedoch als störanfällig, was Vibrationen betrifft. Tritt ein Defekt auf, kann die eingegossene Elektronik nicht repariert werden. Ein Austausch ist erforderlich.

Es gab diese Version nur in Verbindung mit dem kleinsten Motor (899 cm³). Zur Ausstattung gehörten zum Beispiel lackierte Stoßfänger und Spiegel sowie elektrische Fensterheber. Die Produktion wurde Herbst 2000 eingestellt.

Seicento SX/Suite/Hobby[Bearbeiten]

Fahrgestellnummer:

  • Vorfacelift: 187AXB1A
  • Facelift: 187AXC1A

Die Bezeichnungen SX/Suite/Hobby kennzeichnen die besser ausgestatteten Varianten des Seicento, waren jedoch nur mit dem bis Oktober 2000 gebauten Motor 176 B2.000 erhältlich (1108 cm³). Zur Ausstattung gehören neben Airbags und Gurtstraffern auch elektrische Fensterheber, elektrische Servolenkung, lackierte Stoßfänger und Außenspiegel sowie eine höherwertige Innenausstattung. ABS war bis zum Facelift im Herbst 2000 nicht serienmäßig. Die Ausstattungsvariante Suite besaß zusätzlich eine Klimaanlage.

Seicento Sporting[Bearbeiten]

Fahrgestellnummer:

  • Vorfacelift: 187AXB1A
  • Facelift: 187AXC1A

Die Sporting-Variante beschreibt die sowohl optisch als auch technisch etwas „aufgepeppte“ Version. So verfügte der Sporting nicht nur über serienmäßig „Breitreifen“ 165/55 R13, sondern auch über eine modifizierte Front, Heckschürzen und Radhäuser. Dadurch verändern sich die Außenmaße leicht. Zudem ist das Getriebe insgesamt kürzer übersetzt, da der fünfte Gang nicht als Energiespargang ausgelegt ist.

Seicento Sporting - Abarth[Bearbeiten]

Das Modell Sporting Abarth basierte auf dem Modell Sporting. Zusätzlich zum Sporting verfügte der Sporting Abarth über 14-Zoll-Alufelgen und einer verbreiterten Spur vorne, einen Heckspoiler, Seitenschwellerverkleidungen in Wagenfarbe, ein Gaspedal in Lochblech-Optik, ein Sportlenkrad, Servolenkung, ABS und einen Schaltknauf mit roten Steppnähten sowie Kopfstützen mit Abarth-Logos.

Seicento Sporting - Schumacher Edition[Bearbeiten]

Fiat bot mit dem Seicento Michael Schumacher World-Champion Edition eine Sonderversion an (in nur 1000 Einheiten gebaut), die den Namen des damals dreifachen Formel-1-Weltmeisters mit einer Reihe exklusiver Ausstattungsdetails verband und die Attraktivität des beliebten italienischen Kleinwagens nochmals erhöhte.

Auf den Seitenholmen re/li steht die Nummer, beispielsweise das 475. Auto der Edition mit „475/1000“.

Die Sonderversion basierte auf dem Seicento Sporting (1,1-Liter Motor mit 40 kW/55 PS) und bot zusätzlich Leichtmetallfelgen mit Fiat-Logo inklusive Breitreifen, Heckspoiler, sportiv gestylte Pedale samt Alu-Fußstütze, Lederlenkrad und Lederschaltknauf sowie Handbremshebel und Schalthebelblende in Aluminium. Dazu zierte die Signatur des Ferrari-Piloten die Heckklappe, Einstiegsleisten sowie Seitenschweller. Eine Plakette mit der fortlaufenden Seriennummer rundete die Sonderedition ab.

Seicento Turbo[Bearbeiten]

Für den Seicento vor Oktober 2000 boten oder boten die Tuningfirmen Novitec, G-Tech, Hörmann-Motorsport und Merkur Turbo-Umbausätze (74 kW/101 PS) mit Straßenzulassung an, welche das etwa 800 kg schwere Fahrzeug im Maximalausbau in 8,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Mit dem dazu angebotenen 6-Gang-Getriebe erreicht das Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von 204 km/h.

Der nicht mehr erhältliche Umbau von G-Tech ist mit einer Leistung von 84 kW (114 PS) angegeben. Der Verbrauch schlug dabei mit 8,8 l Super-Plus zu Buche. G-Tech griff dabei jedoch auch auf einen 1,2-Liter-Motor zurück.

Van[Bearbeiten]

Fahrgestellnummer:

  • Vorfacelift: 187CXA1A
  • Facelift: 187CXC1A

Der Seicento Van glich außen und technisch der Limousine, hatte aber keine Rücksitze, sondern eine Ladefläche. Er ist als Kleinkurierfahrzeug konzipiert. Die Ladevolumina sind bis zu Unterkante der Fenster 440 l und bis zum Dach 810 l.Dies entspricht der Limousine bei umgeklappter Rücksitzbank (nach VDA). In Österreich ist der Van nicht lieferbar.

50th Anniversary Edition[Bearbeiten]

Fiat 600 (2005–2009)

Der Seicento wurde gegen Ende der Produktionszeit auch als 50th Anniversary Edition vermarktet. Dieser war in Pastelltönen lackiert (in Anlehnung an die späten 1950er Jahre) und der Schriftzug am Heck war erstmals numerisch als 600 angegeben.

In Österreich hatte das Modell einige Extras wie elektrische Servolenkung, Radio mit CD-Player, Airbag Fahrer und Beifahrer, von innen verstellbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber, Außenspiegel und Stoßstangen in Wagenfarbe, Zentralverriegelung, Raucher-Kit, ABS, Seitenschutzleisten, etc. Mit einem Listenpreis von 7.699 Euro ist es das billigste Neufahrzeug auf dem österreichischen PKW-Markt.

Auch in Deutschland kam diese Version auf den Markt und wurde in drei Pastelltönen unter anderem Charleston Elfenbein angeboten. Jedoch hat die deutsche Version nur eine Radiovorbereitung, ansonsten ist das Modell gleich mit dem österreichischen und wurde in Deutschland zu einem Listenpreis von 7.999,- Euro als eines der letzten Seicentomodelle verkauft.

Technische Daten[Bearbeiten]

899 i.e. 1100 i.e. 1200 i.e.[3] Elettra
Bauzeitraum 1998–2000 2000–2009 2007–2009 1998–2005
Motorkenndaten
Motortyp R4-Ottomotor Elektromotor
Anzahl Ventile pro Zylinder 2
Ventilsteuerung OHV, Kette OHC, Zahnriemen
Gemischaufbereitung Zentraleinspritzung Saugrohreinspritzung
Motoraufladung
Kühlung Wasserkühlung
Motorhersteller Fiat Siemens
Motorkennung 1170A1046 176B2000 187A1000 169A4000 1-LH5118
Bohrung × Hub 65,0 × 67,7 mm 70,0 × 72,0 mm 70,8 × 78,9 mm
Hubraum 899 cm³ 1108 cm³ 1242 cm³
Verdichtungsverhältnis 8,8:1 9,6:1 11,1:1
max. Leistung 29 kW
(39 PS)
bei 5500/min
40 kW
(54 PS)
bei 5500/min
40 kW
(54 PS)
bei 5000/min
51 kW
(69 PS)
bei 5500/min
30 kW
(41 PS)
max. Drehmoment 65 Nm
bei 3000/min
86 Nm
bei 3250/min
88 Nm
bei 2750/min
102 Nm
bei 3000/min
k. A.
Kraftübertragung
Antrieb Vorderradantrieb Hinterradantrieb
Getriebe 5-Gang-Schaltgetriebe keines
Messwerte
Höchstgeschwindigkeit 140 km/h 150 km/h 160 km/h 100 km/h
Beschleunigung, 0–100 km/h 18,0 s 13,8–14,8 s 14,2–14,8 s 12,9 s k. A.
Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert) 6,1 l S 5,8–6,4 l S 6,0–6,5 l S 5,6 l S
CO2-Emissionen (kombiniert) 145 g/km 137–151 g/km 143–155 g/km k. A.
Abgasnorm Euro2 Euro3/4 Euro4
Bemerkungen
nicht für E10-Kraftstoff geeignet[4]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fiat Seicento – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Fiat Seicento im Euro-NCAP-Crashtest, 2000 (abgerufen am 6. Juli 2014, englisch)
  2. Bosch Produktfinder, Scheibenwischer 1999/2000 (dänisch und norwegisch)
  3. Specs 2008 Fiat 600 1.2 (abgerufen am 6. Juli 2014, englisch)
  4. E10 am Fiat.de (abgerufen am 6. Juli 2014)