Horrweiler

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Horrweiler
Horrweiler
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Horrweiler hervorgehoben
49.8983333333337.9630555555556135Koordinaten: 49° 54′ N, 7° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mainz-Bingen
Verbandsgemeinde: Sprendlingen-Gensingen
Höhe: 135 m ü. NHN
Fläche: 4,39 km²
Einwohner: 748 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 170 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55457
Vorwahl: 06727
Kfz-Kennzeichen: MZ, BIN
Gemeindeschlüssel: 07 3 39 029
Adresse der Verbandsverwaltung: Elisabethenstraße 1
55576 Sprendlingen
Webpräsenz: www.horrweiler.de
Ortsbürgermeister: Eckhard Siegfried
Lage der Ortsgemeinde Horrweiler im Landkreis Mainz-Bingen
Breitscheid (Hunsrück) Bacharach Manubach Oberdiebach Oberheimbach Niederheimbach Weiler bei Bingen Trechtingshausen Waldalgesheim Münster-Sarmsheim Bingen am Rhein Ingelheim am Rhein Budenheim Heidesheim am Rhein Wackernheim Grolsheim Gensingen Horrweiler Aspisheim Welgesheim Zotzenheim Badenheim Sprendlingen Sankt Johann (Rheinhessen) Wolfsheim (Gemeinde) Ockenheim Gau-Algesheim Appenheim Nieder-Hilbersheim Bubenheim (Rheinhessen) Ober-Hilbersheim Engelstadt Schwabenheim an der Selz Jugenheim in Rheinhessen Stadecken-Elsheim Essenheim Ober-Olm Klein-Winternheim Nieder-Olm Sörgenloch Zornheim Bodenheim Gau-Bischofsheim Harxheim Nackenheim Lörzweiler Mommenheim (Rheinhessen) Hahnheim Selzen Nierstein Oppenheim Dienheim Dexheim Dalheim (Rheinhessen) Köngernheim Friesenheim (Rheinhessen) Undenheim Uelversheim Uelversheim Ludwigshöhe Guntersblum Weinolsheim Dolgesheim Eimsheim Hillesheim (Rheinhessen) Wintersheim Dorn-Dürkheim Rhein-Lahn-Kreis Hessen Mainz Rhein-Hunsrück-Kreis Landkreis Bad Kreuznach Donnersbergkreis Landkreis Alzey-WormsKarte
Über dieses Bild
Evangelische Pfarrkirche

Horrweiler ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Sprendlingen hat.

Geographie[Bearbeiten]

Horrweiler liegt in Rheinhessen zwischen Mainz und Bad Kreuznach. Zu Horrweiler gehört auch der Wohnplatz Sonnenhof.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Horrweiler war im 12. Jahrhundert in salischem, kam dann in pfälzischen Besitz und wurde als Afterlehen dem Amt Stromberg angegliedert, wo es bis zur Französischen Revolution blieb. Den Zehnten und das Patronatsrecht über die Kirche besaßen ursprünglich die Grafen von Leiningen, die es an Angehörige des niederen Adels weiterverliehen. Wegen häufigerer Streitigkeiten waren immer wieder Schlichtungen erforderlich. Von 1518 bis 1802 besaß das St. Petersstift in Mainz in Horrweiler das Zehntrecht mit dem ursprünglichen Recht zum Einsetzen des Ortspfarrers. Faktisch kam es infolge der Reformation zu einer Teilung des Zehnten: 2/3 für das Peterssstift und 1/3 für den reformierten Pfarrer in Horrweiler. In den Weistümern von 1410 und 1552 wird Horrweiler unter den Dörfern aufgezählt, die für die Unterhaltung der Mauern der Stadt Bingen und deren Verteidigung im Kriegsfalle beizutragen hatten. Seine Einwohner genossen dafür besondere Rechte in der Stadt Bingen. Die Region wurde 1798 dem Département du Mont-Tonnerre (Donnersberg) zugeordnet. Horrweiler gehörte bis 1814 zum Kanton Oberingelheim. Aufgrund der Vereinbarungen auf dem Wiener Kongress (1815) wurde das Gebiet 1816 dem Großherzogtum Hessen und der Provinz Rheinhessen zugeordnet. Die Zugehörigkeit zu Hessen endete mit der Einrichtung der französischen Besatzungszone 1945, bzw. mit der Bildung des Landes Rheinland-Pfalz.

Ein bedeutendes Relikt der Geschichte ist neben den Resten der alten mit Effen (Ulmen) bestandenen Wallanlagen die ehemals befestigte Kirche, ein spätgotischer Saalbau mit dreiseitig abgeschlossenem Chor und der Mauerring mit dem vielleicht noch spätgotischen, barock veränderten Torturm, der auch als Glockenturm dient. Aus Gemeindeakten geht hervor, dass um das Jahr 1840 die Mauer teilweise und die Wehrtürme bis auf den verbliebenen vollständig niedergelegt wurden. Die Steine wurden zum Bau des Schulhauses verwendet.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Horrweiler, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3]

Jahr Einwohner
1815 513
1835 652
1871 654
1905 681
1939 619
Jahr Einwohner
1950 723
1961 677
1970 605
1987 636
2005 773

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Gemeindeverwaltung

Der Gemeinderat in Horrweiler besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD WGH HBL Gesamt
2014 4 8 12 Sitze
2009 7 5 12 Sitze
2004 7 5 12 Sitze
  • WGH = Wählergruppe Horrweiler e.V.
  • HBL = Horrweiler Bürgerliste e.V.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Das Weindorfmuseum

Im Weindorfmuseum sind zahlreiche Ausstellungsstücke zu sehen, die das frühere Leben sowie den Weg zum Weindorf dokumentieren.

Musik[Bearbeiten]

Der Posaunenchor Horrweiler wurde im April 1927 gegründet. Er spielt heute neben der kirchlichen auch weltliche Musik. Der Förderverein Posaunenchor Horrweiler e. V. unterstützt den Chor finanziell und ideell.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

  • Die Gemeinde wird durchquert von der Landstraße 416. Die Bundesautobahn 61 verläuft in unmittelbarer Nähe, und wird nach 2 km erreicht.
  • Der Bahnhof Gensingen-Horrweiler wird von Zügen der Nahetalbahn und der Rheinhessenbahn bedient.
  • Durch eine Omnibuslinie zwischen Bingen und Bad Kreuznach ist die Gemeinde an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen.
  • Seit dem 2. September 2013 gibt es einen Bürgerbus mit dem Namen "HoBBs" (Horrweiler Bürger Bus Service).[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Horrweiler – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 107 (PDF; 2,3 MB)
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. [1]