Gries (Pfalz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gries
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Gries hervorgehoben
Koordinaten: 49° 25′ N, 7° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kusel
Verbandsgemeinde: Schönenberg-Kübelberg
Höhe: 280 m ü. NN
Fläche: 4,04 km²
Einwohner: 1004 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 249 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66903
Vorwahl: 06373
Kfz-Kennzeichen: KUS
Gemeindeschlüssel: 07 3 36 032
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausstraße 8
66901 Schönenberg-Kübelberg
Webpräsenz:
Ortsbürgermeister: Manfred Perschke

Gries ist eine Ortsgemeinde der Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Gries liegt am Rande des Nordpfälzer Berglandes (Teil des Saar-Nahe-Berglandes), am südlichen Abhang des 314 m hohen Schlossberges in der Westpfalz. Im Süden liegt das Ohmbachtal mit dem 10-18 ha großen Ohmbachstausee und im Osten hat sich der Glan in das Hügelland mit einer markanten Schleife hineingeschnitten.

Im Norden befindet sich Börsborn, im Osten Elschbach (Ortsteil von Bruchmühlbach-Miesau) , im Westen Brücken und südwestlich liegt Schönenberg-Kübelberg und zwar der Ortsteil Sand.

Gries ist ein Teil der Verbandsgemeinde (einer Verwaltungseinheit mehrerer selbständiger Gemeinden) Schönenberg-Kübelberg.

[Bearbeiten] Geschichte

Gries wurde erstmals 1383 urkundlich erwähnt und zwar im sog. Breidenborner Kopialbuch. In diesem Eintrag leisten die Gemeinden des Münnchweiler Tales (einer zum Kloster Hornbach bei Zweibrücken) gehörenden Verwaltungseinheit einen Treueeid für ihre neue Herrin, die Agnes von Neuenbaumberg, ist aber rund 300 Jahre älter.

Gries entstand wahrscheinlich um die Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert. Der Name „zuom ´grieß“(so die ursprüngliche Fassung) bedeutet im Mittelhochdeutschen kiesiger, sandiger Boden und der Zusatz ,,zum ist als Flurnamen einer anderen Gemeinde zu sehen. Als nächstgelegene, damals bereits existierende Gemeinde bietet sich Kübelberg an. Gleichzeitig mit Gries sind vermutlich auch die Gemeinden Sand (zuom sand), Schönenberg und Miesau entstanden, wenn auch für alle Gemeinden unterschiedliche Gründungsdaten (die auf zufälliger Erwähnung beruhen) genannt sind.

Der oberste Landesherr des Münchweiler Tales oder Amtes Müchweiler war das Kloster Hornbach. Dieses bedeutendste Benediktinerkloster östlich des Rheins und südlich der Nahe verwaltete seine breit gestreuten Besitztümer nicht selbst, sondern übergab sie verschiedenen Vasallen zu Lehen. Nach den genannten Raugrafen von Alten- und Neuenbaumburg folgten die Breidenborner, danach die Mauchenheimer. Im 15. Jahrhundert schließlich kamen die Grafen von der Leyen durch Einheirat in den teilweisen und später vollständigen Besitz von Gries und den anderen Gemeinden des Münchweiler Amtes (Glan Münchweiler, Dietschweiler, Nanzweiler, Börsborn, Steinbach, Haschbach). Jörg von der Leyen heiratete eine Tochter aus dem altehrwürdigen Zweibrücker Adelsgeschlecht der Mauchenheimer. Da diese einen Anteil am Besitz der Ganerbenburg Blieskastel hatten, wurde Gries mit den anderen Gemeinden des Amtes ein Teil des Oberamtes Blieskastel und blieb es rund 300 Jahre lang bis zur Französischen Revolution.

Der oberste Landesherr wechselte allerdings. Die bisherigen Schutzherren des Klosters Hornbach, die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken übernahmen die Oberhoheit, nachdem das Kloster im Zuge der Reformation nach und nach von den Mönchen verlassen wurde und sogar der letzte Abt Johann Kinthausen heiratete und protestantisch wurde. Da die die von der Leyen beim alten Glauben blieben - immerhin hatte ihre Familie, die aus Gondorf an der Mosel stammte, mehrere Trierer und Mainzer Erzbischöfe gestellt - gab es in Religionsfragen mehrmals Streitigkeit mit den zunächst zum Protestantismus übergetretenen Zweibrücker Herzögen. Diese Konflikte endeten nicht selten vor dem Reichskammergericht in Speyer und Wetzlar.

Als Folge des Pfälzischen Erbfolgekrieges besetzten die Franzosen unter Ludwig XIV. nicht nur die kurpfälzischen Gebiete , sondern auch auch die zahlreichen anderen Klein- und Kleinststaaten der Pfalz, so dass sie praktisch das Sagen hatten. Andererseits hatten die Herzöge von Zweibrücken in das schwedische Königshaus eingeheiratet. Die Folge war, dass Pfalz-Zweibrücken zeitweise von dort aus verwaltet wurde. Die älteste Karte, auf der Gries erscheint (1564 angefertigt vom Geometer Tilemann Stella, quasi als Illustration seiner Beschreibung der Ämter Zweibrücken und Kirkel), liegt zum Beispiel im Schwedischen Reichsarchiv in Stockholm. Die Machtverhältnisse sollten sich im Laufe der Jahrhunderte noch öfter verändern. Gleich blieb nur die Zugehörigkeit zur Herrschaft der Grafen (später Reichsgrafen) von der Leyen als Lehnsleute der jeweiligen obersten Landesherren.

Wenige Jahrzehnte nachdem die von der Leyen ihre Hauptresidenz von Koblenz nach Blieskastel verlegt hatten und dieses Städtchen an der Blies repräsentativ ausbauten, marschierten französische Truppen im Zuge der Französischen Revolution ein. Die letzte, legendäre und populäre Gräfin Marianne von der Leyen musste über Schloss Karlsberg und Glan-Münchweiler zu Verwandten in das rechtsrheinische Hessen fliehen. Die Franzosen blieben bis zur Niederlage Napoleons bei Waterloo 1814.

Nach der Regelung auf dem Wiener Kongress kam die Pfalz, nach mehreren Übergangsphasen (so z.B. einer k.u.k. österreichisch-bayrischen Landes-Administration), schließlich zu Bayern. Die Errungenschaften der Französischen Revolution, wie Gewerbe- und Pressefreiheit, unabhängige Gerichte, moderne Verwaltung, Gleichheit aller Bürger etc. blieben speziell für die Pfalz erhalten. Gries war Teil des Landes-Commissariates Homburg, dessen erster oberster Chef Philipp Jakob Siebenpfeiffer war. Zu jener Zeit noch treuer Anhänger des bayrischen Königs (die übrigens alle Nachkommen von pfälzischen Witelsbachern sind, die bayrischen Vettern sind Mitte des 18. Jh. ausgestorben), war er 1832 einer der Hauptinitiatoren des Hambacher Festes, der bedeutendsten, als Volksfest getarnten, Demonstration für Demokratie im Deutschland des Vormärz.

1848 trennten sich die Gemeinden Sand und Gries von der Bürgermeisterei Schönenberg und hatten bis 1954 eine eigene gemeinsame Bürgermeisterei. Bis zum Jahr 1920 war Gries Teil des Bezirksamtes Homburg, wie das Landkommissariat später hieß. Dann wurde mitten durch die lange harmonisch gewachsene Verwaltungseinheit aufgrund des Versailler Vertrages eine brutale Trennlinie gezogen. Der westliche Teil mit den Kohlengruben und der Hüttenindustrie, in der schon damals die Mehrzahl der Grieser Bürger ihr Brot verdienten, kam zu dem unter Völkerbund-Verwaltung stehenden Saargebiet, darunter auch die Bezirkshauptstadt Homburg. Der westliche Teil verblieb beim „Reich“. Der Kanton Waldmohr war ebenso auseinandergerissen wie das gesamte Bezirksamt. Sogar die Bürgermeisterei Waldmohr mit Waldmohr und Jägersburg wurde auseinander gerissen.

Gries gehörte nunmehr zum Bezirksamt Kusel; Waldmohr wurde allerdings noch bis Ende des Zweiten Weltkrieges ein Sonderstatus als Bezirksamtsaußenstelle zugestanden. Im Übrigen sind heute noch die Beziehungen nach Homburg, nicht nur weil die meisten Grieser dort ihren Arbeitsplatz haben, größer als zur momentanen Kreisstadt Kusel. Diese reizvolle Kleinstadt mit schöner alter Baustubstanz wird eigentlich fast nur zur Erledigung von Verwaltungsangelegenheiten aufgesucht. Hinzu kommt, dass sie etwa doppelt soweit entfernt ist wie Homburg.

Die Verwaltungsgemeinschaft mit Sand endete nach einigen, aus heutiger Sicht, amüsanten Zwischenschritten (es würde eine vortreffliche Komödienstadel-Farce mit dem Titel „Das zwiefach gestohlene Bürgermeisteramt“ ergeben) 1954. Sand wurde nun ein Teil der Gemeindeverwaltung Schönenberg und Gries war nun bis zum heutigen Tag selbständig. Die Verwaltungsgeschäfte werden seit 1972 von der Verbandsgemeindeverwaltung Schönenberg-Kübelberg übernommen.

Ein wichtiges Datum in der jüngeren Geschichte des Dorfes ist - neben der „Errichtung“ des Ohmbachstausees bis 1978 -, die mit der Gemeinde Gries im elsässischen Departement Bas-Rhin 1979 geschlossene Partnerschaft. Zahlreiche Besuche und Gegenbesuche auf öffentlicher und privater Basis wechseln sich ab. Nur etwa eineinviertel Autostunden von Gries entfernt, ist sogar die Anwesenheit bei persönlichen Festen und Feiern fröhlichen und traurigen Anlasses ohne Weiteres möglich.

Seit 1972 wurden große Neubaugebiete érschlossen, die sich vom alten Ortskern bis zum lange in landwirtschaftlich genutzten Flächen, alleinstehenden Sportplatz des TuS Gries erstrecken. Dabei enden die neuen Straßen nicht irgendwo im freien Feld, sondern bilden zusammen mit dem alten Ortskern ein geschlossenes Ensemble.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Bei den Wahlen zum Gemeinderat am 13. Juni 2004 ergab sich folgendes Ergebnis:

  1. FWG 54,4 % (+12,0) – 9 Sitze (+2)
  2. SPD 45,6 % (−12,0) – 7 Sitze (−2)

[Bearbeiten] Bürgermeister

  • 1848-1874 Jakob Pflüger, Sand (Pfalz)
  • 1874-1887 Nikolaus Ulrich, Sand (Pfalz)
  • 1887-1918 Philipp Vollmar
  • 1918-1933 Jakob Christmann
  • 1933-1937 Ernst Gortner
  • 1937-1939 Ernst Scheck
  • 1939-1945 Otto Fuhrmann
  • 1945 Reinhard Rubly, Sand (Pfalz)
  • 1946 August Bauer, Sand (Pfalz)
  • 1946 Eduard Müller, Sand (Pfalz)
  • 1946/47 Eduard Spieß, Sand (Pfalz)
  • 1947-1952 August Bauer, Sand (Pfalz)
  • 1953-1967 Karl Kallenbach (Wählergruppe Kallenbach Karl)
  • 1967-1977 Eugen Bernd SPD
  • 1977-1999 Ludwig Jung SPD
  • 1999–2004 Gunther Jung, SPD
  • seit 2004 Manfred Perschke, (Freie Wählergruppe „Bürgernah“)FWG

[Bearbeiten] Partnergemeinden

Mit Gries (Bas-Rhin) besteht seit dem 20. Mai 1979 eine Partnerschaft.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Südöstlich befindet sich die A 6, nordöstlich die A 62. In Glan-Münchweiler ist ein Bahnhof der Glantalbahn.

[Bearbeiten] Weblinks

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