Argentinische Rugby-Union-Nationalmannschaft

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Argentinien
Logo
Spitzname(n) Los Pumas
Verband Unión Argentina de Rugby
Trainer ArgentinienArgentinien Mario Ledesma
Kapitän Pablo Matera
WR-Kürzel ARG
WR-Rang 10. (78,31 Punkte)
(Stand: 25. November 2019)
[1]
Heim
Auswärts
Meiste Länderspiele
Felipe Contepomi (87)
Meiste erzielte Punkte
Nicolás Sánchez (728)
Meiste erzielte Versuche
José María Núñez Piossek (30)
Erstes Länderspiel
Free Use British and Irish Lions flag.PNG British Lions 28:3 Argentinien ArgentinienArgentinien
(12. Juni 1910)
Höchster Sieg
ParaguayParaguay Paraguay 0:152 Argentinien ArgentinienArgentinien
(1. Mai 2002)
Höchste Niederlage
NeuseelandNeuseeland Neuseeland 93:8 Argentinien ArgentinienArgentinien
(21. Juni 1997)
Weltmeisterschaft
Teilnahmen: 8
Bestes Ergebnis: 3. Platz 2007

Die argentinische Rugby-Union-Nationalmannschaft vertritt Argentinien auf internationaler Ebene in der Sportart Rugby Union und gilt als beste Mannschaft Amerikas. Die organisatorische Verantwortung trägt die Unión Argentina de Rugby. Die Mannschaft konnte sich bisher für jede Weltmeisterschaft qualifizieren und erreichte 2007 den dritten Platz. Die Heimspiele werden üblicherweise im Estadio José Amalfitani in Buenos Aires ausgetragen.

Trikots und Spitzname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Argentinien spielt in hellblau-weiß gestreiften Hemden, weißen Shorts und hellblau-weiß gestreiften Socken. Diese Farben entsprechen der Flagge Argentiniens. Auf dem Hemd ist das Verbandswappen mit einem Jaguar abgebildet. Der offizielle Ausrüster ist Nike, der Trikotsponsor ist VISA.

Der Spitzname der Mannschaft lautet Los Pumas. Zurückzuführen ist dies ist auf ein Missverständnis eines Journalisten, der die Mannschaft 1965 auf ihrer ersten Überseetour nach Südafrika begleitete. Die Medien suchten nach einem ähnlich eingängigen Spitznamen wie All Blacks, Wallabies oder Springboks. Einer der Journalisten entdeckte den Jaguar auf dem Verbandswappen, dachte jedoch, es handle sich dabei um einen Puma. Die Fehleinschätzung verbreitete sich rasch und der Name wurde schließlich von den Argentiniern selbst übernommen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Rugby-Union-Spiel in Argentinien fand 1873 statt, die Sportart war von britischen Einwanderern eingeführt worden. 1899 gründeten vier Vereine aus der Hauptstadt Buenos Aires den Verband River Plate Rugby Football Union (1951 in Unión Argentina de Rugby umbenannt). 1910 reiste eine von der Universität Oxford aufgestellte Mannschaft durch Argentinien. Sie trat als englische Nationalmannschaft auf, doch im Kader waren auch drei Schotten. Am 12. Juli bestritt die argentinische Nationalmannschaft in Buenos Aires gegen diese Auswahl ihr erstes Länderspiel und verlor 3:28.

1927 tourten die British Lions durch Argentinien und gewannen alle neun Spiele. Von den neun Spielen, die alle in der Hauptstadt stattfanden, waren fünf gegen Vereinsmannschaften und vier gegen die Nationalmannschaft. Bis zum nächsten Besuch einer ausländischen Mannschaft vergingen weitere fünf Jahre. Argentinien verlor beide Begegnungen gegen die südafrikanischen Junioren.

Die British Lions kehrten 1936 nach Argentinien zurück und gewannen alle zehn Spiele. Nur eines war ein Länderspiel, welches Argentinien mit 0:23 verlor. Im selben Jahr absolvierte die Nationalmannschaft ihr erstes Länderspiel außerhalb Argentiniens, in Valparaíso wurde Nachbar Chile mit 29:0 besiegt.

Zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der 1. Panamerikanischen Spiele veranstaltete Argentinien 1951 in Buenos Aires das erste südamerikanische Rugbyturnier, zu dem Chile, Uruguay und Brasilien eingeladen waren. Dabei erwies sich Argentinien als klar stärkste Mannschaft des Kontinents (13:3 gegen Chile, 62:0 gegen Uruguay und 72:0 gegen Brasilien).

1952 schafften die Argentinier ein 3:3-Unentschieden gegen Irland. Es war das erste Mal überhaupt, dass die Mannschaft gegen eine europäische Topmannschaft nicht verloren hatte. Beim zweiten südamerikanischen Turnier im Jahr 1958 wurden Uruguay mit 50:3 und Peru mit 44:0 bezwungen. Obwohl die Argentinier leicht alkoholisiert zum Spiel gegen Chile antraten, gewannen sie dennoch mit 14:0.

Die beiden nächsten südamerikanischen Turniere in den Jahren 1961 und 1964 dominierten die Argentinier erneut mit je drei Siegen. Die erste Tour der argentinischen Nationalmannschaft auf die andere Seite des Atlantiks führte 1965 nach Rhodesien und Südafrika. Während dieser Tour kam der heute gebräuchliche Spitzname „Pumas“ auf. Ende der 1960er Jahre begannen die vier britischen Nationalmannschaften, regelmäßig gegen Argentinien zu spielen. 1968 siegten die Argentinier erstmals gegen Schottland und Wales.

Von den späten 1970er bis zu den frühen 1990er Jahren erzielte Argentinien einige beachtliche Erfolge, unter anderem gegen Frankreich, England und Australien. Ebenfalls zu Buche steht ein Unentschieden gegen die als überlegen eingestuften neuseeländischen All Blacks im Jahr 1985, was bis heute als eines der bemerkenswertesten Ergebnisse der Pumas gilt.

1987 ging man davon aus, dass die Argentinier bei der ersten Weltmeisterschaft die Qualifikation für das Viertelfinale schaffen würde, doch die Pumas verpassten diese mit einer unerwarteten Niederlage gegen Samoa. Der Rücktritt zahlreicher Schlüsselspieler führte zu einer Schwächung der Mannschaft, so dass sie bei der Weltmeisterschaft 1991 und der Weltmeisterschaft 1995 keinen einzigen Sieg feiern konnte. Weitaus erfolgreicher verlief die Weltmeisterschaft 1999: Die Argentinier erreichten in ihrer Vorrundengruppe hinter Wales den zweiten Platz, setzten sich in der Zwischenrunde gegen Irland durch und qualifizierten sich erstmals für das Viertelfinale, in dem sie aber dem späteren Vizeweltmeister Frankreich unterlagen.

21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pumas siegen im November 2006 auswärts gegen England

Bei der Weltmeisterschaft 2003 konnte Argentinien in der Vorrunde zwei Spiele gewinnen, verpasste aber den Einzug ins Viertelfinale mit Niederlagen gegen Australien und Irland. Im Juni 2004 siegten die Pumas erstmals auswärts gegen Frankreich, das wenige Monate zuvor das Six Nations-Turnier gewonnen hatte. 2005 und 2006 folgten mehrere Siege gegen Wales, Schottland, Italien und England.

Mit zwei deutlichen Siegen gegen Chile und Uruguay qualifizierten sich die Pumas für die Weltmeisterschaft 2007, wo sie im ersten Spiel den großen Favoriten Frankreich schlagen konnten. Die Argentinier wurden Gruppensieger und besiegten im Viertelfinale Schottland mit 19:13. Im Halbfinale mussten sie sich dem späteren Weltmeister Südafrika mit 13:37 geschlagen geben, aber im Spiel um Platz 3 schlugen sie erneut Gastgeber Frankreich (mit 34:10) und errangen damit den größten Erfolg ihrer Geschichte.

Das International Rugby Board erweiterte 2012 das zwischen Australien, Neuseeland und Südafrika ausgetragene Tri-Nations-Turnier um die argentinische Nationalmannschaft zu The Rugby Championship.

Bei der Weltmeisterschaft 2015 erreichten die Pumas zum zweiten Mal nach 2007 ein WM-Halbfinale, nachdem man im Viertelfinale die als "Geheimfavorit" gehandelten Iren mit 43:20 ausgeschaltet hatte. Im Halbfinale erwies sich jedoch Australien und im Spiel um Platz 3 Südafrika als zu stark. Dennoch war der vierte Platz der größte Erfolg der argentinischen WM-Geschichte nach dem Gewinn der Bronzemedaille im Jahr 2007.

Länderspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 24. November 2018[2]

Land Spiele Gewonnen Verloren Unentschieden
AustralienAustralien Australien 31 6 24 1
Barbarians 1 0 1 0
BrasilienBrasilien Brasilien 13 13 0 0
British and Irish Lions British and Irish Lions 7 0 6 1
ChileChile Chile 31 31 0 0
EnglandEngland England 24 4 19 1
FidschiFidschi Fidschi 4 3 1 0
FrankreichFrankreich Frankreich 51 14 36 1
IrlandIrland Irland 18 6 12 0
ItalienItalien Italien 23 16 6 1
JapanJapan Japan 6 5 1 0
KanadaKanada Kanada 9 6 3 0
NamibiaNamibia Namibia 3 3 0 0
NeuseelandNeuseeland Neuseeland 28 0 27 1
ParaguayParaguay Paraguay 17 17 0 0
PeruPeru Peru 1 1 0 0
RumänienRumänien Rumänien 8 8 0 0
SamoaSamoa Samoa 4 1 3 0
SchottlandSchottland Schottland 18 9 9 0
SpanienSpanien Spanien 4 4 0 0
SudafrikaSüdafrika Südafrika 28 3 24 1
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 9 9 0 0
UruguayUruguay Uruguay 34 34 0 0
VenezuelaVenezuela Venezuela 1 1 0 0
Wales Wales 18 5 13 0
World XV 3 3 0 0
Total 400 208 185 7

Ergebnisse bei Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Szene aus dem Eröffnungsspiel der WM 2007

Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktueller Kader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Spieler bilden den Kader während der Weltmeisterschaft 2019:[3]

Hintermannschaft (backs)

Spieler Position Verein Länderspiele
Tomás Cubelli Gedrängehalb Jaguares 72
Felipe Ezcurra Gedrängehalb Hindú Club 5
Nicolás Sánchez Verbinder Stade Français 77
Benjamín Urdapilleta Verbinder Castres Olympique 12
Jerónimo de la Fuente Innendreiviertel Jaguares 50
Juan Mallía Innendreiviertel Jaguares 4
Lucas Mensa Innendreiviertel Club Pucará 1
Matías Moroni Innendreiviertel Jaguares 43
Matías Orlando Innendreiviertel Jaguares 41
Emiliano Boffelli Außendreiviertel / Schlussmann Jaguares 25
Santiago Carreras Außendreiviertel / Schlussmann Jaguares 1
Bautista Delguy Außendreiviertel / Schlussmann Jaguares 11
Ramiro Moyano Außendreiviertel / Schlussmann Jaguares 34
Joaquín Tuculet Außendreiviertel / Schlussmann Jaguares 55

Stürmer (forwards)

Spieler Position Verein Länderspiele
Juan Figallo Pfeiler Saracens 30
Santiago Medrano Pfeiler Jaguares 14
Enrique Pieretto Pfeiler Jaguares 23
Nahuel Tetaz Chaparro Pfeiler Jaguares 54
Mayco Vivas Pfeiler Jaguares 4
Agustín Creevy Hakler Jaguares 85
Julián Montoya Hakler Jaguares 55
Santiago Socino Hakler Jaguares 4
Tomás Alemanno Zweite-Reihe-Stürmer Jaguares 57
Tomás Lavanini Zweite-Reihe-Stürmer Jaguares 53
Guido Petti Zweite-Reihe-Stürmer Jaguares 49
Rodrigo Bruni Dritte-Reihe-Stürmer Jaguares 3
Marcos Kremer Dritte-Reihe-Stürmer Jaguares 24
Juan Manuel Leguizamón Dritte-Reihe-Stürmer Jaguares 86
Tomás Lezana Dritte-Reihe-Stürmer Jaguares 34
Pablo Matera Dritte-Reihe-Stürmer Jaguares 62
Javier Ortega Desio Dritte-Reihe-Stürmer Jaguares 54

Bekannte Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. World Rugby Rankings. world.rugby, 25. November 2019, abgerufen am 26. November 2019.
  2. Teams played by Argentina. Rugby Data, abgerufen am 20. August 2019 (englisch).
  3. Los Pumas tienen su plantel confirmado para Japón 2019. Los Pumas, 19. August 2019, abgerufen am 20. August 2019 (spanisch).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Argentinische Rugby-Union-Nationalmannschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien