Solovăstru

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Solovăstru
Reußischdorf
Görgényoroszfalu
Wappen von Solovăstru
Solovăstru (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Mureș
Koordinaten: 46° 47′ N, 24° 46′ OKoordinaten: 46° 46′ 40″ N, 24° 46′ 15″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 399 m
Fläche: 29,83 km²
Einwohner: 2.888 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 97 Einwohner je km²
Postleitzahl: 547570
Telefonvorwahl: (+40) 02 65
Kfz-Kennzeichen: MS
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Solovăstru, Jabenița
Bürgermeister: Chirilă-Ilie Tătar (ALDE)
Postanschrift: Str. Principală, nr. 374
loc. Solovăstru, jud. Mureș, RO–547570
Website:

Solovăstru [soloˈvəstru] (veraltet Solovătrul Gurghiului; deutsch Reußischdorf, ungarisch Görgényoroszfalu) ist eine Gemeinde im Kreis Mureș, in der Region Siebenbürgen in Rumänien.

Der Ort Solovăstru ist auch unter der deutschen Bezeichnung Heuschdorf, Heussischdorf und Salzwasser, und der ungarischen Görgényoroszfalva und Nagyoroszfalu bekannt.[2]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage der Gemeinde Solovăstru im Kreis Mureș

Die Gemeinde Solovăstru liegt östlich des Reener Ländchens (Ținutul Reghinului) im nördlichen Teil des Siebenbürgischen Beckens. Am linken Ufer des Gurghiu – ein linker Zufluss des Mureș (Mieresch) – und der Kreisstraße (Drum județean) DJ 154E befindet sich der Ort Solovăstru vier Kilometer östlich von der Stadt Reghin (Sächsisch-Regen) und etwa 40 Kilometer nordöstlich von der Kreishauptstadt Târgu Mureș (Neumarkt am Mieresch) entfernt. Das eingemeindete Dorf liegt auf der rechten Seite des Gurghiu etwa sechs Kilometer nordöstlich vom Gemeindezentrum entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Solovăstru wurde erstmals 1644 urkundlich erwähnt.[3] Auf dem Areal des eingemeindeten Dorfes Jabenița (Salzau) ist bei Muntele Sărat (Salzberg) eine Erdumwallung mit einem Durchmesser von 250 Meter vermerkt, die aber noch keinem Zeitalter zugeordnet wurde. Von den ehemaligen Burgen bei Cetatea Slăninii (ungarisch Szalonnavár) und Cetatea Fetii (ungarisch Leányvár) sind keine Reste mehr zu sehen. Archäologische Funde auf dem Gebiet des Dorfes wurden in die Spätbronzezeit datiert.[4] Wegen des Steinsalzvorkommens auf dem Gebiet der Gemeinde wurde hier schon in der Römerzeit Salz abgebaut.[3]

Im Königreich Ungarn gehörte die heutige Gemeinde dem Stuhlbezirk Régen alsó (Unter-Regen) im Komitat Maros-Torda, anschließend dem historischen Kreis Mureș und ab 1950 dem heutigen Kreis Mureș an.

Bis etwa Anfang der 70er Jahre verlief auf dem Areal der Gemeinde entlang des Flusses Gurghiu eine Schmalspurbahn von Reghin über Hodac[3] bis Lăpușna.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der Gemeinde Solovăstru entwickelte sich wie folgt:

Volkszählung Ethnische Zusammensetzung
Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche andere
1850 1.347 1.237 10 - 100
1900 1.986 1.842 23 21 100
1977 3.063 2.770 11 2 280
2002 2.847 2.686 16 1 144
2011 2.888 2.456 18 2 412

Seit 1850 wurde auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde die höchste Einwohnerzahl 1977 registriert. Die höchste Einwohnerzahl der Rumänen (2.931) wurde 1966 die der Magyaren (31) 1941, der Roma (306) 2011 und die der Rumäniendeutschen 1900 ermittelt. Des Weiteren wurden vereinzelt Serben und Ukrainer registriert.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Auf dem Areal des eingemeindeten Dorfes Jabenița ein Salzbad, welches seit etwa 2016 keinen Betreiber hat und dem Zerfall überlassen ist.[7]
  • In einigen Haushalten sind Salzbrunnen vorhanden, deren Wasser mit Süßwasser gemischt bei Essenzubereitungen verwendet wird.[8] Zwei solcher Brunnen in Jabenița sind in den Bilder 3 und 4 einer Darstellung zu Salzbrunnen im Osten Siebenbürgens, zu sehen.[9]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Solovăstru – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. Arcanum Kézikönyvtár: Historisch-administratives Ortsnamenbuch von Siebenbürgen, Banat und Partium. Abgerufen am 22. Juli 2018 (ungarisch).
  3. a b c Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2, S. 517.
  4. Institute Of Archaeology − Jabenița abgerufen am 7. August 2018 (rumänisch)
  5. Calea ferată forestieră Reghin - Ierebuș - Lăpușna, am 24. Oktober 2012 bei romrail.blogspot.com abgerufen am 7. August 2018 (rumänisch)
  6. Volkszählungen 1850–2002, letzte Aktualisierung 2. November 2008 (PDF; 1 MB; ungarisch)
  7. Alin Zaharie: Băile Jabenița, fără stăpân în continuare. zi-de-zi.ro, 9. August 2016, abgerufen am 8. August 2018 (rumänisch).
  8. Andrea Chiricescu: Exploatarea tradițională a sării în Transilvania. cimec.ro, abgerufen am 7. August 2018 (rumänisch).
  9. Andrea Chiricescu: Exploatarea tradițională a sării în Transilvania. cimec.ro, abgerufen am 7. August 2018 (rumänisch).