Kaindorf (Steiermark)

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Kaindorf
Wappen von Kaindorf
Kaindorf (Steiermark) (Österreich)
Kaindorf (Steiermark)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Hartberg-Fürstenfeld
Kfz-Kennzeichen: HF (ab 1.7.2013; alt HB)
Fläche: 14,26 km²
Koordinaten: 47° 14′ N, 15° 55′ O47.22638888888915.911388888889342Koordinaten: 47° 13′ 35″ N, 15° 54′ 41″ O
Höhe: 342 m ü. A.
Einwohner: 1.481 (1. Jän. 2014)
Postleitzahl: 8224
Vorwahl: 03334
Gemeindekennziffer: 6 22 25
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kaindorf 29
8224 Kaindorf bei Hartberg
Website: www.markt-kaindorf.at
Politik
Bürgermeister: Friedrich Loidl (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
ÖVP 11, SPÖ 2, FPÖ 2
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Kaindorf (als Postanschrift Kaindorf bei Hartberg) ist eine Marktgemeinde mit 1481 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Gerichtsbezirk Fürstenfeld und im politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld in der Oststeiermark (Österreich). Ab 1. Jänner 2015 ist sie Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform mit den Gemeinden Dienersdorf und Hofkirchen bei Hartberg zusammengeschlossen, die neue Gemeinde wird den Namen „Kaindorf“ führen.[1]

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Kaindorf liegt im oststeirischen Hügelland, ca. 8 km südwestlich der Bezirkshauptstadt Hartberg und ca. 40 km nordöstlich der Landeshauptstadt Graz. Durch die Gemeinde fließt die Pöllauer Safen, die im Süden der Gemeinde den Tiefenbach aufnimmt. Im Norden wird die Marktgemeinde durch den Dombach begrenzt. Der äußerste Süden gehört zu Nörning.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Marktgemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Kaindorf und Kopfing bzw. aus den Ortschaften Kaindorf (1060 Einwohner) und Kopfing bei Kaindorf (423) (Einwohner Stand: 2001).

Die Marktgemeinde Kaindorf setzt sich aus insgesamt zwölf Ortsteilen zusammen: Amhof, Dreihof, Gießhübl, Hinterbüchl, Holzhöf, Kaindorf, Kopfing, Lebenhof, Marbach, Obernörning, Pirchegg und Safenhof.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

1968 wurde die selbständige Gemeinde Kopfing eingegliedert.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Hofkirchen bei Hartberg Dienersdorf Hartberg Umgebung
Hartl Nachbargemeinden Ebersdorf
Hartl Großhart Ebersdorf

Geschichte[Bearbeiten]

Kaindorf wurde um 1128 durch Konrad von Safen gegründet, der das Gebiet der heutigen Pfarre Kaindorf vom steirischen Markgrafen Leopold dem Starken kurz zuvor geschenkt bekommen hatte. Kaindorf wird erstmals 1255 als Chundorf (das Dorf des Chuno oder Konrad) urkundlich erwähnt. Nach dem Aussterben der Herren von Safen im 13. Jahrhundert kam ihr Besitz an die Herren von Stubenberg, Neuberg und Stadeck sowie an die Teuffenbacher.

Im Jahre 1523 wurde der Ort erstmals urkundlich mit dem heutigen Namen Khaindorff erwähnt.

Die Kirche St. Jakob wird erstmals 1313 als Vikariatskirche erwähnt. Die heutige Pfarrkirche wurde am Anfang des 18. Jahrhunderts unter Einbeziehung älterer Bauteile errichtet.

Kaindorf lag im häufig heimgesuchten Grenzgebiet und wurde 1418 von den Ungarn, 1532 von den Türken und 1605 von den Haiducken zerstört. Am 25. Juli 1704 wurde das Dorf von den Kuruzen angezündet. Kaindorf hat sich erst im 20. Jahrhundert aus einer rein agrarischen Siedlung zu einem gewerblichen Zentrum des Safentales entwickelt.

Ab Ende des Zweiten Weltkrieges herrschte in Kaindorf aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs eine rege Bautätigkeit, wodurch sich der Gebäudebestand in den letzten 50 Jahren mehr als verdoppelt hat.

Am 1. Juli 1998 wurde Kaindorf zur Marktgemeinde erhoben.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 1.014
1880 1.088
1890 1.005
1900 1.037
1910 1.100
1923 1.046
1934 1.117
1939 1.064
1951 1.108
1961 1.054
1971 1.203
1981 1.303
1991 1.317
2001 1.483
2013 1.474


Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

11
2
2
11 
Von 15 Sitzen entfallen auf:

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2010 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

Bürgermeister ist seit 2005 Friedrich Loidl (ÖVP), der Nachfolger von Walter Bruchmann (ÖVP) wurde. Vizebürgermeister ist Thomas Teubl.

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse:

Partei 2010 2005 2000 1995 1990
Stimmen  % Mandate Stimmen  % Mandate Stimmen  % Mandate Stimmen  % Mandate Stimmen  % Mandate
ÖVP 575 65 11 688 75 12 625 69 11 599 69 11 718 82 13
SPÖ 146 16 2 138 15 2 181 20 3 187 22 3 161 18 2
FPÖ 152 17 2 89 10 1 106 12 1 82 9 1
Wahlbeteiligung 75 % 82 % 87 % 90 % 94 %

Wappen[Bearbeiten]

AUT Kaindorf COA.jpg

Blasonierung: „Über einem blauen Lindenblattschnitt im Schildfuß in Gold ein blaues Jakobuskreuz.“

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. Mai 1987.[2]

Regionalpolitik[Bearbeiten]

Die Gemeinde gehört zur LEADER-Region Oststeirisches Kernland, und ist seit 2007 Teil der Ökoregion Kaindorf.

Am 20. November 2011 stimmten die Wahlberechtigten der Gemeinden Dienersdorf, Ebersdorf, Großhart, Hartl, Hofkirchen bei Hartberg, Kaindorf und Tiefenbach bei Kaindorf darüber ab, ob diese sieben Gemeinden anlässlich der Gemeindestrukturreform 2010–2015 zu einer Großgemeinde zusammengelegt werden sollen. Bei einer Wahlbeteiligung von insgesamt 65,66 % wurden 3351 gültige Stimmen gezählt. Von diesen sprachen sich lediglich 436 Wähler (13 %) für eine Zusammenlegung der Gemeinden aus, während 2915 Wähler (87 %) gegen eine Fusion stimmten. Damit wurde den Plänen der Steiermärkischen Landesregierung eine deutliche Absage erteilt.[3]

Ein Konzept von 2012/13 sieht die Fusion von Dienersdorf, Hofkirchen und Kaindorf zu einer Gemeinde von etwa 2.000 Einwohnern vor.[4][5]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Kaindorf ist als ländliche Gemeinde gut an das Straßennetz angebunden. Durch den Ort verlaufen die Wechsel Straße B 54 von Wien über Hartberg und Gleisdorf nach Graz, sowie die Landesstraße von Pöllau über Sebersdorf, Bad Waltersdorf und Blumau nach Fürstenfeld. Nach acht Kilometern kreuzt die Straße die Süd Autobahn A 2 von Wien nach Graz bei der Anschlussstelle Sebersdorf / Bad Waltersdorf (126).

Kaindorf hat keinen Eisenbahnanschluss. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Sebersdorf und bietet Zugang zur Thermenbahn mit zweistündlichen Regionalzug-Verbindungen nach Wien und Fehring.

Der Flughafen Graz ist ca. 50 km entfernt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Kaindorf befindet sich der Firmensitz des Fleisch- und Wurstherstellers Schirnhofer.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche Kaindorf
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Kaindorf

Die Pfarrkirche St. Jakob wurde von 1716 bis 1722 unter Einbeziehung des Vorgängerbaus errichtet, nachdem die gotische Kirche 1704 durch die Kuruzen stark beschädigt worden war.

Bei den vermutlich im 14. Jahrhundert entstandenen Frauenhöhlen von Kaindorf, die der Bevölkerung eine Zuflucht zu Kriegszeiten sein sollten, handelt es sich um einen Erdstall. Der Zugang von Kaindorf ist heute nicht mehr möglich. Das Gangsystem reicht bis Hofkirchen, wo sich neben der Kirche der Eingang befindet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Mit Kaindorf verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Prälat Dr. theol. Willibald Rodler (1931–2012), Bischofsvikar für das diözesane Bildungswesen der Diözese Graz-Seckau
  • Karin Ammerer (* 1976), Kinderbuchautorin
  • Franz Hauptmann, Landesfeuerwehrkommandant von 2001–2006

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kaindorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 21. November 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Kaindorf und der Gemeinden Dienersdorf und Hofkirchen bei Hartberg, alle politischer Bezirk Hartberg-Fürstenfeld. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 6. Dezember 2013. Nr. 153, 35. Stück. ZDB-ID 705127-x. S. 682–683.
  2. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 38, 1988, S. 31
  3. Wiener Zeitung: Befragte oststeirische Gemeinden gesamt zu 87 Prozent gegen Fusion. 20. November 2011.
    Kleine Zeitung: Große Mehrheit stimmte gegen Gemeindefusion. 20. November 2011.
  4. Die neue Gemeindestruktur der Steiermark. Liste Endversion A01, 2012 (pdf, gemeindestrukturreform.steiermark.at; 97 kB).
  5. Karte in Präsentation der Ergebnisse der Gemeindestrukturreform. kleinezeitung.at, 21. Januar 2013. Stand der Karte 13. Januar 2013