Velden (Vils)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Velden
Velden (Vils)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Velden hervorgehoben
48.36666666666712.25477Koordinaten: 48° 22′ N, 12° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Landshut
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Velden (Vils)
Höhe: 477 m ü. NHN
Fläche: 49,4 km²
Einwohner: 6534 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 132 Einwohner je km²
Postleitzahl: 84149
Vorwahl: 08742
Kfz-Kennzeichen: LA
Gemeindeschlüssel: 09 2 74 183
Marktgliederung: 130 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Bahnhofstraße 42
84149 Velden
Webpräsenz: www.markt-velden.de
Bürgermeister: Gerhard Babl (SPD)
Lage des Marktes Velden im Landkreis Landshut
Adlkofen Aham Altdorf Altfraunhofen Baierbach Bayerbach bei Ergoldsbach Bodenkirchen Bruckberg Buch a.Erlbach Eching Ergolding Ergoldsbach Essenbach Furth Geisenhausen Gerzen Hohenthann Kröning Kumhausen Neufahrn Neufraunhofen Niederaichbach Obersüßbach Pfeffenhausen Postau Rottenburg a.d.Laaber Schalkham Tiefenbach Velden Vilsbiburg Vilsheim Weihmichl Weng Wörth a.d.Isar Wurmsham Landshut Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Erding Landkreis Freising Landkreis Kelheim Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Regensburg Landkreis Rottal-Inn Landkreis Straubing-BogenKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Velden ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Landshut und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Velden. In der örtlichen bairischen Mundart wird der Markt auch Voin genannt.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Velden liegt an der großen Vils und ist rund 70 Kilometer von München und etwa 30 Kilometer von Landshut entfernt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Velden hat 130 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Marktplatz mit dem Rathaus von 1862

Velden wurde erstmals 773 als Herzogshof „Feldin“ erwähnt. Vermutlich existierte Velden bereits vor 773, doch dies ist durch keine archäologischen Funde belegt. Die geografische Lage spricht dafür, dass die Gegend um Velden wahrscheinlich schon zu der Zeit bevölkert war, als das Vilstal noch von Urwald bedeckt war. Um das 8. Jahrhundert gehörte Velden zum Besitz des Herzogs Tassilo vom Geschlecht der Agilolfinger. Im Jahr 788 setzte Frankenkaiser Karl der Große den letzten agilofingischen Bayernherzog Tassilo ab und machte das bis dahin selbstständige Herzogtum Bayern zu einer Provinz des mächtigen Frankenreiches. 818 lässt der adlige Ellanmar neben der Vils eine Kapelle erbauen. Somit besaß das Verwaltungsgebiet Velden auch ein Kirchenzentrum.

Um 890 schenkt Aspert, der Kanzler des Frankenkönigs Arnulf, die Kapelle von Velden an das Kloster Sankt Emmeram in Regensburg. Daraus folgte ein gewichtiges Mitspracherecht des Bischofs von Regensburg in der Region. Velden gehörte zwar noch zum Bistum Freising, verlor aber seine Stellung als Königshof. Eine Urkunde vom 12. August 903 bestätigt, dass der Sohn des Kaisers Arnulf, Ludwig das Kind, den Königshof Velden mitsamt Leibeigenen, Gebäuden, Brücken, Wäldern und Wassern dem Bischof von Regensburg geschenkt hat.

Michael Wening: Schloss Eberspoint und Markt Velden, Anfang 18. Jahrhundert

Die seit 1180 regierenden Wittelsbacher versuchten ihr Territorium und ihre Macht auch in Velden auszuweiten. 1224 erwerben die Wittelsbacher die Vogtei in Eberspoint. 1295 wird Velden erstmals als Hofmark erwähnt. Seit 1300 saß in Velden auch ein herzoglicher Amtmann, der im Auftrag des Landrichters zu Vilsbiburg die Verwaltung und das Hofmarksgericht im Orte leitete. Wann Velden zum Markt erhoben wurde, ist bis heute ungewiss, da keine Marktgründungsurkunde existiert.

In einer Gerichtsurkunde von 1394 werden die ersten Bürger von Velden genannt. Hierin wird ein Indiz dafür gesehen, dass Velden um diese Zeit bereits das Marktrecht besaß. Von einer bürgerlichen Selbstverwaltung kann man erst seit 1484 sprechen. 1498 ist das Jahr des Baus des ersten Rathauses in Velden. Um 1450 wird die stattlichen Pfarrkirche errichtet, die seitdem als Wahrzeichen des Ortes im Vilstal weithin sichtbar ist. Herzog Ludwig X. (Bayern) verleiht 1516 dem Ort das Marktwappen.

Im 14. und 15. Jahrhundert bringen Pestepidemien, der Landshuter Erbfolgekrieg (1503-1505) sowie der Dreißigjährige Krieg Not und Elend. Vom 19. bis 22. Juni 1633 wüten, plündern und verwüsten schwedische Truppen den Markt. Viele Verwundete und Tote waren zu beklagen. Velden wurde zu dieser Zeit so sehr beschädigt und gebrandschatzt, dass der Ort noch im 19. Jahrhundert in einem miserablen Zustand war.

Die Pfarrkirche St. Peter

1830: In Velden stehen 167 Häuser sowie die Pfarrkirche, das Rathaus, ein Benifiziatenhaus, das Schulhaus, das Armenhaus, sechs Brauereien, sechs Branntweinbrennereien, ein Weinhaus, zwei Bierwirtshäuser, eine Ziegelhütte und eine Getreidemühle.

1865 wurde Velden von einer verheerenden Brandkatastrophe heimgesucht. Die meisten Holzhäuser wurden zu Schutt und Asche. Nach zweijähriger Bauzeit wurde Heiligabend 1898 die Bahnlinie mit Zustimmung des Prinzregenten Luitpold von Bayern ihrer Bestimmung übergeben.

Weitere Ereignisse:

  • Während der beiden Weltkriege: Unheil und Nationalsozialismus „kontrollieren“ den Markt. Nach mühsamen Nachkriegsjahren, in denen viele Flüchtlinge und Vertriebene unterzubringen waren, folgte in den sechziger Jahren der Aufschwung.
  • 1957: Das erste Volksfest wird abgehalten.
  • 1968: Wegen Unrentabilität wurde der Personenverkehr auf der Bahnstrecke Velden-Dorfen eingestellt.
  • Von 1967 bis 1973: Es entsteht ein neues Schulgebäude mit Turnhalle und Sportplatz.
  • 1969: Das Gemeindezentrum „St. Andreas“ wird für die evangelischen Mitbürger errichtet.
  • 1973: 1200-Jahr-Feier von Velden.
  • 1976: Die biologische Kläranlage nimmt ihren Betrieb auf.

Am 1. Mai 1978 wurde die Verwaltungsgemeinschaft Velden (Vils) mit den Mitgliedsgemeinden Velden, Wurmsham und Neufraunhofen gebildet.

  • 1981: Der Veldener Kindergarten wird ausgebaut.
  • Dezember 1982: Bezug des neuen Rathauses Velden
  • 1984 bis 1986: Erneuerung der Wasserversorgung mit zwei neuen Tiefbrunnen und dem neuen Wasserwerk, sowie der Ausbau der Versorgung in das Umland in den folgenden Jahren. Das frühere Eberspointer Schulhaus hat die Gemeinde zu einem schönen Kindergarten umgebaut.
  • 1991: Umbau des ehemaligen Kreiskrankenhauses in das Senioren- und Pflegeheim St. Vinzenz durch das Rote Kreuz.
  • 1993: Das neue Sportzentrum des TSV Velden kann mit anliegendem Freizeit- und Erholungsgelände der Gemeinde eingeweiht werden.
  • 1995: Abbau der Gleisanlagen der Bahnstrecke Velden–Dorfen. Auf der Trasse wird danach der Vilstalradweg angelegt.
  • 2002: Die neue Doppelsporthalle wird in Betrieb genommen.
  • 2008: Neubau des Feuerwehrhauses.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Babing freiwillig eingegliedert.[4] Am 1. Januar 1976 kam der größere Teil der aufgelösten Gemeinde Ruprechtsberg ebenfalls freiwillig hinzu. Am 1. Mai 1978 folgten die Gemeinde Eberspoint und Teile der Gemeinden Vilslern, Holzhausen, Neufraunhofen und Felizenzell.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 2012 lebten auf dem Gemeindegebiet des Marktes Velden 6534 Einwohner mit ihrem Hauptwohnsitz.

Stand Einwohner
Oktober 1946 3970
6. Juni 1961 4311
27. Mai 1970 4223
25. Mai 1987 4573
31. Dezember 1998 6166
31. Dezember 2000 6310
31. Dezember 2001 6420
Stand Einwohner
31. Dezember 2002 6398
31. Dezember 2003 6400
31. Dezember 2004 6430
31. Dezember 2005 6446
31. Dezember 2006 6455
31. Dezember 2007 6506
31. Dezember 2008 6528
Stand Einwohner
31. Dezember 2009 6510
31. Dezember 2011 6589
31. Dezember 2012 6534

Politik[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit dem Jahr 1976 besteht eine Partnerschaft mit italienischen Gemeinde Roana in der Provinz Venetien. 1986 wurde eine weitere Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Aigrefeuille an der Atlantikküste geschlossen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Statue des Apoll von Georg Brenninger in Velden an der Vils nach dem Vorbild der Darstellung im Giebelfeld des Nationaltheaters in München

Der Marktplatz Veldens, eine L-förmiger Anlage mit Häusern aus dem 19.  Jahrhundert steht unter Ensembleschutz. Das ehemalige Rathaus - die heutige Gemeindebücherei - sowie die alte Schmiede am unteren Markt mit ihren beiden Arkadenbögen sind dabei die architektonisch herausragenden Gebäude. Am Marktplatz sind 20 Bronzeskulpturen aus der Hand des in Velden geborenen Professor Georg Brenninger zu bewundern. Die Pfarrkirche St. Peter wurde um 1450 erbaut und besitzt einen 64 Meter hohen Turm. In einer stillgelegten Güterhalle des ehemaligen und nunmehr denkmalgeschützten Bahnhofs befinden sich auf zwei Stockwerken Ausstellungsräume in denen regionale und überregionale Künstler ihre Werke zeigen.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Velden (Vils)

Verkehr[Bearbeiten]

Velden liegt an der Bundesstraße 388 zwischen München und Passau. Dem Ort gelang es als einer der ersten Gemeinden in Bayern den Durchgangsverkehr 1971 auf eine Umgehungsstraße zu verlagern. Die 1994 stillgelegte Bahnstrecke Dorfen–Velden führte von Velden über Taufkirchen nach Dorfen, wo Anschluss an die Bahnstrecke München–Mühldorf bestand. Nach der Stilllegung wurde die Strecke von den drei Gemeinden zu einem Rad- und Fußweg umgebaut. Der Vilstalradweg erfreut sich großer Beliebtheit bei Radfahrern, Spaziergängern, Läufern und Inline-Skatern. Velden profitiert vom nahe gelegenen Münchner Flughafen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es ein reges Vereinsleben mit unterschiedlichen Aktivitäten im gesellschaftlichen, kulturellen und sportlichen Bereich. In Velden wird im Siebenjährigen Turnus ein Schäfflertanz in der Faschingszeit aufgeführt. Dieser ist dem Münchener Schäfflertanz nachempfunden und wurde erstmals im Jahre 1908 veranstaltet.

1983 war die Gemeinde Velden Drehort der beliebten Fernsehserie Irgendwie und Sowieso.

Literatur[Bearbeiten]

  • Stefan Schütze (Redaktion): Veldener Heimatbuch. Geschichte und Geschichten einer niederbayerischen Vilstalgemeinde. STS-Verlag, Velden 2003.
  • Stefan Schütze (Redaktion): Bildhauer Georg Brenninger - Heimatsohn und Künstlerfürst (Broschüre). STS-Verlag, Velden 2009.
  • Markt Velden (Hg.): Velden aus der Luft gegriffen. Erwerb im Rathaus Velden.
  • Markt Velden (Hg.): Velden. Bilder aus vergangener Zeit. Erwerb im Rathaus Velden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Bayerische Landesbibliothek: Suchergebnis Velden. Online auf bayerische-landesbibliothek-online.de. Abgerufen am 16. April 2014.
  3. Markt Velden: Neue Ortsbezeichnung Am Giglberg. Online auf vg-velden.de. Abgerufen am 16. April 2014.
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 585.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 615 bis 617.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Velden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien