Pinggau

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Dieser Artikel beschreibt den Ort Pinggau. Für den gleichnamigen Fluss (veralteter Name), siehe Pinka.
Pinggau
Wappen von Pinggau
Pinggau (Österreich)
Pinggau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Hartberg-Fürstenfeld
Kfz-Kennzeichen: HF (ab 1.7.2013; alt: HB)
Fläche: 59,09 km²
Koordinaten: 47° 27′ N, 16° 4′ O47.44388888888916.064166666667527Koordinaten: 47° 26′ 38″ N, 16° 3′ 51″ O
Höhe: 527 m ü. A.
Einwohner: 3.126 (1. Jän. 2014)
Postleitzahlen: 8243, 2872, 7421, 7423, 8240
Vorwahl: 03339
Gemeindekennziffer: 6 22 33
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 1
8243 Pinggau
Website: www.pinggau.steiermark.at
Politik
Bürgermeister: Leopold Bartsch (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(21 Mitglieder)
17 ÖVP, 3 SPÖ, 1 FPÖ
Lage der Marktgemeinde Pinggau im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld
SteiermarkLage der Gemeinde Pinggau im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Die Marktgemeinde Pinggau mit 3126 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) liegt im Osten der Steiermark (Österreich) im Gerichtsbezirk Fürstenfeld und im politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld am Fuße des Wechsels.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Pinggau liegt ca. 20 km nördlich der Bezirkshauptstadt Hartberg im Nordosten des Bezirks. Die Gemeinde wird von der Pinka durchflossen, einem Nebenfluss der Raab. Die Pinka entspringt im äußersten Nordwesten des Gemeindegebietes, das von zahlreichen Zuflüssen entwässert wird.

Pinggau wird im Norden durch den Wechsel begrenzt und hat dort mit dem Niederwechsel (1.669 m), dem Irrbühel (1.423 m), dem Windhag (1.395 m) und dem Hochkogel (1.314 m) seine höchsten Erhebungen. Nach Osten hin fällt das Gemeindegebiet zur Pinka hin ab. Pinggau ist mit seiner Nachbarstadt Friedberg zusammengewachsen.

Das Gemeindegebiet grenzt im Norden an Niederösterreich (Mönichkirchen) und im Süden an das Burgenland (Pinkafeld).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Pinggau setzt sich aus acht Katastralgemeinden und den zugehörigen Ortschaften zusammen (Stand: 15. Mai 2001):

Katastralgemeinde Einwohner Fläche (ha) weitere Ortsteile
Baumgarten 226 975,58 Koglreith, Pichlhöf, Rosenbichl
Haideggendorf 235 327,70 Schäffernsteg
Pinggau 1.172 221,34
Schaueregg 278 1955,07 Glashütte, Tränktörl
Sinnersdorf 257 272,61
Sparberegg 188 703,78
Tanzegg 130 527,53 Lafnitzdorf, Schäffernsteg
Wiesenhöf 589 915,70 Brandstatt, Dirnegg, Steirisch-Tauchen

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Sankt Lorenzen am Wechsel Aspangberg-Sankt Peter, Mönichkirchen Schäffern
Friedberg, Dechantskirchen Nachbargemeinden Schäffern
Friedberg Pinkafeld Wiesfleck

Geschichte[Bearbeiten]

Pinggau, im Hintergrund Friedberg. Um 1820, lith. J.F. Kaiser

Eine frühe Mautstelle beweist, dass Pinggau ein alter Straßenknotenpunkt ist. Trotzdem wurden Pinggau und seine Kirche erst 1377 erstmals erwähnt.

Das Gemeindegebiet umfasste schon bei der Gemeindebildung im Jahr 1849 die heutige Ausdehnung von Schaueregg im Norden bis Sinnersdorf an der ehemals ungarischen Reichsgrenze im Süden. Ausgenommen davon ist die Katastralgemeinde Sparberegg, die mit 1. Jänner 1969 von Schäffern zu Pinggau kam.[1]

Die Führung der Bezeichnung Marktgemeinde wurde am 11. Juni 1931 vom Steiermärkischen Landtag verliehen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 2.386
1880 2.324
1890 2.321
1900 2.330
1910 2.620
1923 2.697
1934 2.854
1939 2.842
1951 2.887
1961 2.867
1971 3.031
1981 3.063
1991 3.141
2001 3.075

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse:[2]

Partei 2005 2000 1995 1990
Stimmen  % Mandate Stimmen  % Mandate Stimmen  % Mandate Stimmen  % Mandate
ÖVP 1.452 72 16 1.257 66 14 1.103 57 12 1.236 63 14
SPÖ 486 24 5 462 24 5 667 34 7 523 27 5
FPÖ 86 4 0 189 10 2 179 9 2 199 10 2
Wahlbeteiligung 80 % 82 % 85 % 90 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Leopold Bartsch (ÖVP). 1. Vizebürgermeister ist Herbert Zingl (ÖVP), 2. Vizebürgermeister ist Johann Koschatko (SPÖ).

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Pinggau wird wie folgt beschrieben:
„Ein goldenes Schild, in dem auf einem goldenen Postamente die Szene der Beweinung des vom Kreuze abgenommenen Leichnams Christi dargestellt ist. Hinter dem Leichnam sitzend drei Heiligengestalten: in der Mitte die Mutter Gottes, zur Rechten der Apostel Johannes, zur linken Maria Magdalena. Die Mutter Gottes, bekleidet mit einem roten Gewande, einem blauen goldverbrämten Mantel, einem weißen Haupttuche und einem gleichfarbigen Halstuche, stützt mit ihrer rechten Hand den aufgerichteten Oberkörper des Leichnams Christi und hält dessen linken Arm mit ihrer linken Hand. Der heilige Johannes, angetan mit einem grünen Gewande mit goldenem Ärmelaufschlag und mit einem roten, goldverbrämten Mantel, stützt mit beiden Händen das Haupt Christi. Die heilige Maria Magdalena, bekleidet mit einem rotgrünen Gewande und den Kopf bedeckt mit einem weißen Tuche, hält in ihrer Rechten ein goldenes Salbölgefäß; ihr linker Arm ist aufgerichtet. Den Schild umgibt eine ornamentierte, bronzefarbene Randeinfassung.“

Kirche Pinggau

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Pinggau

Musik[Bearbeiten]

Die Marktmusikkapelle Pinggau wurde am 28. August 1932 gegründet. Der Höhepunkt des musikalischen Jahres ist das Frühjahrskonzert, musikalische Heimat des Vereins ist das im Sommer 2009 eröffnete „Haus der Musik“.

Sport[Bearbeiten]

Der Naturbadesee wird jährlich im Frühjahr neu gefüllt. Zwei große Biotope reinigen das Wasser auf natürliche Weise. Im Jahr 1947 gründete Pinggau zusammen mit der Stadtgemeinde Friedberg den Fußballverein FC Pinggau/Friedberg.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Pinggau ist seit 1996 jährlicher Austragungsort der Bosch Super Plus Rallye, einen Rennen der österreichischen Rallye-Staatsmeisterschaft.

Pfarre Pinggau – Wallfahrtsort Maria Hasel[Bearbeiten]

Der Kirche wurde nach einer Legende benannt: Hirten sollen in einem Haselstrauch an der Pinka ein Marienbild gefunden haben. Dieses wurde später in die benachbarte Kirche gebracht, die 1377 erstmals erwähnt wurde und mit Fresken von Johann Cyriak Hackhofer ausgestattet ist. Neben der Kirche findet sich die 1698 erbaute Brunnkapelle mit einer steinernen Pietà aus dem Jahr 1717. Mit ihrer fließenden Heilquelle ist der Ort ein geistiger Kraftplatz für viele betende Menschen.[3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet führt die Süd Autobahn A 2 von Wien nach Graz, die über die Anschlussstelle Pinggau / Friedberg (95) erreicht wird. Zudem kreuzen sich in Pinggau die im Gemeindegebiet gut ausgebaute Wechsel Straße B 54 von Wiener Neustadt nach Gleisdorf und die Steinamangerer Straße B 63 nach Pinkafeld und Oberwart.

Im Gemeindegebiet befinden sich vier Eisenbahn-Haltepunkte. Die Haltepunkte Pinggau Markt und Tauchen-Schaueregg liegen an der Wechselbahn von Friedberg nach Wiener Neustadt. Die Strecke bietet zweistündliche Regionalzug-Verbindungen Wiener Neustadt und über die anschließende Thermenbahn nach Hartberg. Die Haltepunkte Pinggau Freizeitzentrum und Sinnersdorf liegen an der 2011 für den Personenverkehr stillgelegten Pinkatalbahn Richtung Oberwart.

Der Flughafen Graz und der Flughafen Wien-Schwechat sind jeweils ca. 100 km entfernt.

Pinggau (rechts) um 1878 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die Bleyle GmbH vertrieb als Nachfolgerin der 1988 insolventen Stuttgarter Firma Bleyle bis 2009 gestrickte Damenkleidung. Sie hat den Markennamen der Muttergesellschaft übernommen.

Energiewirtschaft[Bearbeiten]

Bei Haideggendorf befindet sich eine Erdöl-Pumpstation der Adria-Wien-Pipeline. Durch das Gemeindegebiet verlaufen auch Trans-Austria-Gasleitungen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pinggau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stmk. Landesgesetzblatt Nr. 164/1968, die Verordnung der betroffenen Grundstücke erfolgte mit dem Stmk. Landesgesetzblatt Nr. 163/1969
  2. Gemeinde Pinggau
  3. Wahlfahrtskirche Maria Hasel