Sulzbach am Main

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Sulzbach a.Main
Sulzbach am Main
Deutschlandkarte, Position des Marktes Sulzbach a.Main hervorgehoben
49.9077777777789.1566666666667123Koordinaten: 49° 54′ N, 9° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Miltenberg
Höhe: 123 m ü. NHN
Fläche: 20,1 km²
Einwohner: 6945 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 346 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63834
Vorwahl: 06028
Kfz-Kennzeichen: MIL
Gemeindeschlüssel: 09 6 76 160
Marktgliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Hauptstraße 36
63834 Sulzbach
Webpräsenz: www.sulzbach-main.de
Bürgermeister: Peter Maurer (FWG)
Lage des Marktes Sulzbach a.Main im Landkreis Miltenberg
Aschaffenburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Main-Spessart Hohe Wart (Spessart) Gemeindefreies Gebiet Forstwald Gemeindefreies Gebiet Hohe Berg Collenberg Dorfprozelten Altenbuch Wörth am Main Weilbach (Bayern) Sulzbach am Main Stadtprozelten Schneeberg (Unterfranken) Rüdenau Röllbach Obernburg am Main Niedernberg Neunkirchen (Unterfranken) Mönchberg Mömlingen Miltenberg Leidersbach Laudenbach (Unterfranken) Klingenberg am Main Kleinwallstadt Kleinheubach Kirchzell Hausen (bei Aschaffenburg) Großwallstadt Großheubach Faulbach Eschau (Unterfranken) Erlenbach am Main Elsenfeld Eichenbühl Bürgstadt Amorbach Amorbach Hessen Baden-WürttembergKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Luftbild 2008

Sulzbach am Main (amtlich: Sulzbach a.Main) ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Miltenberg und liegt direkt am Main, rund 7 km südlich von Aschaffenburg am Westrand des Spessarts.

Geografie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Sulzbach hat drei amtlich benannte Ortsteile[2]:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Stadt
Aschaffenburg
Gemeinde
Bessenbach
Gemeinde
Niedernberg
Nachbargemeinden Forst Hohe Wart
(Gemeindefreies Gebiet)
Gemeinde
Großwallstadt
Markt
Kleinwallstadt
Gemeinde
Leidersbach

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Seinen Namen hat Sulzbach vom gleichnamigen Sulzbach[3], welcher dem Main im Gemeindegebiet zufließt. Der Zusatz am Main unterscheidet es von weiteren gleichnamigen Orten.

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1000 Sulzbahc
  • 1184 Sulzibah
  • 1240 Sulatzbach
  • 1249 Solzpach
  • 1305 Solzbach
  • 1312 Sulzbach
  • 1888 Sulzbach am Main

Geschichte[Bearbeiten]

Funde aus der Jungsteinzeit lassen auf eine Besiedlung des Sulzbachtals bereits 3.500 Jahre v. Chr. schließen. Ein Ringwall („Altenburg“) auf dem zwischen dem Ortsteil Soden und Ebersbach gelegenen Schlossberg diente in der Zeit der Römer (ca. 2. Jahrhundert n. Chr.) als Fliehburg und wurde im frühen Mittelalter mit einer Burg aus Mauerwerk befestigt.

Während der Römerzeit bildeten Main und Limes die Grenze Germaniens zum von den Römern besetzten, auf der gegenüberliegenden Mainseite gelegenen Odenwaldgebiet. In der Folgezeit waren die Stämme der Chatten, Alamannen, Burgunden und Franken im Sulzbachtal ansässig. Wahrscheinlich zur Zeit Karl Martells (714–741) wurde die auf Sulzbacher Ortsgebiet gelegene, später im Dreißigjährigen Krieg zerfallene Gemeinde Ruchelnheim gegründet. Noch in der Zeit der Karolinger entstanden die am Lauf des Sulz- bzw. Leidersbachs gelegenen Orte Sulzbach, Ebersbach, Leidersbach und Roßbach; wahrscheinlich geht auch die Besiedlung des heutigen Ortsteils Soden auf die späte Karolingerzeit zurück.

Sulzbach und Soden waren der dem Stift St. Peter und Alexander in Aschaffenburg untergeordneten Pfarrei von Ruchelnheim zugeordnet. Die erste urkundliche Erwähnung Sulzbachs geht auf ein Dokument Papst Lucius III. zurück, in dem ein curtem in Sulzibah (Hof in Sulzbach) unter den Gütern des Aschaffenburger Stifts aufgeführt wird.

Ab Mitte des 13. Jahrhunderts gehörte Sulzbach zur Centena Ascaffinburg, der Zent Aschaffenburg, an deren Stelle im 15. Jahrhundert die Cent vorm Spessart trat. Bis zum Reichsdeputationshauptschluss von 1803 unterstand Sulzbach der Herrschaft des Erzstifts Mainz, danach war es Teil des neu gegründeten Fürstentums Aschaffenburg, welches für die Jahre 1810 bis 1813 im Großherzogtum Frankfurt aufging. Am Ende der Befreiungskriege, nach dem Wiener Kongress 1814, fiel das Gebiet des Fürstentums zusammen mit dem Großherzogtum Würzburg ans Königreich Bayern, wozu es seitdem gehört.

Wie in den übrigen Spessartgebieten führte die Zersplitterung der Anbauflächen, verursacht durch das Mainzer Erbrecht, im 18. und 19. Jahrhundert auch in Sulzbach zu einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lebensverhältnisse. Erst mit dem Aufkommen der Industrie in Aschaffenburg und der Eröffnung der Bahnlinie Aschaffenburg-Miltenberg 1876 setzte eine Verbesserung der Situation ein.

Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Obernburg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Sulzbach lag. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Sulzbach war nun eine der 35 Gemeinden im Landkreis Obernburg am Main (Kfz-Kennzeichen OBB). Mit Auflösung des Landkreises Obernburg kam Sulzbach 1972 in den neu gebildeten Landkreis Miltenberg (Kfz-Kennzeichen MIL).

Die Erhebung der Gemeinde zum Markt erfolgte am 25. Mai 1973.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die zuvor selbständige Gemeinden Dornau wurde am 1. Juli 1971 eingegliedert. Soden kam am 1. Juli 1972 hinzu.[5]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[6]
Wahlbeteiligung: 55,93 %
 %
50
40
30
20
10
0
44,05 %
38,75 %
17,20 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 12. März 2006 wurde von der Sulzbacher Bevölkerung ein neuer Bürgermeister gewählt. Mit 58,8 % der Stimmen wurde der Kandidat der Freien Wähler, Peter Maurer (Soden), gewählt. Am 4. März 2012 wurde er ohne Gegenkandidat mit 94,5 % der Stimmen wiedergewählt.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat hat 20 Sitze (ohne Bürgermeister):

Am 2. März 2008 fand die letzte Wahl des Gemeinderats statt. Bei dieser konnten sich die Freien Wähler um drei Sitze auf neun Mandate verbessern. Besonders überraschend war, dass von der Liste der FWG gleich drei Kandidaten unter 30 Jahren den Einzug ins Gemeindeparlament schafften.

Jugendrat[Bearbeiten]

Im November 2002 wurde der Sulzbacher Jugendrat als Interessenvertretung der Jugendlichen im Ort gegründet. Der erste Vorsitzende des Gremiums war René Wendland, der dieses Amt bis 2004 ausübte. Nach einer Satzungsänderung wurden Michael Lebert und Markus Krebs zu seinen Nachfolgern gewählt. 2005 schied Lebert aus beruflichen Gründen aus und Anna-Lena Höcker wurde seine Nachfolgerin. An der turnusgemäßen Neuwahl im Oktober 2006 wurden Stefan Götz und Mareen Wendland zu den neuen Sprechern gewählt. Die Jungbürgerversammlung vom 11.April 2011 ergab eine Entlastung der bisherigen Jugendratssprecher. Am 20. April 2011 wurden Lukas Almritter und Atcharawan Maithuk zu neuen Sprechern des Jugendrates gewählt. Dem Jugendrat gehören laut seiner Satzung sieben Mitglieder an. Momentan wird der Jugendrat noch von einer Vereinsvertreterin unterstützt.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen von Sulzbach zeigt zwei gekreuzte Salzhaken auf rotem Grund, die auf die historische Salzgewinnung als Ursprung der Ortsnamen Sulzbach und Soden hinweisen. Das Mainzer Rad (links) erinnert an die bis 1803 währende Territorial- und Grundherrschaft des Erzstifts Mainz, die heraldische Lilie (rechts) geht auf das Wappen des kurmainzischen Adelsgeschlechtes von Sulzbach zurück. Der Schild mit drei roten Sparren (Mitte) ist aus dem Wappen der Herren von Eppstein entnommen, die vom 12. bis zum 15. Jahrhundert wichtigster Grundherr in Sulzbach waren.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Industrie und Wirtschaft[Bearbeiten]

Feuerzeugindustrie[Bearbeiten]

Bekannt wurde Sulzbach vor allem durch die Feuerzeugindustrie: Die Ibelo, der größte Feuerzeugproduzent in Europa, hatte in Sulzbach ihren Produktionsstandort und beschäftigte über 300 Mitarbeiter.

Die Firma wurde nach dem Krieg von Hermann Zahn wieder gegründet, nachdem die ursprünglichen jüdischen Eigentümer, nach Großbritannien emigriert und nicht wieder zurückgekehrt waren. Das Unternehmen expandierte in der Folgezeit mehrfach. 1986 ging die Firma in Insolvenz und wurde verkauft. Nach Jahren des Leerstands wurde das ehemalige Firmengebäude im Auftrag der Gemeindeverwaltung 2009 abgerissen, das Gelände soll neu gestaltet werden.

Textilindustrie[Bearbeiten]

Große Teile der Sulzbacher Bevölkerung arbeiteten in der Sulzbacher Textilindustrie. Durch die allgemeine Lage dieser Branche haben nur noch wenige dieser Firmen bis heute überlebt.

Andere Industrien[Bearbeiten]

Der Getränkehersteller Sodenthaler wurde im Jahre 1950 gegründet. Seit 1996 gehört das Unternehmen zur Coca-Cola-Gruppe und produziert bis heute im Sulzbacher Ortsteil Soden.

Die Firma Möbel Kempf schaffte in Sulzbach den Sprung vom Kleinunternehmen zum überregional bekannten Möbelhaus.

Kultur und Bildung[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Handball

Mit der HSG Sulzbach/Leidersbach war der Markt in der ersten Handball-Bundesliga der Frauen vertreten. Die 1. Damenmannschaft stieg innerhalb von nur vier Jahren von der Verbandsliga in die Handball-Bundesliga auf, der sie für die Saison 2007/08 und 2008/09 angehörte. Nach finanziellen Schwierigkeiten musste der Verein 2009 in die Oberliga Hessen absteigen. Mittlerweile ist die Mannschaft wieder eine feste größe in der 3. Liga.

Fußball

Die beiden Fußballmannschaften im Markt sind der SV Sulzbach und der TSV Soden. Der SV Sulzbach spielt derzeit in der Kreisklasse mit der 1. Mannschaft und der TSV Soden in der A-Klasse.

Kunstradfahren

Ein weiterer überregional bekannter Verein ist der RV Adler Soden, der in seiner Geschichte bereits Deutsche Meister, Europameister und Weltmeister bei den Herren (Korn/Fries; Jurisch/Dreher; siehe Liste der Weltmeister im Zweier-Kunstradfahren der Männer) und Frauen (Claudia Dreher; siehe Liste der Weltmeister im Einer-Kunstradfahren der Frauen) stellte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Haltepunkt Sulzbach (Main) liegt an der Maintalbahn (AschaffenburgWertheim). Durch den Ort führt die Staatsstraße 2309.

Galerie[Bearbeiten]

Kurioses[Bearbeiten]

Sulzbach

Im Zuge der Niedrig- und der Mittelwasser-Korrektion des Maines wurden Mitte des im 19. Jh. Buhnen und Längswerke in das Mainbett gebaut, um den mittleren Wasserstand der Fahrrinne auf 70 bis 90 cm zu erhöhen. Hinter diesen Buhnen entstanden Laichplätze für Fische; auch Muscheln konnten sich dort entwickeln. Die Sulzbacher verfütterten die Mainmuscheln an ihre Schweine. Die Niedernberger haben dazu den Spitznamen/Ortsnecknamen „Määmuschel“ erdacht, und die Sulzbacher konterten mit „Blechkatzen“.

Määmuschel rufts nach Sulzbach rüber,

"Blechern Katz hörst du dann wieder,

Es singts im Dorf ein jeder Fratz:

„Die Nirrenberscher haaße Blechern Katz“.[7]

Dornau

Die Bezeichnung für Hühnereier im Dornauer Dialekt ist „Gaggl“. Diese Bezeichnung kannte man in dem umliegenden Ortschaften nicht. So kamen die Dornauer zu ihrem Spitznamen/Ortsnecknamen.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sulzbach am Main – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111127/112642&attr=OBJ&val=1708
  3. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 216.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 750.
  5.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 544.
  6. http://www.kombn-mil.de/sulzbach/gemeinderatswahl_2008/6_MAIN_E_GEMEINDERATSWAHL_2008.html
  7. a b Werner Trost Stampes, Worzelköpp und Staffelbrunzer Landkreis Miltenberg 2003