Kleinheubach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Kleinheubach
Kleinheubach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Kleinheubach hervorgehoben
49.7227777777789.2144444444444128Koordinaten: 49° 43′ N, 9° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Miltenberg
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Kleinheubach
Höhe: 128 m ü. NHN
Fläche: 9,49 km²
Einwohner: 3634 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 383 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63924
Vorwahl: 09371
Kfz-Kennzeichen: MIL
Gemeindeschlüssel: 09 6 76 132
Marktgliederung: 1 Ortsteil
Adresse der
Marktverwaltung:
Friedenstraße 2
63924 Kleinheubach
Webpräsenz: www.kleinheubach.de
1. Bürgermeister: Stefan Danninger (FW)
Lage des Marktes Kleinheubach im Landkreis Miltenberg
Aschaffenburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Main-Spessart Hohe Wart (Spessart) Gemeindefreies Gebiet Forstwald Gemeindefreies Gebiet Hohe Berg Collenberg Dorfprozelten Altenbuch Wörth am Main Weilbach (Bayern) Sulzbach am Main Stadtprozelten Schneeberg (Unterfranken) Rüdenau Röllbach Obernburg am Main Niedernberg Neunkirchen (Unterfranken) Mönchberg Mömlingen Miltenberg Leidersbach Laudenbach (Unterfranken) Klingenberg am Main Kleinwallstadt Kleinheubach Kirchzell Hausen (bei Aschaffenburg) Großwallstadt Großheubach Faulbach Eschau (Unterfranken) Erlenbach am Main Elsenfeld Eichenbühl Bürgstadt Amorbach Amorbach Hessen Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Schloss der Fürsten zu Löwenstein, Luftbild 2008

Kleinheubach ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Miltenberg und Sitz der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft Kleinheubach.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Kleinheubach liegt zwischen Spessart und Odenwald im Maintal am Westufer des Mains gegenüber von Großheubach.

Ausdehnung des Ortsgebiets[Bearbeiten]

Die Gemarkung umfasst 949 Hektar. Davon sind 500 Hektar Wald (52,7 %), 205 Hektar Landwirtschaftsfläche (21,6 %) und 214 Hektar Siedlungs- und Verkehrsfläche (22,6 %). Diese Angaben entsprechen dem Stand Ende Dezember 2008. Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche ist seit 1980 von 15,7 % auf 22,6 % gestiegen.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Mit den Nachbargemeinden Laudenbach (im Nordwesten) und Rüdenau (im Westen) bildet Kleinheubach seit 1976 freiwillig eine Verwaltungsgemeinschaft. Am gegenüberliegenden, östlichen Mainufer liegt Großheubach. Im Süden und Südosten grenzt Kleinheubach an die Kreisstadt Miltenberg an.

Gemeinsam mit Großheubach bildet Kleinheubach seit Mai 2010 ein Unterzentrum, das so genannte Doppelzentrum Heubach.

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Seinen Namen hat Kleinheubach vom Heubach[3], welcher dem Main in Großheubach zufließt. Der Zusatz Klein sollte den Ort vom gleichnamigen Ort auf der gegenüberliegenden Mainseite unterscheiden.

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1281 Heidebach
  • 1335 Heydbach
  • 1420 kleinen Heydebach
  • 1465 Kleinheippach
  • 1491 Cleinheydbach
  • 1521 Kleyn Heupach
  • 1819 Kleinheubach

Geschichte[Bearbeiten]

Kleinheubach („Heubach“) in der Spessartkarte von Paul Pfinzing von 1594 (Norden ist rechts)

Die Siedlung Heydebah wurde im Jahr 877 erstmals urkundlich erwähnt. Grabungsfunde weisen jedoch auf eine Besiedlung bereits in der Jungsteinzeit hin.

Kleinheubach lag an der alten Geleitstraße Nürnberg–Frankfurt. Eine Furt durch den Main ermöglichte einen Anschluss an den Eselsweg von Großheubach nach Schlüchtern.

Kleinheubach war die Nachbarsiedlung der Stadt Wallhausen, die bis 1247 bestand. Wallhausen war auf den Ruinen des Römerkastells Altstadt an der heutigen Grenze von Kleinheubach und Miltenberg entstanden, nachdem die Franken im 3. Jahrhundert nach dem Alemannensturm das Maintal erobert hatten. Mit dem Untergang Wallhausens begann der wirtschaftliche und politische Aufstieg von Kleinheubach.

Der Ort war Königsgut und wurde von Pfalzgrafen verwaltet. Die Grafen von Rieneck erhielten ihn als Lehen. Graf Philipp III. von Rieneck führte 1556 in Kleinheubach die Reformation ein.[4]

Durch Erbfolge wurden die Grafen von Erbach 1559 neue Lehensherren.[5] Diese bauten in Kleinheubach ihren Wohnsitz, die Georgenburg.

Kleinheubach war ab 1560 Sitz eines Zentgerichts der Grafen von Erbach. Auf einer Anhöhe über dem Main wurde 1561 ein Galgen errichtet, unter dem 1619 erstmals eine Hexenhinrichtung vollzogen wurde. Eine der ursprünglich drei Steinsäulen dieses Galgens steht heute noch.[6]

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Kleinheubach durch einen Großbrand am 24. April 1627 zerstört. Plündernde Soldaten hatten Feuer gelegt. Das Rathaus und 40 Wohnhäuser brannten ab. Zeitweise war der Ort beinahe unbewohnt.[4]

Fürst Dominik Marquard zu Löwenstein-Wertheim erwarb 1721 die Herrschaftsrechte über Kleinheubach für 108.000 Gulden. An Stelle der ehemaligen Georgenburg ließ er sein Schloss bauen.

Nach dem Ende des Heiligen Römischen Reichs gehörte das Amt Kleinheubach ab 1806 zum Großherzogtum Hessen und ab 17. Juli 1816 zum Königreich Bayern.[7]

Der Bau der Maintalbahn 1874–1876 fiel in die Phase der Industrialisierung. Eine Presstuchfabrik ging im Jahr 1874 in Betrieb, eine Eisengießerei und Maschinenfabrik im Jahr 1900.

Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Miltenberg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Kleinheubach lag. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Kleinheubach war nun eine der 31 Gemeinden im Altkreis Miltenberg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Obernburg am Main zum neuen Landkreis Miltenberg zusammen.

Eine Mainbrücke verbindet Kleinheubach seit 1974 mit Großheubach.

Im Rahmen der Gebietsreform schlossen sich die Gemeinden Kleinheubach, Laudenbach und Rüdenau am 1. Januar 1976 zu einer Verwaltungsgemeinschaft zusammen.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Zahl der Einwohner ist seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in zwei Phasen sprunghaft gestiegen. Durch die Eingliederung der Heimatvertriebenen nach 1945 wuchs die Bevölkerung um etwa die Hälfte. Neubaugebiete sorgten vor allem zwischen 1987 und 1999 für einen weiteren Anstieg.

Stichtag Einwohner
1. Dezember 1840 1.605
1. Dezember 1871 1.390
1. Dezember 1900 1.461
16. Juni 1925 1.494
17. Mai 1939 1.501
13. September 1950 2.270
6. Juni 1961 2.335
27. Mai 1970 2.689
25. Mai 1987 2.761
31. Dezember 1999 3.428
31. Dezember 2008 3.538

(Die Angaben bis einschließlich 1987 basieren auf Volkszählungen.)[2]

Religionen[Bearbeiten]

Evangelische Pfarrkirche St. Martin

In Kleinheubach gibt es eine römisch-katholische und eine evangelisch-lutherische Kirchengemeinde. Beide unterhalten jeweils eine Kirche und ein Gemeindehaus. Nach dem Ergebnis der Volkszählung 1987 waren 52,7 Prozent der Einwohner katholisch und 36,1 Prozent evangelisch.[2]

Seit der Reformation 1556 war Kleinheubach evangelisch, während die Ortschaften der Umgebung beim katholischen Glauben blieben. Das katholische Fürstenhaus zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg bildete im 18. Jahrhundert die Keimzelle einer kleinen katholischen Gemeinde, die ihre Gottesdienste in der Schlosskapelle feierte. Durch die Ansiedlung von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die katholische Gemeinde. Seit 1949 hat Kleinheubach wieder eine katholische Pfarrei.[8]

Eine jüdische Gemeinde bestand in Kleinheubach bis 1942. Bereits seit 1326 hatte der Ort jüdische Einwohner. 1837 wurden 145 jüdische Einwohner gezählt, das waren 9,2 % der damaligen Bevölkerung. Aus dem Jahr 1730 stammt der jüdische Friedhof des Ortes. Um diese Zeit soll auch die erste Synagoge erbaut worden sein. Eine neue Synagoge wurde 1808 an der Gartenstraße errichtet und 1898 renoviert.[9] Die Synagoge wurde beim Novemberpogrom 1938 verwüstet und wird seither für andere Zwecke genutzt. Eine Gedenktafel erwähnt zwar die Synagoge, geht aber nicht auf diese Geschichte ein.[10] Ein rituelles Bad (Mikwe) aus dem 19. Jahrhundert, das seit 1935 als Gartenhaus diente, wurde in den Jahren 1991 und 1992 renoviert.[11]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[12]
Wahlbeteiligung: 63,75 %
 %
40
30
20
10
0
38,61 %
31,97 %
29,42 %

Marktgemeinderat[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat von Kleinheubach hat 17 Mitglieder: 16 ehrenamtliche Mitglieder und den Bürgermeister.

CSU SPD FW Gesamt
2008 6 5 6 17 Sitze

(Stand: Kommunalwahl vom 2. März 2008)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Stefan Danninger (FW) wurde am 16. März 2008 zum Ersten Bürgermeister gewählt. Sein Amtsvorgänger war Kurt Schüßler (SPD).

Wappen[Bearbeiten]

Kleinheubach führt seit dem 19. Jahrhundert ein eigenes Wappen. Die heraldische Beschreibung lautet: In Silber auf goldenem Dreiberg ein golden bewehrter roter Löwe.

Der Löwe findet sich auch im Familienwappen der Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, welche die Herrschaft Kleinheubach 1731 durch Kauf von den Grafen von Erbach übernahmen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museum[Bearbeiten]

Ehemaliger Bahnhof, jetzt Heimatmuseum und Jugendtreff

Im ehemaligen Empfangsgebäude des Bahnhofs befindet sich ein kleines Heimatmuseum. Der Heimat- und Geschichtsverein stellt die geschichtliche Entwicklung des Ortes dar und zeigt handwerkliche Objekte und Gegenstände aus ortsansässigen Betrieben, unter anderem aus der Keramikfabrik. Seit dem Jahre 2010 befindet sich auch eine Bildergalerie mit Kurzvita der jeweiligen Bürgermeister, aller Ehrenbürger und bekannten Persönlichkeiten des Marktes im Eingangsbereich des Museums.[13]

Bauwerke[Bearbeiten]

Schloss Löwenstein[Bearbeiten]

Schloss Löwenstein

Das Schloss der Fürsten zu Löwenstein wurde in den Jahren 1721–1732 unter Fürst Dominik Marquard von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg im Barockstil erbaut. Der Bamberger Baumeister Johann Dientzenhofer arbeitete nach Plänen von Louis Remy de la Fosse. Nach Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg mietete die Deutsche Bundespost den größten Teil des Schlosses und baute es zu einer Schulungsstätte aus. Seit wenigen Jahren ist das Schloss ein Tagungshotel. In einem Nebengebäude befindet sich eine Vinothek.

Kirche St. Martin[Bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Martin oberhalb des Mainufers wurde in den Jahren 1706–1710 im Stil des Barock errichtet. Bauherr war Graf Philipp Ludwig von Erbach mit seiner Frau, der Gräfin Albertine Elisabeth von Waldeck und Pyrmont. Über dem Haupteingang der Kirche befindet sich das Wappen der Bauherren. Der heutige Bau ist mindestens die dritte Kirche an diesem Standort. Der Vorgängerbau stammte aus dem Jahr 1455. Von einem noch älteren Gotteshaus ist eine Glocke erhalten, die im 11. oder 12. Jahrhundert gegossen wurde.[14]

Die Turmuhr aus dem Jahr 1707 ist mit den Wappen der ehemaligen Landesherren von Kleinheubach versehen. Eines der Wappen gehörte Philipp dem Älteren, Graf von Rieneck, der 1556 in Kleinheubach die Reformation einführte.

Zur künstlerischen Ausgestaltung der Kirche gehören Fresken, die noch aus der alten Kirche von 1455 stammen. Ein Stein aus dem ehemaligen Römerkastell Altstadt soll Herkules darstellen. Das Altarbild zeigt die Geburt Christi, ein seltenes Motiv für einen Altar. Der Chorraum ist auf halber Höhe mit Einlegearbeiten aus Nussbaumholz ausgekleidet. Über dem Altar befindet sich der reich verzierte Orgelprospekt. Die Orgel ist ein Werk des Orgelbaumeisters Johann Christian Dauphin, der aus Thüringen stammte und sich in Kleinheubach niederließ.[15]

Weitere Bauwerke[Bearbeiten]

Altes Rathaus

Aus dem Jahr 1727 stammt das alte Rathaus, ein Fachwerkbau, der gegenüber der Kirche St. Martin liegt. Das Gebäude wurde in den Jahren 1984 und 2001/2002 umfangreich renoviert. Seit 1974 ist das Rote Kreuz darin untergebracht. An einem Eckpfeiler sind historische Hochwasserstände des Mains markiert.[16]

Die katholische Kirche Heiligste Dreifaltigkeit wurde in den Jahren 1954–1956 nach Plänen des Dombaumeisters Hans Schädel erbaut. Sie hat einen dreieckigen Grundriss und einen frei stehenden Kirchturm. Die Kirche wurde 1986 innen renoviert. 1998 wurden die Glocken erneuert.[8]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Kleinheubach

Parks[Bearbeiten]

Der Park von Schloss Löwenstein erstreckt sich am Main entlang etwa drei Kilometer weit bis nach Miltenberg. Er ist öffentlich zugänglich, obwohl das Gelände in Privatbesitz ist. Man betritt den Park durch das sogenannte Löwentor. Die zu beiden Seiten über Sockeln liegenden Löwenfiguren aus Sandstein sind ein Werk des Bildhauers Heinrich Philipp Sommer (klassizistisch, bez. 1819).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Scheurich an der Gottlieb-Wagner-Straße

In Kleinheubach gibt es fast 2.000 Arbeitsplätze.[17]

Ein Schwerpunkt ist das verarbeitende Gewerbe. Das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung nennt für 2008 zwölf Betriebe der Größenordnung mehr als 20 Beschäftigte. Diese zwölf Betriebe hatten zusammen 1.095 Beschäftigte.[2] Der größte Arbeitgeber des Orts ist die Scheurich GmbH & Co KG, die mit rund 350 Mitarbeitern Pflanzgefäße und Übertöpfe aus Keramik herstellt und weltweit verkauft.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch die Bundesstraße 469 ist Kleinheubach an das Fernstraßennetz angeschlossen. Die Bundesstraße führt als Umgehung an der Gemeinde vorbei. Die nächsten Autobahnanschlüsse zur A3 sind Stockstadt (36 km) und Wertheim/Lengfurt (45  km).[18] Seit 1974 verbindet eine Brücke über den Main die Märkte Kleinheubach und Großheubach.

Kleinheubach ist ein Haltepunkt der Maintalbahn Aschaffenburg – Miltenberg. Die Züge der Westfrankenbahn fahren montags bis freitags etwa einmal pro Stunde in jede Richtung, an den Wochenenden ungefähr im Zwei-Stunden-Takt. Das ehemalige Bahnhofsgebäude wird als Jugendtreff, Heimatmuseum und als Haus der Vereine genutzt.

Montags bis freitags verkehrt die Regionalbuslinie 85 der Verkehrsgemeinschaft am Bayerischen Untermain.

Die Bundeswasserstraße Main spielt als Verkehrsweg für Kleinheubach keine Rolle. Auf der Kleinheubacher Mainseite liegt zwar die Schleuse Heubach, im Ortsbereich gibt es jedoch lediglich einen Anlegesteg eines Kanuvereins. Der Binnenhafen in Aschaffenburg ist 36 km entfernt. In Kleinheubach befindet sich der amtliche Pegel mit der Messstellen-Nr.: 24064003. Die Wasserstände werden automatisch zur Auswertung per Datenfernübertragung an das Wasser- und Schifffahrtsamt Aschaffenburg gesendet. Die Messdaten und Auswertungen können beim Hochwassernachrichtendienst Bayern online abgefragt werden.[19]

Der Flughafen Frankfurt am Main ist 77 km entfernt, der Regionalflugplatz Mainbullau 7 km.

Radfernwege[Bearbeiten]

Durch den Ort führen folgende Radwanderwege:

Bildung[Bearbeiten]

In Kleinheubach gibt es eine Grundschule mit 419 Schülern (im Schuljahr 2008/2009) und zwei Kindertageseinrichtungen mit 168 Kindern (2009).[2]

Ein Schulverband mit den Gemeinden Laudenbach und Rüdenau besteht seit 1969. Seit dem Schuljahr 2010/2011 bildet der Schulverband Kleinheubach einen Mittelschulverbund mit dem Schulverband Amorbach und dem Markt Großheubach.[17] Realschule, Gymnasium und Berufsschule befinden sich in Miltenberg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Kurioses[Bearbeiten]

Ein „Hanjörg“ war ein ungeübter, schlecht bewaffneter Landsknecht, ein ungeschickter Kerl. Seit 1. Oktober 1790 werden die Kleinheubacher „Hanjörche“ genannt. Kaiser Leopold II. zog mit seinem Gefolge von Wien durch das Maintal zur Krönung nach Frankfurt. Für jede Ortschaft war es eine hohe Ehre „Die Krone“ durch ihr Gemeindegebiet zu begleiten. Der Löwensteinische Hofkanzler von Hinckeldey stand mit 30 Grenadieren und 90 Bürgern bereit um das Geleit zu übernehmen. „Platz gemacht oder es gibt ein Blutbad“ riefen die 1000 Mann kurfürstlich-mainzischer Soldaten sowie einige hundert Miltenberger Bürger und beschimpften die Kleinheubacher. Diese versuchten an den Kronwagen heranzukommen um wenigstens ihr Recht symbolisch wahrzunehmen. Sie wurden beschimpft und mit Fausthieben und Gewehrkolbenstößen zurückgedrängt. Auf dem Rückweg zogen die meist betrunkenen Miltenberger randalierend zum Schloss, beleidigten den Fürsten, schlugen Fenster ein und verhöhnten die Kleinheubacher mit ihrem Spottnamen: „Die Hanjörche haben doch nur Weiberschürzen an!“[21].

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard Holl: Zur Ortsgeschichte von Kleinheubach.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kleinheubach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c d e Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Statistik kommunal 2009. Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten für den Markt Kleinheubach. München 2010.
  3. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 118–119.
  4. a b c Kommune Kleinheubach – Chronik. Abgerufen am 12. Februar 2011.
  5.  Felix Mader (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler von Unterfranken und Aschaffenburg, Bezirksamt Miltenberg. Nachdruck der Ausgabe von 1917. Oldenbourg, München 1981, ISBN 3-486-50472-X, S. 156 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche, abgerufen am 13. Februar 2011).
  6.  Barbara Dölemeyer: Bilder als Zeichen alten Rechts. Die Sammlung Frölich. In: Rechtsgeschichte, Zeitschrift des Max-Planck-Instituts für Europäische Rechtsgeschichte. Nr. 4, Frankfurt am Main, S. 264–268 (PDF, 631 kB).
  7.  Felix Mader (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler von Unterfranken und Aschaffenburg, Bezirksamt Miltenberg. Nachdruck der Ausgabe von 1917. Oldenbourg, München 1981, ISBN 3-486-50472-X, S. 10 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche, abgerufen am 13. Februar 2011).
  8. a b Kommune Kleinheubach: Grüß Gott. Abgerufen am 4. Februar 2011.
  9. Alemannia Judaica: Die Synagoge in Kleinheubach (Kreis Miltenberg). Abgerufen am 4. Februar 2011.
  10. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 155
  11. Kommune Kleinheubach: Judenbad. Abgerufen am 6. Februar 2011.
  12. http://www.kombn-web.de/2008/wahlen/6_MAIN_E_GEMEINDERATSWAHL_2008__KLEINHEUBACH.html
  13. „Bedeutende Menschen würdigen“, Main-Echo vom 30. November 2010. Abgerufen am 6. Februar 2011.
  14. Offene Kirchen Bayern: Kleinheubach – Evang.-Luth. Pfarrkirche St. Martin. Abgerufen am 5. Februar 2011.
  15. Dauphin-Orgel Geschichte. Abgerufen am 5. Februar 2011.
  16. Kommune Kleinheubach: Altes Rathaus. Abgerufen am 4. Februar 2011.
  17. a b Kommune Kleinheubach: Wirtschaftsstandort. Abgerufen am 4. Februar 2011.
  18. Kleinheubach – Strukturdaten, Gewerbeflächen und Gewerbeimmobilien. Abgerufen am 4. Februar 2011.
  19. Hochwassernachrichtendienst Bayern, abgerufen am 15. Februar 2011
  20. „Ehrenbürgerschaften für den Adel“, Main-Echo vom 25. August 2008. Abgerufen am 6. Februar 2011.
  21. Werner Trost Stampes, Worzelköpp und Staffelbrunzer Lkr.Miltenberg 2003