Kaluga

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Stadt in Russland; zu weiteren Bedeutungen siehe Kaluga (Begriffsklärung).
Stadt
Kaluga
Калуга
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Zentralrussland
Oblast Kaluga
Stadtkreis Kaluga
Innere Gliederung 3 Stadtkreise
Bürgermeister Nikolai Poleschajew
Erste Erwähnung 1371
Stadt seit 1371
Fläche 125,5 km²
Bevölkerung 324.698 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 2587 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 190 m
Zeitzone UTC+4
Telefonvorwahl (+7) 4842
Postleitzahl 2480xx
Kfz-Kennzeichen 40
OKATO 29 401
Website www.kaluga-gov.ru
Geographische Lage
Koordinaten 54° 32′ N, 36° 16′ O54.53333333333336.266666666667190Koordinaten: 54° 32′ 0″ N, 36° 16′ 0″ O
Kaluga (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Kaluga (Oblast Kaluga)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaluga
Liste der Städte in Russland

Kaluga (russisch Калу́га) ist eine russische Stadt an der Oka, rund 190 km südwestlich von Moskau. Sie hat 324.698 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010).[1]

Kaluga
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
39
 
-7
-14
 
 
33
 
-5
-13
 
 
35
 
0
-7
 
 
39
 
10
1
 
 
43
 
19
7
 
 
77
 
22
10
 
 
80
 
23
12
 
 
71
 
22
11
 
 
55
 
16
6
 
 
50
 
9
2
 
 
53
 
1
-5
 
 
55
 
-4
-10
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: Roshydromet
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Kaluga
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) −6,6 −5,0 0,4 10,3 18,7 21,5 23,0 21,9 15,7 9,0 0,7 −3,7 Ø 8,9
Min. Temperatur (°C) −13,5 −12,9 −7,4 1,0 6,7 10,1 12,0 10,7 6,1 1,8 −4,5 −9,5 Ø 0,1
Niederschlag (mm) 39 33 35 39 43 77 80 71 55 50 53 55 Σ 630
Regentage (d) 9 8 8 8 8 9 10 9 8 9 12 12 Σ 110
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
−6,6
−13,5
−5,0
−12,9
0,4
−7,4
10,3
1,0
18,7
6,7
21,5
10,1
23,0
12,0
21,9
10,7
15,7
6,1
9,0
1,8
0,7
−4,5
−3,7
−9,5
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
39
33
35
39
43
77
80
71
55
50
53
55
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Roshydromet

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Stadtkreis
(gorodskoi okrug)
Russischer Name Einwohner
(14. Oktober 2010)[1]
Bemerkung
Leninski Ленинский 114.084 Name nach Lenin
Moskowski Московский 100.923 Name bedeutet Moskauer Rajon
Oktjabrski Октябрьский 109.691 Name von Oktjabr (Oktober, bezogen auf die Oktoberrevolution)

Anmerkung: Volkszählungsdaten[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Kaluga wurde 1371 als Festung das erste Mal urkundlich erwähnt, die Stadt entstand als Grenzfestung im Südwesten des Moskauer Reiches. Nach 1500 bildete es kurzzeitig ein eigenes unabhängiges Fürstentum. 1606/07 war Kaluga Zentrum des Bauernaufstandes unter Iwan Bolotnikow. Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert entwickelte sich Kaluga zu einer Handelsstadt, da sie auf der Route zwischen Moskau und der Ukraine lag. 1718 ließ Peter I. hier eine Segel- und 1720 eine Papiermanufaktur errichten. Während des Vaterländischen Krieges machte sich Kaluga einen Namen, als die in der Stadt stationierten Truppen Kutusows ein Ausweichen der napoleonischen Truppen nach Süden verhinderten. Mit der Gründung eines Physik-Institutes 1892 wurde der Grundstein für die Forschungstätigkeit in Kaluga gelegt, sein Gründer Konstantin Ziolkowski gilt als Vater der russischen Raumfahrt, sein ehemaliges Wohnhaus ist heute ein bedeutendes russisches Raumfahrtmuseum. Dadurch gilt Kaluga als „Wiege der Kosmonautik“.

Im Zuge des Zweiten Weltkriegs wurde Kaluga im Oktober 1941 kurzfristig von der Wehrmacht besetzt, jedoch schon im Dezember 1941 von der Roten Armee zurückerobert. In der Folgezeit bestand in der Stadt das Kriegsgefangenenlager 107 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1897 49.513
1939 89.396
1959 134.235
1970 210.906
1979 265.013
1989 311.399
2002 334.751
2010 324.698

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft[Bearbeiten]

Heute ist Kaluga der Verwaltungssitz der Oblast Kaluga und eine bedeutende Forschungs- und Industriestadt.

Teile dieses Abschnitts scheinen seit 2008 nicht mehr aktuell zu sein. Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/2008

Am 28. November 2007 eröffnete VW Russland in Kaluga ihr 370 Mio. Euro teures Werk, um die hohen Importzölle von damals 25 % durch Produktion vor Ort zu sparen. Die weiteren Pläne sehen vor, in der nun abgeschlossenen ersten Ausbaustufe des Werkes im ersten Halbjahr 2008 rund 66.000 Fahrzeuge der Marken Volkswagen und Škoda zu montieren. In der zweiten Ausbaustufe ab Herbst 2008 wird dann das Werk mit eigenem Karosseriebau, Lackiererei und Endmontage bei einer Kapazität von bis zu 180.000 Fahrzeugen die Produktion aufnehmen. Für diesen Zweck wurden von VW bereits in den Ruhestand ausgetretene Mitarbeiter wiedergewonnen.[3]

Auch Volvo und Renault haben sich mit einer LKW-Fabrik in Kaluga angesiedelt. 2010 eröffnete PSA Peugeot Citroën gemeinsam mit Mitsubishi einen Produktionsstandort in Kaluga.

Anfang Juni 2014 eröffnete der Automobilzulieferer Continental AG eine neue Fertigungsstätte für Motorsteuergeräte und Kraftstoff-Fördereinheiten in unmittelbarer Nähe der Montagewerke von Volkswagen, Volvo und PSA im Industriepark „Kaluga Süd“.[4]

Arbeitgeber im Energiemaschinenbau ist das „Kalugaer Turbinenwerk“ in der Moskauer Straße mit einer eigenen Stahlformgießerei.

Weiterführende Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Kalugaer Campus der Staatlichen Technischen Universität Moskau
  • Abteilung der Nordöstlichen Akademie für Staatsdienst Kaluga
  • Filiale der Internationalen Slawischen G.-R.-Derschawin-Universität
  • Filiale der Landwirtschaftlichen Akademie Moskau
  • Filiale der Staatlichen Technischen Universität Moskau
  • Filiale des A.-S.-Gribojedow-Instituts für internationales Recht und Ökonomie
  • Filiale des Allrussischen Ferninstituts für Finanzen und Ökonomie
  • Filiale des Geisteswissenschaftlich-Ökonomischen Instituts Moskau
  • Staatliche K.-E.-Ziolkowski-Universität Kaluga

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Kaluga unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Konstantin E. Ziolkowski

Literatur[Bearbeiten]

  • Kalugaer Boden. The Kaluga's Land. Semlja Kaluschskaja. Bild-Text-Band. Dreisprachig: Russisch, englisch, deutsch. Moskau 1977[5]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kaluga – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962-1977.
  3. Nürtinger Zeitung 5. Juli 2008: Ich bin dann mal – in Russland
  4. OCW - Verlag für Außenwirtschaft 11. Juni 2014: Neues Werk: Continental baut in Kaluga aus
  5. Ohne ISBN, Großformat, 143 Seiten