Großwallstadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Großwallstadt
Großwallstadt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Großwallstadt hervorgehoben
49.889.1566666666667121Koordinaten: 49° 53′ N, 9° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Miltenberg
Höhe: 121 m ü. NHN
Fläche: 14,03 km²
Einwohner: 4088 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 291 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63868
Vorwahl: 06022
Kfz-Kennzeichen: MIL
Gemeindeschlüssel: 09 6 76 126
Gemeindegliederung: 1 Ortsteil
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 23
63868 Großwallstadt
Webpräsenz: www.grosswallstadt.de
Bürgermeister: Roland Eppig (FW)
Lage der Gemeinde Großwallstadt im Landkreis Miltenberg
Aschaffenburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Main-Spessart Hohe Wart (Spessart) Gemeindefreies Gebiet Forstwald Gemeindefreies Gebiet Hohe Berg Collenberg Dorfprozelten Altenbuch Wörth am Main Weilbach (Bayern) Sulzbach am Main Stadtprozelten Schneeberg (Unterfranken) Rüdenau Röllbach Obernburg am Main Niedernberg Neunkirchen (Unterfranken) Mönchberg Mömlingen Miltenberg Leidersbach Laudenbach (Unterfranken) Klingenberg am Main Kleinwallstadt Kleinheubach Kirchzell Hausen (bei Aschaffenburg) Großwallstadt Großheubach Faulbach Eschau (Unterfranken) Erlenbach am Main Elsenfeld Eichenbühl Bürgstadt Amorbach Amorbach Hessen Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild
Luftbild mit Blick über die Stadt (2008)
Runder Turm - Teil der alten Ortsbefestigung
Die Katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt & Peter und Paul im Abendlicht

Großwallstadt ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Großwallstadt liegt in der Region Bayerischer Untermain direkt am linken Mainufer und ist knapp 20 km südlich von Aschaffenburg entfernt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Großwallstadt hat einen amtlich benannten Ortsteil[2].

Es gibt nur die Gemarkung Großwallstadt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gemeinde
Niedernberg
Markt
Sulzbach am Main
Nachbargemeinden Markt
Kleinwallstadt
Gemeinde
Mömlingen
Stadt
Obernburg am Main
Markt
Elsenfeld

Ausdehnung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet dehnt sich nach mit dem geplanten Baugebiet "Am Wellenhäuschen" nach Süden aus, da es im Norden von der Seenplatte, im Osten vom Main und im Westen durch die B469 begrenzt wird. Die letzte größere Ausdehnung fand durch das Baugebiet "Paradiesäcker" an der Grenze der Seenplatte statt.

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name Großwallstadt setzt sich aus den althochdeutschen Wörtern Walah für Romane und stat für Wohnstätte zusammen. Als Erklärung ergibt sich daraus Wohnstätte der Romanen. Die zeitweise verwendeten Namenszusätze Groß und Königs sowie die Lateinisierten Differenzierungen maiori, major, maior (das größere), Regis (des Königs), trans morgum (über dem Main) und ex ista parte Mogi (von diesem Mainteil) sollten es von Kleinwallstadt unterscheiden. Der Zusatz Königs bezieht sich auf die Grundherrschaft des Königs.[3]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1000 Ualohostat
  • 1131 Walenstat
  • 1181 Walhestat
  • 1219 Walhestad maiori
  • 1248 Walinstatt
  • 1261 Walhenstat
  • 1272 Walestad
  • 1276 Walhestat
  • 1282 Walhestad trans morgum
  • 1297 Walinstat ex ista parte Mogi
  • 1298 Walhestad major
  • 1306 Kunigiswalstad
  • 1312 Walhestad maiori
  • 1341 Walherstad maior
  • 1344 grozzen Walstat
  • 1345 Großen Walstad
  • 1383 Großinwalstad
  • 1403 Walstad Regis
  • 1504 Walstat Regis
  • 1532 Groß Walstat
  • 1740 Großwallstatt
  • 1805 Großwallstadt

Geschichte[Bearbeiten]

Als Teil des oberen Erzstiftes Mainz fiel Großwallstadt bei der Säkularisation 1803 an das neu gebildete Fürstentum Aschaffenburg, mit welchem es 1814 (jetzt ein Departement des Großherzogtums Frankfurt) an Bayern fiel.

Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Obernburg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Großwallstadt lag. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Großwallstadt war nun eine der 35 Gemeinden im Landkreis Obernburg am Main (Kfz-Kennzeichen OBB). Mit Auflösung des Landkreises Obernburg kam Großwallstadt 1972 in den neu gebildeten Landkreis Miltenberg (Kfz-Kennzeichen MIL).


Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Durch die Bürgermeister- und Gemeinderatswahl am 1. Mai 2008 wurde Roland Eppig (Freie Wähler) zum 1. Bürgermeister gewählt. In der Wahl von 2014 wurde er in seinem Amt bestätigt.

Vorgänger:

  • 2002 – 2008: Reinhold Köhler (CSU)
  • 1990 – 2002: Erich Hein (CSU)
  • 1972 – 1990: Walter Vogel (CSU)
  • 1966 – 1972: Linus Geis (CSU)
  • 1956 – 1966: Bruno Köhler (SPD)
  • 1945 – 1956: Konrad Markert (CSU)

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der 16-köpfige Gemeinderat setzt sich seit der Bürgermeister- und Gemeinderatswahl vom 1. Mai 2014 aus neun Mitgliedern der Freien Wähler (FW), vier Mitgliedern der Christlich-Sozialen Union in Bayern (CSU) und drei Mitgliedern der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) zusammen.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen ist von einem Ortszeichen aus dem Jahr 1755 abgeleitet, das auf der Fassade der Pfarrkirche abgebildet ist. Die Krone und der Großbuchstabe "W" weisen auf den früheren Ortsnamen "Walstad regis" hin. Großwallstadt liegt an der Stelle eines römischen Gutshofes und führt seit karolingischer Zeit den Ortsnamen "Walstadt regis". Die Farben Silber und Rot verweisen auf die einstige Landesherrschaft des Kurstaates Mainz.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 29, im produzierenden Gewerbe 801 und im Bereich Handel und Verkehr 102 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 139 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1536. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 16 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 3 Betriebe.

Größter Arbeitgeber mit ca. 1000 Mitarbeitern ist die Ciba Vision / Alcon, die sich mit der Forschung, Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Kontaktlinsen und Kontaktlinsenpflegemitteln beschäftigt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • zwei Kindergärten (mit Hort und Krippe)
  • Kardinal-Döpfner-Schule (Grund- und Mittelschule mit Ganztagsschule)
  • Katholische öffentliche Bücherei
  • Volkshalle
  • Sporthalle

Verkehr[Bearbeiten]

Großwallstadt wird von der B 469 tangiert.

Sport[Bearbeiten]

Der TV 1888 Großwallstadt war bis 2013 einziger bayerischer Vertreter in der Handball-Bundesliga der Herren. Der Verein war 1978 bis 1981, 1984 und 1990 sechsmal Deutscher Meister.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Fränkischer Rotweinwanderweg[Bearbeiten]

Der Fränkische Rotwein Wanderweg hat eine Gesamtlänge von ca. 70 km und startet in Großwallstadt. Der Weg wurde in 6 Etappen eingeteilt, wobei die längste Etappe 15,3 km beträgt.

Heimatmuseum[Bearbeiten]

Die Heimschneiderei in Großwallstadt begann etwa um 1880. Es ist eine der vielen Handarbeiten, die in diesen Jahren typisch für die deutsche Wirtschaft waren. Im Museum sind neben dem Nachbau einer Heimarbeiterwerkstatt auch landwirtschaftliche Geräte und eine historische Küche mit Waschkessel zu sehen.

Ausstellungsgegenstände:

  • Heimschneiderwerkstatt um 1910
  • Heimschneiderwerkstatt um 1935
  • Kartoffelabteilung & landwirtschaftliche Geräte
  • Weinbaugeräte
  • Korbflechter
  • Historische Küche mit Waschkessel
  • Sammlung alter Musikinstrumente

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Kurioses[Bearbeiten]

Die Großwallstädter und die Kleinwallstädter beschimpften sich über den Main hinüber und herüber als „Pollacken“[5]. Das Wort hat eine positive wie negative Bedeutung; wurden doch die Studenten der königl. Forstlichen Hochschule Aschaffenburg nach ihrer Couleur „Forstpollacken“ genannt. In ihrer feschen Wichs bereicherten sie das Stadtbild Aschaffenburgs und Umgebung.

Zu heißen und ganzen („haas und gans“) Kartoffeln wurde Käs-Matte (Quark) gegessen. Hierauf ist der Ortsneckname „Matteköpp“ zurückzuführen. Beim Umstechen des Nutzgartens mit dem Spaten gibt es immer noch einen kleinen Schlag auf die Erdscholle um sie zu zerkleinern. Das konnten die Großwallstädter am besten, deshalb wurden sie auch die „Schollekläpperer“ genannt.

Statistik[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1900: 1.078 Einwohner
  • 1925: 1.425 Einwohner
  • 1950: 2.284 Einwohner
  • 1961: 2.466 Einwohner
  • 1970: 3.011 Einwohner
  • 1980: 3.345 Einwohner
  • 1990: 3.438 Einwohner
  • 1995: 3.897 Einwohner
  • 2000: 3.994 Einwohner
  • 2009: 4.141 Einwohner
  • 2010: 4.132 Einwohner
  • 2011: 4.093 Einwohner
  • 2012: 4.121 Einwohner
  • 2013: 4.114 Einwohner
  • 2014: 4.139 Einwohner[6]

Nationalitäten[Bearbeiten]

Verteilung ausländischer Einwohner nach Staatsangehörigkeit

In Großwallstadt lebten im Jahr 2013 insgesamt 277 Nichtdeutsche aus 33 verschiedenen Staaten. Dies entspricht etwa 6,7 % der Gesamtbevölkerung in Großwallstadt.[7] Die meisten ausländischen Einwohner kommen aus der Türkei (146 Personen).

Haushalt[Bearbeiten]

Der Gesamthaushalt der Gemeinde Großwallstadt betrug im Jahr 2013 insgesamt 14.609 Mio. €, dies entspricht einem Zuwachs von 14,87 % gegenüber dem Vorjahr 2012. Die Pro-Kopf-Verschuldung konnte von 2007 bis 2012 von 333 € auf 10 € gesenkt werden; der Landesdurchschnitt in Unterfranken erhöhte sich im selben Zeitraum von 656 € auf 706 €.


Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Großwallstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. bayerische-landesbibliothek-online (abgerufen im Jan. 2013)
  3. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 90.
  4. Die Märtyrer von Tokwon, Bruder Gregor (Ludwig) Giegerich – (Missionsbenediktiner)
  5. Werner Trost: Stampes, Worzelköpp und Staffelbrunzer, Lkr. Miltenberg 2003.
  6. Einwohnerstatistik der Gemeinde Großwallstadt, Stand: 31. Dezember 2014
  7. Einwohnerstatistik der Gemeinde Großwallstadt, Stand: 31. Dezember 2013