Niederheimbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Niederheimbach
Niederheimbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Niederheimbach hervorgehoben
50.0344444444447.807777777777890Koordinaten: 50° 2′ N, 7° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mainz-Bingen
Verbandsgemeinde: Rhein-Nahe
Höhe: 90 m ü. NHN
Fläche: 7,38 km²
Einwohner: 762 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 103 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55413
Vorwahl: 06743
Kfz-Kennzeichen: MZ, BIN
Gemeindeschlüssel: 07 3 39 040
Adresse der Verbandsverwaltung: Koblenzer Straße 18
55411 Bingen am Rhein
Webpräsenz: www.niederheimbach.de
Ortsbürgermeister: Heinz Wagner (FWG)
Lage der Ortsgemeinde Niederheimbach im Landkreis Mainz-Bingen
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Über dieses Bild
Kirche und Heimburg

Niederheimbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Bingen am Rhein hat. Niederheimbach ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Seit 2002 ist Niederheimbach Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.

Geographie[Bearbeiten]

Niederheimbach liegt zwischen Koblenz und Bingen direkt am Mittelrhein, nur etwas nordwestlich des Rheinknies. Der Ort, der sich unterhalb bzw. östlich des Binger Walds befindet, erstreckt sich mit seinem bebauten Gebiet auf 80 bis 140 m ü. NN; der höchste Berg im Gemeindegebiet ist der Franzosenkopf (618 m), der sich südlich des Orts im Niederheimbacher Wald befindet.

Zu Niederheimbach gehören auch die Wohnplätze Burg Hohneck (Heimburg), Burg Sooneck, Landgut Farm sowie Finkenhof.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Heimbach wurde zuerst in einer Urkunde vom 14. Juni 983 erwähnt, in der Kaiser Otto II. dem Mainzer Erzbischof Willigis seine Rechte im Bann Bingen bestätigte.[4]

Nieder-Heimbach war ehemals dem Mainzer Domkapitel zugehörig. Oberhalb des Dorfes liegt auf einem Berg die Ruine des Schlosses Heimburg, das 1353 dem Kurverwalter Kuno II. von Falkenstein pfandweise eingeräumt, 1362 dem Erzstift Mainz zurückgegeben wurde. Die Zeit seines Verfalls ist unbekannt. Unweit des Dorfes liegen auch die Ruinen der Burg Sooneck oder Saneck, die an der äußersten Spitze des Soon- oder Sanwald erbaut war. 1282 als ein Raubnest auf Befehl des Kaisers Rudolf zerstört, späterhin wieder aufgebaut und dem Rheinischen Rittergeschlecht von Waldeck übergeben wurde. Dies ward 1346 vom Erzbischof Heinrich III. von Virneburg damit belehnt und starb ums Jahr 1450 aus.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Niederheimbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 550
1835 710
1871 794
1905 965
1939 1.085
1950 1.229
Jahr Einwohner
1961 1.131
1970 1.081
1987 827
1997 825
2005 809
2012 762

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Niederheimbach besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl SPD CDU FWG WNF Gesamt
2009 1 4 5 2 12 Sitze
2004 2 3 5 2 12 Sitze

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Eine Partnerschaft besteht seit 1981 mit der Gemeinde Champtoceaux aus Frankreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Burg Sooneck

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Burg Sooneck, (auch Saneck oder Sonneck genannt) steht auf einem Steilhang des Soonwaldes oberhalb der Gemeinde. Sie kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden.
  • Heimburg, (auch Burg Hoheneck genannt) liegt über der Gemeinde. Die Burg ist heute in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Niederheimbach

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Bis zu seiner Schließung in den 1990er Jahren war der Märchenhain ein touristischer Anziehungspunkt. Ein Großteil der Märchenfiguren wurde jedoch restauriert und haben an einem idyllisch gelegenen Weg nahe der Ortschaft ihren neuen Platz gefunden. Dort sind nun viele Märchen, wie Rotkäppchen, Hänsel und Gretel und viele weitere Märchenfiguren in neuem Glanz auf dem „Kuhweg“ zu betrachten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Energie[Bearbeiten]

Die Stadtwerke Mainz AG plant auf dem Franzosenkopf oberhalb von Niederheimbach den Bau des Pumpspeicherwerks "Heimbach-Speicher" mit einer Leistung zwischen 400 und 600 MW.[6]

Verkehr[Bearbeiten]

  • Direkt durch die Gemeinde verläuft die Bundesstraße 9, die Mainz mit Koblenz verbindet.
  • Die Bundesautobahn 61 wird nach ca. 13 km an der Anschlussstelle Rheinböllen erreicht.
  • Der Bahnhof Niederheimbach liegt an der Bahnlinie Mainz – Koblenz.
  • Eine Autofähre über den Rhein verbindet die Gemeinde mit Lorch auf der anderen Rheinseite.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Niederheimbach – Sammlung von Bildern

Dokumente:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 105 (PDF; 2,3 MB)
  4. Anton Joseph Weidenbach: Regesten der Stadt Bingen, des Schlosses Klopp und des Klosters Rupertsberg, Bingen 1853, S. 3 (Google Books)
  5. Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolai, Berlin und Stettin 1830, S. 595 (Google Books)
  6. www.psw-heimbach.de