Sörgenloch

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Sörgenloch
Sörgenloch
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Sörgenloch hervorgehoben
49.8830555555568.2011111111111223Koordinaten: 49° 53′ N, 8° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mainz-Bingen
Verbandsgemeinde: Nieder-Olm
Höhe: 223 m ü. NHN
Fläche: 2,43 km²
Einwohner: 1159 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 477 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55270
Vorwahl: 06136
Kfz-Kennzeichen: MZ, BIN
Gemeindeschlüssel: 07 3 39 054
Adresse der Verbandsverwaltung: Pariser Straße 110
55268 Nieder-Olm
Ortsbürgermeister: Frieder März (FWG)
Lage der Ortsgemeinde Sörgenloch im Landkreis Mainz-Bingen
Breitscheid (Hunsrück) Bacharach Manubach Oberdiebach Oberheimbach Niederheimbach Weiler bei Bingen Trechtingshausen Waldalgesheim Münster-Sarmsheim Bingen am Rhein Ingelheim am Rhein Budenheim Heidesheim am Rhein Wackernheim Grolsheim Gensingen Horrweiler Aspisheim Welgesheim Zotzenheim Badenheim Sprendlingen Sankt Johann (Rheinhessen) Wolfsheim (Gemeinde) Ockenheim Gau-Algesheim Appenheim Nieder-Hilbersheim Bubenheim (Rheinhessen) Ober-Hilbersheim Engelstadt Schwabenheim an der Selz Jugenheim in Rheinhessen Stadecken-Elsheim Essenheim Ober-Olm Klein-Winternheim Nieder-Olm Sörgenloch Zornheim Bodenheim Gau-Bischofsheim Harxheim Nackenheim Lörzweiler Mommenheim (Rheinhessen) Hahnheim Selzen Nierstein Oppenheim Dienheim Dexheim Dalheim (Rheinhessen) Köngernheim Friesenheim (Rheinhessen) Undenheim Uelversheim Uelversheim Ludwigshöhe Guntersblum Weinolsheim Dolgesheim Eimsheim Hillesheim (Rheinhessen) Wintersheim Dorn-Dürkheim Rhein-Lahn-Kreis Hessen Mainz Rhein-Hunsrück-Kreis Landkreis Bad Kreuznach Donnersbergkreis Landkreis Alzey-WormsKarte
Über dieses Bild

Sörgenloch ist eine Ortsgemeinde in Rheinhessen südlich der Stadt Mainz. Sie ist die kleinste der Gemeinden innerhalb der Verbandsgemeinde Nieder-Olm. Sörgenloch liegt inmitten von Weinbergen an der Selz und ist ein Wallfahrtsort des Bistums Mainz.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Sörgenloch liegt am Ufer der Selz in der Weinbauregion Rheinhessen, etwa 14 km südlich der Stadt Mainz. Die Landschaft ist stark geprägt vom Wein- und Obstanbau. Weitläufige Renaturierungsmaßnahmen an der Selz und am Zornheimer Berg haben das natürliche Umfeld jedoch wieder stark aufgewertet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Gemeinden grenzen an Sörgenloch, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:

Geschichte[Bearbeiten]

Blick aus Richtung Udenheim auf Sörgenloch

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Sörgenloch stammt aus dem Jahr 1190. Über die Frühgeschichte des Ortes ist recht wenig bekannt, im 13. Jahrhundert besaß das Kloster Sankt Alban in Mainz wohl die Ortsherrschaft über Sörgenloch.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Name Sörgenloch hat sich aus der Bezeichnung „Saligenloh“ entwickelt, was auf die Römerzeit zurückgeht und sich zusammensetzt aus lateinisch „salis“ (= Weide) und altdeutsch „Loh“ (= Wald). Der Name bedeutet also „Weidenwald“.

Folgende Variationen des Ortsnamens waren in der Vergangenheit geläufig:

  • Sulegloch (1190)
  • Surgenloch (1200)
  • Sulgeloch und Sorgenloch (1293)
  • Selgenloch (1432)

Frühzeit[Bearbeiten]

1880 wurden eine eiserne Hacke und zwei Gefäße gefunden, die aus der Eisenzeit stammen und darauf schließen lassen, dass bereits Kelten im Gebiet des heutigen Sörgenloch siedelten. Ebenso wurden Reste einer Vangionensiedlung gefunden.

Im 19. Jahrhundert wurden beim Roden der Weinberge mehrere Münz- und Grabfunde aus der Römerzeit gemacht. Diese Funde werden im Wormser Museum verwahrt. Auch der Flurname „Hundertmorgen“ verweist auf eine römische Besiedlung, da 100 Morgen die Landmenge war, welche ein römischer Soldat nach seiner Dienstzeit erhielt.

Sörgenloch gehörte zur fränkischen Urmark „Olm“. Als sich Siedlungen um die Höfe, bei denen Kirchen standen, bildeten, entstanden in der Mark Olm die Orte Ober-Olm, Nieder-Olm, Klein-Winternheim und Sörgenloch. Als Abgrenzung und Befestigung erhielten die Orte Erdwälle, welche durch eine Hecke verstärkt wurden. Flurnamen wie „Oberheck“ und „Im Bock“ (von Bock = umbiegen einer Hecke) verweisen auf diese Zeit. Dicht oberhalb von Sörgenloch wurde ein Gräberfeld aus dieser Zeit (6. und 7. Jahrhundert) gefunden.[2]

Religionen[Bearbeiten]

Sörgenloch ist ein Wallfahrtsort. Die Bevölkerung ist überwiegend römisch-katholisch.

Wallfahrt[Bearbeiten]

Sörgenloch feiert am 8. September (Mariä Geburt) eine Marienwallfahrt. Während des Pfälzer Erbfolgekriegs im 17. Jahrhundert mussten die Sörgenlocher das Dorf verlassen und sich in der Umgebung verstecken. Um die Marienstatue der Kirche zu retten, vergruben sie sie außerhalb des Dorfes. Als der Krieg zu Ende war, konnte sich niemand mehr an den genauen Ort erinnern, an dem die Statue vergraben war. Die Sörgenlocher beteten zu Gott, dass er ihnen den Ort offenbare. Es gab eine Erscheinung über einer Wiese in der Nähe der Selz und genau dort fand man die Statue vergraben. Seitdem wird zu Mariä Geburt eine Wallfahrt in Sörgenloch gefeiert. Am Sonntag nach dem 8. September wird der heiligen Maria mit einem Gottesdienst und einer Prozession durch Sörgenloch gedacht und die Marienstatue durch die Straßen getragen.

Politik[Bearbeiten]

Rathaus

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Sörgenloch besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[3]

Wahl SPD CDU FWG GAL Gesamt
2009 4 3 6 3 16 Sitze
2004 5 5 6 16 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Frieder März (FWG)

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche Sörgenloch
Katholische Pfarrkirche Sörgenloch
Schloss Sörgenloch

Baudenkmäler[Bearbeiten]

  • Die katholische Pfarrkirche beherrscht das Ortsbild seit dem 13. Jahrhundert. Ihr heutiges Aussehen erhielt sie durch den Wiederaufbau nach einem Brand im 17. Jahrhundert, der barocke Innenausbau stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die Pfarrkirche beherbergt das Sörgenlocher Gnadenbild, eine spätgotische Madonna.
  • Am östlichen Rand des alten Ortskerns befindet sich das Sörgenlocher Schloss. Das Renaissance-Schlösschen wurde von den Sörgenlocher Ortsherren des 18. Jahrhunderts, der Familie von Köth-Wanscheid, in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut. Heute wird es unter dem Namen „Schloß Sörgenloch“ als Gastronomiebetrieb genutzt.
  • Der alte Judenfriedhof liegt im Nordosten der Gemeinde. Er wurde früher auch von umliegenden Gemeinden genutzt, heute sind jedoch nur noch vier Grabsteine erhalten.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Sörgenloch

Folkmusik[Bearbeiten]

Sörgenloch ist ein Zentrum der rheinhessischen Folkszene. Mehrere bekannte Gruppen proben dort, oder rekrutieren ihre Musiker aus dem Ort:

  • Wild-Rovers
  • Goo Birds Flight
  • Ilwetritsch
  • An Thor

So wird auch der St. Patrick’s Day an einem der darauffolgenden Wochenenden im Vereinshaus beim Schloss zelebriert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gemeinde Sörgenloch war bis in die letzten Jahrzehnte überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Sie ist heute eine moderne Wohngemeinde am Rande des Ballungsgebietes Rhein-Main.

In der Landwirtschaft dominiert der Obst- und Weinanbau. Die Sörgenlocher Weinlage Moosberg hat etwa 39 ha Anbaufläche.

Verkehr[Bearbeiten]

  • Sörgenloch liegt an der Landesstraße 432, die A 63 ist durch diese in wenigen Minuten mit dem Auto erreichbar.
  • Eine Busverbindung Richtung Nieder-Olm/Mainz existiert in Form der Linie 652 des ORN (Omnibusverkehr Rhein-Nahe GmbH).
  • Der nächste Bahnhof der Deutschen Bahn befindet sich im benachbarten Nieder-Olm.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sörgenloch – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Aus vergangenen Zeiten, Heft 6 - Beiträge zur Ortsgeschichte von Sörgenloch, S. 2-5, Hg. Verbandsgemeinde Nieder-Olm, Nieder-Olm 1983
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen