Ergoldsbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Ergoldsbach
Ergoldsbach
Deutschlandkarte, Position von Ergoldsbach hervorgehoben
48.68333333333312.2416Koordinaten: 48° 41′ N, 12° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Landshut
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Ergoldsbach
Höhe: 416 m ü. NN
Fläche: 57,06 km²
Einwohner: 7488 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 131 Einwohner je km²
Postleitzahl: 84061
Vorwahl: 08771
Kfz-Kennzeichen: LA
Gemeindeschlüssel: 09 2 74 127
Marktgliederung: 14 Ortsteile
Adresse der Marktverwaltung: Hauptstr. 29
84061 Ergoldsbach
Webpräsenz:
Bürgermeister: Ludwig Robold (Freie Wähler)
Lage von Ergoldsbach im Landkreis Landshut
Karte

Ergoldsbach ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Landshut und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Ergoldsbach.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Ergoldsbach liegt, umgeben von einigen Waldungen, im Goldbachtal im niederbayerischen Hügelland der Region Landshut.

Der Markt Ergoldsbach besteht zusätzlich aus den eingemeindeten Teilen Dürrenhettenbach, Iffelkofen, Jellenkofen, Kläham, Langenhettenbach, Leonhardshaun, Martinshaun, Oberdörnbach, Osterhaun, Paindlkofen, Prinkofen, Siegensdorf, Unterdörnbach und Wölflkofen sowie weiteren kleineren Ortschaften. Insgesamt verfügt der Ort über eine Fläche von 57 km² und hat ein Straßennetz von bis zu 98 km zu versorgen.

[Bearbeiten] Geschichte

Blick vom Kapellenberg

Auf dem Kapellenberg im Markt finden sich die heute noch gut erhaltenen Doppelwälle der alten Schanze, einer frühmittelalterlichen Wallfestung. Eine ungepflasterte Römerstraße führte vermutlich von Landshut nach Regensburg durch das spätere Ergoldsbach. Die erste urkundliche Erwähnung Ergoldsbachs erfolgte im Jahr 822. Der Ort gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Teisbach des Kurfürstentums Bayern. Ergoldsbach besaß ein Marktgericht mit magistratischen Eigenrechten. Durch die günstige Lage an der Straße Landshut–Regensburg entwickelte sich neben der bäuerlichen Bevölkerung der Handel und das Gewerbe. Im Jahr 1403 wurde Ergoldsbach in den Markt-Stand erhoben. Von 1160 bis 1449 liegen Dokumente der "Edlen von Ergoldsbach vor". Diesem Adelsgeschlecht mit Sitz im Markte gehörte unter anderem folgende Persönlichkeiten an: Hildepodus von Ergolzepach, Heinrich von Ergoldsbach (mit Sitz erstmals 1267 in der damals hochstiftlichen Hofmark zu Ergoldsbach), sowie Ritter Berchtold von Ergoldsbeck, der u.a. von 1310 - 1353 Bürgermeister von Regensburg war. Einige Brände veränderten das Ortsbild nachhaltig. 1860 wurden die Ergoldsbacher Dachziegelwerke eingeweiht, außerdem wurde eine Bahn von Landshut nach Geiselhöring eröffnet, was dem Markt einen wirtschaftlichen Aufschwung brachte. Die Ergoldsbacher Dachziegelwerke verlagerte ihren Hauptsitz nach einem Brand in das benachbarte Neufahrn. In Ergoldsbach werden heute Kamine gefertigt. Ergoldsbach besaß bis zur Erstellung der Grund- und Hauptschule im Jahre 1969/70 eine Mädchen- und Knabenschule. In der Mädchenschule wurde von Schwestern des Ordens der Armen Schulschwestern unterrichtet. 1913 wurde in Ergoldsbach ein Krankenhaus gebaut, das bis 1977 in Betrieb war. Danach wurde es vom Roten Kreuz in ein Senioren- und Pflegeheim umgewandelt, bis es 2004 einem Neubau weichen musste.

[Bearbeiten] Eingemeindungen

Der heutige Markt Ergoldsbach entstand 1972-1978 durch die Eingemeindung von Prinkofen, Langenhettenbach, Paindlkofen, Kläham und Martinshaun.

[Bearbeiten] Vorgänge um die Rettung von KZ-Häftlingen 1945

Im April 1945 wurden dem Ergoldsbacher Polizisten Max Maurer von der SS 13 jüdische KZ-Häftlinge übergeben, angeblich mit der Weisung, sie zu erschießen. Maurer brachte die Häftlinge auf das Anwesen von Anna Gnadl, wo sie einen Tag später von den anrückenden Amerikanern aufgenommen wurden. Laut John Weiner, einem der 13, hat Maurer das Leben der Häftlinge gerettet. Dafür wurde 1997 in Yad Vashem von Israel als Gerechter unter den Völkern geehrt. [1]

[Bearbeiten] Infrastruktur

Der Ort liegt direkt an der Bundesstraße 15. Zukünftig wird die im Bau befindliche Bundesstraße 15n planfrei und vierspurig die Verbindung von Regensburg über Landshut nach Rosenheim erleichtern und die stark befahrenen Ortsdurchfahrten entlasten. Über die Bahnstrecke München–Regensburg sind Direktverbindungen bis München oder Nürnberg ab Bahnhof Ergoldsbach verfügbar. Der Markt gehört dem Wasserzweckverband Rottenburg an.

[Bearbeiten] Baugebiete

In Jellenkofen ist ein Gewerbegebiet mit einer Nettobaulandfläche von 39.000 m² und Grundstücksgrößen ab 2.000 m² vorhanden. Das Baugebiet "Kapellenberg" hält 70 Baugrundstücke für Wohnungsbau und 6 Bauplätze als Mischgebiet bereit.

[Bearbeiten] Einrichtungen

[Bearbeiten] Bildung und Jugend

[Bearbeiten] Veranstaltungen

  • Mit der Goldbach-Halle steht eine Sport- und Mehrzweckhalle mit einer Kapazität von bis zu 1000 Sitzplätzen zur Verfügung. Geplant wurde sie seit 1979. Ihre Fertigstellung erfolgte im Jahr 1988. Jährlich stattfindende Konzerte bzw. Messen sind der Faschingsball und die Gewerbeschau.

[Bearbeiten] Sport und Freizeit

[Bearbeiten] Feuerwehren

Neben der Freiwilligen Feuerwehr Ergoldsbach wachen im Gemeindegebiet zusätzlich die Freiwilligen Feuerwehren Kläham, Langenhettenbach, Martinshaun, Paindlkofen und Prinkofen.

[Bearbeiten] Religion

Kriegerdenkmal am Kirchplatz
  • Etwa 75 % der Bevölkerung Ergoldsbachs sind katholisch. Die Pfarrkirche St. Peter und Paul (erstmals erbaut spätestens im 16. Jahrhundert[2]) befindet sich im Ortszentrum. Weitaus älter ist die aus dem 11. bis 13. Jahrhundert stammende spätromanische Kirche St. Agatha auf der östlichen Seite des Goldbachs. Trotz der späteren Barockisierung ist der spätromanische Grundriss und das Mauerwerk vollständig erhalten.[3] Im Park auf dem Kapellenberg befindet sich die Lourdes-Kapelle, die 1895-96 unter Pfarrer Igl erbaut wurde.[4]
  • Etwa 7 % der Ergoldsbacher Bevölkerung sind evangelisch. Die ca. 1970 eingeweihte Versöhnungskirche befindet sich auf dem Freizeitareal an der Badstraße. Die Gottesdienste finden abwechselnd in Ergoldsbach und in der Friedenskirche in Neufahrn statt.
  • Ein mittlerweile sehr großer und stetig wachsender Anteil der Ergoldsbacher Bevölkerung gehört dem Islam an.

[Bearbeiten] Wirtschaft

In erster Linie ist Ergoldsbach eine Pendler-Gemeinde. Ein großer Anteil der Bevölkerung fährt jeden Tag nach Landshut, München, Dingolfing oder Regensburg. In Ergoldsbach selbst befinden sich die Erlus AG und mittelständische Produktions-, Speditions-, Handwerksbetriebe und Dienstleistungsunternehmen. Eine Vielzahl an Supermärkten, Bäckereien und Einzelhandel bieten weitere Arbeitsplätze vor Ort.

[Bearbeiten] Vereine

In Ergoldsbach und in seiner näheren Umgebung gibt es ca. 60 Vereine.

Schloss Jellenkofen

[Bearbeiten] Besondere Bauwerke

  • Schloss Jellenkofen: Erbaut um 1720/1730 als quadratischer Bau mit Walmdach, ehemals herzoglich bayerische Hofmark in Ergoldsbach, Ortsteil Jellenkofen.[5] Als 1872 das von den Armen Franziskanerinnen als Krankenhaus genutzte Armenhaus in Ergoldsbach zu klein wurde, baute man zwar dieses aus, zusätzlich funktionierte man aber auch das Schloss zur Krankenanstalt für die Klosterschwestern um. Nachdem später auch Kranke aus dem Bezirk dort aufgenommen wurden, wurde das Schloss 1893 offiziell zum Krankenhaus umgewandelt. Diese Funktion erfüllte es bis in Ergoldsbach ein neues Krankenhaus errichtet wurde.[6] Das Schloss ist heute in Privatbesitz.
  • Wallfestung: Die frühmittelalterliche Wallburg befindet sich auf dem Kapellenberg. Die Doppelwallfestung wurde integriert in eine weitläufige Parkanlage. Auf dem nördlichen äusseren Wall befindet sich die Lourdes Kapelle.

[Bearbeiten] Partnerorte

  • Seit dem Jahr 2004 besteht eine Partnerschaft mit der italienischen Stadt Montefiascone.
  • Ergoldsbach ist Patenort des Marktes Ergolding

[Bearbeiten] Bekannte Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Sagen aus Ergoldsbach

Der Bauer im Mond

An einem Feiertag soll ein Bauer aus Paindlkofen Dornhecken ausgehauen haben und zur Strafe dafür in den Mond versetzt worden sein. Angeblich sieht man ihn auch heute noch bei der Arbeit.

Die versunkene Burg

Von einem Pfarrer wurde überliefert, dass auf dem Kapellenberg einst ein Schloss mit vier Türmen existierte. Dieses soll in der Erde versunken sein, als ein Schlossherr schlecht mit seinen Leuten umging. Das Bauwerk begrub der Legende nach den grausamen Burgherrn mit sich.

[Bearbeiten] Literatur

  • Roger DEVAUX: Treize Qu'ils Etaient - Das Leben der französischen Kriegsgefangenen bei den Bauern aus niedrigem Bayern während des Zweiten Weltkrieges - Treize Qu'ils Etaient - Editions Memoires et Cultures - 2007 - ISBN 2-916062-51-3

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Max Maurer und die beschwerliche Suche nach der historischen Tat
  2. Ergoldsbach im Goldbachtal, Helmut Siegl, Dr. Hanskarl Hornung Verlag, München, 1984, S. 74
  3. Ergoldsbach im Goldbachtal, Helmut Siegl, Dr. Hanskarl Hornung Verlag, München, 1984, S. 59 f.
  4. Ergoldsbach im Goldbachtal, Helmut Siegl, Dr. Hanskarl Hornung Verlag, München, 1984, S. 52
  5. Burgen und Schlösser im Landkreis Landshut
  6. Ergoldsbach im Goldbachtal, Helmut Siegl, Dr. Hanskarl Hornung Verlag, München, 1984, S. 101

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Ergoldsbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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