M.M.Warburg & CO

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  M.M.Warburg & CO KGaA
Logo von M.M.Warburg & CO
Staat Deutschland
Sitz Hamburg
Rechtsform Kommanditgesellschaft auf Aktien
Bankleitzahl 201 201 00[1]
BIC WBWC DEHH XXX[1]
Gründung 1798
Website mmwarburg.com
Geschäftsdaten 2012[2]
Bilanzsumme 4.181,7 Mio. Euro (Bank), 8.456,6 Mio. Euro (Bankengruppe)
Mitarbeiter 1199 (Bankengruppe)
Leitung

Unternehmensleitung

  • Christian Olearius (Sprecher, Partner, phG)
  • Max Warburg (Partner, phG)
  • Henneke Lütgerath (Partner)
  • Joachim Olearius (Partner)
  • Eckhard Fiene (Partner)
  • Peter Rentrop-Schmid (Partner)
Hauptsitz in Hamburg

Die M.M.Warburg & CO KGaA in Hamburg ist mit einer Bilanzsumme von 4.181,7 Millionen Euro einer der großen Privatbankiers Deutschlands.[3] Die Unternehmen der Warburg Gruppe sind mit 20 Standorten in 13 deutschen Städten sowie in der Schweiz (Zürich) und in Luxemburg vertreten.

Am Kapital der Bank sind ausschließlich Privatpersonen beteiligt und die Führung des Hauses liegt in den Händen der Mitinhaber. Die ältesten Kundenbeziehungen reichen bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts zurück.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Bankhaus wurde 1798 von den Brüdern Moses Marcus Warburg und Gerson Warburg gegründet.[4]

Das Hauptgeschäft in der Anfangszeit war der Handel mit Devisen und Wechseln. Weil sie Juden waren, mussten die Warburgs Deutschland in den 1930er-Jahren verlassen. Der loyale Generalbevollmächtigte Rudolf Brinckmann und der Geschäftsfreund Johann Jacob Paul Wirtz übernahmen 1938 von Max Warburg die Bank. Die stille Beteiligung, welche die Familie Warburg weiterhin an der Bank hielt, wurde bei Kriegsausbruch beschlagnahmt. Das Bankhaus musste in Brinckmann, Wirtz & Co. umfirmieren. 1946 kehrte Eric M. Warburg aus den Vereinigten Staaten zurück nach Deutschland. Die Familie Warburg erhielt ihr Eigentum an der Bank zurück. 1956 trat Eric Warburg wieder als Mitinhaber ein. Seit 1969 hieß die Bank M. M. Warburg-Brinckmann, Wirtz & Co.. 1991 nahm sie wieder ihren ursprünglichen Namen an.

Jüngste Vergangenheit[Bearbeiten]

Die Bank ist in den letzten Jahren durch die Akquisition deutscher Privatbanken – Marcard, Stein & Co in Hamburg, Bankhaus Carl F. Plump & Co. in Bremen, Bankhaus Hallbaum in Hannover und 2003 der Berliner Privatbank Löbbecke – gewachsen. Hinzu kommen die ausländischen Töchter M.M.Warburg Bank (Schweiz) AG, Warburg Alternative Investments AG und M.M.Warburg & CO Luxembourg S.A., sowie mehrere Kapitalanlagegesellschaften.[5]

Die 2007 erworbene Degussa Bank wurde 2011 in eine eigenständige Holding ausgegliedert. Im Jahr 2009 wurden Teile des Bankhauses Wölbern & Co. erworben. Dazu gehörten deren Vermögensverwaltung sowie das Einlagengeschäft der Bank.[6] Seit 2009 gehört die Schwäbische Bank AG mit Sitz in Stuttgart zur Warburg Bankengruppe.[7]

Kerngeschäft[Bearbeiten]

Die Kerngeschäftsfelder des Hauses sind heute Private Banking, Asset-Management und Investment Banking. Zielkunden der Bank sind vermögende Privatkunden, institutionelle Kapitalanleger und Firmenkunden. Marcard, Stein & Co betreut sehr vermögende Privatkunden über das Family Office. Das verwaltete Vermögen der Gruppe belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf 38,1 Milliarden Euro.

Im Ausland ist M.M.Warburg & CO an verschiedenen Standorten in Luxemburg und der Schweiz präsent. Die Kerngeschäftsfelder der Luxemburger Tochterbank sind die Administration fremdverwalteter Investmentfonds, die Betreuung institutioneller Kunden und freier Vermögensverwalter, das Privatkundengeschäft sowie das Asset Management. Die umfassende Betreuung vermögender Privatkunden bildet den Schwerpunkt der Tätigkeit in der Schweiz. Die Kapitalanlagegesellschaft Warburg Invest ist in Hamburg und Luxemburg ansässig.

Hauptsitz, Private Banking und Berliner Repräsentanz[Bearbeiten]

Seit 1867 befindet sich der Hauptsitz in der Ferdinandstraße 75 in Hamburg. Gestalter war der Hamburger Architekt Martin Haller. Zudem ist die Bank neben ihren Töchtern mit dem Private Banking in Köln, Frankfurt am Main und München aktiv. Seit Januar 2007 hat die Bank ihre neue Hauptstadtrepräsentanz im Behren-Palais in Berlin-Mitte. M.M.Warburg & CO hatte bereits 1926 ein „Berliner Kontor“ als Kontaktstelle zur Geschäftswelt und zum politischen Geschehen in der Hauptstadt eingerichtet. Das Gebäude an der Behrenstraße 36 ist Teil des Operncarrées und wurde in den Jahren 2003 bis 2006 denkmalgerecht rekonstruiert. Im einstigen Stammhaus der Dresdner Bank und späteren Domizil der Staatsbank der DDR befindet sich außerdem der Hauptsitz des Bankhauses Löbbecke.[8]

Warburg Verbund[Bearbeiten]

Zum Warburg Verbund gehören die bei der VIGOR Beteiligungsgesellschaft zusammengefassten Unternehmen sowie die Degussa Bank Beteiligungsgesellschaft mbH. Die VIGOR und die Degussa Bank Beteiligungsgesellschaft stehen der M.M.Warburg & CO Gruppe (GmbH & Co.) KGaA und deren Tochter- und Beteiligungsgesellschaften aufgrund ihrer Gesellschafterstruktur nahe, ohne mit diesen einen Konzern zu bilden. Sie sind somit nicht Teil der Gruppe. Im gesamten Verbund arbeiten rund 2.200 Mitarbeiter (2011).[9]

Firmierung und Schreibweise[Bearbeiten]

Seit 1991 hat die Bank wieder ihren ursprünglichen Namen „M.M.Warburg & CO“ angenommen. Die Schreibweise erfolgt dabei ohne Leerschritte zwischen den Bestandteilen vor dem Et-Zeichen und mit zwei Versalien beim Bestandteil nach dem Et-Zeichen. Die ausführliche Firma lautet M.M.Warburg & CO Kommanditgesellschaft auf Aktien.

Literatur[Bearbeiten]

  • E. Rosenbaum, A. J. Sherman: Das Bankhaus M.M.Warburg & Co. 1798–1938. Christians, Hamburg 1976, ISBN 3-7672-0420-7.
  • Eckart Kleßmann: M. M.Warburg & Co 1798–1998. Die Geschichte eines Bankhauses. Dölling und Galitz, Hamburg 1998, ISBN 3933374278.
  • Ron Chernow: The Warburgs. The Twentieth Century Odyssey of a Remarkable Jewish family. Random House, New York 1993, ISBN 0679743596.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. Geschäftsbericht 2012
  3. Pressemitteilung vom 18. April 2012
  4. M.M.Warburg & Co- Historie Website M.M.Warburg & Co Abgerufen am 9.November 2012
  5. Unternehmen des Warburg Verbunds Website M.M.Warburg & Co Abgerufen am 9.November 2012
  6. Einlagensicherung bleibt auf Wölbern sitzen Handelsblatt vom 20. August 2009
  7. M.M. Warburg steigt bei der Schwäbischen Bank ein Die Welt vom 18.Dezember 2008
  8. Standorte Website Bankhaus Löbbecke
  9. Geschäftsbericht Website M.M.Warburg & Co Abgerufen am 9.November 2012

53.552399.99783Koordinaten: 53° 33′ 9″ N, 9° 59′ 52″ O