Kenya Airways

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Kenya Airways
Logo der Kenya Airways
Boeing 777 der Kenya Airways
IATA-Code: KQ
ICAO-Code: KQA
Rufzeichen: KENYA
Gründung: 1977
Sitz: Nairobi, KeniaKenia Kenia
Heimatflughafen: Flughafen Jomo Kenyatta International
Unternehmensform: Aktiengesellschaft
Leitung: Titus Naikuni (CEO)
Mitarbeiterzahl: 4834 (2011/12)[1]
Umsatz: 107,9 Milliarden Kenia-Schilling (2011/12)
(ca. 0,9 Milliarden Euro)
Fluggastaufkommen: 3,64 Millionen (2011/12)
Frachtaufkommen: 62.504 Tonnen (2011/12)
Allianz: SkyTeam[2]
Vielfliegerprogramm: Flying Blue
Flottenstärke: 46 (+ 13 Bestellungen)
Ziele: National und international

Kenya Airways ist eine kenianische Fluggesellschaft mit Sitz in Nairobi und Luftfahrt-Drehkreuz auf dem dortigen Flughafen Jomo Kenyatta International sowie Mitglied der Luftfahrtallianz SkyTeam.

Geschichte[Bearbeiten]

Eine Boeing 767-300ER der Kenya Airways in alter Lackierung vor 2005

Die Fluggesellschaft wurde im Februar 1977 gegründet, nachdem die Ostafrikanische Gemeinschaft zusammenbrach, was den Untergang der alten East African Airways bedeutete.[3] Der Liniendienst wurde am 4. Februar 1977 aufgenommen und die Fluggesellschaft war bis April 1996 komplett im Besitz der kenianischen Regierung. 1986 wurde das Sessional Paper Number 1 von der kenianischen Regierung veröffentlicht, in dem betont wurde, dass die Fluggesellschaft in der Hand privater Investoren besser aufgehoben wäre. Dies resultierte im ersten Versuch die Fluggesellschaft zu privatisieren. Die Regierung ernannte Philip Ndegwa zum Vorstandsvorsitzenden, mit dem Auftrag die Fluggesellschaft zu privatisieren.

Im Geschäftsjahr 1993/1994 erwirtschaftete die Fluggesellschaft erstmals seit dem Beginn der Kommerzialisierung einen Gewinn. 1994 wurde die International Finance Corporation damit beauftragt, der Fluggesellschaft beim Privatisierungsprozess behilflich zu sein. 1995 wurden massive finanzielle Änderungen vorgenommen, wie die Reduzierung von Schulden und ein Kooperationsabkommen mit KLM. 1996 ging die Fluggesellschaft in Nairobi an die Börse. Im April 2004 wurde die Marke Kenya Airways Cargo wiedereingeführt, im Juli 2004 wurde die regionale Tochtergesellschaft Flamingo Airlines in die Muttergesellschaft integriert.

Aufmerksamkeit erlangte die Fluggesellschaft vor allem durch ihre Bestellung und den Betrieb moderner Flugzeugtypen, wie beispielsweise der Boeing 737NG, Boeing 777, Boeing 787 oder Embraer E-Jets. Die Fluggesellschaft gewann nach eigenen Angaben insgesamt viermal den „African Airline of the Year Award“, verliehen vom African Aviation Magazine.[4]

Am 4. September 2007 wurde Kenya Airways assoziiertes Mitglied der Luftfahrtallianz SkyTeam,[5] im Juni 2010 Vollmitglied.[2]

Unternehmen[Bearbeiten]

Die Fluggesellschaft ist im Besitz von kenianischen Kleinanlegern (30,94 %), kenianischen Großinvestoren (14,2 %), KLM (26 %), der kenianischen Regierung (23 %) und anderen ausländischen Investoren (5,86 %).[6] Kenya Airways hält seit März 2003 49 % an der tansanischen Fluggesellschaft Precision Air und führt mit dieser auch Codesharing-Flüge durch.[7]

Im Geschäftsjahr 2011/12 (1. April 2011 – 31. März 2012) betrug der Umsatz 107,897 Milliarden Kenia-Schilling, das entspricht etwa 0,9 Milliarden Euro. Es wurden 4355 Mitarbeiter beschäftigt, 3.644.000 Passagiere befördert und 62.504 Tonnen Fracht transportiert. Die durchschnittliche Sitzauslastung betrug 71,7 %.[1]

Kenia als Land ist gemäss der Federal Aviation Administration als Kategorie zwei eingestuft, womit Fluggesellschaften aus Kenia inklusive der Kenya Airways nicht in die Vereinigten Staaten fliegen dürfen.[8]

Flugziele[Bearbeiten]

Kenya Airways bedient national Nairobi, Mombasa, Kisumu, Malindi und Lamu. In Afrika werden unter anderem Ziele wie Accra, Dakar, Dar es Salaam, Dschibuti, Kairo, Kinshasa, Khartum, Johannesburg, Luanda, Lubumbashi, Sansibar sowie Mayotte (Komoren) und Mahé (Seychellen) angeflogen. Asien steht mit Bangkok, Dubai, Guangzhou, Hongkong und Mumbai auf dem Flugplan. Europäische Ziele sind Amsterdam, Paris und London. (Stand: August 2009)

Flotte[Bearbeiten]

Mit Stand März 2014 besteht die Flotte der Kenya Airways aus 46 Flugzeugen[9] mit einem Durchschnittsalter von 7,8 Jahren[10]:

Flugzeugtyp aktiv bestellt[11][12][13] Anmerkungen
Boeing 737-300 04 erste Auslieferung am 27. März 1997; 2 werden zu Frachtflugzeugen umgebaut[14]
Boeing 737-300F 02 02 Frachtflugzeug
Boeing 737-700 04 erste Auslieferung am 11. Dezember 2002
Boeing 737-800 05 erste Auslieferung am 8. November 2006
Boeing 767-300ER 06
Boeing 777-200ER 04 erste Auslieferung am 21. Mai 2004
Boeing 777-300ER 01 01 erste Auslieferung im Oktober 2013
Boeing 787-8 01 08 erste Auslieferung am 08. April 2014[15]
Embraer 170 05 erste Auslieferung am 20. Juli 2007
Embraer 190 15 01 erste Auslieferung am 8. Februar 2011
Gesamt 46 13

Wegen der Lieferverzögerungen bei der Boeing 787-8 werden als Alternativen neue Boeing 767 oder Airbus A330 in Betracht gezogen.[16]

Zwischenfälle[Bearbeiten]

  • Kenya-Airways-Flug 431 - Am 30. Januar 2000[17] erlebte die Fluggesellschaft den ersten Totalverlust eines Flugzeuges in ihrer Geschichte. Ein Airbus A310 stürzte nach dem Start in Abidjan ab. 169 von 179 Menschen an Bord kamen ums Leben.
  • Kenya-Airways-Flug 507 - Am 5. Mai 2007 stürzte eine Boeing 737-800, die nur rund sechs Monate in Betrieb war, mit 114 Menschen an Bord auf dem Flug von Douala nach Nairobi ab. Die Maschine hätte nach dem Start nach Mitternacht um 6:15 Uhr in Kenias Hauptstadt landen sollen; kurz nach dem Start in Douala brach der Kontakt ab. Zum Zeitpunkt des Unfalls herrschten Gewitterbedingungen. Der Kapitän einer Maschine der Cameroon Airlines, die zur gleichen Zeit starten sollte, verschob seinen Start um eine Stunde. Nach knapp zwei Tagen wurde die abgestürzte Maschine von Fischern in einem sumpfigen Mangrovenwald am Rand der Küstenstadt Douala gefunden, ohne dass es Hinweise auf Überlebende gab. Der Unglücksort befand sich lediglich etwa fünf Kilometer von der Startbahn entfernt. Der Unfallbericht liegt vor und gibt dem Piloten die eindeutige Schuld an dem Unfall. (Desorientierung, mangelhafte Überwachung des Flugzustandes)[18]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b 2011-12 Full Year Investors Presentation. Kenya Airways, 31. März 2012, abgerufen am 26. September 2012 (PDF-Datei; 1,2 MB, englisch).
  2. a b airliners.de: SkyTeam ändert Mitgliedsregelungen 25. Juni 2010
  3. Kenya Airways – Corporate History (englisch) abgerufen am 15. März 2010
  4. Kenya Airways – Achievements & Awards (englisch) Mai 2008
  5. Kenya Airways – SkyTeam strengthens global network with addition of three Associate Airlines (englisch) 4. September 2007
  6. Kenya Airways – Shareholder Profile (englisch) Stand: Januar 2010
  7. History. Precision Air, abgerufen am 7. Mai 2013 (englisch).
  8. ch-aviation (englisch), abgerufen am 14. November 2013
  9. Kenya Airways. ch-aviation.ch, abgerufen am 23. März 2014 (englisch).
  10. Flottenalter der Kenya Airways. airfleets.net, abgerufen am 15. Februar 2014 (englisch).
  11. Customer Summary. Boeing, 31. Mai 2013, abgerufen am 16. Juni 2013 (englisch).
  12. Orderbook. Embraer, abgerufen am 17. Juli 2013 (englisch).
  13. kenya-airways.com - Kenya Airways to acquire 2 Boeing 777-300 ER Aircraft (englisch) 12. Oktober 2011
  14. kenya-airways.com - Kenya Airways to convert its Boeing 737-300 Passenger Jets into Freighters 26. Oktober 2012
  15. atwonline.com - Kenya signs up for GE engines on 787s (englisch) 2. April 2012
  16. Kenya Airways – 2009-2010 Full Year Investors presentation (PDF-Datei, englisch) 31. März 2010
  17. Daily Herald vom 31. Januar 2000: Kenyan jetliner carrying 179 people falls into sea (englisch), abgefragt am 29. Januar 2011
  18. ccaa.aero – RAPPORT KENYA (PDF-Datei, englisch; 20,5 MB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kenya Airways – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien