Großwallstadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Großwallstadt
Großwallstadt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Großwallstadt hervorgehoben
49.889.1566666666667121Koordinaten: 49° 53′ N, 9° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Miltenberg
Höhe: 121 m ü. NHN
Fläche: 14,03 km²
Einwohner: 4098 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 292 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63868
Vorwahl: 06022
Kfz-Kennzeichen: MIL
Gemeindeschlüssel: 09 6 76 126
Gemeindegliederung: 1 Ortsteil
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 23
63868 Großwallstadt
Webpräsenz: www.grosswallstadt.de
Bürgermeister: Roland Eppig (FW)
Lage der Gemeinde Großwallstadt im Landkreis Miltenberg
Aschaffenburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Main-Spessart Hohe Wart (Spessart) Gemeindefreies Gebiet Forstwald Gemeindefreies Gebiet Hohe Berg Collenberg Dorfprozelten Altenbuch Wörth am Main Weilbach (Bayern) Sulzbach am Main Stadtprozelten Schneeberg (Unterfranken) Rüdenau Röllbach Obernburg am Main Niedernberg Neunkirchen (Unterfranken) Mönchberg Mömlingen Miltenberg Leidersbach Laudenbach (Unterfranken) Klingenberg am Main Kleinwallstadt Kleinheubach Kirchzell Hausen (bei Aschaffenburg) Großwallstadt Großheubach Faulbach Eschau (Unterfranken) Erlenbach am Main Elsenfeld Eichenbühl Bürgstadt Amorbach Amorbach Hessen Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Großwallstadt ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Großwallstadt liegt in der Region Bayerischer Untermain.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Großwallstadt hat einen amtlich benannten Ortsteil[2].

Es gibt nur die Gemarkung Großwallstadt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gemeinde
Niedernberg
Markt
Sulzbach am Main
Nachbargemeinden Markt
Kleinwallstadt
Gemeinde
Mömlingen
Stadt
Obernburg am Main
Markt
Elsenfeld

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name Großwallstadt setzt sich aus den althochdeutschen Wörtern Walah für Romane und stat für Wohnstätte zusammen. Als Erklärung ergibt sich daraus Wohnstätte der Romanen. Die zeitweise verwendeten Namenszusätze Groß und Königs sowie die Lateinisierten Differenzierungen maiori, major, maior (das größere), Regis (des Königs), trans morgum (über dem Main) und ex ista parte Mogi (von diesem Mainteil) sollten es von Kleinwallstadt unterscheiden. Der Zusatz Königs bezieht sich auf die Grundherrschaft des Königs.[3]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1000 Ualohostat
  • 1131 Walenstat
  • 1181 Walhestat
  • 1219 Walhestad maiori
  • 1248 Walinstatt
  • 1261 Walhenstat
  • 1272 Walestad
  • 1276 Walhestat
  • 1282 Walhestad trans morgum
  • 1297 Walinstat ex ista parte Mogi
  • 1298 Walhestad major
  • 1306 Kunigiswalstad
  • 1312 Walhestad maiori
  • 1341 Walherstad maior
  • 1344 grozzen Walstat
  • 1345 Großen Walstad
  • 1383 Großinwalstad
  • 1403 Walstad Regis
  • 1504 Walstat Regis
  • 1532 Groß Walstat
  • 1740 Großwallstatt
  • 1805 Großwallstadt

Geschichte[Bearbeiten]

Als Teil des oberen Erzstiftes Mainz fiel Großwallstadt bei der Säkularisation 1803 an das neu gebildete Fürstentum Aschaffenburg, mit welchem es 1814 (jetzt ein Departement des Großherzogtums Frankfurt) an Bayern fiel.

Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Obernburg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Großwallstadt lag. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Großwallstadt war nun eine der 35 Gemeinden im Landkreis Obernburg am Main (Kfz-Kennzeichen OBB). Mit Auflösung des Landkreises Obernburg kam Großwallstadt 1972 in den neu gebildeten Landkreis Miltenberg (Kfz-Kennzeichen MIL).

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1970: 3.011 Einwohner
  • 1987: 3.345 Einwohner
  • 2005: 4.091 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Roland Eppig (FW). Er wurde im Jahr 2008 Nachfolger von Reinhold Köhler (CSU).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 3.222.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 1.522.000 Euro.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 29, im produzierenden Gewerbe 801 und im Bereich Handel und Verkehr 102 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 139 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1536. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 16 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 3 Betriebe.

Größter Arbeitgeber mit ca. 1000 Mitarbeitern ist die Ciba Vision GmbH, die sich mit der Forschung, Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Kontaktlinsen und Kontaktlinsenpflegemitteln beschäftigt.

Verkehr[Bearbeiten]

Großwallstadt wird von der B 469 tangiert. Der Ort liegt am Fränkischen Rotwein Wanderweg.

Bildung und Kultur[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 200 Kindergartenplätze mit 174 Kindern
  • Volksschulen: Kardinal Döpfner Mittelschule (mit 32 Lehrern und 404 Schülern; Grund- und Hauptschule mit M-Zug; Offene Ganztagesschule; Stand Schuljahr 2010/11)

Sport[Bearbeiten]

Der TV 1888 Großwallstadt war bis 2013 einziger bayerischer Vertreter in der Handball-Bundesliga der Herren. Der Verein war 1978 bis 1981, 1984 und 1990 sechsmal Deutscher Meister.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Kurioses[Bearbeiten]

Kartoffel „haas und gans“ war kein Festtagsschmaus. Zu heißen und ganzen Kartoffeln wurde Käs-Matte (Quark) gegessen. Da dies Gericht auch in Großwallstadt oft auf dem Speiseplan stand, wurden sie in ihrem Spitznamen (Ortsnecknamen) als „Matteköpp“ verspottet.

Beim Umstechen des Nutzgartens mit dem Spaten gibt es immer noch einen kleinen Schlag auf die Erdscholle um sie zu zerkleinern. Das konnten die Großwallstädter am besten, deshalb wurden sie auch die „Schollekläpperer“ genannt.

Die Großwallstädter und die Kleinwallstädter beschimpften sich über den Main hinüber und herüber als „Pollacken“[5]. Das Wort hat eine positive wie negative Bedeutung; wurden doch die Studenten der königl. Forstlichen Hochschule Aschaffenburg nach ihrer Couleur „Forstpollacken“ genannt. In ihrer feschen Wichs bereicherten sie das Stadtbild Aschaffenburgs und Umgebung.

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Großwallstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. bayerische-landesbibliothek-online (abgerufen im Jan. 2013)
  3. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 90.
  4. Die Märtyrer von Tokwon, Bruder Gregor (Ludwig) Giegerich – (Missionsbenediktiner)
  5. Werner Trost Stampes, Worzelköpp und Staffelbrunzer Lkr.Miltenberg 2003