Velden (Vils)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Niederbayern | |
| Landkreis: | Landshut | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Velden (Vils) | |
| Höhe: | 477 m ü. NN | |
| Fläche: | 49,4 km² | |
| Einwohner: |
6589 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 133 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 84149 | |
| Vorwahl: | 08742 | |
| Kfz-Kennzeichen: | LA | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 2 74 183 | |
| Marktgliederung: | 130 Ortsteile | |
| Adresse der Marktverwaltung: |
Bahnhofstraße 42 84149 Velden |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Gerhard Babl (SPD) | |
| Lage des Marktes Velden im Landkreis Landshut | ||
Velden ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Landshut und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Velden. In der örtlichen bairischen Mundart wird der Markt auch Voin genannt.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Geographische Lage [Bearbeiten]
Velden liegt an der großen Vils und ist rund 70 Kilometer von München und etwa 30 Kilometer von Landshut entfernt.
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
Die politische Gemeinde Velden hat 130 amtlich benannte Ortsteile[2]:
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Geschichte [Bearbeiten]
Velden wurde erstmals 773 als Herzogshof „Feldin“ erwähnt. Vermutlich existierte Velden bereits vor 773, doch dies ist durch keine archäologischen Funde belegt. Die geografische Lage spricht dafür, dass die Gegend um Velden wahrscheinlich schon zu der Zeit bevölkert war, als das Vilstal noch von Urwald bedeckt war. Um das 8. Jahrhundert gehörte Velden zum Besitz des Herzogs Tassilo vom Geschlecht der Agilolfinger. Im Jahr 788 setzte Frankenkaiser Karl der Große den letzten agilofingischen Bayernherzog Tassilo ab und machte das bis dahin selbstständige Herzogtum Bayern zu einer Provinz des mächtigen Frankenreiches. 818 lässt der adlige Ellanmar neben der Vils eine Kapelle erbauen. Somit besaß das Verwaltungsgebiet Velden auch ein Kirchenzentrum.
Um 890 schenkt Aspert, der Kanzler des Frankenkönigs Arnulf, die Kapelle von Velden an das Kloster Sankt Emmeram in Regensburg. Daraus folgte ein gewichtiges Mitspracherecht des Bischofs von Regensburg in der Region. Velden gehörte zwar noch zum Bistum Freising, verlor aber seine Stellung als Königshof. Eine Urkunde vom 12. August 903 bestätigt, dass der Sohn des Kaisers Arnulf, Ludwig das Kind, den Königshof Velden mitsamt Leibeigenen, Gebäuden, Brücken, Wäldern und Wassern dem Bischof von Regensburg geschenkt hat.
Die seit 1180 regierenden Wittelsbacher versuchten ihr Territorium und ihre Macht auch in Velden auszuweiten. 1224 erwerben die Wittelsbacher die Vogtei in Eberspoint. 1295 wird Velden erstmals als Hofmark erwähnt. Seit 1300 saß in Velden auch ein herzoglicher Amtmann, der im Auftrag des Landrichters zu Vilsbiburg die Verwaltung und das Hofmarksgericht im Orte leitete. Wann Velden zum Markt erhoben wurde, ist bis heute ungewiss, da keine Marktgründungsurkunde existiert.
In einer Gerichtsurkunde von 1394 werden die ersten Bürger von Velden genannt. Hierin wird ein Indiz dafür gesehen, dass Velden um diese Zeit bereits das Marktrecht besaß. Von einer bürgerlichen Selbstverwaltung kann man erst seit 1484 sprechen. 1498 ist das Jahr des Baus des ersten Rathauses in Velden. Um 1450 wird die stattlichen Pfarrkirche errichtet, die seitdem als Wahrzeichen des Ortes im Vilstal weithin sichtbar ist. Herzog Ludwig X. (Bayern) verleiht 1516 dem Ort das Marktwappen.
Im 14. und 15. Jahrhundert bringen Pestepidemien, der Landshuter Erbfolgekrieg (1503-1505) sowie der Dreißigjährige Krieg Not und Elend. Vom 19. bis 22. Juni 1633 wüten, plündern und verwüsten schwedische Truppen den Markt. Viele Verwundete und Tote waren zu beklagen. Velden wurde zu dieser Zeit so sehr beschädigt und gebrandschatzt, dass der Ort noch im 19. Jahrhundert in einem miserablen Zustand war.
1830: In Velden stehen 167 Häuser sowie die Pfarrkirche, das Rathaus, ein Benifiziatenhaus, das Schulhaus, das Armenhaus, sechs Brauereien, sechs Branntweinbrennereien, ein Weinhaus, zwei Bierwirtshäuser, eine Ziegelhütte und eine Getreidemühle.
1865 wurde Velden von einer verheerenden Brandkatastrophe heimgesucht. Die meisten Holzhäuser wurden zu Schutt und Asche. Nach zweijähriger Bauzeit wurde Heiligabend 1898 die Bahnlinie mit Zustimmung des Prinzregenten Luitpold von Bayern ihrer Bestimmung übergeben.
Weitere Ereignisse:
- Während der beiden Weltkriege: Unheil und Nationalsozialismus „kontrollieren“ den Markt. Nach mühsamen Nachkriegsjahren, in denen viele Flüchtlinge und Vertriebene unterzubringen waren, folgte in den sechziger Jahren der Aufschwung.
- 1957: Das erste Volksfest wird abgehalten.
- 1968: Wegen Unrentabilität wurde der Personenverkehr auf der Bahnstrecke Velden-Dorfen eingestellt.
- Von 1967 bis 1973: Es entsteht ein neues Schulgebäude mit Turnhalle und Sportplatz.
- 1969: Das Gemeindezentrum „St. Andreas“ wird für die evangelischen Mitbürger errichtet.
- 1973: 1200-Jahr-Feier von Velden.
- 1976: Die biologische Kläranlage nimmt ihren Betrieb auf.
Am 1. Mai 1978 wurde die Verwaltungsgemeinschaft Velden (Vils) mit den Mitgliedsgemeinden Velden, Wurmsham und Neufraunhofen gebildet.
- 1981: Der Veldener Kindergarten wird ausgebaut.
- Dezember 1982: Bezug des neuen Rathauses Velden
- 1984 bis 1986: Erneuerung der Wasserversorgung mit zwei neuen Tiefbrunnen und dem neuen Wasserwerk, sowie der Ausbau der Versorgung in das Umland in den folgenden Jahren. Das frühere Eberspointer Schulhaus hat die Gemeinde zu einem schönen Kindergarten umgebaut.
- 1991: Umbau des ehemaligen Kreiskrankenhauses in das Senioren- und Pflegeheim St. Vinzenz durch das Rote Kreuz.
- 1993: Das neue Sportzentrum des TSV Velden kann mit anliegendem Freizeit- und Erholungsgelände der Gemeinde eingeweiht werden.
- 1995: Abbau der Gleisanlagen der Bahnstrecke Velden–Dorfen. Auf der Trasse wird danach der Vilstalradweg angelegt.
- 2002: Die neue Doppelsporthalle wird in Betrieb genommen.
- 2008: Neubau des Feuerwehrhauses.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Babing freiwillig eingegliedert.[3] Am 1. Januar 1976 kam der größere Teil der aufgelösten Gemeinde Ruprechtsberg ebenfalls freiwillig hinzu. Am 1. Mai 1978 folgten die Gemeinde Eberspoint und Teile der Gemeinden Vilslern, Holzhausen, Neufraunhofen und Felizenzell.[4]
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Am 31. Dezember 2011 lebten auf dem Gemeindegebiet des Marktes Velden 6589 Einwohner mit ihrem Hauptwohnsitz.
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Politik [Bearbeiten]
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Seit dem Jahr 1976 besteht eine Partnerschaft mit italienischen Gemeinde Roana in der Provinz Venetien. 1986 wurde eine weitere Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Aigrefeuille an der Atlantikküste geschlossen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Der Marktplatz Veldens, eine L-förmiger Anlage mit Häusern aus dem 19. Jahrhundert steht unter Ensembleschutz. Das ehemalige Rathaus - die heutige Gemeindebücherei - sowie die alte Schmiede am unteren Markt mit ihren beiden Arkadenbögen sind dabei die architektonisch herausragenden Gebäude. Am Marktplatz sind 20 Bronzeskulpturen aus der Hand des in Velden geborenen Professor Georg Brenninger zu bewundern. Die Pfarrkirche St. Peter wurde um 1450 erbaut und besitzt einen 64 Meter hohen Turm. In einer stillgelegten Güterhalle des ehemaligen und nunmehr denkmalgeschützten Bahnhofs befinden sich auf zwei Stockwerken Ausstellungsräume in denen regionale und überregionale Künstler ihre Werke zeigen.
Baudenkmäler [Bearbeiten]
→ Liste der Baudenkmäler in Velden (Vils)
Verkehr [Bearbeiten]
Velden liegt an der Bundesstraße 388 zwischen München und Passau. Dem Ort gelang es als einer der ersten Gemeinden in Bayern den Durchgangsverkehr 1971 auf eine Umgehungsstraße zu verlagern. Die 1994 stillgelegte Bahnstrecke Dorfen–Velden führte von Velden über Taufkirchen nach Dorfen, wo Anschluss an die Bahnstrecke München–Mühldorf bestand. Nach der Stilllegung wurde die Strecke von den drei Gemeinden zu einem Rad- und Fußweg umgebaut. Der Vilstalradweg erfreut sich großer Beliebtheit bei Radfahrern, Spaziergängern, Läufern und Inline-Skatern. Velden profitiert vom nahe gelegenen Münchner Flughafen.
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Oda (873–903), Gemahlin des römisch-deutschen Kaisers Arnulf von Kärnten
- Aspert von Velden (891–893), Bischof von Regensburg
- Sebastian Seemiller (1752–1798), katholischer Theologe
- Michael Mayer (1836–1911), geboren in Eberspoint, Reichstags- und Landtagsabgeordneter, Bildhauer
- Georg Brenninger (1909–1988), Bildhauer, Architekt und Hochschullehrer
- Hans Oßner (1941–2006), Bodybuilder und Schauspieler
- Rüdiger Lentz (* 1947), Journalist
- Michael Sailstorfer (* 1978), Künstler
Sonstiges [Bearbeiten]
In der Gemeinde gibt es ein reges Vereinsleben mit unterschiedlichen Aktivitäten im gesellschaftlichen, kulturellen und sportlichen Bereich. In Velden wird im Siebenjährigen Turnus ein Schäfflertanz in der Faschingszeit aufgeführt. Dieser ist dem Münchener Schäfflertanz nachempfunden und wurde erstmals im Jahre 1908 veranstaltet.
1983 war die Gemeinde Velden Drehort der beliebten Fernsehserie Irgendwie und Sowieso.
Literatur [Bearbeiten]
- Stefan Schütze (Redaktion): Veldener Heimatbuch. Geschichte und Geschichten einer niederbayerischen Vilstalgemeinde. STS-Verlag, Velden 2003
- Stefan Schütze (Redaktion): Broschüre. Bildhauer Georg Brenninger - Heimatsohn und Künstlerfürst. STS-Verlag, Velden 2009
- Markt Velden: Buch - Velden aus der Luft gegriffen. Erwerb im Rathaus Velden
- Markt Velden: Buch - Velden Bilder aus vergangener Zeit. Erwerb im Rathaus Velden
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
- ↑ http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111205/192425&attr=OBJ&val=723
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 585.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 615 bis 617.
Weblinks [Bearbeiten]
- Velden (Vils): Wappengeschichte vom HdBG
- Homepage Markt Velden
- Velden (Vils): Amtliche Statistik des LStDV
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