Flughafen Toulouse-Blagnac

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Aéroport Toulouse-Blagnac
Aeroport Toulouse Blagnac.svg
TOULOUSE-AEROPORT.jpg
Kenndaten
ICAO-Code LFBO
IATA-Code TLS
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 8 km nordwestlich von Toulouse
Straße A 620 und A 621
Nahverkehr Buslinie 66 von der Metrostation République, Buslinie 30 von Fenouillet, zum Flughafenteil Lagardère mit Straßenbahn T1 von Metrostation Arènes oder Buslinie 30; vom Busbahnhof Gare Routière direkt neben dem Hauptbahnhof Toulouse-Matabiau mit Courriers de la Garonne (alle 20 min).
Basisdaten
Eröffnung April 1978
Betreiber seit dem 27. März 2007 Aktiengesellschaft Aéroport Toulouse Blagnac, Kapital 148.000 EUR
Fläche 780 ha
Terminals 1 mit 4 Hallen (A, B, C und D)
Passagiere 5.961.447[1] (2006)
Luftfracht 58.789 t[1] (2006)
Flug-
bewegungen
96.635[1] (2006)
Kapazität
(PAX pro Jahr)
6,2 Millionen Passagiere
Start- und Lande-Bahnen
14R/32L 3500 m × 75 m Asphalt
14L/32R 3000 m × 60 m Asphalt

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Innenansicht des Terminals
Blick auf das Vorfeld mit Fluggastbrücke

Der Flughafen Toulouse-Blagnac (IATA TLS; ICAO LFBO; franz. Aéroport Toulouse-Blagnac) ist der internationale Verkehrsflughafen der südfranzösischen Großstadt Toulouse. Er ist mit knapp 6 Millionen Passagieren im Jahr 2006 der sechstgrößte Flughafen des Landes und dient darüber hinaus als Werksflughafen für Airbus und ATR, die auf dem Flughafengelände Produktionsstandorte betreiben – beispielsweise wird hier der Airbus A330 gefertigt.

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Flughafen liegt in Blagnac, acht Kilometer nordwestlich von Toulouse in Südfrankreich.

  • Mit dem Auto: Der Flughafen ist von der Innenstadt in Richtung Bordeaux via Autobahn A 620 und A 621 in 10 bis 20 Minuten zu erreichen – je nach Tageszeit. Auf einem Kurzzeitparkplatz sowie drei Langzeitparkplätzen und einem Parkhaus stehen den Fluggästen insgesamt 7000 Parkplätze zur Verfügung (davon über 90 Behindertenparkplätze). Alle Parkplätze sind durchgehend geöffnet und ein kostenloser Pendelbus verbindet alle sechs Minuten die entferntesten Langzeitparkplätze mit dem Flughafen.
  • Mit dem Bus/Straßenbahn: Der Linienbus (Linie 66) von Tisséo (Verkehrsgesellschaft der Stadt Toulouse) fährt von der Innenstadt (Stadtteil St. Cyprian) ab der Metrostation République mit Unterwegshaltestellen auf der gesamten Strecke tagsüber im 10 bis 20 Minutentakt direkt zum Terminalgebäude des Flughafens und zurück (Fahrzeit maximal 31 Minuten, normaler Linientarif). Die Straßenbahnlinie T1 verinbdet den Flughafenteil Lagardère (Airbus) mit dem Stadtzentrum (Haltestelle Arènes, gleichzeitig Metrostation) im 10 bis 30 Minutentakt (Fahrzeit 31 Minuten, normaler Linientarif). Ein weitere Buslinie (Nr. 30) verbindet tagsüber den Flughafen u.a. über Lagardère (Airbus), Beauzelle und Gagnac sur Garonne mit Fenouillet im 20 Minuten-Takt (Fahrzeit maximal 41 Minuten, Linientarif). Der Pendelbus der Courriers de la Garonne (Navette Aéroport) fährt im 20-Minuten-Takt vom Busbahnhof Gare Routière sowie von den Haltestellen Jean Jaurès, Jeanne d'Arc sowie Compans Caffarelli im Stadtzentrum zum Flughafen und zurück (Extra Tarif). Vom Flughafen aus fährt auch zweimal täglich ein Bus nach Andorra und einmal wöchentlich nach Luchon.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Flughafen von Toulouse ist geprägt von historischen Momenten der Luftfahrt, beispielsweise starteten hier die Erstflüge des Überschallpassagierflugzeugs Concorde und des größten Passagierflugzeugs Airbus A380.

Um 1890 konstruierte Clément Ader im 25 Kilometer südlich von Toulouse gelegenen Muret bereits mehrere motorisierte Fluggeräte; die Stadt stellte ab 1913 ein Gelände zur Verfügung, auf dem das Toulouser Publikum die neuesten Luftfahrzeuge bewundern konnte. Im Stadtteil Montaudran ließ sich kurz danach die Aérospatiale nieder. Die Luftfrachtgesellschaft Latécoère folgte 1917 und stellte Ende 1926 einen jungen Piloten namens Antoine de Saint-Exupéry ein. Toulouse wurde sein Heimatflughafen mit berühmten Strecken wie Toulouse – Casablanca und Toulouse – Dakar. Die Handelskammer unterstützte aktiv alle Luftfahrtprojekte und wurde 1928 damit beauftragt, den Bau des künftigen internationalen Transportflughafens in Blagnac zu koordinieren.

1939 wurde eine Reparaturwerkstatt der Französischen Luftstreitkräfte eröffnet und zwei Landebahnen von je 800 Metern Länge in der Nähe von Blagnac angelegt. Nach der Besetzung Frankreichs durch die deutsche Wehrmacht wurde der Platz Heimat einer Jagdfliegerschule der Luftwaffe und die Hauptlandebahn wurde während des Krieges auf 1700 Meter verlängert.

Der zivile Flugverkehr mit Abfertigung in Holzbaracken wurde 1945 aufgenommen (1945: 9000 Passagiere).

1953 wurde das Flughafengebäude Blagnac 1 mit einer Kapazität von 400.000 Passagieren pro Jahr eröffnet. Die Landebahnen wurden 1964–68 modernisiert und auf 3000 bzw. 3500 m verlängert, vor allem für die Versuchsflüge der Concorde (Erstflug 1969).

Im April 1978 wurde das Flughafengebäude Blagnac 2 (800 m nordwestlich) eröffnet, das 1993, 2004 und 2010 jeweils um eine Halle erweitert wurde. Hinzu kamen 1993 ein neuer Kontrollturm und 2002 ein Parkhaus.

Alle Partner der Flughafengesellschaft verpflichten sich in einem Entwicklungsprogramm seit 2005 für Qualität, Sicherheit und Umweltschutz. Unter anderem ist ein ökologisches Entwässerungssystem in Betrieb genommen worden.

Die Infrastruktur des Flughafens passt sich seit über 30 Jahren dem Flugverkehr an. Die vierte Halle (D) des Flughafens ist am 10. März 2010 in Betrieb genommen worden. Im Bau befinden sich ebenso erweiterte Parkplätze, eine Kläranlage sowie zusätzliche Flugzeugabstellpositionen. Die Expansion von 40.000 m² wird bis 2015 die Kapazität von Toulouse Blagnac von sechs auf neun Millionen Passagiere erhöhen. Der Ausbau soll eine bessere Sicherheit garantieren sowie die Flexibilität und Dienstleistungen des Flughafens seiner Drehkreuzrolle anpassen.

2012 eröffnete Air France am Flughafen Toulouse ein Drehkreuz und bietet seitdem mehrere neue Routen ab Toulouse an.[2]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Start- und Landebahnen[Bearbeiten]

Der Flughafen ist durchgehend geöffnet. Der Flughafen besitzt zwei parallele Start- und Landebahnen, die mit einem Instrumentenlandesystem der Kategorie III ausgestattet sind, mit Befeuerung HI, BI und PAPI (optisches Anflugsystem).

Abfertigungsgebäude[Bearbeiten]

Mit der derzeitigen Terminalkapazität können jährlich bis zu 6,2 Millionen Passagiere abgefertigt werden. Das rund um die Uhr geöffnete Terminal verfügt in den Hallen A-D über insgesamt 30 Flugsteige, von denen zehn mit Fluggastbrücken ausgestattet sind. Des Weiteren existieren 56 Abfertigungsschalter und fünf Gepäckausgabebänder.

Im Erdgeschoss befindet sich der Bereich für ankommende Passagiere mit einer separaten Vorfahrt, Gepäcksausgabehallen mit Pass- und Zollkontrolle sowie Imbissständen, Cafés, Wechselbüros, Banken, Internetzugang, Geldautomaten und Autovermietern. Im ersten Obergeschoss liegen die Abflughallen mit Verkaufschalter, Check-in-Schalter, Imbissständen, Bars, Restaurants, Zugang zum Terrassenrestaurant, Geschäfte, Babywickelraum, Reisebüros, Wechselbüros, Geldautomaten usw. Dazu kommen weitere Geschäfte, der zollfreie Verkauf und die Sicherheitskontrollen im Fluggastbereich. Im zweiten Geschoss befinden sich außer dem Besucherrestaurant mit einer Kapazität von etwa 200 Gästen die Salons, Büroräume, eine Kapelle sowie das Rote Kreuz. Dort hat auch der Architekt Marc Raymond den Panoramablick auf das Vorfeld und die Start- und Landebahnen genutzt, um die interaktive permanente Ausstellungshalle Aéroplace zu schaffen.

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten]

Toulouse verfügt über zahlreiche Verbindungen zu nationalen und europäischen Destinationen, darunter Brest, Marseille, Paris-Charles de Gaulle, Barcelona, Dublin und Rom. Die einzige Langstrecke bietet derzeit Air Austral mit Flügen nach Réunion an. Aus dem deutschsprachigen Raum wird der Flughafen direkt von Lufthansa aus Frankfurt am Main und München, von Air France und germanwings aus Hamburg sowie von Régional aus Düsseldorf angeflogen.

Sonstiges[Bearbeiten]

Wie im Abschnitt Geschichte aufgeführt, ist Toulouse seit einem Jahrhundert ein Zentrum der Luftfahrtindustrie. Neben Blagnac gab und gibt es einige weitere Flugplätze. Hierzu gehören die kleineren Aérodromes Toulouse-Lasbordes im Osten der Stadt und etwas außerhalb im Südwesten Muret-Lherm, letzterer ist alljährlich im Frühsommer Schauplatz eines größeren Flugtages im Gedenken an den in Muret geborenen Flugpionier Clément Ader. Daneben gab bzw. gibt es zwei Flughäfen.

Flughafen Toulouse-Montaudran[Bearbeiten]

Das *Aérodrome de Montaudran' im Süden des Stadtgebiets war der erste Verkehrsflugplatz von Toulouse. Er ist eng verbunden mit der Aéropostale und dem Namen Latecoère. Dieser aus den südlich gelegenen Pyrenäen stammende Flugpionier errichtete nach dem Ersten Weltkrieg eine Luftpostverbindung ins westafrikanische Dakar, eine Route, die Aéropostale und die deutsche Lufthansa in den 1920er Jahren bis nach Südamerika verlängerten.

Mit der Eröffnung Blagnacs verlor Montaudran an Bedeutung. Die Firma Breguet nutzte ihn noch bis in die 1970er Jahre für Flugtests. Der Flugbetrieb wurde Ende 2003 eingestellt und der Standort wurde zu einer luftfahrttechnischen Industrie- und Forschungsanstalt entwickelt.

Flughafen Toulouse-Francazal[Bearbeiten]

Der Aéroport de Francazal liegt im Südwesten des Stadtgebietes. Unter seinem heutigen Namen besteht er seit 2012.

Zuvor war er ein Militärflugplatz der Armée de l’Air, sie bezeichnete ihn als Base aérienne 101 Toulouse-Francazal (B.A. 101). Die letzte fliegende Einheit war eine Transall-Schulstaffel. Im Hinblick auf den Zulauf des Nachfolgemodells Airbus A400M, das hier nicht mehr stationiert werden sollte, waren die Transalls bereits 2008 abgezogen worden.

Der Flughafen wird durch die SNC Lavalin betrieben, wobei ein Teil des Geländes noch durch die Armée de terre genutzt wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c ACI
  2. http://www.nur-flug-tours.de/news/airlinenews-12976.htm

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Toulouse Blagnac International Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien