Schamhaarentfernung

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William-Adolphe Bouguereau, „Badende“ (1870)
William-Adolphe Bouguereau, „Badende“ (1870)

Die Schamhaarentfernung ist die vollständige oder partielle Entfernung des Schamhaars im Intimbereich eines Mannes oder einer Frau.

Man unterscheidet zwischen:

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Bereiche

[Bearbeiten] Intimbereich

Zum „Intimbereich“, auf dem Schamhaare wachsen, gehören bei der Frau die großen (äußeren) Schamlippen sowie der Venushügel, bei Männern der Penisschaft, der Hodensack und der Bereich oberhalb davon. Das Perineum sowie der Bereich des Anus ist bei beiden Geschlechtern in der Regel mit Schamhaaren bewachsen.

[Bearbeiten] Bikinizone

Als Bikinizone wird umgangssprachlich die von Schamhaaren bewachsene Zone in der engeren Nähe des Intimbereichs bezeichnet, die beim Tragen einer Bikinihose unbedeckt ist. Da Größe und Form von Bikinihosen jedoch stark variieren, ist der Bereich nicht eindeutig definiert. Es wird auch von Bikinizone gesprochen, um den gesamten Intimbereich zu beschreiben.

Der Begriff wird in der Regel im Zusammenhang mit Haarentfernung verwendet.

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Antike Hochkulturen

Die Chariten, Kopie eines hellenisches Originals aus dem 2. Jh. v.Chr., Skulptur im Pariser Louvre
Die Chariten, Kopie eines hellenisches Originals aus dem 2. Jh. v.Chr., Skulptur im Pariser Louvre

Schon im Altertum war es in verschiedenen Kulturen üblich, sich die Schambehaarung zu entfernen.

Bereits die Menschen in den frühen Hochkulturen in Mesopotamien und Ägypten begannen, sich Körperhaaren zu entledigen. Vor 4000 bis 3000 v. Chr. wurden Haarentfernungsmittel aus Harzen, Pflanzenextrakten, Eselsfett, Fledermausblut und Pech verwandt. Andere Praktiken sahen geschliffene Steine und Muscheln zur Haarentfernung vor.

Im alten Ägypten gehörte ein haarloser Körper zum Schönheitsideal. Besonders Frauen entfernten sich die Augenbrauen sowie die Körperbehaarung einschließlich der Schamhaare. Die Menschen rasierten sich eine Glatze und trugen aufwändige Perücken. Neben der Ästhetik spielte damals auch die Hygiene eine entscheidende Rolle. Ohne Körperbehaarung war es schwieriger für Parasiten sich festzusetzen, so dass die Verbreitung von Krankheiten eingedämmt wurde.

Auf ägyptischen Grabmalereien aus der Amarna-Zeit findet man Darstellungen von nur mit Schmuck bekleideten Sklavinnen, die an der Scham haarlos sind. Zur Haarentfernung wurden damals Bronzemesser oder Bienenwachs verwendet.

Auch einige antike griechische Vasenmalereien zeigen nackte Menschen, die bis auf das Haupthaar völlig unbehaart sind. Aufzeichnungen aus der Zeit um 590 v. Chr. besagen, dass zum Beispiel die Freudenmädchen damals geschminkt und an der Scham epiliert waren. Man nutzte dazu u. a. Orpiment, ein arsenhaltiges Produkt.

Im antiken Rom wurde viel Wert auf Äußeres gelegt. Die berühmten, im großen Stil angelegten Badeanlagen waren Zentren der Körperpflege. Einige entfernten sich Bein-, Achselbeharung, Barthaare und es gab römische Frauen, die sich ihre Augenbrauen mit Pinzetten auszupften. Teilweise wurde auch die Schambehaarung epiliert.

Obwohl von Wandgrafitti aus Pompeji auch bekannt ist, dass manche Männer Frauen mit Intimbehaarung bevorzugten, entfernten die allermeisten Prostituierten ihre Schambehaarung, da sie so höhere Preise verlangen konnten. Ob diese Gewohnheit auch auf ästhetische Vorlieben der männlichen Kunden oder nur auf deren hygienische Vorlieben zurückgeht, ist unklar. Der hygienische Aspekt wurde auch von antiken Ärzten beschrieben. Über die Verbreitung bei Bürgerinnen ist nicht viel bekannt. Der hygienische Aspekt spricht allerdings für die Annahme der Haarentfernung.

Neben bereits bekannten Enthaarungsmethoden wurden die Haare auch mit groben Handschuhen oder sandpapierähnlichen Scheiben abgerieben. Ebenso waren andere, ungesunde Methoden verbreitet, wie die Benutzung von Kalklauge oder Arsen.

Durch die Eroberungen des antiken Rom gelangte die römische Bade- und Körperkultur in weite Teile Europas, Nordafrikas und den Orient.[1]

[Bearbeiten] Islam

Schamhaarentfernung in der Kunst: Jules-Joseph Lefebvre, „La Cigale“ (1872)
Schamhaarentfernung in der Kunst: Jules-Joseph Lefebvre, „La Cigale“ (1872)

Der sich seit dem Mittelalter ausbreitende Islam schreibt seinen Anhängern Sauberkeit und Körperpflege vor. Die Entfernung der Schamhaare gehört entsprechend der Fitra zur „natürlichen Veranlagung des Menschen“, womit die gottgewollten Veränderungen am menschlichen Körper gemeint sind (weiterhin Beschneidung, Entfernung der Achselhaare sowie Schneiden der Nägel)[2]. Muslime (Männer und Frauen) müssen sich nach den islamischen Reinlichkeitsregeln alle 40 Tage enthaaren. Frauen tun dieses aber in der Regel häufiger. Üblich ist die monatliche Enthaarung immer direkt nach der Menstruation.

Im trockenen Wüstenklima, wo Wasser zu kostbar zum Waschen ist, ist eine stark reduzierte Schambehaarung von Vorteil. Doch auch wenn ursprünglich hygienische Gründe die Ursache für diese religiöse Reinlichkeitsregel waren, so entwickelte sich daraus auch ein Schönheitsideal, das in den islamischen Ländern, speziell im arabischen Raum und in der Türkei, bis heute verbreitet ist.

Abgesehen davon übernahmen die Araber teilweise auch die römische Badekultur und errichteten Bäder, die sogenannten Hamams. Neben dem Baden und Schwitzen wurde in den Hamams auch viel für die Schönheitspflege getan. Die Männer nutzten die entspannte Atmosphäre, um sich zu rasieren, die Frauen epilierten sich oder färbten sich die Haare.

In den Harems der Herrscher gab es sogar extra ausgebildete Eunuchen, die den Frauen den Körper und vor allem den Schambereich rasierten.

Traditionell wurden im arabischen Raum den Frauen einen Tag vor der Hochzeit alle Haare bis auf die Kopfhaare und Augenbrauen im Rahmen einer Zeremonie entfernt (teilweise ist diese Tradition auch heute noch lebendig). Der haarlose Körper galt als Symbol der Unbeflecktheit und Ergebenheit. Zur Haarentfernung benutzte man im Orient Halawa, eine warme Paste aus Zucker und Zitronensaft, die bis heute in dieser Region ein gängiges Mittel der Haarentfernung ist, oder man riss sich die Haare mittels Fäden durch schnelle Bewegungen heraus.

Auch heutzutage wird von Frauen im allgemeinen die komplette Entfernung der Schamhaare erwartet.[3]

[Bearbeiten] Mittelalterliches Abendland

Mit der Ausbildung eines mittelalterlichen Stadtwesens, dem Aufstieg des Bürgertums und der Rückkehr der Kreuzritter im 12./13. Jahrhundert gelangte auch die Badekultur zurück nach Europa. Das gemeinsame Baden von Männern und Frauen war verbreitet, sehr zum Ärger der Kirche. Außer einer etwaigen Kopfbedeckung hatte man grundsätzlich nichts an.

Frauen aus gehobeneren Schichten entfernten oft ihr Schamhaar, um sich wirklich hüllenlos zeigen zu können. Die einfachen Bürgermädchen und -frauen folgten ihrem Beispiel, so dass die Haarentfernung die Regel wurde. Da insbesondere in der Buchmalerei ausschließlich Darstellungen von nackten Personen ohne Schamhaar überliefert sind, ist die Praxis der Intimrasur für das Mittelalter gesichert. Unter anderem ist auch eine Reliefdarstellung einer Frau beim Schneiden der Schambehaarung mit einer Schere überliefert [4]. Die angewandten Mittel zur Haarentfernung waren jedoch oftmals mehr als fragwürdig. Mitunter griffen sie die Haut an oder hinterließen hässliche Narben. Man verwendete unter anderem auch eingedickten Sirup mit Terpentinzusatz. Die Ausbreitung der Pest und der 30-jährige Krieg führten schließlich zu massenhaften Schließungen der Bäder, da diese als Orte der Ansteckung galten. Dadurch gab es keinen ausgleichenden Gegensatz mehr zu dem negativen christlichen Verständnis des nackten menschlichen Körpers.

Frau bei Intimrasur, Skulptur im Castello Sforzesco, 12. Jahrhundert
Frau bei Intimrasur, Skulptur im Castello Sforzesco, 12. Jahrhundert

Dies führte mehr und mehr zu einer Tabuisierung des nackten Körpers, was mit den bekannten Geruchsproblemen einhergeht. Berühmt sind die Darstellungen in asiatischen (und späteren amerikanischen) Erzählungen und Schriften, die die Begegnung mit europäischen Reisenden beschreiben, wie z. B. Marco Polo oder literarisch bei James Clavell (Tai Pan, Shogun). [5] [6]

[Bearbeiten] Indigene Kulturen

In vielen indigenen Völkern ist die Entfernung der Körper- bzw. Schambehaarung eine verbreitete kulturelle Tradition. In der Hochkultur der Azteken entfernten sich Frauen und Männer generell die komplette Körperbehaarung mit metallenen Pinzetten (Priester verwendeten goldene); sogar die Schädel wurden kahlgeschoren.

Bei den Nuba in Afrika ist die Entfernung der Schambehaarung bei beiden Geschlechtern verbreitet. Die Frauen der Huaorani reiben sich dazu die Stellen, an denen sie keine Haare wünschen, mit Asche ein und können sich die Haare anschließend schmerzfrei ausreißen.[7] In Teilen Südamerikas werden die weiblichen Schamlippen als vertikales Lächeln der Frauen bezeichnet, das nicht durch die Schambehaarung versteckt werden soll.

[Bearbeiten] Europa in der Neuzeit

Aktfotographie des frühen 20. Jahrhunderts
Aktfotographie des frühen 20. Jahrhunderts

Ab dem 15./16. Jahrhundert erlangte die Entfernung der Schambehaarung in Europa noch eine andere Bedeutung. Mit der zunehmenden Hexenverfolgung wurden verschiedene Methoden entwickelt, welche die Verdächtigen „überführen“ sollten. Für die sogenannte Nadelprobe suchte man ein Zeichen am Körper, das der Teufel hinterlassen haben sollte, z. B. einen Leberfleck oder eine Narbe. Die Delinquentinnen wurden am ganzen Körper epiliert oder ausrasiert. Da vor allem auf den Brüsten und in der Schamgegend das Teufelsmal zu erwarten war, wurden die Frauen am ganzen Körper eingehend untersucht. Anschließend wurden die Opfer hüllenlos vor Gericht geführt. Aber auch bei anderen Hexenproben wurden den Frauen alle Körperhaare entfernt, da man glaubte, ihnen dadurch die Zauberkraft nehmen zu können.

Anfang des 18. Jahrhunderts wurde in Europa abermals die Epilation der Schamhaare üblich, beispielsweise am französischen Hof unter Ludwig XV. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, der viktorianischen Epoche, fand die Entfernung der Schamhaare wieder eine größere Beliebtheit. Diese Mode setzte sich zu dieser Zeit vorwiegend in den gehobenen Gesellschaftsschichten durch. Die um diese Zeit entstandenen frühen Aktfotografien sowie die ersten erotischen Filme legen davon Zeugnis ab.[8]

Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts schließlich war die Entfernung der Schamhaare bei Frauen teilweise auch in Deutschland in Mode. Nicht selten waren im Berlin des Ersten Weltkrieges rasierte Frauen anzutreffen, rasierte Männer allerdings vornehmlich nur an der West- und Ostfront. Während bei den Frauen ästhetische Gründe ausschlaggebend waren, spielten damals für die Männer vorwiegend praktische Gründe eine Rolle (Schutz vor Läusen wegen mangelnder Hygiene im Feld). In Anlehnung an den deutschen Frontsoldaten nannte man diese Damen (soweit man wusste, dass sie rasiert sind) „feldgraue Weibersleut“.

Generell lässt sich sagen, dass eine zunehmende Akzeptanz für die öffentliche Zurschaustellung bestimmter Körperbereiche bei Frauen eine Enthaarung dieser Bereiche nach sich zog. Dies gilt für Achseln und Beine genauso wie für den Genitalbereich. Knapper werdende Badebekleidung sowie die starke Präsenz von Nacktheit in den Medien tragen ihren Teil dazu bei, dass sich das ästhetische Empfinden auch für diesen Bereich verstärkt und Haare als störend empfunden werden. [9] Der Trend zu einer immer geringer werdenden Schambehaarung bis hin zur heutigen vollständigen Entfernung lässt sich gut an Aktfotografien und erotischen Fotografien der letzten Jahrzehnte nachvollziehen. So wurde erst im Jahr 2001 erstmalig ein Playmate des Playboy mit vollständig haarlosem Intimbereich gezeigt, inzwischen eine Normalität.[10] [11]

[Bearbeiten] Gegenwart

Bei beiden Geschlechtern hat die Entfernung der Schambehaarung in den letzten Jahren einen zunehmenden Grad an Normalität gewonnen und stellt heute, zumindest unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen, eher die Regel als die Ausnahme dar.[12]

[Bearbeiten] Schamhaarentfernung bei Frauen

Intimrasur bei einer Frau
Intimrasur bei einer Frau

Im westlichen Kulturkreis war die Verbreitung der Schamhaarentfernung periodischen Schwankungen unterworfen, stellte jedoch bis in die 1990er Jahre hinein nie ein Massenphänomen dar. Infolge zunehmender medialer Präsenz von Nacktheit setzte sich, dem Trend zur Enthaarung von Beinen und Achseln folgend, die Schamhaarentfernung in den USA und Europa durch. Auch das Bekenntnis zahlreicher prominenter Frauen, im Intimbereich „haarlos“ zu sein, trug seinen Teil zur Popularität bei.[13] [14][15]

Anfangs auf den Bereich der Bikinizone beschränkt, folgte bald die Mode, nur einen schmalen Streifen über den Schamlippen stehen zu lassen. In jüngster Zeit setzt sich die vollständige Entfernung zunehmend durch.[16][17]

Die Verbreitung variiert stark zwischen den Altersgruppen – die Schamhaarentfernung ist bisher unter jungen Frauen weitaus stärker verbreitet. So ergab eine Studie in den USA, durchgeführt von den Zeitschriften Esquire und Marie Claire, dass der Anteil sich umgekehrt proportional zum Alter verhält. Während unter den 40–50 jährigen Frauen 45 % ihr Schamhaar in natürlichem Zustand beließen, lag der Anteil unter den 20–30 Jährigen bei lediglich 16 %.[18]Auch im deutschsprachigen Raum zeigt sich diese Entwicklung: die Firma Gillette ließ 2006 im Rahmen einer Marktforschungsstudie in Deutschland, Österreich und der Schweiz jeweils 600 Frauen zwischen 14–60 Jahren befragen. Über alle Altersgruppen betrachtet gaben 36 % (in Deutschland, 44 % in Österreich, 45 % in der Schweiz) der Frauen an, sich die Schamhaare zu entfernen, betrachtet man nur die 14–29jährigen, liegt der Anteil bei 69 % (in Deutschland, 73 % in Österreich, 63 % in der Schweiz). In der jungen Altersgruppe bezeichnen 70 % die Entfernung der Schambehaarung als das „Normalste der Welt“. [19] [20] [21] In der Altersgruppe der 14-19-Jährigen hat sich die Entfernung der Schambehaarung inzwischen als Selbstverständlichkeit etabliert.[22] Auch ist der Anteil in städtischen Regionen höher: in Deutschland entfernen einer Studie der GfK zufolge 60 % der Frauen zwischen 20–29 Jahren ihre Schambehaarung, wobei der Anteil in Großstädten sogar bei 81 % liegt.[23]

Das, wie der Name andeutet, aus Brasilien stammende Brazilian Waxing setzt sich mittlerweile, über die USA kommend, auch in Europa durch. Dabei wird die Schambehaarung mit Heißwachs entfernt. Auch die dauerhafte Entfernung durch Laser-, Photo- oder Nadelepilation wird zunehmend populärer.[24][25]

[Bearbeiten] Schamhaarentfernung bei Männern

Intimrasur bei einem Mann
Intimrasur bei einem Mann

Weltweit und historisch ist die Entfernung der Schamhaare bei Frauen weitaus häufiger zu finden als bei Männern. Erst seit dem Ende des 20. Jahrhunderts gibt es auch bei Männern einen stark zunehmenden Trend in diese Richtung[26], vor allem in den USA, aber auch zunehmend in Europa. Einer nicht-repräsentativen Umfrage eines Männermagazins im Jahr 2005 zufolge entfernen sich 61 % der Männer die Schamhaare.[27]

[Bearbeiten] Intimfrisuren

Intimfrisur: „Iro“ bzw. „Landing Strip“
Intimfrisur: „Iro“ bzw. „Landing Strip“

In den 1990er Jahren kam der Trend zu „Frisuren“ auf, die dadurch zustande kommen, dass ein Teil des Schamhaars, meistens oberhalb der Schamlippen bzw. des Penis, stehengelassen wird, und in etwa den verschiedenen Bartmoden beim Mann entsprechen. Häufige Frisuren sind ein vertikaler Strich/Balken in der Mitte (als Irokese oder Iro, Strichcode oder französische Intimrasur bezeichnet), ein Dreieck, ein Pfeil mit der Spitze nach unten, eine Raute, ein Blitz oder andere, meistens geometrische Muster.

Bei Frauen ist der Irokese dabei eine der beliebtesten Formen, da die Wirkung unabhängig von der Dichte der Schamhaare ist. Bei dieser Frisur sind meistens die Schamlippen rasiert und damit sofort sichtbar. Der „Iro“ wird aber auch als kompletter Streifen bis runter auf die Schamlippen getragen, wodurch die intimere Stelle nicht gleich zu erkennen ist. Flächige Formen wie Dreieck oder Herz sind nur bei dichter Schambehaarung wirkungsvoll.

Man kann das stehengelassene Haar auch tönen, z. B. mit Henna. Es gibt Friseur-Geschäftsketten, die sich darauf spezialisiert haben, vor allem in den USA und in Frankreich, aber auch in deutschen Großstädten spezialisieren sich einige Friseure darauf.

[Bearbeiten] Sonstiges

  • Einer Umfrage der Männer- und Lifestylezeitschrift GQ zufolge bevorzugen 46 % der Männer bei Frauen einen haarlosen Intimbereich, 29 % akzeptieren einen schmalen Strich (Landing Strip) und 11 % ein Dreieck auf dem Venushügel. Individuelle Muster werden von 6 % der Männer geschätzt und 8 % mögen natürliche Schambehaarung.[28] Umgekehrt mögen 70 % der Frauen einen vollständig enthaarten Intimbereich, 27 % bevorzugen gestutzt und nur 3 % mögen natürliche Schambehaarung.[29]
  • Aufgrund der Tatsache, dass in der modernen Pornografie fast ausschließlich haarlose Intimbereiche gezeigt werden, hat sich für Liebhaber von Schamhaaren ein fetischistischer Nischenmarkt etabliert, in dem sich auf Frauen mit natürlicher Schambehaarung spezialisiert wird.[30]
  • Der Modedesigner Tom Ford (Gucci) hat in der Werbung für seine Produkte öfters auf Intimenthaarung als Stilmittel zurückgegriffen.[31]
  • Die Künstlerin Vanessa Beecroft, bekannt für groß angelegte Aufführungen mit nackten Menschen, setzt bei den meisten Performances Haarlosigkeit im Intimbereich bei den Darstellern voraus.[32]
  • Der Roman Feuchtgebiete von Charlotte Roche baut auf einer (missglückten) Intimrasur der Protagonistin auf.

[Bearbeiten] Vor- und Nachteile

[Bearbeiten] Vorteile

Die Schamhaare werden heutzutage primär aus ästhetischen Gründen entfernt, um den eigenen bzw. fremden Schönheitsvorstellungen zu entsprechen.

Die bei der Schamhaarentfernung entstehende glatte, haarlose Haut im Intimbereich wird auch von manchen als erotisch angesehen. Daneben wird oft angegeben, dass das Gefühl beim Geschlechtsverkehr, besonders beim Oralverkehr, ohne Intimbehaarung angenehmer sei.

Schließlich kann auch der Vorgang der Intimrasur an sich, durch den Partner durchgeführt, als erotisch empfunden werden.

[Bearbeiten] Nachteile

Eine Funktion der Schambehaarung ist die Verdunstung der Duftdrüsen-Sekrete (Pheromone). Die Schamhaarentfernung kann deshalb die sexuelle Anziehungskraft auf Sexualpartner vermindern, die den Intimgeruch als stimulierend empfinden. Manche Menschen finden auch den Anblick einer rasierten Scham grundsätzlich unästhetischer oder unerotischer als den eines schamhaarbewachsenen Intimbereichs.

Bei der Nassrasur besteht die Gefahr von Schnittverletzungen. Es ist deshalb empfehlenswert, zunächst „mit dem Strich“ zu rasieren und anschließend – wobei die Haut mit der anderen Hand gestrafft wird – „gegen den Strich“. Das Straffen der Haut bei der Rasur gegen den Strich hilft, Schnittverletzungen zu vermeiden, die ansonsten auftreten können, wenn sich die Rasierklinge verhakt und „springt“.

Eine unangenehme Folge der Intimrasur kann die Bildung von Entzündungen, Pusteln und eingewachsenen Haaren in den Folgetagen nach der Rasur sein. In Extremfällen können durch derartige Entzündungen auch Abszesse entstehen. Diese Probleme treten vor allem bei der erstmaligen Intimrasur auf, sowie bei der Rasur nach längerer Unterbrechung. Sie reduzieren sich bei vielen Menschen von selbst bei regelmäßiger Nachrasur. Man spricht davon, dass sich die Haut an das Rasiertwerden „gewöhnt“. Dieses ist aber nicht in allen Fällen so, da entstandende Pickel durch das „Nachrasieren“ wieder geöffnet werden können bzw. anfangen können zu bluten. In diesem Falle sollte man einige Tage warten und erst dann wieder rasieren. Hilfreich ist auch die Anwendung von beruhigenden Substanzen direkt nach der Rasur wie z. B. Aloe Vera ohne Zusatzstoffe oder Alkohol. Als sehr hilfreich hat sich auch die anschließende Verwendung von Babypuder erwiesen, da dadurch die rasierte Haut heilt und Juckreiz, Reibung sowie Pickelbildung verhindert werden. Die Verwendung von Ölen oder Cremes mit Alkohol und Zusatzstoffen kann zu starkem Jucken, Hautreizungen, Entzündungen und eingewachsenen Haaren führen.

Der Hauptnachteil bei allen Formen der Epilation, sei es beim Brazilian Waxing oder mit einem Epilierer, liegt in den damit einhergehenden Schmerzen. Die Empfindung dieser kann zwischen den Personen stark variieren. Auch wenn diese durch Auftragen von anästhetisch wirkender Creme reduziert werden können, so wird die Prozedur jedoch generell zumindest als unangenehm empfunden. Der Vorteil liegt dafür in weitaus längerer Haarlosigkeit, mit der Zeit abnehmenden Haaren und keinen Stoppeln.

Durch die Entfernung der Körperbehaarung im Intimbereich, den Achseln und zwischen den Gesäßbacken kann es bei körperlicher Betätigung (z. B. Fußmärschen) unter Umständen zu Hautreizungen kommen, da das Scham- bzw. Achselhaar verhindert, dass Haut auf Haut reibt (Friktionsschutz). Ein gelegentlich unterstellter Zusammenhang zwischen Intimrasur und Vaginalpilzen bzw. Infektionen im Intimbereich besteht jedoch nicht.[33]

Bei einigen Frauen stehen die inneren Schamlippen über die äußeren hervor, was von den betroffenen Frauen mitunter als unästhetisch empfunden wird. Durch die Enthaarung in diesem Bereich tritt dies jedoch deutlicher hervor, was letztlich auch den Trend zur Schamlippenplastik, der operativen Entfernung bzw. Kürzung der inneren Schamlippen, mitbedingt. [34][35].

[Bearbeiten] Verfahrensübersicht

Ergebnis Dauerhaftigkeit Schmerzhaftigkeit gesundheitliche Risiken geschätzte Kosten*
Rasur nur unmittelbar nach der Rasur vollständig glatt nach wenigen Stunden erste Stoppeln, tägliche Anwendung nötig keine keine ernsten Risiken – unter Umständen trockene Haut, leichte Rötung, Pickel oder eingewachsene Haare je nach System und Häufigkeit, 1–10 € im Monat
Enthaarungscreme nur unmittelbar nach der Anwendung vollständig glatt, Produktqualtität variiert nach wenigen Stunden erste Stoppeln, tägliche Anwendung nötig keine enthält hautschädigende Wirkstoffe, kann allergische Reaktionen auslösen, Schleimhäute irritieren und bei Augenkontakt zu Erblindung führen je nach Produkt und Häufigkeit, 5–15 € im Monat
temporäre Epilation zirka einen Monat lang vollständig glatt 1 bis 1,5 Monate bis zum Nachwachsen der Haare mit dünner, weicher Spitze (keine Stoppeln), danach ist Übergangsphase von etwa einer Woche nötig, bis die Haare die notwendige Länge haben (2–4 mm) anfangs hoch, nimmt jedoch mit Dauer der Anwendung ab siehe Rasur bei Halawa und Brazilian Waxing relativ hoch (20–30 € im Monat), Kaltwachsstreifen 10 € im Monat, bei einem Epiliergerät einmalig 40–100 €
dauerhafte Epilation dauerhaft vollständig glatt dauerhaft, allerdings oft mehrmalige Anwendungen (3–6) in etwa zweimonatigem Abstand nötig mittel bis hoch siehe Rasur einmalig 300–600 € (pro Behandlung 100€, zirka 3-6 Behandlungen in monatlichem Abstand nötig)
eher vorteilhaft mittel bzw. vom Verfahren abhängig eher nachteilig

Anmerkung: *die genannten Kosten sind als Richtwerte zu verstehen und sind abhängig von Anbieter oder Studio sowie von Stärke und Ausmaß der Schambehaarung

[Bearbeiten] Kritik

Nachdem schon Jahrzehnte zuvor die weibliche Bein- und Achselbehaarung eine gesellschaftliche Missbilligung erfahren hat, vollzieht sich momentan bezüglich der Schambehaarung ein ähnlicher Prozess. Wenn auch für Frauen diese Norm stärker ausgeprägt ist, gilt es auch unter Männern zunehmend als gepflegter, sich die Schamhaare zu entfernen. Einige Menschen fühlen sich durch die empfundene soziale Erwartungshaltung unter Druck gesetzt, dem gesellschaftlichen Ideal entsprechen zu müssen. Sie sehen Körper- und Schamhaare als Teil ihrer Natürlichkeit an, die es gegen kulturelle Einflüsse zu verteidigen gilt. So finden sich auch heute Frauen und Männer, die auf Haarentfernung verzichten und ihren „Busch“, also die natürliche Schambehaarung, aus prinzipiellen oder Bequemlichkeitsgründen nicht entfernen. In der sogenannten Bear Community (dt. Bärengemeinde) hat sich eine eigene Subkultur herausgebildet, die sich stolz ihrer Körperbehaaarung zuwenden und einen Kult um diese entwickeln.[36][37]

Mit zunehmender Selbstverständlichkeit der Schamhaarentfernung, auch und gerade unter Jugendlichen, kann es auch zu Gruppenzwang bezüglich der Anpassung an das Schönheitsideal kommen. Dies kann, insbesondere bei Mädchen, bis hin zu Spott, Hänseleien und Ausgrenzung führen, so dass in jenen Fällen die Freiwilligkeit der Enthaarung fraglich ist. Allerdings trifft diese Kritik auch auf die Achsel- und Beinrasur beziehungsweise auf jegliche Form sozialer Konventionen zu.[38]

Vor allem die Kritik von feministischer Seite hält der (weiblichen) Intimenthaarung vor, dass sie eine Unterwerfung der Frauen gegenüber männlichen Wünschen und Erwartungen darstellt. So wird die Etablierung der Schamhaarentfernung in breiten Gesellschaftsschichten als ein Ausdruck der zunehmenden Sexualisierung und Pornografisierung der Gesellschaft interpretiert. Die Entfernung der Schamhaare wird aus feministischer Sicht von den Frauen nicht selbst gewünscht sondern ist eine Übernahme patriarchalisch, chauvinistischer Zwänge, sie wird von Männern gezielt als Mittel der Unterdrückung eingesetzt. Auch wird unterstellt, dass die Genitalien vorpubertärer Kinder nachgeahmt werden sollen. So behauptet etwa Regula Stämpfli in einem Artikel der feministischen Zeitschrift Emma[39]:

Kindermösen an erwachsenen Frauen sind also nicht einfach chic, hip, Mode, bequem, geil, lockeres Schönheitshandeln, sondern sie sind die am eigenen Körper vollzogene herrschende politische Philosophie. Die Schamrasur wird Teil dessen, was Frauen in einer entmenschlichten Warengegenwart unhinterfragt kopieren, nur um zu gefallen. Die entblößenden Kindermösen erwachsener Frauen sind unreflektierte Kopien globalisierter und anatomisierter, enterotisierter und entweiblichter (Waren)Körperhandlungen.

Regula Stämpfli

Schamhaarentfernung wird im feministischen Diskurs nicht als private Angelegenheit verstanden, sondern als Aspekt in einem Geschlechterkampf, indem sie als Ausdruck männlicher Machtausübung verstanden wird. Die Kritik daran wird entsprechend Teil einer allgemeinen Kapitalismus- und Genderkritik. Mitunter wird im feministischen Diskurs die Schamhaarentfernung bei Frauen als symbolische Kastration durch das Patriarchat gedeutet[40] oder in Beziehung gesetzt zur konformistischen Gleichschaltung der Massen zur Zeit des Nationalsozialismus.[41] In weiten Teilen ähnelt die Argumentation der PorNO-Kampagne auf dem gleichen Umfeld, mit der sie auch ihre Pauschalität teilt. So wird ignoriert, dass sich auch viele Männer oder lesbische Frauen die Schamhaare rasieren.

Die meisten Frauen sehen sich durch die feministische Position nicht vertreten und fühlen sich auch nicht von Männern zur Schamhaarentfernung genötigt. Sie setzen der feministischen These der Übernahme eines gesellschaftlichen Schönheitsideals entgegen, dass es durchaus auch ein eigenes individuelles Schönheitsideal gibt, dem sie folgen. Der Versuch der Politisierung der Schamhaarentfernung wird von ihnen vielfach als Bevormundung und Einmischung in private, ja intime Angelegenheiten gesehen und strikt abgelehnt. Die Mehrzahl der Frauen gibt an, sich ohne Schamhaare schlichtweg besser zu fühlen und diese aus freier Entscheidung zu entfernen. Auch innerhalb des Feminismus gibt es im Rahmen des Sex-positive feminism Stimmen, die der Thematik offener gegenüber stehen.[42][43][44]

Weiterhin werden auch islamische Einflüsse auf die heutige Gesellschaft als verantwortlich betrachtet.[45]

[Bearbeiten] Literatur

  • Lust auf Intimrasur? Fakten, Interviews; Tatsachen, Fotos. Stephenson, Flensburg 2001 u.ö.
  • Kerstin Steinbach: Beiträge zur Psychopathologie des modernen Alltagslebens. 3. Teil: Die Genitalrasur. In: System ubw 1/2005. Zeitschrift für klassische Psychoanalyse. 1/2005, ISBN 3-89484-708-5 / ISSN 0724-7923

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Schönheitsideals in der Antike (pdf)
  2. Islam Basis: Fitra & Pflege
  3. Untersuchung zur Sexualhygiene bei arabischen und deutschen Patientinnen (pdf)
  4. Körperbehaarung im Mittelalter (mit Darstellung einer mittelalterlichen Relief-Plastik zum Thema)
  5. Paul Frischauer, Weltgeschichte der Erotik ISBN 3426771810
  6. Historische Darstellung
  7. The attachment of the soul to the body among the Huaorani of Amazonian Ecuador (engl.)
  8. A History of Pubic Hair Removal(engl.)
  9. Tom Ford: «Knöpfen Sie Ihr Jackett wieder zu» - Weltwoche
  10. Playboy's Waxing Nostalgic
  11. Inside Story – Playboy
  12. Is it normal to shave my pubic area? - consumer health information on YouQA
  13. Scarlett Johansson unterzog sich einem Brazilian Wax - Vivano
  14. Eva Longoria’s Brazilian love-life – femalefirst
  15. Unten ohne durch den Sommer
  16. Da wäxt kein Haar mehr – heute online
  17. Sex is better with a Brazilian – news.com.au
  18. How we do it
  19. Female Vibrations – Female Vibrations – die neue Beauty Studie von Gillette – Deutschland
  20. Female Vibrations – Female Vibrations – die neue Beauty Studie von Gillette – Österreich
  21. Female Vibrations – Female Vibrations – die neue Beauty Studie von Gillette – Schweiz
  22. Haare sind höchstens ganz oben das Wahre finden Männer wie Frauen – SonntagsZeitung
  23. Spiegel Online
  24. Artikel der New York Times
  25. Schön im Bikini, und auch ohne – Medical Tribune – von Ärzten für Sie 4/2006
  26. Intimrasur ist Mode -ZEIT online. 2005/46
  27. Jeder zweite zieht unten blank – Blick.ch
  28. Glatte Sache Glamour
  29. Gentlemen’s Quarterly Juli 2005
  30. Going naked in front of the camera necessitates lots of hair-removal tricks.
  31. Intimrasur – Vogue.Style
  32. Behind Enemy Lines: Toxic Titties Infiltrate Vanessa Beecroft
  33. Gesund trotz Intimrasur
  34. Die letzte noch nicht kolonisierte Körperregion – Märkische Allgemeine Zeitung
  35. Neuer Trend bei Schönheits-Operationen: Ich habe eine Intim-OP machen lassen – Bild.de
  36. bare down there or square
  37. Viva la muff
  38. Webblog
  39. Die Scham ist vorbei – Emma
  40. Das Behaarte und das Unbehaarte Körperbehaarung und Geschlecht. Die Formierung des Leibes und Widerstandspraxen zu Beginn des 21ten Jahrhunderts.
  41. Regula Stämpfli entschuldigt sich bei «Magazin»-Autorin Michèle Roten und hat etwas gegen Schamrasuren. – Magazin
  42. Women Who Diss Women Who Wax
  43. Haare ab! - Jetzt. Süddeutsche Zeitung
  44. PorNO! - oder: Das juckt!
  45. Die Scham ist vorbei – Emma

[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Schamhaarentfernung – Bilder, Videos und Audiodateien
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