Passo Campolongo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Passo Campolongo
Campolongo0001.jpg
Himmelsrichtung Nord Süd
Passhöhe 1875 m s.l.m.
Provinz Bozen (Region Trentino-Südtirol) Provinz Belluno (Region Venetien)
Wasserscheide Rio Rutora → GaderRienzEtsch CordevolePiave
Talorte Corvara (Gadertal) Arabba (Buchensteintal)
Ausbau Strada Statale 244 Italia.svg Strada Statale 244 della Val Badia
Erbaut 1898-2001
Gebirge Dolomiten
Profil
Ø-Steigung 5,6 % (364 m / 6,5 km) 6,8 % (273 m / 4 km)
Max. Steigung 8 % 10 %
Karte
Passo Campolongo (Südtirol)
Passo Campolongo
x
Koordinaten 46° 31′ 12″ N, 11° 52′ 27″ O46.5211.8741666666671875Koordinaten: 46° 31′ 12″ N, 11° 52′ 27″ O

k

Der Passo Campolongo (auch Passo di Campolongo, dt. Campolongo-Pass oder gelegentlich auch Campolongo-Sattel; gadertalisch-ladinisch Ju de Ćiaulunch, buchensteinisch-ladinisch Jou de Ciaulonch) ist ein Pass in den Dolomiten östlich des Sella-Massivs in Italien. Er stellt die Verbindung zwischen Corvara (Gadertal) und Arabba (Buchenstein) her.

Lage[Bearbeiten]

Der Passo Campolongo ist ein breiter Sattel zwischen der Sella im Westen und der ebenfalls 3.000 m übersteigenden Kreuzkofelgruppe (Cunturines-Spitze, Lavarela und Heiligkreuzkofel) im Osten. Letztere ist vom Pass nicht sichtbar, da die Alm-Hochflächen der Pralongià diesem Bergmassiv vorgelagert sind.

Mit einer Höhe von 1875 m s.l.m. ist der Passo Campolongo der niedrigste der vier Pässe rund um die Sella (Sellajoch, Pordoijoch, Campolongosattel und Grödner Joch). Auf Südtiroler Seite entspringt unterhalb der Passhöhe der Rio Rutora, der in die Gader mündet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Passstraße wurde in den Jahren 1898 bis 1901 angelegt. Sie hatte in der Vorkriegszeit noch keine besondere touristische Bedeutung; das Panorama erreicht nicht die Attraktivität der übrigen Pässe am Sellastock. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde ein Wanderwegenetz ausgebaut, auf dem heute im Sommer auch Mountainbiker unterwegs sind. Westlich des Passes im Bereich des Crep de Mont (2198 m) sowie des Bec des Roces (2187 m) wurden mehrere Lifte angelegt.

Die geschlossene Verbauung des Passes mit Hotel- und Appartementanlagen erfolgte erst mit Konzentration des Tourismus auf den Wintersport und Anschluss an den Großraum Dolomiti Superski.

Touristische Infrastruktur und Sport[Bearbeiten]

Die Bebauung auf dem Pass erweckt heute den Eindruck einer geschlossenen Ortschaft.

Zu den Wanderrouten gehören sowohl Abstiege durch die Campolungo-Wiesen nach Corvara und Arabba als auch Aufstiege in die Sella hinein (Bec de Roces, Crep de Mont und Vallon-Hütte); Liftfahrten können diese Aufstiege verkürzen bzw. ersetzen. Von der Vallonhütte aus (2488 m) können Touren über Klettersteige zum Piz Boè, der mit 3152 m höchsten Felsspitze der Sellagruppe vorgenommen werden. Anschlüsse findet man zum Boè-Seekofel (2908 m) und zum Dolomiten-Höhenweg Nr. 2. Im Bereich des Bec de Roses verlaufen mehrere Skiabfahrten.

Ein weiteres Wander- und Skigebiet liegt auf der Pralongià, auf der es bereits 1932 eine erste Berghütte gegeben hat.

Für Radfahrer ist der Pass Teil der Vier-Pässe-Rundfahrt um die Sella. Im Winter wird er vielfach im Rahmen der beliebten Sella Ronda auf Schiern überquert.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Passo Campolongo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien