Grafendorf bei Hartberg

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Grafendorf bei Hartberg
Wappen von Grafendorf bei Hartberg
Grafendorf bei Hartberg (Österreich)
Grafendorf bei Hartberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Hartberg-Fürstenfeld
Kfz-Kennzeichen: HF (ab 1.7.2013; alt HB)
Fläche: 25,22 km²
Koordinaten: 47° 20′ N, 15° 59′ O47.34027777777815.990833333333383Koordinaten: 47° 20′ 25″ N, 15° 59′ 27″ O
Höhe: 383 m ü. A.
Einwohner: 2.513 (1. Jän. 2014)
Postleitzahlen: 8232, 8230, 8233
Vorwahl: 03338
Gemeindekennziffer: 6 22 13
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 47
8232 Grafendorf bei Hartberg
Website: www.grafendorf.at
Politik
Bürgermeister: Johann Handler (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
9
3
3
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Grafendorf von Nordwesten
Grafendorf von Nordwesten
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Grafendorf bei Hartberg ist eine Marktgemeinde mit 2513 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Osten der Steiermark im Gerichtsbezirk Fürstenfeld und im politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld. Ab 1. Jänner 2015 ist sie Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform mit der Gemeinde Stambach zusammengeschlossen, die neue Gemeinde wird den Namen „Grafendorf bei Hartberg“ weiterführen.[1]

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Grafendorf bei Hartberg liegt im oststeirischen Hügelland etwa sechs Kilometer nördlich der Bezirkshauptstadt Hartberg nahe der Grenze zum Burgenland. Im Norden der Marktgemeinde entspringt die Hartberger Safen, die sie anschließend der Länge nach durchfließt und zahlreiche kleinere Bäche aufnimmt. Der Ostteil der Gemeinde wird vom Lungitzbach, einem rechten Nebenfluss der Lafnitz, entwässert.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Marktgemeinde Grafendorf bei Hartberg besteht aus den Katastralgemeinden Erdwegen, Grafendorf, Gräflerviertl, Obersafen und Seibersdorf bzw. aus den Ortschaften Erdwegen (200 Einwohner), Grafendorf bei Hartberg (1.012), Kleinlungitz (245), Lechen (182), Obersafen (156), Reibersdorf (70), Seibersdorf am Hammerwald (538) und Untersafen (144) (Stand: 15. Mai 2001).

Eingemeindungen[Bearbeiten]

1959 wurden die selbständigen Gemeinden Erdwegen, Gräflerviertl, Obersafen und Seibersdorf am Hammerwald mit Grafendorf bei Hartberg vereinigt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Eichberg Eichberg Lafnitz
Stambach Nachbargemeinden Lafnitz
Greinbach Hartberg Sankt Johann in der Haide

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gegend um Grafendorf war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt, wie einige Funde belegen. Als die Römer um 15 v. Chr. bis an die Donau vorrückten, wurde das heutige Gemeindegebiet Teil der Provinz Noricum. Einige Funde weisen auf eine Besiedlung hin.

Anschließend besiedelten die Slawen das Gemeindegebiet. Ende des 8. Jahrhunderts gelangte es durch Karl den Großen zum Fränkischen Reich. Bald darauf wurde die Oststeiermark von den Ungarn erobert, so dass die Besiedlung erst nach der Rückeroberung durch Heinrich III. fortgesetzt werden konnte.

Um 1130 wurde der Ort Grafendorf von Ekbert II. von Formbach-Pitten als zweizeilige Grabendorfanlage gegründet.[2] Im Jahre 1144 wurde Grafendorf erstmals urkundlich erwähnt und als sehr bekannt bezeichnet. 1158 wurde das Kloster Vornbach durch eine Schenkung Grundherr, Die Verwaltung wurde von der Propstei Gloggnitz aus vollzogen. Im Besitz des Klosters Vornbach blieb Grafendorf bis zum Reichsdeputationshauptschluss im Jahre 1803, woraufhin es dem Staat zufiel und 1815 an den Inhaber einer Glasfabrik versteigert wurde. Von 1831 bis 1838 war das Stift Vorau Grundherr über Grafendorf, ehe es 1849 eine selbständige Gemeinde wurde. 1964 wurde Grafendorf zur Marktgemeinde erhoben.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1869 bis 1910

  • 1869: 1687
  • 1880: 1784
  • 1890: 1886
  • 1900: 1883
  • 1910: 1899

1923 bis 1961

  • 1923: 1954
  • 1934: 2031
  • 1939: 1866
  • 1951: 1974
  • 1961: 1911

1971 bis 2013

  • 1971: 2160
  • 1981: 2348
  • 1991: 2449
  • 2001: 2547
  • 2013: 2500[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Kirchberg am Walde
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Grafendorf bei Hartberg

Museen[Bearbeiten]

Das Heimatmuseum Grafendorf zeigt interessante Einblicke in die Entwicklung des Gemeindegebietes von der Jungsteinzeit über die Römerzeit und das Mittelalter bis heute. Es ist nur nach vorheriger Anmeldung geöffnet.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Schloss Kirchberg am Walde[4] wurde um 1130 zunächst als Burg erbaut. Sie war Herrschaftssitz und Ausgangspunkt für die Besiedlung des Gemeindegebietes. Nach der Zerstörung durch die Türken wurde das Schloss 1532 durch die Grafen Trautmansdorff, die von 1443 bis 1669 Besitzer waren, wieder aufgebaut.[5] Seit 1923 beherbergt das heutige Schloss eine Landwirtschaftsschule und Bildungszentrum für Land- und Forstwirtschaft in der Oststeiermark.

Sport[Bearbeiten]

Der 3-Schlösser-Wanderweg führt vorbei an den drei Schlössern der Gemeinden Stambach, Grafendorf und Eichberg: Schloss Kirchberg, Schloss Aichberg und Schloss Reitenau.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Grafendorf bei Hartberg liegt direkt an der Wechsel Straße B 54 nach Friedberg und Hartberg. Die Süd Autobahn A 2 nach Graz und Wien ist über die Anschlussstelle Hartberg (115) zu erreichen und etwa neun Kilometer entfernt.

Auf einer Anhöhe außerhalb des Ortes liegt der Bahnhof von Grafendorf. Er bietet Zugang zur Thermenbahn mit der Linienführung Friedberg – Hartberg – Fehring und zweistündlichen Regionalzug-Verbindungen.

Der Flughafen Graz und der Flughafen Wien-Schwechat sind beide ca. 100 km entfernt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse:

Partei 2005 2000 1995 1990
Stimmen  % Mandate Stimmen  % Mandate Stimmen  % Mandate Stimmen  % Mandate
ÖVP 988 60 9 951 60 10 904 57 9 998 64 10
SPÖ 514 31 5 218 14 2 283 18 2 284 18 3
FPÖ 146 9 1 272 17 2 399 25 4 273 18 2
Erneuerung für Grafendorf 151 9 1
Wahlbeteiligung 83 % 83 % 89 % 92 %

Wappen[Bearbeiten]

Die Steiermärkische Landesregierung hat der Marktgemeinde Grafendorf bei Hartberg am 1. August 1964 ein eigenes Wappen verliehen.
Blasonierung: „In silbernem Schild ein roter Greif.“[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 12. Dezember 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Grafendorf bei Hartberg und der Gemeinde Stambach, beide politischer Bezirk Hartberg-Fürstenfeld. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 20. Dezember 2013. Nr. 171, 37. Stück. ZDB-ID 705127-x. S. 712–713.
  2. a b  Kramer - Mirsch - Rupp: DAHEIM IN .... Dokumentation der Gemeinden im Bezirk Hartberg. Scripta Verlag, 1996, S. 106.
  3. Statistik Austria, abgerufen am 21. Dezember 2013
  4. Eintrag über Kirchberg am Walde (Stmk) auf Burgen-Austria
  5.  Kramer - Mirsch - Rupp: DAHEIM IN .... Dokumentation der Gemeinden im Bezirk Hartberg. Scripta Verlag, 1996, S. 107.
  6. http://tgi19.telekom.at/portal/page?_pageid=136,55974&_dad=portal&_schema=PORTAL

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grafendorf bei Hartberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien