Ațintiș

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Ațintiș
Zinzendorf
Cintos
Wappen von Ațintiș
Ațintiș (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Mureș
Koordinaten: 46° 26′ N, 24° 6′ OKoordinaten: 46° 25′ 50″ N, 24° 6′ 18″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 313 m
Fläche: 49,08 km²
Einwohner: 1.575 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 32 Einwohner je km²
Postleitzahl: 547045
Telefonvorwahl: (+40) 02 65
Kfz-Kennzeichen: MS
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Ațintiș, Botez, Cecălaca, Iștihaza, Maldaoci, Sâniacob
Bürgermeister: Zoltan Halmagyi (PNL)
Postanschrift: Str. Principală, nr. 242
loc. Ațintiș, jud. Mureș, RO–547045
Website:
Sonstiges
Stadtfest: jährlich im September, Zilele Ațintișului (Gemeindefest)

Ațintiș [at͡sinˈtiʃ] (veraltet Ațintoș oder Ațintiși; deutsch Zinzendorf, ungarisch Cintos) ist eine Gemeinde im Kreis Mureș, in der Region Siebenbürgen in Rumänien.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage der Gemeinde Ațintiș im Kreis Mureș

Die Gemeinde Ațintiș liegt im Siebenbürgischen Beckens im Westen des Kreises Mureș. An der Mündung des gleichnamigen Baches in den Mureș (Mieresch) und der Kreisstraße (Drum județean) DJ 107G, befindet sich der Ort Ațintiș fünf Kilometer südlich der Kleinstadt Luduș (Ludasch) und etwa 50 Kilometer südwestlich von der Kreishauptstadt Târgu Mureș (Neumarkt am Mieresch) entfernt.

Etwa fünf Kilometer nördlich von Ațintiș soll die geplante rumänische A3, auch Autostrada Transilvania genannt, verlaufen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Ațintiș wurde 1357 erstmals urkundlich erwähnt und war im Mittelalter ein rumänisches Hörigendorf eines Fronhofs des Nachbarortes Bogata.[2]

Auf eine Besiedlung des Gemeindeareals deuten archäologische Funde aus der Kupfersteinzeit wie auch der Römerzeit auf dem Gebiet des eingemeindeten Dorfes Cecălaca (Böhmhaus) hin.[3] Archäologische Funde wurden im Dorf Iștihaza (Stephanskirch) bei Movila lui Ludovic der Römerzeit zugeordnet; die bei Movilele cu Ulmi noch nicht.[4] Ein Steinbeil der Frühbronzezeit wurde in Sâniacob (Jakobsdorf) gefunden.[5]

Im Königreich Ungarn gehörten die Orte der heutigen Gemeinde dem Stuhlbezirk Marosújvár in der Gespanschaft Unterweißenburg, anschließend dem historischen Kreis Turda und ab 1950 dem heutigen Kreis Mureș an.

Eine Holzkirche, welche im 18. Jahrhundert im eingemeindeten Dorf Cecălaca errichtet wurde,[6] musste wegen unsachgemäßen Renovierungsarbeiten im Jahr 1983, 1999 abgebaut werden.[7]

Das eingemeindete Dorf Maldaoci (ungarisch Madavölgytanya) ist eines von den zur Zeit 130 unbewohnten Dörfer Rumäniens, davon sechs im Kreis Mureș (Stand 2018)[8] und wird in der Webdarstellung der Gemeinde auch nicht mehr vermerkt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der Gemeinde Ațintiș entwickelte sich wie folgt:

Volkszählung Ethnische Zusammensetzung
Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche andere
1850 2.663 1.734 745 - 184
1920 2.592 1.652 885 2 53
1966 2.945 2.408 879 2 16
2002 1.631 1.039 532 - 60
2011 1.575 932 504 - 139

Seit 1850 wurde auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde die höchste Einwohnerzahl (3.387) 1956 ermittelt. Die höchste Anzahl der Rumänen (2.186) wurde 1941, die der Magyaren (1.145) und der Roma (112) 1930 und der Rumäniendeutschen (17) 1890 registriert.[9]

Nach Angaben der Gemeinde (2019) sind in den 569 Haushalten 1.740 Menschen registriert. Des Weiteren haben 790 Gemeindefremde Eigentum auf dem Gemeindegebiet.[10]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ațintiș – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2, S. 517.
  3. Institute Of Archaeology − Cecălaca, abgerufen am 28. Juni 2019 (rumänisch).
  4. Institute Of Archaeology − Iștihaza, abgerufen am 28. Juni 2019 (rumänisch).
  5. Institute Of Archaeology − Sâniacob, abgerufen am 28. Juni 2019 (rumänisch).
  6. Angaben zur Holzkirche Kirche in Cecălaca bei biserici.org abgerufen am 30. Juni 2019 (rumänisch).
  7. Angaben zur Holzkirche Kirche in Cecălaca bei basilica.ro am 25. Oktober 2013 abgerufen am 30. Juni 2019 (rumänisch).
  8. INEDIT. Șase localități mureșene sunt nelocuite, există doar pe hârtie! ardealnews.ro, 27. Dezember 2018, abgerufen am 23. Juli 2019 (rumänisch).
  9. Volkszählungen 1850–2002, letzte Aktualisierung 2. November 2008 (PDF; 1 MB; ungarisch).
  10. Angaben der Gemeinde abgerufen am 28. Juni 2019 (rumänisch).
  11. Angaben zur reformierten Kirche in Ațintiș bei biserici.org abgerufen am 30. Juni 2019 (rumänisch).
  12. Angaben zur orthodoxen Kirche in Ațintiș bei biserici.org abgerufen am 30. Juni 2019 (rumänisch).
  13. Angaben zur griechisch-katholischen Kirche in Ațintiș bei biserici.org abgerufen am 30. Juni 2019 (rumänisch).