Officine Meccaniche

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Dieser Artikel behandelt das Unternehmen Officine Meccaniche in Brescia. Zu anderen Unternehmen mit demselben Namen siehe Officine Meccaniche (Begriffsklärung).
Società Anonima Officine Meccaniche
Rechtsform Società Anonima
Gründung 1899
Auflösung 1968
Auflösungsgrund Verschmelzung mit Fiat, danach nur noch als Marke weitergeführt
Sitz Mailand (Hauptsitz)
Brescia (Automobilwerk)
Branche Maschinen- und Fahrzeugbau
  • Lokomotiven und Eisenbahnausrüstung (Mailand)
  • Pkw und Sportwagen (Brescia, vor 1934)
  • Nutzfahrzeuge (Brescia, ab 1925)
Emblem

Officine Meccaniche (kurz OM, vollständig Società Anonima Officine Meccaniche) war ein italienischer Maschinen- und Fahrzeughersteller mit Sitz in Mailand bzw. Brescia. Ursprünglich als Eisenbahnhersteller gegründet, verlegte sich OM bald auf den Automobilbau, und wurde für seine robusten Sportwagen und noch später für seine Nutzfahrzeuge bekannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Maschinen- und Eisenbahnbau (Mailand)[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1899 in Mailand unter dem vollständigen Namen Società Anonima Officine Meccaniche - già Miani, Silvestri & C, A. Grondona, Comi & C. als Fusion der Maschinenfabriken A. Grondona Comi & C und Già Miani Silvestri & C. gegründet. Das Unternehmen fertigte Dampflokomotiven, andere Eisenbahnausrüstung und Schwermaschinen.

Automobilbau (OM Fabbrica Bresciana di Automobili, Brescia)[Bearbeiten]

1917 übernahm OM die Fabrik des Automobilherstellers Züst in Brescia (Brixia-Züst). 1918 begann OM dort eigene Autos herzustellen. Ab 1928 firmierte das Werk in Brescia als eigenes Unternehmen OM-Fabbrica Bresciana di Automobili getrennt von der oben genannten Mutter in Mailand, wo weiterhin Motoren und andere Maschinen gefertigt wurden.[1]

Sport- und Tourenwagen[Bearbeiten]

OM Superba 665 von 1929

War das erste Fahrzeug aus dem Werk in Brescia noch eine unverhohlene Kopie der Marke Brixia-Züst, so baute OM in den 1920er und 1930er Jahren hervorragende eigenständige Sport- und Tourenwagen, die für ihre Schnelligkeit und Standfestigkeit bekannt wurden.

Grund für den Ruhm war das Ergebnis bei der 1927 erstmals ausgetragenen Mille Miglia, bei der OM-Piloten die ersten drei Plätze belegten. Der siegreiche 2-Liter-OM-Sechszylinder wurde von Ferdinando Minoia und G. Morandi gefahren. Dieser Wagen stammte aus der Feder des Konstrukteurs Lucien Barratouché, der auch für die "zivileren" Vierzylinder des Werkes verantwortlich zeichnete. Insbesondere die präzise Verarbeitung war Kennzeichen der OM.

Mitte der 1930er Jahre jedoch holten die großen nationalen Konkurrenten, Alfa Romeo, Ferrari, Lancia und Maserati auf sportlichem Gebiet auf.

Nutzfahrzeuge[Bearbeiten]

OM-Lkw mit Hubarbeitsbühne
OM-Traktoren der Typen 512R und 45R

Bereits ab 1925 hatte OM begonnen, Omnibusse, Lkw, Traktoren und andere Nutzfahrzeuge herzustellen. 1933 wurde OM von Fiat übernommen. Da der Bereich Nutzfahrzeuge erfolgreich war, während der Pkw-Bereich in eine Krise geraten war und zudem in Konkurrenz zur neuen Mutter Fiat stand, stellte OM 1934 die Pkw-Produktion ein, um sich ganz auf den Nutzfahrzeugbau zu konzentrieren.

1968 wurde OM als Sparte in die IVECO-Gruppe, in der der Fiat-Konzern unter Einbeziehung der französischen Marke Unic und der deutschen Marke Magirus-Deutz seine Nutzfahrzeugaktivitäten bündelte, integriert und fortan, bis Mitte der 1980er Jahre, nur noch als Lkw-Marke weitergeführt. Konstruktionen von OM wurden konzernweit auch unter anderen Markennamen vermarktet, in Deutschland z.B. als Magirus-Deutz und in Frankreich als Unic. Mitte der 1980er Jahre verschwanden die in IVECO aufgegangen Einzelmarken, darunter auch OM, und wurden durch den einheitlichen Namen IVECO ersetzt.[1]

Gabelstapler (OM Carrelli Elevatori)[Bearbeiten]

Ab den 1930er-Jahren fertigte OM auch Gabelstapler (ital.: Carrelli Elevatori), Hubwagen und andere Flurförderfahrzeuge. Aus diesem Bereich von OM wurde 1975 die Fiat-Sparte Fiat OM Carrelli Elevatori. 1992 erwarb die deutsche Linde AG von Fiat einen ersten Teil dieses Bereiches und baute in den Folgejahren ihre Beteiligung weiter aus. 2002 wurde FIAT OM Carrelli Elevatori komplett von der Linde AG übernommen. Im Jahr 2006 wurde OM Carrelli Elevatori unter dem Dach der Kion Group an Finanzinvestoren verkauft.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fahrzeuge von OM – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.iveco.comOM - Società Anonima Officine Meccaniche auf iveco.com
  2. HISTORY auf ompimespo.com (Version vom 13. Januar 2007 im Internet Archive) (Englisch)