Ergoldsbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Ergoldsbach
Ergoldsbach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Ergoldsbach hervorgehoben
48.69166666666712.201666666667416Koordinaten: 48° 42′ N, 12° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Landshut
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Ergoldsbach
Höhe: 416 m ü. NHN
Fläche: 57,06 km²
Einwohner: 7459 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 131 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 84061,
84088 (Salzburg)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 08771
Kfz-Kennzeichen: LA, MAI, MAL, ROL, VIB
Gemeindeschlüssel: 09 2 74 127
Marktgliederung: 32 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Hauptstr. 29
84061 Ergoldsbach
Webpräsenz: www.vgem-ergoldsbach.de
Bürgermeister: Ludwig Robold (FW)
Lage des Marktes Ergoldsbach im Landkreis Landshut
Adlkofen Aham Altdorf Altfraunhofen Baierbach Bayerbach bei Ergoldsbach Bodenkirchen Bruckberg Buch a.Erlbach Eching Ergolding Ergoldsbach Essenbach Furth Geisenhausen Gerzen Hohenthann Kröning Kumhausen Neufahrn Neufraunhofen Niederaichbach Obersüßbach Pfeffenhausen Postau Rottenburg a.d.Laaber Schalkham Tiefenbach Velden Vilsbiburg Vilsheim Weihmichl Weng Wörth a.d.Isar Wurmsham Landshut Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Erding Landkreis Freising Landkreis Kelheim Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Regensburg Landkreis Rottal-Inn Landkreis Straubing-BogenKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Ergoldsbach ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Landshut und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Ergoldsbach.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Ergoldsbach liegt, umgeben von einigen Waldungen, im Goldbachtal im niederbayerischen Hügelland der Region Landshut. Insgesamt hat der Ort eine Fläche von 57 km² und hat ein Straßennetz von bis zu 98 km zu versorgen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Ergoldsbach hat 32 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Blick vom Kapellenberg

Auf dem Kapellenberg im Markt finden sich die heute noch gut erhaltenen Doppelwälle der alten Schanze, einer frühmittelalterlichen Wallfestung. Eine ungepflasterte Römerstraße führte vermutlich von Landshut nach Regensburg durch das spätere Ergoldsbach. Die erste urkundliche Erwähnung Ergoldsbachs erfolgte im Jahr 822. Der Ort gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Teisbach des Kurfürstentums Bayern. Ergoldsbach besaß ein Marktgericht mit magistratischen Eigenrechten. Durch die günstige Lage an der Straße Landshut–Regensburg entwickelte sich neben der bäuerlichen Bevölkerung der Handel und das Gewerbe. Im Jahr 1403 wurde Ergoldsbach in den Markt-Stand erhoben. Von 1160 bis 1449 liegen Dokumente der „Edlen von Ergoldsbach vor“. Diesem Adelsgeschlecht mit Sitz im Markte gehörte unter anderem folgende Persönlichkeiten an: Hildepodus von Ergolzepach, Heinrich von Ergoldsbach (mit Sitz erstmals 1267 in der damals hochstiftlichen Hofmark zu Ergoldsbach), sowie Ritter Berchtold von Ergoldsbeck, der u.a. von 1310 – 1353 Bürgermeister von Regensburg war. Einige Brände veränderten das Ortsbild nachhaltig. 1860 wurden die Ergoldsbacher Dachziegelwerke eingeweiht, außerdem wurde eine Bahn von Landshut nach Geiselhöring eröffnet, was dem Markt einen wirtschaftlichen Aufschwung brachte. Die Ergoldsbacher Dachziegelwerke verlagerte ihren Hauptsitz nach einem Brand in das benachbarte Neufahrn. In Ergoldsbach werden heute Kamine gefertigt. Ergoldsbach besaß bis zur Erstellung der Grund- und Hauptschule im Jahre 1969/70 eine Mädchen- und Knabenschule. In der Mädchenschule wurde von Schwestern des Ordens der Armen Schulschwestern unterrichtet. 1913 wurde in Ergoldsbach ein Krankenhaus gebaut, das bis 1977 in Betrieb war. Danach wurde es vom Roten Kreuz in ein Senioren- und Pflegeheim umgewandelt, bis es 2004 einem Neubau weichen musste.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Langenhettenbach und Prinkofen eingegliedert.[3] Am 1. Januar 1977 kam Paindlkofen hinzu. Kläham und Martinshaun folgten am 1. Januar 1978.[4]

Vorgänge um die Rettung von KZ-Häftlingen 1945[Bearbeiten]

Im April 1945 wurden dem Ergoldsbacher Polizisten Max Maurer von der SS 13 jüdische KZ-Häftlinge übergeben, angeblich mit der Weisung, sie zu erschießen. Maurer brachte die Häftlinge auf das Anwesen von Anna Gnadl, wo sie einen Tag später von den anrückenden Amerikanern aufgenommen wurden. Laut John Weiner, einem der 13, hat Maurer das Leben der Häftlinge gerettet. Dafür wurde er 1997 in Yad Vashem von Israel als Gerechter unter den Völkern geehrt. [5]

Einwohner[Bearbeiten]

  • 2013: 7.505 Einwohner (Stand: 30. September 2013)[6]
Altersstruktur der Bevölkerung Ergoldsbachs gemäß Zensus 2011
Alter Einwohner nach Alter[7]
jünger als 18 18,8 %
18 bis 29 14,7 %
30 bis 49 29,5 %
50 bis 64 19,4 %
älter als 65 17,6 %

Religion[Bearbeiten]

Kriegerdenkmal am Kirchplatz
  • Etwa 75 % der Bevölkerung Ergoldsbachs sind katholisch. Die Pfarrkirche St. Peter und Paul (erstmals erbaut spätestens im 16. Jahrhundert[8]) befindet sich im Ortszentrum. Weitaus älter ist die aus dem 11. bis 13. Jahrhundert stammende spätromanische Kirche St. Agatha auf der östlichen Seite des Goldbachs. Trotz der späteren Barockisierung ist der spätromanische Grundriss und das Mauerwerk vollständig erhalten.[9] Im Park auf dem Kapellenberg befindet sich die Lourdes-Kapelle, die 1895-96 unter Pfarrer Igl erbaut wurde.[10]
  • Etwa 7 % der Ergoldsbacher Bevölkerung sind evangelisch. Die ca. 1970 eingeweihte Versöhnungskirche befindet sich auf dem Freizeitareal an der Badstraße. Die Gottesdienste finden abwechselnd in Ergoldsbach und in der Friedenskirche in Neufahrn statt.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[11]
Wahlbeteiligung: 65,4 %
 %
40
30
20
10
0
38,6 %
32,3 %
18,4 %
10,7 %

Acht Monate nach Kriegsende fanden am 27. Januar 1946 die ersten Kommunalwahlen (Gemeinderatswahlen) in den kreisangehörigen Gemeinden Bayerns statt. In den Monaten April und Mai 1946 folgten dann noch die ersten Wahlen der Bürgermeister, Landräte sowie Kreistage. 2006 wurde das 60-jährige Jubiläum begangen.[12]

Der Markt Ergoldsbach ist Mitglied in folgenden Zweckverbänden[6]:

  • Regionaler Planungsverband Landshut
  • Schulverband Ergoldsbach
  • Wasserzweckverband Mallersdorf
  • Zweckverband zur Abwasserbeseitigung Ergoldsbach-Neufahrn i.NB
  • Zweckverband zur Wasserversorgung Rottenburger Gruppe Pattendorf

Ergoldsbach gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Ergoldsbach. Weitere Mitglieder sind:

Die Verwaltungsgemeinschaft Ergoldsbach erbringt 301 verschiedene behördliche Leistungen.[13]

Marktgemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 2. März 2008 führte zu folgender Sitzverteilung im Marktgemeinderat:

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Unter von Silber und Blau balkenweise rechts gerautetem Schildhaupt in Rot ein silberner Wellenschrägbalken.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

  • Seit dem Jahr 2004 besteht eine Partnerschaft mit der italienischen Stadt Montefiascone.
  • Ergoldsbach ist Patenort des Marktes Ergolding

Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildung und Jugend[Bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Mit der Goldbach-Halle steht eine Sport- und Mehrzweckhalle mit einer Kapazität von bis zu 1000 Sitzplätzen zur Verfügung. Geplant wurde sie seit 1979. Ihre Fertigstellung erfolgte im Jahr 1988. Jährlich stattfindende Konzerte bzw. Messen sind der Faschingsball und die Gewerbeschau.

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Feuerwehren[Bearbeiten]

Neben der Freiwilligen Feuerwehr Ergoldsbach wachen im Gemeindegebiet zusätzlich die Freiwilligen Feuerwehren Kläham, Langenhettenbach, Martinshaun, Paindlkofen und Prinkofen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In erster Linie ist Ergoldsbach eine Pendler-Gemeinde. Ein großer Anteil der Bevölkerung fährt jeden Tag nach Landshut, München, Dingolfing oder Regensburg. In Ergoldsbach selbst befinden sich die Erlus AG und mittelständische Produktions-, Speditions-, Handwerksbetriebe und Dienstleistungsunternehmen. Eine Vielzahl an Supermärkten, Bäckereien und Einzelhandel bieten weitere Arbeitsplätze vor Ort.

Breitbandversorgung[Bearbeiten]

Im Rahmen der Richtlinie zur Förderung des Aufbaus von Hochgeschwindigkeitsnetzen im Freistaat Bayern vom 10. Juli 2014 steht den Gemeinden ein Förderbetrag von mindestens 500.000 Euro und maximal 950.000 Euro zur Verfügung[14]; für Ergoldsbach beträgt dieser 820.000 Euro[15].

Wohnen und Bauen[Bearbeiten]

In Jellenkofen ist ein Gewerbegebiet mit einer Nettobaulandfläche von 39.000 m² und Grundstücksgrößen ab 2.000 m² vorhanden. Das Baugebiet "Kapellenberg" hält 70 Baugrundstücke für Wohnungsbau und 6 Bauplätze als Mischgebiet bereit.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Ort liegt direkt an der Bundesstraße 15. Zukünftig wird die im Bau befindliche Bundesstraße 15n planfrei und vierspurig die Verbindung von Regensburg über Landshut nach Rosenheim erleichtern und die stark befahrenen Ortsdurchfahrten entlasten. Über die Bahnstrecke München–Regensburg sind Direktverbindungen bis München oder Nürnberg ab Bahnhof Ergoldsbach verfügbar. Der Markt gehört dem Wasserzweckverband Rottenburg an.

Vereine[Bearbeiten]

In Ergoldsbach und in seiner näheren Umgebung gibt es ca. 60 Vereine.

Schloss Jellenkofen

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Schloss Jellenkofen: Erbaut um 1720/1730 als quadratischer Bau mit Walmdach, ehemals herzoglich bayerische Hofmark in Ergoldsbach, Ortsteil Jellenkofen.[16] Als 1872 das von den Armen Franziskanerinnen als Krankenhaus genutzte Armenhaus in Ergoldsbach zu klein wurde, baute man zwar dieses aus, zusätzlich funktionierte man aber auch das Schloss zur Krankenanstalt für die Klosterschwestern um. Nachdem später auch Kranke aus dem Bezirk dort aufgenommen wurden, wurde das Schloss 1893 offiziell zum Krankenhaus umgewandelt. Diese Funktion erfüllte es bis in Ergoldsbach ein neues Krankenhaus errichtet wurde.[17] Das Schloss ist heute in Privatbesitz.
  • Wallfestung: Die frühmittelalterliche Wallburg befindet sich auf dem Kapellenberg. Die Doppelwallfestung wurde integriert in eine weitläufige Parkanlage. Auf dem nördlichen äußeren Wall befindet sich die Lourdes Kapelle.
  • Ein 2010 enthülltes Denkmal erinnert an die Zivilcourage von Dominik Brunner.[18]
  • Liste der Baudenkmäler in Ergoldsbach

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Sagen aus Ergoldsbach[Bearbeiten]

Der Bauer im Mond

An einem Feiertag soll ein Bauer aus Paindlkofen Dornhecken ausgehauen haben und zur Strafe dafür in den Mond versetzt worden sein. Angeblich sieht man ihn auch heute noch bei der Arbeit.

Die versunkene Burg

Von einem Pfarrer wurde überliefert, dass auf dem Kapellenberg einst ein Schloss mit vier Türmen existierte. Dieses soll in der Erde versunken sein, als ein Schlossherr schlecht mit seinen Leuten umging. Das Bauwerk begrub der Legende nach den grausamen Burgherrn mit sich.

Literatur[Bearbeiten]

  • Roger DEVAUX: Treize Qu'ils Etaient - Das Leben der französischen Kriegsgefangenen bei den Bauern aus niedrigem Bayern während des Zweiten Weltkrieges - Treize Qu'ils Etaient - Editions Memoires et Cultures - 2007 - ISBN 2-916062-51-3

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Bayerische Landesbibliothek: Suchergebnis Ergoldsbach. Online auf bayerische-landesbibliothek.online.de. Abgerufen am 17. Mai 2014.
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 516.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 615.
  5. Max Maurer und die beschwerliche Suche nach der historischen Tat
  6. a b Bayerischer Behördenwegweiser - Markt Ergoldsbach: Mitgliedschaften in Zweckverbänden und Einwohnerzahlen. Online auf verwaltungsservice.bayern.de. Abgerufen am 1. Juni 2014.
  7. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Personen nach Alter (5 Altersklassen) für Ergoldsbach, M (Kreis: Landshut, Landkreis) –in %–. Online auf ergebnisse.zensus2011.de. Abgerufen am 27. April 2014.
  8. Ergoldsbach im Goldbachtal, Helmut Siegl, Dr. Hanskarl Hornung Verlag, München, 1984, S. 74
  9. Ergoldsbach im Goldbachtal, Helmut Siegl, Dr. Hanskarl Hornung Verlag, München, 1984, S. 59 f.
  10. Ergoldsbach im Goldbachtal, Helmut Siegl, Dr. Hanskarl Hornung Verlag, München, 1984, S. 52
  11. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=274&suchbegriff=2
  12. INFORMATION (An alle Haushaltungen!); Hrsg. Gemeinde Adlkofen, Nr. XX/04 - 2006
  13. Bayerischer Behördenwegweiser - Verwaltungsgemeinschaft Ergoldsbach: Verwaltungsgemeinschaft Ergoldsbach - Landkreis Landshut. Online auf verwaltungsservice.bayern.de. Abgerufen am 17. Mai 2014.
  14. Bayerisches Ministerium für Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat: Richtlinie zur Förderung des Aufbaus von Hochgeschwindigkeitsnetzen im Freistaat Bayern (Breitbandrichtlinie – BbR). Bekanntmachung vom 10. Juli 2014, Az.:75-O 1903-001-24929/14. PDF. Online auf schnelles-internet-in-bayern.de. Abgerufen am 28. Juli 2014.
  15. Landshuter Zeitung: Mehr Förderung für schnelles Internet, 21. Juli 2014.
  16. Burgen und Schlösser im Landkreis Landshut
  17. Ergoldsbach im Goldbachtal, Helmut Siegl, Dr. Hanskarl Hornung Verlag, München, 1984, S. 101
  18. http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article9598328/Brunners-Denkmal-fuer-die-Zivilcourage.html

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ergoldsbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien