Imran Khan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen pakistanischen Sänger siehe Imran Khan (Sänger).
Teile Politische Karriere scheinen seit 2013 nicht mehr aktuell zu sein. Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/2013

Imran Khan (2007)

Imran Khan Niazi (Pashto: عمران خان نیازی;‎ * 25. November 1952 in Lahore) ist ein pakistanischer Politiker und ehemaliger Cricketspieler. Imran Khan spielte zwischen 1971 und 1992 Test Cricket und war Kapitän seiner Nationalmannschaft, mit der er 1992 auch den ersten Cricket World Cup für Pakistan gewann und so zum pakistanischen Nationalhelden wurde. Khan gehört zusammen mit Garfield Sobers, Ian Botham, Kapil Dev und Richard Hadlee zu den besten All-roundern des Cricket. Er erreichte das „All-rounder's triple“ (3.000 Runs und 300 Wickets) in 75 Tests, die zweitbeste Anzahl nach Botham mit 72.

Nach seiner Profi-Karriere wurde er Politiker und gründete im April 1996 die Partei Pakistan Tehreek-e-Insaf (Pakistanische Bewegung für Gerechtigkeit), deren Vorsitzender er ist. Bei der Wahl 2002 erreichte seine Partei jedoch nur 0,8 Prozent der Stimmen und einen Sitz in der pakistanischen Majlis-e-Shoora. Diesen Sitz nahm Khan selbst ein und vertrat den Wahlkreis Mianwali von Oktober 2002 bis Oktober 2007 in der pakistanischen Nationalversammlung.

Kindheit und Ausbildung[Bearbeiten]

Khan ist der Sohn von Shaukat Khanum und Ikramullah Khan Niazi, einem Bauingenieur, aus Lahore. Er wuchs als einziger Sohn der Familie zusammen mit vier Schwestern auf. Die in der Provinz Punjab beheimatete Familie entstammt dem paschtunischen Stamm Niazi, Unterstamm Sherman Khel, aus Mianwali. Er selbst bezeichnet seine Identität ebenfalls als paschtunisch, obwohl er mit diesem Volk nur entfernt verwandt ist,[1] und bespricht diese Zugehörigkeit ausführlich in seinem Buch Warrior Race: A Journey Through the Land of the Tribal Pathans. Unter seinen Vorfahren mütterlicherseits befinden sich eine Vielzahl von Cricketspielern, unter anderem Javed Burki und Majid Khan, die beide Kapitän der pakistanischen Nationalmannschaft waren.[1]

Khan begann seine schulische Ausbildung am Aitchison College und an der Cathedral School in Lahore. Nach der Mittelschule verließ er Pakistan und besuchte die Royal Grammar School in Worcester, wo er sich in Cricket auszeichnete. 1972 studierte er dann Politik und Wirtschaft am Keble College in Oxford und war 1974 Kapitän des Cricketteams von Oxford.[2]

Cricket-Karriere[Bearbeiten]

Imran Khan
Spieler-Informationen
Name Imran Khan Niazi
Geboren 25. November 1952 (61 Jahre alt)
Lahore, Pakistan
Batting-Stil Rechtshänder
Bowling-Stil Rechtshändiger Fast-Bowler
Spielerrolle Allrounder
Internationale Spiele
Nationalmannschaft Pakistan Pakistan
Test-Debüt (cap 65) 3. Juni 1971 v England England
Letzter Test 7. Jänner 1992 v Sri LankaSri Lanka Sri Lanka
ODI-Debüt (cap 12) 31. August 1974 v England England
Letztes ODI 25. März 1992 v England England
Nationale Mannschaften
Jahre Mannschaft
1969-1971 Lahore
1971-1976 Worcestershire County Cricket Club
1973-1975 Oxford University Cricket Club
1975-1981 Pakistan International Airlines
1977-1988 Sussex County Cricket Club
1984-1985 New South Wales Blues
Karriere-Statistiken
Spielform Test ODI FC LA
Spiele 88 175 382 425
Runs (Gesamt) 3,807 3,709 17,771 10,100
Batting Average 37.69 33.41 36.79 33.22
100s/50s 6/18 1/19 30/93 5/66
Highscore 136 102* 170 114*
Bälle 19,458 7,461 65,224 19,122
Wickets 362 182 1,287 507
Bowling Average 22.81 26.61 22.32 22.31
5 Wickets in Innings 23 1 70 6
10 Wickets im Spiel 6 - 13 -
Beste Bowlingleistung 8/58 6/14 8/34 6/14
Catches/Stumpings 28/– 36/– 117/– 84/–
Quelle: ESPNCricinfo, 24 December 2011

Das Debüt des sechzehnjährigen Khan im First-Class-Cricket in Lahore war eher unauffällig. Zu Beginn der 1970er spielte er für die Mannschaften seiner Heimatstadt: Lahore A (1969/70), Lahore B (1969/70), Lahore Greens (1970/71) und schließlich Lahore (1970/71).[3] Khan war in den Saisons 1973 bis 1975 Spieler des Cricket-Teams von Oxford, 1974 war er Kapitän der Universitäts-Elf. In Worcestershire, wo er von 1971 bis 1976 County Cricket spielte, wurde er nur als durchschnittlicher Medium Pace Bowler eingeschätzt. In dieser Dekade spielte Khan auch für weitere Cricket-Teams, darunter Dawood Industries (1975/76) und Pakistan International Airlines (von 1975/76 bis 1980/81). 1983 ging er nach Sussex und spielte dort bis 1988.[4]

1971 hatte Khan sein Debüt im Test Cricket gegen England in Birmingham. Drei Jahre später debütierte er in einem One-Day International um die 1975 Cricket World Cup, ebenfalls gegen England in Nottingham. Nach seinem Abschluss in Oxford und dem Ablauf seiner Anstellung in Worcestershire kehrte er 1976 nach Pakistan zurück und sicherte sich seit der Saison 1976/77 mit den Spielen gegen Neuseeland und Australien einen permanenten Platz in seiner Nationalmannschaft.[3]

Khans Bowling-Statistik im Test Cricket für Verlauf seiner gesamten Cricket-Karriere von 1971 bis 1992.

Nach den Spielen in Australien besuchte er die West Indies Cricket-Mannschaft, wo er Tony Greig traf, der ihn für Kerry Packers World Series Cricket unter Vertrag nahm.[4] Unter der Obhut von John Snow und Mike Procter änderte er seinen Bowling-Stil vom speerwurfartigen Bewegungsablauf der frühen 1970er zu einer seitwärts gerichteten Haltung, bei der Brust und Hüfte zum Zeitpunkt des Ballwurfes einen Winkel von 90 Grad zum Batsman bilden. Sein Ruf als einer der Bowler mit dem härtesten Wurf der Welt entstand, als er 1978 mit 139,7 km/h den dritten Platz eines Fast-Bowling-Wettbewerbs in Perth hinter Jeff Thomson und Michael Holding, aber noch vor Dennis Lillee, Garth Le Roux und Andy Roberts belegte.[5]

Khan erreichte das All-rounders triple (3.000 Runs und 300 Wickets) in 75 Tests, das ist die zweitbeste Anzahl nach Ian Botham, der dafür 72 Tests benötigte. Er hält weiterhin die zweitbeste Batting Average von 61,86[6] als Batsman auf der Position 6 der Schlagreihenfolge in Test Matches. Im Januar 1992 spielte er gegen Sri Lanka in Faisalabad sein letztes Test Match für Pakistan. Sein letztes One-Day International war das historische Finale des Cricket World Cup gegen England in Melbourne, das als Krönung von Khans Karriere angesehen werden kann.[3]

Khan beendete seine Karriere mit 88 Test Matches, 126 Innings und 3807 erreichten Runs (entsprechend einer Batting Average von 37,69), darunter sechs Centuries und 18 Half-centuries. Sein Highest Score ist 136 Runs. Als Bowler in Test Matches hat er 362 Wickets erzielt und ist damit der erste Pakistaner und der vierte Bowler überhaupt, der diese Anzahl erreichte.[4] In ODIs ist sein Best Bowling 6 Wickets für 14 Runs. Khan zog sich im September 1992, also sechs Monate nach dem World-Cup-Finale 1992, dauerhaft aus dem Cricket zurück.[7]

Die Zeit als Kapitän der pakistanischen Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere im Jahre 1982 löste der dreißigjährige Khan Javed Miandad als Kapitän der pakistanischen Cricket-Nationalmannschaft ab. In dem zweiten Spiel der pakistanischen Mannschaft mit dem Kapitän Khan führte er sie zu ihrem ersten Sieg seit 28 Jahren auf englischem Boden, im Lord’s.[8]

Khans erstes Jahr als Kapitän war der Grundstein für seinen Ruf als Fast Bowler und als All-rounder. Er erreichte 1981/82 das beste Best Bowling seiner Karriere in Test-Matches mit acht Wickets für 58 Runs gegen Sri Lanka in Lahore.[4] 1982 führte er mit 21 Wickets und einer Batting Average von 56 sowohl die Bowling- als auch die Batting-Statistik in einer Serie von drei Test-Matches gegen England an. Später in diesem Jahr zeigte er mit 40 Wickets und einer Bowling Average von 13,95 in sechs Test-Matches eine hoch anerkannte Leistung in einer Heim-Serie gegen die starke Indische Cricket-Nationalmannschaft. Am Ende dieser Serie 1982/83 hat Khan nach einem Jahr als Kapitän in 13 Test-Matches 88 Wickets erzielt.[3]

Die Test-Serie gegen Indien führte jedoch bei Khan zu einer Stressfraktur in seinem Schienbein, die ihn für mehr als zwei Jahre vom Cricket abhielt. Erst eine neuartige Behandlung, die von der pakistanischen Regierung finanziert wurde, führte zu seiner Genesung und so konnte er Ende 1984 ein erfolgreiches Comeback im internationalen Cricket in der letzten Hälfte der Saison 1984/85 feiern.[4]

1987 führte Khan seine pakistanische Mannschaft zu ihrem ersten Sieg in einer Test-Serie in Indien, auf den der erste pakistanische Sieg in England im selben Jahr folgte.[8] Während der 1980er erzielte seine Mannschaft außerdem drei achtbare Unentschieden gegen die West Indies. Indien und Pakistan richteten 1987 gemeinsam den Cricket World Cup aus, aber keine der beiden Mannschaften kam über das Halbfinale hinaus. Am Ende des World Cups zog sich Khan vom internationalen Cricket zurück. 1988 wurde er vom Präsidenten von Pakistan, General Mohammed Zia ul-Haq, gebeten, die Rolle des Kapitäns wieder zu übernehmen, und am 18. Januar 1988 gab er seine Entscheidung bekannt, wieder in die Mannschaft zurückzukehren.[4]

Kurz nach seiner Rückkehr als Kapitän führte er Pakistan durch eine siegreiche Tour in die West Indies, an die er sich als seinen stolzesten Augenblick im Cricket erinnert. Er erreichte 23 Wickets in 3 Test-Matches und wurde zum Spieler der Serie 1988 gegen die West Indies ernannt.[4] Später erinnert er sich: „Ich war 35 und nicht sehr fit, wir hatten eine recht schwache Mannschaft, und dann erzielte ich 11 Wickets im ersten Test. Das war das letzte Mal, dass ich wirklich gut gebowlt habe.“[1] Als Kapitän spielte Khan insgesamt 48 Test-Matches, davon wurden 14 von Pakistan gewonnen, 8 wurden verloren und die restlichen 26 gingen unentschieden aus. Er spielte weiterhin 139 ODIs mit 77 Siegen, 57 Niederlagen und einem Unentschieden.[4]

Gewinn des World Cups[Bearbeiten]

Der Melbourne Cricket Ground am Finaltag des Cricket World Cups 1992

Der Höhepunkt von Khans Karriere als Kapitän und Cricketspieler kam, als er Pakistans Nationalmannschaft 1992 zum Sieg des ICC Cricket World Cups in Australien und Neuseeland führte. Da seine Mannschaft nur über eine schwache Schlag-Aufstellung verfügte, pries Khan sich selbst als Batsman an, um der Aufstellung zusammen mit Javed Miandad eine Stabilität zu geben. Dementsprechend waren seine Beiträge als Bowler in diesem Spiel minimal. Im letzten Spiel, im Alter von 39 Jahren, erzielte Khan von allen pakistanischen Batsmen die höchste Anzahl an Runs und nahm das letzte Wicket zum Sieg selbst.[3] So konnte die pakistanische Cricket-Nationalmannschaft im Melbourne Cricket Ground das Finale gegen England mit 22 Runs für sich entscheiden.

Kontroversen[Bearbeiten]

Der Batsman Allan Lamb sowie der ehemalige englische Kapitän und legendäre All-rounder Ian Botham behaupteten, dass Khan sie im indischen Magazin India Today als „rassistisch, ungebildet und ohne Klasse“ bezeichnet hätte. Khan setzte sich zur Wehr und entgegnete, dass er falsch zitiert worden wäre. Er habe sich nur verteidigt, nachdem er einmal zugegeben hatte, in einem Country Match 18 Jahre zuvor einen Ball manipuliert zu haben.[9]

1994 hat Khan zugegeben, dass er während Test Matches „gelegentlich die Seite des Balls aufgeraut und die Naht angehoben“ hätte. Er fügte hinzu: „Nur einmal habe ich ein Objekt verwendet. Als ich 1981 mit Sussex gegen Hampshire spielte, ließ sich der Ball überhaupt nicht anschneiden. Ich ließ mir vom 12. Mann einen Kronkorken bringen und anschließend flatterte der Ball sehr viel“.[10] Khan gewann den Prozess, den der Richter als „Übung in Sinnlosigkeit“ bezeichnete, mit einer Mehrheitsentscheidung der Jury von 10:2.[9]

Wohltätigkeitsarbeit[Bearbeiten]

Die ersten vier Jahre nach seinem Rückzug aus dem Cricket 1992 hat sich Khan fast ausschließlich sozialer Arbeit gewidmet. Bereits 1991 gründete er den Shaukat Khanum Memorial Trust, eine Stiftung, die den Namen seiner Mutter Shaukat Khanum trägt. Als erstes Projekt seiner Stiftung baute Khan Pakistans erste und einzige Krebsklinik. Die dafür notwendigen 25 Millionen US-Dollar wurden von Khan als Spenden und Geldmittel weltweit gesammelt.[11] Im Gedenken an seine Mutter, die an Krebs starb, öffnete das Shaukat Khanum Memorial Cancer Hospital & Research Centre am 29. Dezember 1994 in Lahore als karitative Krebsklinik, in der 75 Prozent der Behandlungen kostenlos durchgeführt werden.[1] Khan versucht als Vorsitzender der Klinik, mithilfe von Prominenten wie Sushmita Sen[12], Elizabeth Hurley[13] und vielen Mitgliedern der indischen Cricket-Mannschaft[14] Spenden für den Betrieb der Klinik einzuwerben. Während der 1990er war Khan UNICEF-Sonderbotschafter für die Unterstützung von Gesundheits- und Impfprogrammen in Bangladesch, Pakistan, Sri Lanka und Thailand.[15]

Zurzeit arbeitet Khan an zwei weiteren sozialen Projekten. Er baut eine weitere Krebsklinik in Karatschi, wobei seine erfolgreiche Klinik in Lahore als Vorbild dient. Weiterhin unterstützt er den Aufbau des Namal College, einer Technischen Hochschule im Mianwali District, die in Zusammenarbeit mit der Universität Bradford aus dem UK entsteht. Das Namal College wurde vom Mianwali Development Trust, dessen Gründer Khan ist, finanziert und wurde 2005 mit der Unterzeichnung der Vereinbarung für die Zusammenarbeit durch Imran Khan und den Vize-Kanzler der Universität, Professor Chris Taylor, zur Partnerhochschule der Universität Bradford.[16]

Wenn er in London ist, arbeitet Khan auch für die Lord’s Taverners, einer Wohltätigkeitsorganisation für die Förderung des Crickets unter jungen Menschen.[11]

Politische Karriere[Bearbeiten]

Imran Khan auf der Konferenz “Rule of Law: The Case of Pakistan” der Heinrich-Böll-Stiftung am 26. November 2009 in Moabit, Berlin.

Wenige Jahre nach dem Ende seiner Karriere als Cricketspieler trat Khan in die aktive Politik ein, wobei er zugab, dass er nie an einer Wahl teilgenommen habe, bevor er sich selbst um ein Amt beworben habe.[17] Seine politische Agenda war durch Generalleutnant Hamid Gul, dem für seine Unterstützung beim Aufstieg der Taliban in Afghanistan und seinen anti-amerikanischen Standpunkt bekannten ehemaligen Leiter der Inter-Services Intelligence, beeinflusst.[18] Khan gründete im April 1996 seine eigene politische Partei Pakistan Tehreek-e-Insaf (PTI), die mit dem Slogan und der Vision von „Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Selbstachtung“ antrat.[1]

Bei der Wahl 1997 konnten weder Khan noch andere Kandidaten der PTI ein Mandat erringen. Die pakistanische Presse berichtete, dass Khans Wahlkampf von seinem damaligen Schwiegervater Sir James Goldsmith mit 5 Millionen Pfund Sterling finanziert wurde.[19][20] Khan dementierte dies jedoch. Bei der folgenden Parlamentswahl im Oktober 2002 entfielen auf die PTI 0,8 Prozent der Wählerstimmen und somit einer von 272 bei dieser Wahl zu vergebenen Sitze. Der einzige gewählte Abgeordnete der PTI war Khan selbst, der für den Wahlkreis Mianwali in die Nationalversammlung einzog. Als Abgeordneter war Khan in zwei Ausschüssen der Nationalversammlung vertreten: Im ständigen Ausschuss für Kaschmir und im ständigen Ausschuss für die öffentliche Rechnungslegung. Seine Interessengebiete bei der Gesetzgebung waren Außenpolitik, Bildungspolitik und Justiz.[21]

Im Juni 2007 reichten der Minister für parlamentarische Angelegenheiten Sher Afghan Khan Niazi und die Partei Muttahida Qaumi Movement (MQM) unabhängig voneinander Untauglichkeitsanträge gegen Khan ein, in denen Sie aufgrund von moralischen Verfehlungen seinen Ausschluss aus der Nationalversammlung beantragen.[22] Beide Anträge, die sich auf die Artikel 62 und 63 der pakistanischen Verfassung stützen, wurden am 5. September abgelehnt.[23]

Am 2. Oktober 2007 trat Khan aus Protest gegen die für den 6. Oktober geplante Präsidentschaftswahl gemeinsam mit 85 weiteren Abgeordneten von seinem Sitz im Parlament zurück. Der Präsident von Pakistan wird von den Mitgliedern der Nationalversammlung gewählt, und einige Mitglieder dieser Kammer des Parlaments, wie auch Khan, gingen davon aus, dass General Pervez Musharrafs Bemühungen um eine Wiederwahl gegen die Verfassung verstießen, solange Musharraf den Posten des Armeechefs behält.[24] Khan und die PTI boykottierten zusammen mit anderen Parteien die Wahlen am 18. Februar 2008, weil sie die Wahlen nicht für verfassungsgemäß hielten. Von Nawaz Sharif wurden der PTI fünf Sitze in der Nationalversammlung angeboten, Khan lehnte dieses Angebot jedoch ab und unterstützte vielmehr die Wiedereinsetzung der kürzlich abgesetzten Verfassungsrichter.

Ideologie[Bearbeiten]

Khans politische Plattform und seine Aussagen basieren auf

Khan schreibt seine Entscheidung, in die Politik einzutreten, einer spirituellen Erweckung zu, die bereits in den letzten Jahren seiner Cricket-Karriere durch seine Unterredungen mit einem Mystiker des Sufismus begann. „Ich trank und rauchte nie, aber ich war oft genug auf Partys. In meiner spirituellen Entwicklung gab es keinen Fortschritt.“ erklärte er der amerikanischen Washington Post. Als Mitglied der Nationalversammlung stimmte er bisweilen mit dem Block der religiösen Hardliner wie der Partei Muttahida Majlis-e-Amal. 2002 unterstützte Khan den Parteivorsitzenden der Muttahida Majlis-e-Amal, Maulana Fazal-ur-Rehman, gegen Musharrafs Kandidaten für das Amt des Premierministers. Rehman ist ein Kleriker, der die Taliban unterstützt und zum heiligen Krieg gegen die Vereinigten Staaten aufgerufen hat.[25]

Khan erklärte 2007 dem britischen Daily Telegraph: „Ich möchte, dass Pakistan ein Wohlfahrtsstaat und eine wirkliche Demokratie mit Rechtsstaatlichkeit und einer unabhängigen Justiz ist.“[7] Andere von ihm veröffentlichte Ideen sind die Anforderung an Studenten, nach ihrem Abschluss ein Jahr als Lehrer aufs Land zu gehen, und der Abbau von personell überbesetzter Bürokratie, wobei die frei werdenden Bediensteten ebenfalls als Lehrer arbeiten sollen.[19] „Wir brauchen Dezentralisierung und mehr Entscheidungsbefugnis an der Basis.“[26] sagte Khan 1998 der BBC. Im Juni 2007 missbilligte er öffentlich den Ritterschlag des in Indien geborenen Autors Salman Rushdie. Er sagte: „Die westliche Zivilisation hätte auf die Verletzungen, die der Schriftsteller mit seinem kontroversen Buch Die satanischen Verse der muslimischen Gemeinschaft zugefügt hat, achten sollen.“[27]

Kritik[Bearbeiten]

Khan wird in der Führungsschicht und unter den politischen Kommentatoren als politisches Leichtgewicht abgetan.[28] Seine Kritiker behaupten, die zahlreichen Besucher seiner Veranstaltungen würden nur von seiner Bekanntheit als Cricketspieler angezogen und in der Öffentlichkeit würde er eher als Unterhalter denn als ernsthafte politische Persönlichkeit wahrgenommen.[19] Der fehlende Erfolg bei den Zielen, einen breiten politischen Einfluss zu erreichen und eine nationale Bewegung aufzubauen, wird von Kommentatoren und Beobachtern seiner Naivität und seinem Mangel an politischer Reife zugeschrieben.[25]

Immer wieder wird gegen Khan der Vorwurf der Scheinheiligkeit und des Opportunismus erhoben, besonders angesichts seiner lautstarken Kritik an Präsident Musharraf, nachdem er diesen noch bei dessen militärischem Putsch 1999 unterstützt hatte. In einer Kolumne mit dem Titel "Will the Real Imran Please Stand Up" zitiert der pakistanische Kolumnist Amir Zia einen Parteifunktionär der PTI aus Karatschi: „Selbst wir finden es schwierig, den wahren Imran zu erkennen. Wenn er in Pakistan ist, trägt er den Salwar Kamiz und predigt Desi und religiöse Werte, aber er ändert sich vollständig, wenn er mit der Elite in Großbritannien oder anderswo im Westen verkehrt.“[29]

Opposition zu Musharraf und Bush[Bearbeiten]

Khan unterstützte 1999 General Pervez Musharrafs Militärputsch, aber einige Monate vor den Parlamentswahlen 2002 verurteilte Musharrafs Präsidentschaft. Viele politische Kommentatoren und seine Gegner bezeichneten diesen Meinungswechsel als opportunistisch. „Ich bedaure meine Unterstützung für das Referendum. Mir wurde zu verstehen gegeben, dass der General nach seiner Machtübernahme mit der Reinigung der korrupten Teile im System beginnen würde. Das war jedoch überhaupt nicht der Fall.“ erklärte Khan später.[19] Während des Wahlkampfes 2002 wandte er sich gegen Pakistans logistische Unterstützung der Streitkräfte der Vereinigten Staaten bei ihrem Krieg in Afghanistan. Auf einer Wahlkampfveranstaltung in Kamar Mushani sagte er der Menge, dass ihr Land ein „Diener Amerikas“[19] geworden sei. Bei der späteren Wahl des Premierministers stimmte er im Parlament für einen die Taliban unterstützenden Islamisten und gegen Musharrafs Kandidaten.[18]

Am 6. Mai 2005 war Khan einer der ersten muslimischen Führer, der nach einem 300 Worte langen Artikel im Nachrichtenmagazin Newsweek vom 30. April die angebliche Schändung des Qur'an im Gefangenenlager der Guantanamo Bay Naval Base kritisierte. Khan verurteilte auf einer Pressekonferenz die Schändung und forderte, General Musharraf solle eine Entschuldigung des amerikanischen Präsidenten George W. Bush für diesen Vorfall bewirken.[18] Khan war ein lautstarker Kritiker der Allianz zwischen Pakistan und den Vereinigten Staaten, insbesondere beim Krieg gegen den Terror. 2006 rief er: „Musharraf sitzt da, und er leckt George Bushs Schuhe!“ Auch andere Staatsführer aus der muslimischen Welt wurden von ihm für ihre Unterstützung der Regierung Bush kritisiert: „Sie sind Marionetten, die über die muslimische Welt herrschen. Wir wollen ein souveränes Pakistan. Wir wollen keinen Präsidenten, der George Bushs Pudel ist.“[30] Während des Besuchs George Bushs in Pakistan im März 2006 wurde Khan unter Hausarrest gestellt, nachdem er gedroht hatte, einen Protest gegen die implizite Unterstützung einer Diktatur in Pakistan durch den amerikanischen Präsidenten zu organisieren. Khan wurde in einem Restaurant in Islamabad aufgegriffen und in seinem Haus eingesperrt.[1]

Inhaftierung[Bearbeiten]

Am 3. November 2007 wurde Khan kurz nach der Ausrufung des Ausnahmezustandes in Pakistan von der Regierung Musharraf unter Hausarrest gestellt. Nach der Auferlegung des Hausarrests verlangte Khan die Todesstrafe für Musharraf, den er des Hochverrats bezichtigte. Am folgenden Tag, dem 4. November, gelang es ihm, aus dem Haus seines Vaters in Lahore zu entkommen und sich in den Untergrund abzusetzen.[31] Schließlich tauchte er am 14. November wieder auf, um Studentenproteste an der University of the Punjab in Gang zu bringen.[28] Auf der Kundgebung wurde Khan von Studenten der Jamaat-e-Islami gefangengenommen, in dem nahegelegenen Zentrum für Hochenergiephysik für etwa eine Stunde festgehalten und dann am Tor der Universität der Polizei übergeben. Während er anschließend in Polizeigewahrsam war, wurde gegen ihn aufgrund eines Anti-Terror-Gesetzes Anklage erhoben, da er angeblich Menschen aufgestachelt habe, die Waffen zu erheben, zu zivilem Ungehorsam aufgerufen und Hass gesät habe.[32]

Privates[Bearbeiten]

Er war mit Jemima Khan verheiratet und hat mit ihr zwei Söhne, Sulaiman und Qasim. Davor hatte er eine mehrjährige (vor der Öffentlichkeit geheim gehaltene) Beziehung mit Kristiane Backer.[33]

Werke[Bearbeiten]

  • Imran Khan, Patrick Murphy: Imran: The Autobiography of Imran Khan. Pelham Books, London, 1983, ISBN 0-7207-1489-3.
  • Imran Khan, Fotografien von Mike Goldwater: Indus Journey: A Personal View of Pakistan. Chatto & Windus, London, 1990, ISBN 0-7011-3527-1.
  • Imran Khan: All Round View. Mandarin, 1992, ISBN 0-7493-1499-0.
  • Imran Khan, Fotografien von Pervez A. Khan: Warrior Race: A Journey Through the Land of the Tribal Pathans. Chatto & Windus, London, 1993, ISBN 978-0-7011-3890-5.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Imran Khan (politician) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c d e f The path of Khan, The Observer. 2. Juli 2006. Abgerufen am 5. November 2007. 
  2. The Oxford Student: The Interview: Anything he Khan't do? 1999. abgerufen am 5. November 2007.
  3. a b c d e CricketArchive: Imran Khan, abgerufen am 5. November 2007.
  4. a b c d e f g h Overseas Pakistanis Foundation: Imran Khan. abgerufen am 5. November 2007.
  5. Compare Infobase: Cricketing legends: Jeffrey Thomsan. abgerufen am 5. November 2007
  6. Cricinfo: Best averages by batting position. abgerufen am 5. November 2007
  7. a b c Nigel Farndale: Imran Khan is ready to become political force. The Sunday Telegraph, 14. August 2007. Abgerufen am 5. November 2007.
  8. a b BBC: Imran: Wrong time to tour. abgerufen am 5. November 2007
  9. a b BBC: Botham, Lamb end legal battle. Abgerufen am 5. November 2007.
  10. BBC: Cricket's sharp practice Abgerufen am 5. November 2007.
  11. a b The Sunday times: What I do now fulfils me like never before. Aufgerufen am 5. November 2007.
  12. shaukatkhanum.org.pk: Sushmita Sen Stars in Fundraising Telethon & Dinner. Abgerufen am 5. November 2007.
  13. shaukatkhanum.org.pk: Elizabeth Hurley visits SKMCH&RC. Abgerufen am 5. November 2007.
  14. shaukatkhanum.org.pk: Indian Cricket Team Spends Eid with Cancer Patients. Abgerufen am 5. November 2007.
  15. unicef.org: UNICEF and the stars. Abgerufen am 5. November 2007.
  16. Universität Bradford: University delegation goes east to establish new College. Abgerufen am 5. November 2007.
  17. Surekha Vijh: Cricket star sets sights on Pakistan's presidency. The Washington Times, 27. Dezember 1996.
  18. a b c James Forsyth: Khan Artist. The Weekly Standard, 31. Mai 2005. Abgerufen am 5. November 2007
  19. a b c d e Guardian Unlimited: Imran Khan Standing for Election Again. 26. September 2002. Abgerufen am 5. November 2007.
  20. The Asian Age: The troubles of Imran Khan. 5. Januar 1997. Abgerufen am 5. November 2007.
  21. Pakistan Elections: Candidate details: Imran Khan. Abgerufen am 5. November 2007.
  22. PakTribune: Imran Khan files reference against MQM, Niazi. 21. Juni 2007. Abgerufen am 13. August 2008.
  23. Associated Press of Pakistan: EC rejects references against Imran Khan. 5. September 2007. Abgerufen am 5. November 2007.
  24. BBC: Pakistan MPs in election boycott. 2. Oktober 2007. Abgerufen am 5. November 2007
  25. a b c John Lancaster: A Pakistani Cricket Star's Political Move, Washington Post. 4. Juli 2005. Abgerufen am 5. November 2007. 
  26. BBC Online Network: Imran Khan's new game. 9. Juli 1998. Abgerufen am 5. November 2007.
  27. John Lancaster: Imran has problems with fatwa-hit Rushdie's knighthood. himtimes.com. 17. Juni 2007. Abgerufen am 5. November 2007.
  28. a b Jeremy Page: Imran Khan comes out of hiding to lead students in street protests, The Times. 14. November 2007. Abgerufen am 15. November 2007. 
  29. Amir Zia: Will the Real Imran Please Stand Up, Newsline. Dezember 2002. Abgerufen am 5. November 2007. 
  30. Pakistan - Imran Khan. ABC. 23. Mai 2006. Abgerufen am 5. November 2007.
  31. Imran Khan escapes from house arrest, The Times of India. 5. November 2007. 
  32. Jeremy Page: Imran Khan faces terror charges after arrest in Pakistan, Times Online. 14. November 2007. Abgerufen am 15. November 2007. 
  33. Miriam Hollstein: Wie MTV-Diva Kristiane Backer nach Mekka kam, Welt Online. 3. Juni 2009. Abgerufen am 23. April 2012.