Kaindorf (Steiermark)

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Kaindorf
Wappen von Kaindorf
Kaindorf (Steiermark) (Österreich)
Kaindorf (Steiermark)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Hartberg-Fürstenfeld
Kfz-Kennzeichen: HF (ab 1.7.2013; alt: HB)
Fläche: 28,1 km²
Koordinaten: 47° 14′ N, 15° 55′ O47.22638888888915.911388888889342Koordinaten: 47° 13′ 35″ N, 15° 54′ 41″ O
Höhe: 342 m ü. A.
Einwohner: 2.851 (1. Jän. 2015)
Postleitzahl: 8224
Vorwahl: 03334
Gemeindekennziffer: 6 22 72
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kaindorf 29
8224 Kaindorf bei Hartberg
Website: www.markt-kaindorf.at
Politik
Regierungskommissär Friedrich Loidl
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
9
4
2
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Kaindorf im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld
Bad Blumau Bad Waltersdorf Buch-St. Magdalena Burgau Dechantskirchen Ebersdorf Feistritztal Friedberg Fürstenfeld Grafendorf bei Hartberg Greinbach Großsteinbach Großwilfersdorf Hartberg Hartberg Umgebung Hartl Ilz Kaindorf Lafnitz Loipersdorf bei Fürstenfeld Neudau Ottendorf an der Rittschein Pinggau Pöllau Pöllauberg Rohr bei Hartberg Rohrbach an der Lafnitz Sankt Jakob im Walde Sankt Johann in der Haide Sankt Lorenzen am Wechsel Schäffern Söchau Stubenberg Vorau Waldbach-Mönichwald Wenigzell SteiermarkLage der Gemeinde Kaindorf (Steiermark) im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Portal zum Pfarrhof
Kirche Kaindorf

Kaindorf (Postfiliale heißt: Kaindorf bei Hartberg) ist eine Marktgemeinde mit 2851 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015) im Gerichtsbezirk Fürstenfeld und im politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld in der Oststeiermark (Österreich).

Seit 1. Jänner 2015 ist sie Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform mit den Gemeinden Dienersdorf und Hofkirchen bei Hartberg zusammengeschlossen, die neue Gemeinde führt den Namen „Kaindorf“ weiter.[1]

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Kaindorf liegt im oststeirischen Hügelland, circa acht Kilometer südwestlich der Bezirkshauptstadt Hartberg und ca. 40 km nordöstlich der Landeshauptstadt Graz. Durch die Gemeinde fließt die Pöllauer Safen, die im Süden der Gemeinde den Tiefenbach aufnimmt. Im Norden wird die Marktgemeinde durch den Dombach begrenzt. Der äußerste Süden gehört zu Nörning.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[2]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Dienersdorf, Hofkirchen, Kaindorf und Kopfing.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

1968 wurde die selbständige Gemeinde Kopfing eingegliedert. 2015 fusionierten im Zuge der Gemeindestrukturreform des Landes Steiermark die selbständigen Gemeinden Dienersdorf, Hofkirchen und Kaindorf zur neuen Gemeinde Kaindorf.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Pöllau Hartberg Umgebung Hartberg Umgebung
Pöllau Nachbargemeinden Ebersdorf
Hartl Hartl Ebersdorf

Geschichte[Bearbeiten]

Kaindorf wurde um 1128 durch Konrad von Safen gegründet, der das Gebiet der heutigen Pfarre Kaindorf vom steirischen Markgrafen Leopold dem Starken kurz zuvor geschenkt bekommen hatte. Kaindorf wird erstmals 1255 als Chundorf (das Dorf des Chuno oder Konrad) urkundlich erwähnt. Nach dem Aussterben der Herren von Safen im 13. Jahrhundert kam ihr Besitz an die Herren von Stubenberg, Neuberg und Stadeck sowie an die Teuffenbacher.

Im Jahre 1523 wurde der Ort erstmals urkundlich mit dem heutigen Namen Khaindorff erwähnt.

Die Kirche St. Jakob wird erstmals 1313 als Vikariatskirche erwähnt. Die heutige Pfarrkirche wurde am Anfang des 18. Jahrhunderts unter Einbeziehung älterer Bauteile errichtet.

Kaindorf lag im häufig heimgesuchten Grenzgebiet und wurde 1418 von den Ungarn, 1532 von den Türken und 1605 von den Haiducken zerstört. Am 25. Juli 1704 wurde das Dorf von den Kuruzen angezündet. Kaindorf hat sich erst im 20. Jahrhundert aus einer rein agrarischen Siedlung zu einem gewerblichen Zentrum des Safentales entwickelt.

Ab Ende des Zweiten Weltkrieges herrschte in Kaindorf aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs eine rege Bautätigkeit, wodurch sich der Gebäudebestand in den letzten 50 Jahren mehr als verdoppelt hat.

Am 1. Juli 1998 wurde Kaindorf zur Marktgemeinde erhoben.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Biobauer Friedrich Loidl (* 1951, ÖVP) wurde im Rahmen der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats am 21. April 2015 neuerlich zum Bürgermeister gewählt.[3] Loidl, der 2005 die Nachfolge von Walter Bruchmann (ÖVP) antrat, war bis 31. Dezember 2014 Bürgermeister. Ab 1. Jänner 2015 leitete er die fusionierte Gemeinde als Regierungskommissär.

Dem Gemeindevorstand hehören weiters der Vizebürgermeister Martin König (ÖVP) und der Gemeindekassier Alois Schaller (FPÖ) an.Dem Gemeindevorstand hehören weiters der Vizebürgermeister Martin König (ÖVP) und der Gemeindekassier Alois Schaller (FPÖ) an.[3]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern und setzt sich nach der Gemeinderatswahl 2015 aus Mandataren der folgenden Parteien zusammen:

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten folgende Ergebnisse:
Partei 2015 2010 2005 2000 1995 1990
Großgemeinde Kaindorf Dienersdorf Hofkirchen Kaindorf Kaindorf Kaindorf Kaindorf
St.  % M. St.  % M. St.  % M. St.  % M. St.  % M. St.  % M. St.  % M. St.  % M.
ÖVP 985 61 9 575 65 11 398 86 8 355 79 8 688 75 12 625 69 11 599 69 11 718 82 13
SPÖ 215 13 2 146 16 02 066 14 1 066 15 1 138 15 02 181 20 03 187 22 03 161 18 02
FPÖ 426 26 4 152 17 02 nicht kandidiert 030 07 0 089 10 01 106 12 01 082 9 01 nicht kandidiert
Wahlberechtigte 2.355 1.188 566 516 1.141 1.068
Wahlbeteiligung 70 % 75 % 85 % 88 % 82 % 87 % 90 % 94 %

Regionalpolitik[Bearbeiten]

Die Gemeinde gehört zur LEADER-Region Oststeirisches Kernland, und ist seit 2007 Teil der Ökoregion Kaindorf.

Am 20. November 2011 stimmten die Wahlberechtigten der Gemeinden Dienersdorf, Ebersdorf, Großhart, Hartl, Hofkirchen bei Hartberg, Kaindorf und Tiefenbach bei Kaindorf darüber ab, ob diese sieben Gemeinden anlässlich der Gemeindestrukturreform der Steiermark 2010–2015 zu einer Großgemeinde zusammengelegt werden sollen. Bei einer Wahlbeteiligung von insgesamt 65,66 % wurden 3351 gültige Stimmen gezählt. Von diesen sprachen sich lediglich 436 Wähler (13 %) für eine Zusammenlegung der Gemeinden aus, während 2915 Wähler (87 %) gegen eine Fusion stimmten. Damit wurde den Plänen der Steiermärkischen Landesregierung eine deutliche Absage erteilt.[4]

Ein Konzept von 2012/13 sah die Fusion von Dienersdorf, Hofkirchen und Kaindorf zu einer Gemeinde von etwa 2.000 Einwohnern vor.[5] [6]

Wappen (bis 2014)[Bearbeiten]

AUT Kaindorf COA.jpg

Blasonierung: „Über einem blauen Lindenblattschnitt im Schildfuß in Gold ein blaues Jakobuskreuz.“

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. Mai 1987.[7]

Wegen der Gemeindezusammenlegung verlor das Wappen mit 1. Jänner 2015 seine offizielle Gültigkeit. Über eine erneute Verleihung muss der Steiermärkische Landtag entscheiden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Kaindorf ist als ländliche Gemeinde gut an das Straßennetz angebunden. Durch den Ort verlaufen die Wechsel Straße B 54 von Wien über Hartberg und Gleisdorf nach Graz, sowie die Landesstraße von Pöllau über Sebersdorf, Bad Waltersdorf und Blumau nach Fürstenfeld. Nach acht Kilometern kreuzt die Straße die Süd Autobahn A 2 von Wien nach Graz bei der Anschlussstelle Sebersdorf / Bad Waltersdorf (126).

Kaindorf hat keinen Eisenbahnanschluss. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Sebersdorf und bietet Zugang zur Thermenbahn mit zweistündlichen Regionalzug-Verbindungen nach Wien und Fehring.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Kaindorf befindet sich der Firmensitz des Fleisch- und Wurstherstellers Schirnhofer.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Denkmalgeschütztes Bürgerhaus in Kaindorf.
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Kaindorf

Die Pfarrkirche St. Jakob wurde von 1716 bis 1722 unter Einbeziehung des Vorgängerbaus errichtet, nachdem die gotische Kirche 1704 durch die Kuruzen stark beschädigt worden war.

Bei den vermutlich im 14. Jahrhundert entstandenen Frauenhöhlen von Kaindorf, die der Bevölkerung eine Zuflucht zu Kriegszeiten sein sollten, handelt es sich um einen Erdstall. Der Zugang von Kaindorf ist heute nicht mehr möglich. Das Gangsystem reicht bis Hofkirchen, wo sich neben der Kirche der Eingang befindet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Mit Kaindorf verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Prälat Dr. theol. Willibald Rodler (1931–2012), Bischofsvikar für das diözesane Bildungswesen der Diözese Graz-Seckau
  • Karin Ammerer (* 1976), Kinderbuchautorin
  • Franz Hauptmann, Landesfeuerwehrkommandant von 2001–2006

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kaindorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 21. November 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Kaindorf und der Gemeinden Dienersdorf und Hofkirchen bei Hartberg, alle politischer Bezirk Hartberg-Fürstenfeld. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 6. Dezember 2013. Nr. 153, 35. Stück. ZDB-ID 705127-x. S. 682–683.
  2. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  3. a b Marktgemeinde Kaindorf: Gemeindezeitung, Ausgabe Mai 2015, S. 3 (pdf-Dokument, 2,63 MB; abgerufen am 22. Mai 2015)
  4. Wiener Zeitung: Befragte oststeirische Gemeinden gesamt zu 87 Prozent gegen Fusion. 20. November 2011.
    Kleine Zeitung: Große Mehrheit stimmte gegen Gemeindefusion. 20. November 2011.
  5. Die neue Gemeindestruktur der Steiermark. Liste Endversion A01, 2012 (pdf, gemeindestrukturreform.steiermark.at; 97 kB).
  6. Karte in Präsentation der Ergebnisse der Gemeindestrukturreform. kleinezeitung.at, 21. Januar 2013. Stand der Karte 13. Januar 2013
  7. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 38, 1988, S. 31