Maximilian von Spee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Graf Spee ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Für die nach ihm benannten Schiffe siehe Graf Spee (Begriffsklärung)
Epitaph für Spee und seine Söhne an St. Heinrich in Kiel

Reichsgraf Maximilian von Spee (* 22. Juni 1861 in Kopenhagen; † 8. Dezember 1914 im Südatlantik) war ein deutscher Marineoffizier der Kaiserlichen Marine. Vier Monate nach Beginn des Ersten Weltkriegs fiel er mit seinen beiden Söhnen auf SMS Scharnhorst im Seegefecht bei den Falklandinseln.

Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]

Spees militärische Laufbahn begann am 23. April 1878 mit dem Eintritt als Kadett in die Kaiserliche Marine. 1884/85 diente er als Leutnant zur See im Westafrikanischen Kreuzergeschwader. Seit 1887 Hafenkommandant in Kamerun, musste er krankheitshalber heimkehren. Wieder gesund, fuhr er auf SMS Moltke. Auf SMS Deutschland kam er im Ostasiengeschwader nach China. Nach Niederschlagung des Boxeraufstands ins Reich zurückgekehrt, wurde er am 27. Januar 1905 zum Kapitän zur See und Kommandanten von SMS Wittelsbach ernannt. Auf den Tag fünf Jahre später zum Konteradmiral befördert, führte er als Zweiter Admiral die Aufklärungsschiffe der Hochseeflotte. Als Flaggoffizier erhielt er 1912 das Kommando über das Ostasiengeschwader, den begehrtesten Posten der Kaiserlichen Marine. Die Schiffe – Scharnhorst, Gneisenau, Leipzig und Nürnberg – lagen in Qingdao und Rabaul.[1] Am 15. November 1913 wurde Spee zum Vizeadmiral befördert.

Seekrieg [Bearbeiten]

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges lag Spee mit dem Flaggschiff Scharnhorst und der Gneisenau in Pohnpei – mitten in der Südsee, aber weit entfernt von beiden Stützpunkten und den Seewegen im Pazifischen Ozean. In der Furcht vor einem Angriff der Kaiserlich Japanischen Marine auf Qingdao und der HMAS Australia, dem Flaggschiff der neuen Royal Australian Navy, konnte Spee nur nach Westen in den Indischen Ozean oder nach Osten in Richtung Südamerika ausweichen. Über Radio mit Yap (Insel) und von dort über Seekabel mit Qingdao in Kontakt, blieb Spee bis zum 6. August 1914 in Pohnpei. Von Honolulu stieß SMS Nürnberg zu den beiden Schiffen. Vom 11. bis 13. August in Pagan (Insel), wurde der Verband durch die Emden, Prinz Eitel Friedrich und einige Versorgungsschiffe verstärkt. Nachschub und besonders Kohle waren knapp. In ebendiesen Tagen wurde die Radiostation auf Yap zerstört, was Spee und seine Schiffe vollends isolierte. Auf dem Marsch zu den Marshallinseln wurde die (berühmt gewordene) Emden in den Indik, die Nürnberg zurück nach Honolulu geschickt; sie sollte den Hauptverband der Royal Navy ausfindig machen. Auf den Marshallinseln stieß der Hilfskreuzer Cormoran zum Verband. Spee erfuhr vom befürchteten Kriegseintritt Japans. Den britischen Seehandel konnte er nun nur noch an der Westküste Amerikas stören.[1]

Am 29. August machte er sich auf den Weg nach Fanning Island, um die Nürnberg zu treffen. Cormoran und Prinz Eitel Friedrich wurden entlassen. Über Deutsch-Samoa und Tahiti lief die Scharnhorst zu den Marquesas, wo sie aufproviantieren konnte. Auf dem Marsch zur Osterinsel konnte am 3. Oktober Funkverbindung mit der Leipzig und der Dresden hergestellt werden. Spee befahl sie zur Osterinsel, wo sich die Schiffe seines Geschwaders trafen.[1]

Coronel [Bearbeiten]

Hauptartikel: Seegefecht bei Coronel

Am nächsten Tag wurde der Funkverkehr von der britischen Station auf Fidschi abgehört. Die britische Admiralität befahl daraufhin Christopher Cradock, sein Geschwader vor Chiles Küste zusammenzuziehen. Spees Verband marschierte über Más Afuera nach Valparaíso, blieb aber außer Sichtweite. HMS Glasgow hatte am 31. Oktober Funknachrichten der Leipzig abgehört und lag bereits in Valparaíso. Am nächsten Tag kam es zur Schlacht vor Coronel (Stadt). Dass HMS Good Hope und HMS Monmouth mit 1600 Mann und Admiral Cradock versenkt wurden, überraschte und schockierte die britische Admiralität und Öffentlichkeit. Sie schickte Frederik Doveton Sturdee mit den Schlachtkreuzern Invincible und Inflexible auf die Jagd nach Spee. Der lief in Valparaíso ein, bunkerte Kohle auf Más Afuera und verlegte über Valparaíso in den Golf von Penas. Nachdem er dort Kohle von vier deutschen Frachtern übernommen hatte, nahm er am 26. November die Anker auf.[1]

Falklands [Bearbeiten]

Nachdem der Verband um Mitternacht vom 1./2. Dezember Kap Hoorn gerundet hatte, brachte Spee eine englische Bark auf. In Picton wurde ihre Kohleladung auf die deutschen Schiffe verladen. Diese dreitägige Verzögerung erwies sich als schicksalhaft; denn als Spee am 8. Dezember 1914 dem Drängen seiner Stabsoffiziere folgte und sich zum Angriff auf die Funk- und Kohlestation in Port Stanley entschloss, war die Canopus nicht mehr allein im Hafen. Sturdee war mit seinen beiden Schlachtkreuzern am Vortag eingetroffen. Als Spee die Falklandinseln erreichte, eröffnete die Schiffsartillerie der Canopus das Feuer.[1] Vergeblich versuchte Spee nach Osten zu entkommen. Scharnhorst, Gneisenau, Leipzig und Nürnberg wurden versenkt. Über 2200 deutsche Marinesoldaten fanden den Tod. Mit dem Geschwaderchef fielen auch seine beiden Söhne Otto (* 1890) und Heinrich (* 1893).

Familie [Bearbeiten]

Spee war der vierte Sohn des Grafen Rudolf von Spee (1822–1881) und der Fernanda Maria Sophie geb. Tutein (1832–1913). Er war Enkel des Grafen Franz Anton von Spee (1781–1859) und Urenkel des italienischen Opernsängers Giuseppe Siboni (1780–1839).[2] Verheiratet war er seit 1889 mit Margareta geb. Freiin von der Osten-Sacken (1867–1929), mit der er die beiden Söhne und die Tochter "Huberta" (1894–1954) hatte.

Ehrungen [Bearbeiten]

Denkmal in Punta Arenas
Inschrift

Schiffsnamen [Bearbeiten]

Nach Graf von Spee wurden später drei Kriegsschiffe benannt:

Denkmal [Bearbeiten]

Straßennamen [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. a b c d e J. Rickard: Maximilian Reichsgraf von Spee, 1861-1914, German Admiral (2007)
  2. Michael Lorenz: "'Viele glaubten und glauben noch, absichtlich.' – Der Tod der Ludovica Siboni", Schubert durch die Brille 23, Schneider, Tutzing 1999, S. 47-74
  3. Graf-Spee-Straße. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins
  4. Hans-G. Hilscher, Dietrich Bleihöfer: Kieler Straßenlexikon. 5. Auflage, Landeshauptstadt Kiel, Kiel 2011. (Online, PDF-Datei, 1,47 MB)

Literatur [Bearbeiten]

  • Siegfried Breyer: Großkampfschiffe 1905-1970. Bernard & Graefe, Koblenz 1990. ISBN 3-7637-5877-1
  • Gerhard Koop, Klaus-Peter Schmolke: Die Panzerschiffe der Deutschland Klasse. Bernard & Graefe, Bonn 1993. ISBN 3-7637-5919-0
  • Gerhard Koop, Klaus-Peter Schmolke: Die Großen Kreuzer Von der Tann bis Hindenburg. Bernard & Graefe, Bonn 1998. ISBN 3-7637-5972-7
  • Gerhard Wiechmann (Hg.): Vom Auslandsdienst in Mexiko zur Seeschlacht von Coronel. Kapitän Karl von Schönberg. Reisetagebuch 1913–1914. Dr. Winkler Verlag, Bochum 2004. ISBN 3899110366; ISBN 978-3899110364

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Maximilian Graf von Spee – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien