Sankt Lorenzen am Wechsel

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Sankt Lorenzen am Wechsel
Wappen von Sankt Lorenzen am Wechsel
Sankt Lorenzen am Wechsel (Österreich)
Sankt Lorenzen am Wechsel
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Hartberg-Fürstenfeld
Kfz-Kennzeichen: HF (ab 1.7.2013; alt HB)
Fläche: 48,54 km²
Koordinaten: 47° 27′ N, 15° 57′ O47.44222222222215.953611111111728Koordinaten: 47° 26′ 32″ N, 15° 57′ 13″ O
Höhe: 728 m ü. A.
Einwohner: 1.548 (1. Jän. 2014)
Postleitzahlen: 8242, 8234, 8251
Vorwahl: 03331
Gemeindekennziffer: 6 22 45
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Sankt Lorenzen am Wechsel 23
8242 Sankt Lorenzen am Wechsel
Website: www.st-lorenzen-wechsel.steiermark.at
Politik
Bürgermeister: Hermann Pferschy (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
12 ÖVP, 3 SPÖ
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Sankt Lorenzen am Wechsel mit 1548 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) ist eine Gemeinde im Gerichtsbezirk Fürstenfeld und im politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld in der Steiermark in Österreich.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Sankt Lorenzen am Wechsel liegt am Fuße des Wechsels ca. 17 km nördlich der Bezirkshauptstadt Hartberg. Das Gemeindegebiet wird im Süden durch die Lafnitz begrenzt und reicht im Norden bis zum Niederwechsel (1669 m) auf der Grenze nach Niederösterreich. Neben dem Niederwechsel befindet sich am östlichen Rand des Gemeindegebiets noch weitere Gipfel des Wechselmassivs: Irrbühel (1423 m), Windhag (1395 m), Lorenzkogel (1353 m) und Hochkogel (1314 m). Das Gemeindegebiet wird hauptsächlich vom Vorderen und Hinteren Waldbach, Nebenflüssen der Lafnitz, entwässert.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Sankt Lorenzen am Wechsel besteht aus den Katastralgemeinden Auerbach (940,05 ha) mit den Ortschaften Auerbach (150 Einwohner) und Riegl (248), St. Lorenzen am Wechsel (923,09 ha) mit den Ortschaften Sankt Lorenzen am Wechsel (568) und Kronegg (196) sowie Köppel (2.992,72 ha) mit den Ortschaften Festenburg (205) und Köppel (362) (Stand 2001).

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Mönichwald Aspangberg-Sankt Peter Pinggau
Mönichwald Nachbargemeinden Dechantskirchen
Riegersberg Eichberg Schlag bei Thalberg

Geschichte[Bearbeiten]

Das heutige Gemeindegebiet war bereits zur Römerzeit besiedelt, da durch das Gebiet ein römischer Handelsweg verlief. Dies ist durch Grabhügel und Radfurchen bestätigt.

Die Besiedlung des Gemeindegebietes erfolgte im 12. und 13. Jahrhundert vornehmlich, um Befestigungen gegen die osteuropäischen Völker zu errichten, da in unmittelbarer Nähe die österreichische Ostgrenze verlief. Besonders nach Gründung des Stiftes Vorau im Jahr 1163 wurde die Besiedlung vorangetrieben.

Im Jahr 1250 wurde der erste Bauernhof im Gemeindegebiet erwähnt, bereits 1266 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung von Sankt Lorenzen, so dass die Kirche bereits bestanden haben muss. Diese wurde erstmals 1306 urkundlich erwähnt. Da bereits 1344 in Vikar von Sankt Lorenzen genannt wird, musste das Dorf bereits viele Einwohner haben.

Die folgenden Jahrhunderte sind von Naturkatastrophen und kriegerischen Auseinandersetzungen im Gemeindegebiet geprägt, da sich das Dorf unweit der ungarischen Grenze befand. In den Jahre 1349/50, 1599 und 1679/80 wütete die Pest in Sankt Lorenzen, in den Jahren 1478 und 1480 verursachten Heuschreckenschwärme eine Hungersnot. Das Dorf wurde mehrfach von den Ungarn, Türken und Kuruzen überfallen. Zwischen 1529 und 1533 verwüsteten die Türken das Gemeindegebiet und brannten die Pfarrkirche nieder. Die Festenburg konnte aber nicht eingenommen werden. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Wehrbauten, was sich in der Namensgebung einiger Rotten widerspiegelt.

Die heutige Pfarrkirche wurde nach der Zerstörung durch die Türken im Jahr 1684 neu gebaut. Sie wurde gleichzeitig als Teil der Befestigungsanlage angelegt. Wenig später – zu Beginn des 18. Jahrhunderts – kam die Festenburg zum Stift Vorau und wurde in ein Kloster umgestaltet.

Bis zum Jahr 1902 gab es keine befestigten Wege nach Sankt Lorenzen am Wechsel. In diesem Jahr begann die Errichtung einer Straße, im Jahr 1907 erhielt die Gemeinde eine eigene Poststelle.

Im Zweiten Weltkrieg war das Gemeindegebiet erneut Zentrum der Kampfhandlungen zwischen der Wehrmacht und der Roten Armee. Im Gemeindegebiet befinden sich zahlreiche Gedenkstätten an die Opfer der beiden Weltkriege. Durch den Einsatz der Bevölkerung konnte die Gemeinde zügig wieder aufgebaut werden.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 1.231
1880 1.273
1890 1.220
1900 1.198
1910 1.241
1923 1.266
1934 1.389
1939 1.490
1951 1.529
1961 1.634
1971 1.754
1981 1.742
1991 1.742
2001 1.729

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sankt Lorenzen am Wechsel

Bauwerke[Bearbeiten]

Denkmal für Andreas Weißenbäck
  • Schloss Festenburg liegt am westlichen Gemeinderand und wurde um 1200 von den Stubenbergern erbaut. Nach häufig wechselnden Herrschaften kam das Schloss im Jahr 1616 an das Stift Vorau und wurde um 1700 zu einer Klosterburg umgebaut. Die malerische Gestaltung der Katharinenkirche (ehemaliger Rittersaal) und der sechs Kapellen wurde von Johann Cyriak Hackhofer durchgeführt. Das Schloss kann besichtigt werden.
  • Die Pfarrkirche von Sankt Lorenzen wurde 1684 erbaut und ist die dritte im Ort, nachdem ihre Vorgängerinnen bei feindlichen Angriffen zerstört wurden. Sie wurde im barocken Stil errichtet und sollte gleichzeitig als Bollwerk gegen die Türken dienen. Der Pfarrhof wurde im Jahr 1719 erbaut. Die Kirche ist dem Hl. Laurentius geweiht.
  • Am Dorfplatz ist ein Denkmal für Franz Andreas Weißenbäck, der in Sankt Lorenzen geboren wurde.

Parks[Bearbeiten]

In Sankt Lorenzen am Wechsel befindet sich ein Soldatenfriedhof aus dem Zweiten Weltkrieg.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Die Steirische Blumenstraße verläuft durch das Gemeindegebiet.


Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Sankt Lorenzen am Wechsel liegt abseits der Hauptverkehrsstraßen. Durch den Süden den Gemeindegebietes verläuft die Landesstraße von Rohrbach an der Lafnitz nach Sankt Jakob im Walde. Die Wechsel Straße B 54 von Wiener Neustadt nach Hartberg ist ca. 7 km entfernt. Die Entfernung zur Süd Autobahn A 2 von Wien nach Graz beträgt ca. 16 km. Sie ist über die Anschlussstelle Friedberg/Pinggau (95) zu erreichen.

St. Lorenzen (Mitte oben) um 1878 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Die Gemeinde hat keinen eigenen Eisenbahnanschluss. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Dechantskirchen in etwa acht Kilometern Entfernung. Er bietet Zugang zur Thermenbahn mit zweistündlichen Regionalzug-Verbindungen nach Wien und Hartberg.

Der Flughafen Graz und der Flughafen Wien-Schwechat sind jeweils ca. 110 km entfernt.


Bildung[Bearbeiten]

In Sankt Lorenzen am Wechsel und in Festenburg befindet sich je eine Volksschule.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse:

Partei 2010 2005 2000 1995 1990
Stimmen  % Mandate Stimmen  % M. Stimmen  % M. Stimmen  % M. Stimmen  % M.
ÖVP 844 77 12 660 63 10 664 62 10 705 66 10 740 69 11
SPÖ 250 23 3 335 32 5 242 23 3 206 19 3 332 31 4
FPÖ 60 6 0 64 6 1
Freie-Unabhängige Heimatliste 102 10 1 151 14 2
Wahlbeteiligung 82 % 80 % 83 % 86 % 90 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Hermann Pferschy (ÖVP), Vizebürgermeister ist Helmut Schantl (ÖVP).

Wappen[Bearbeiten]

Die Steiermärkische Landesregierung hat der Gemeinde das Recht verliehen, mit Wirkung vom 1. August 1991 ein eigenes Wappen zu führen.
Blasonierung: „In blauem Schild mit acht goldenen Schneekristallen in zwei Reihen (5:3) oben und einer goldenen Strahlensonne unten balkenförmig ein rot unterlegter goldener Rost, an den Ecken besteckt mit schräg auswärts gekehrten Lilien.“

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Mit St. Lorenzen am Wechsel verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Ottokar Kernstock (1848–1928), österreichischer Dichter und Priester, Kaplan in Sankt Lorenzen, gestorben auf Schloss Festenburg

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sankt Lorenzen am Wechsel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]