Wenigzell

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Wenigzell
Wappen von Wenigzell
Wenigzell (Österreich)
Wenigzell
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Hartberg-Fürstenfeld
Kfz-Kennzeichen: HF (ab 1.7.2013; alt: HB)
Hauptort: Pittermann
Fläche: 35,68 km²
Koordinaten: 47° 26′ N, 15° 47′ O47.42555555555615.786111111111831Koordinaten: 47° 25′ 32″ N, 15° 47′ 10″ O
Höhe: 831 m ü. A.
Einwohner: 1.422 (1. Jän. 2014)
Postleitzahlen: 8254, 8253
Vorwahl: 03336
Gemeindekennziffer: 6 22 62
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Pittermann 222
8254 Wenigzell
Website: www.wenigzell.steiermark.at
Politik
Bürgermeister: Herbert Hofer (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
11 ÖVP, 4 SPÖ
Lage der Gemeinde Wenigzell im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld
SteiermarkLage der Gemeinde Wenigzell im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Marktplatz
Marktplatz
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Wenigzell mit 1422 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) ist eine Gemeinde in der Oststeiermark, Österreich. Sie liegt im Gerichtsbezirk Fürstenfeld und im politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld.

Geografie[Bearbeiten]

Wenigzell liegt im Bergland des Jogllandes im Nordosten der Steiermark.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet ist unterteilt in vier Katastralgemeinden (Fläche 2001): Kandlbauer (778,23 ha), Pittermannviertl (842,05 ha), Sichart (791,86 ha), Sommersgut (1.136,94 ha).
Ortschaften sind (Einwohner 2011): Kandlbauer (183 EW), Pittermann (698 EW), Sichart (233 EW) und Sommersgut (302 EW).

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

An Wenigzell grenzen im Uhrzeigersinn:

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 1.225
1880 1.208
1890 1.215
1900 1.215
1910 1.221
1923 1.275
1934 1.423
1939 1.369
1951 1.275
1961 1.522
1971 1.627
1981 1.667
1991 1.639
2001 1.554

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ursprünge Wenigzells gehen auf das Jahr 1141 zurück: Damals kam Graf Wolfrad von Treffen im Tauschhandel mit dem Erzbischof von Salzburg in den Besitz der „100 Huben“. Zur Kolonisierung zog er Siedler aus seiner schwäbischen Heimat heran. Von diesen ursprünglichen Siedlern hat sich aber nichts erhalten (z. B. im Namensgut), da sie bald von Siedlern aus dem Pittener-Gebiet überlagert wurden. Auch die Namen der Katastralgemeinden gehen auf (bairische) Familiennamen der letztgenannten Siedler aus dem Pittener-Gebiet zurück.

Vermutlich schenkte noch Graf Wolfrad von Treffen dem Chorherrenstift Vorau einen Waldhügel, auf dem dieses um 1185 eine Kapelle der Heiligen Margareta, die 1209 erstmals erwähnt wird und einen Wirtschaftshof errichtete. Von diesem stammt auch der Name, der so viel wie „kleiner Hof“ bedeutet. Um die Kapelle der Heiligen Margareta entstand auch das Dorf, von dem wir schon um 1200 Zeugnis besitzen. Vielleicht schon um 1220 wurde Wenigzell eine eigenständige Pfarre, da wir um 1250 den ersten Pfarrer namens Heinrich kennen.

Aus der Zeit der Reformation wissen wir, dass die Wenigzeller treu zum alten Glauben standen, was wohl auch auf die gute seelsorgliche Betreuung durch die Vorauer Chorherren zurückzuführen ist. Vermutlich wurde nach dem Neubau der Stiftskirche von Vorau (1660 bis 1662 durch Domenico Sciassia) auch die Pfarrkirche von Wenigzell neu erbaut.

1692 erwirkte Pfarrer Georg Tentius über den Vorauer Propst Phillip Leisl bei Papst Innozenz XII. die Bestätigung der Patrizibruderschaft. Diese machte Wenigzell zu einem vielbesuchten Wallfahrtsort zum Heiligen Patrizius. Der Zustrom der Wallfahrer wurde so stark, dass am Patrizitag, dem 17. März 1716 ein Wallfahrer in der Kirche erdrückt wurde. 1721 freskierte der bedeutende Barockmaler Johann Cyriak Hackhofer die fünf Initiennischen um die Kirche mit den Geheimnissen des Schmerzhaften Rosenkranzes.

Infolge des Patrizitages 1716 entschloss man sich zum Neubau der Pfarrkirche, der 1733 bis 1735 von Andreas Straßgietl ausgeführt wurde. Die ca. 40 m lange Kirche erhielt eine reiche barocke Ausstattung: die Wände wurden mit feinen Stuckaturen überzogen in die Kartuschen für Fresken von Joseph Georg Mayr eingelassen waren. Außerdem erhielt die Kirche fünf Altäre: den Hochaltar zu Ehren der Heiligen Margareta sowie die vier Seitenaltäre der Heiligen Maria und Heiligen Josef sowie der Heiligen Patrizius und Heiligen Leonhard. Im Zuge des Josephinismus wurden 1783 die Votivbilder aus der Kirche entfernt und auch die Wallfahrt wurde verboten. Im Biedermeier erholte sich die Wallfahrt aber wieder.

1829 wurde in Wenigzell Barbara Sicharter, die Ordensgründerin der Vorauer Schwestern und Gründerin des Marienkrankenhauses Vorau geboren.

In den letzten Kriegstagen 1945 wurde das gesamte Dorf Wenigzell ein Opfer des Krieges. Die Kirche brannte aus und die Häuser wurden zerstört. 1946 begann der Wiederaufbau: Die Kirche bekam ein neues Dach, Fenster wurden eingesetzt, neue Glocken wurden angeschafft und die Kirche neu ausgestattet. Die Ausstattung wurde noch bis 1992 ergänzt.

Wenigzell entwickelte sich nach dem Krieg zu einer vielbesuchten Sommerfrische, vor allem für die Wiener. Es gibt verschiedene Themenwanderwege und einen Barfußpark, ein Heimatmuseum und die neu errichtete Jogllandoase, ein Hallenbad mit Wellness- und Saunabereich.

1981 wurde Wenigzell Sieger bei der Entente Florale Europe, dem europäischen Blumenschmuckwettbewerb.

Religionen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung von Wenigzell ist fast zur Gänze, nämlich zu 97,8 % römisch-katholisch; 0,6 % sind evangelisch, von ebenso vielen ist das Bekenntnis unbekannt. Ohne religiöses Bekenntnis sind 0,7 % der Bevölkerung.

Wenigzell ist Sitz einer römisch-katholischen Pfarre.

Kirche Wenigzell

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Wenigzell

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2010 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

  • 11 ÖVP – stellt den Bürgermeister und den Vizebürgermeister
  • 4 SPÖ – stellt den Kassier

Gemeindevorstand[Bearbeiten]

Der Gemeindevorstand besteht aus dem Bürgermeister Mag. Herbert Hofer, dem Vizebürgermeister Manfred Steinbrenner und dem Kassier Heribert Rozanek.

Wappen[Bearbeiten]

Das Gemeindewappen wurde 1981 verliehen.
Blasonierung: „In Rot, schräg rechts eine goldene Perlenreihe, oben von einem goldenen Greifenfuß, unten von einer goldenen Hirschstange begleitet.“
Die Perlenreihe macht den griechischen Namen der Hl. Margareta (Pfarrpatronin) in der „Kleinen Zelle“ verständlich. Der Greifenfuß drückt die enge Verbindung mit dem Stift Vorau aus. Die Hirschstange weist auf die Herkunft des Ortsgründers hin - die Hirschstange wurde dem Wappen seiner Verwandten, den alemannischen Grafen Isny-Veringen, entlehnt.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wenigzell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatHeinrich Purkharthofer: Die im Jahre 1981 verliehenen steirischen Gemeindewappen. S. 10, abgerufen am 11. April 2010 (PDF).