Sângeorgiu de Mureș

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Sângeorgiu de Mureș
Marosszentgyörgy
Wappen von Sângeorgiu de Mureș
Sângeorgiu de Mureș (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Mureș
Koordinaten: 46° 35′ N, 24° 36′ OKoordinaten: 46° 35′ 0″ N, 24° 36′ 19″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 350 m
Fläche: 28,96 km²
Einwohner: 9.304 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 321 Einwohner je km²
Postleitzahl: 547530
Telefonvorwahl: (+40) 02 65
Kfz-Kennzeichen: MS
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Sângeorgiu de Mureș, Cotuș, Tofalău
Bürgermeister: Sándor-Szabolcs Sófalvi (UDMR)
Postanschrift: Str. Petki Dávid, nr. 130
loc. Sângeorgiu de Mureș, jud. Mureș, RO–547530
Sonstiges
Stadtfest: jährlich im Monat April, das Gemeindefest Zilele Sângeorzene

Sângeorgiu de Mureș alte Schreibweise Sîngeorgiu de Mureș [sɨnˈd͡ʒeord͡ʒiu de mureʃ] (veraltet Sângeorzul de Murăș; ungarisch Marosszentgyörgy) ist eine Gemeinde im Kreis Mureș, in der Region Siebenbürgen in Rumänien.

Der Ort ist auch unter den ungarischen Bezeichnungen Szentgyörgy und Cigányszentgyörgy bekannt.[2]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage der Gemeinde Sângeorgiu de Mureș im Kreis Mureș
Reformierte Kirche in Cotuș

Die Gemeinde Sângeorgiu de Mureș liegt im Mureș-Tal im Siebenbürgischen Becken nördlich des Kokel-Hochlands (Podișul Târnavelor). Im Zentrum des Kreises Mureș am Drum național 15 befindet sich der Ort Sângeorgiu de Mureș etwa 5 Kilometer nordöstlich von der Kreishauptstadt Târgu Mureș (Neumarkt am Mieresch) entfernt. Auf dem Gebiet der Gemeinde verläuft die Bahnstrecke Târgu Mureș–Deda–Gheorgheni, diese hier aber keine Bahnstation hat.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Sângeorgiu de Mureș, von Szekler gegründet, wurde 1332 erstmals urkundlich erwähnt.[3] Archäologische Funde auf dem Areal von den Einheimischen genannt Capela Mariafy (ungarisch Máriafy Kápolna) deuten jedoch auf eine Besiedlung des Ortes bis in die Frühbronzezeit, und die bei Cetatea lui Ciac (ungarisch Csákvára) bis in die Bronzezeit zurück.[4]

Im 15. und 16. Jahrhundert war der Ort Besitz des Paulinerklosters des südwestlich gelegenen Ortes Sâncraiu de Mureș. Ende 1659 wurde Sângeorgiu de Mureș durch die Türken verwüstet, wonach hier Rumänen und auch viele Roma sich ansiedelten, deshalb der Ort auf ungarisch auch Cigányszentgyörgy bezeichnet wird. 1661 wurde hier bei einem Landtag Michael I. Apafi als Fürst von Siebenbürgen eingesetzt.[3]

Im Königreich Ungarn gehörte die Gemeinde dem Stuhlbezirk Maros felső (Ober-Maros) im Komitat Maros-Torda und anschließend dem historischen Kreis Mureș und ab 1950 dem heutigen Kreis Mureș an.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der Gemeinde Sângeorgiu de Mureș entwickelte sich wie folgt:

Volkszählung Ethnische Zusammensetzung
Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche andere
1850 1.551 941 488 1 121
1930 2.625 1.238 1.126 11 250
1966 5.118 1.689 3.388 6 35
2002 7.892 2.770 4.597 8 517
2011 9.304 3.435 4.681 12 1.176

Seit 1850 wurde auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde ein stetiger Anstieg der Einwohner vermerkt. Die höchste Einwohnerzahl der Magyaren, der Rumänen und der Roma (739) wurden 2011, die der Rumäniendeutschen 1930 ermittelt.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Gemeindezentrum befindet sich an der Hauptstraße das Gutshaus der ungarischen Adelsfamilie Máriaffy.[6] Das einstöckige Gebäude wurde 1870 errichtet und steht unter Denkmalschutz.[7] Das heruntergekommene Anwesen, wurde 2010 von der Gemeinde von den rechtmäßigen Eigentümern erworben und soll nach über sieben Jahren für etwa 600.000 Euro, zum größten Teil mit EU-Gelder finanziert, in ein kulturelles und touristisches Zentrum umgebaut werden.[8]
  • Die reformierte Kirche im Gemeindezentrum um etwa 1500 errichtet, wurde 1680 von Dávid Petki der katholischen Kirche übergeben.[3]
  • Sângeorgiu de Mureș ist auch als Bade- und Luftkurort[9][10] und seinen Mineralquellen mit chlor-, natrium-, kalzium-, jodhaltigen und leicht radioaktiven Wasser bekannt.[3]
  • Im eingemeindeten Dorf Cotuș (ungarisch Csejd) die reformierte Kirche 1791 errichtet, steht unter Denkmalschutz.[7]
Panoramablick auf Sângeorgiu de Mureș

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sângeorgiu de Mureș – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. Arcanum Kézikönyvtár: Historisch-administratives Ortsnamenbuch von Siebenbürgen, Banat und Partium. Abgerufen am 20. Oktober 2018 (ungarisch).
  3. a b c d Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2, S. 517.
  4. Institute Of Archaeology − Sângeorgiu de Mureș abgerufen am 20. Oktober 2018 (rumänisch)
  5. Volkszählungen 1850–2002, letzte Aktualisierung 2. November 2008 (PDF; 1 MB; ungarisch)
  6. Nagy-Bodó Tibor: Ein Petki-Máriaffy-Kastell. kozpont.ro, 21. Juli 2016, abgerufen am 20. Oktober 2018 (ungarisch).
  7. a b Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2015 aktualisiert (PDF; 12,7 MB; rumänisch)
  8. Rehabilitation - Die Arbeiten am Schloss Máriaffy haben begonnen und wird in kulturelles und touristisches Zentrum umgewandelt, bei msnews.ro, am 20. April 2018 abgerufen am 20. Oktober 2018 (rumänisch)
  9. Luftbild auf den Kurort in Sângeorgiu de Mureș
  10. Nicolae Balint: Kurze Geschichte eines verschleuderten Reichtums. zi-de-zi.ro, 3. Februar 2008, abgerufen am 20. Oktober 2018 (rumänisch).