Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2023

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Rugby-Union-
Weltmeisterschaft 2023
Gastgeber FrankreichFrankreich Frankreich
Dauer 8. September –
21. Oktober 2023
Nationen 20

Die 10. Rugby-Union-Weltmeisterschaft soll vom 8. September bis 21. Oktober 2023 in Frankreich stattfinden. Damit ist Frankreich nach der WM 2007 zum zweiten Mal Gastgeber. Das Land war im Juli 2017 vom Weltverband World Rugby zum Ausrichter bestimmt worden, weitere Bewerber waren Irland und Südafrika.

Bewerbungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Beginn des Ausschreibungsverfahrens im Mai 2015 hatten die an der Austragung interessierten Landesverbände bis zum 1. Juni 2017 Zeit, ihre Kandidatur einzureichen.[1] Frankreich hatte die WM 2007 veranstaltet. Die Fédération Française de Rugby reichte ihre Kandidatur für die WM 2023 offiziell am 9. Februar 2017 ein, die 19 mögliche Spielorte und ein umweltfreundliches Verkehrskonzept umfasste.[2] Die Zahl der Spielorte wurde zunächst auf zwölf und schließlich auf neun reduziert.

Südafrika, das bereits die Weltmeisterschaft 1995 veranstaltet hatte, galt als Favorit, nachdem die Kandidaturen für 2011, 2015 und 2019 gescheitert waren. Im April 2016 verbot die Regierung der South African Rugby Union (SARU), die Kandidatur weiter voranzutreiben, da ihre Bemühungen um die Integration schwarzer Spieler in die Nationalmannschaft bisher ungenügend gewesen seien.[3] Die SARU konnte in Verhandlungen den Sportminister Fikile Mbalula vom Gegenteil überzeugen, woraufhin er das Verbot wieder aufhob. Die am 9. Mai 2017 offiziell eingereichte Kandidatur sah Spiele in den folgenden acht Städten vor: Bloemfontein, Durban, Johannesburg, Kapstadt, Mbombela, Port Elizabeth, Pretoria und Soweto.[4]

Die Regierungen Irlands und Nordirlands sowie die Irish Rugby Football Union hatten bereits am 5. Dezember 2014 in einer gemeinsamen Erklärung ihre Absicht bekanntgegeben, sich um die Austragung zu bewerben.[5] Allgemein rechnete man sich gute Chancen aus, zumal Irland noch nie Gastgeber gewesen war und eine Vereinbarung getroffen worden konnte, mehrere Stadien der Gaelic Athletic Association (darunter Croke Park) nutzen zu dürfen. Vorgesehen waren zwölf Stadien in den neun Städten Belfast, Castlebar, Cork, Derry, Dublin, Galway, Killarney, Kilkenny und Limerick.[6]

Italien war ebenfalls an einer Kandidatur interessiert und die Federazione Italiana Rugby (FIR) gab im März 2015 eine entsprechende Absichtserklärung ab.[7] Als Austragungsorte vorgesehen waren Rom, Bari, Bologna, Florenz, Genua, Mailand, Neapel, Padua, Palermo, Turin und Udine.[8] Am 28. September 2016 zog die FIR die Kandidatur jedoch zurück. Grund dafür war die Entscheidung von Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi, eine Kandidatur für die Olympischen Sommerspiele 2024 nicht zu unterstützen, weshalb eine Unterstützung für die Rugby-Weltmeisterschaft ebenfalls fraglich erschien.[9][10]

Die drei übrig gebliebenen Verbände stellten am 25. September 2017 ihre Kandidaturen der Delegiertenversammlung von World Rugby vor. Bis zum 31. Oktober analysierte eine neutrale Expertenkommission die eingereichten Unterlagen anhand von fünf Kriterien. Dabei bewertete sie die Kandidatur Südafrikas am besten, vor Frankreich und Irland.[11] Die Delegiertenversammlung trat am 15. November 2017 in London zusammen. Entgegen der Empfehlung der Expertenkommission gab sie der Kandidatur Frankreichs den Vorzug, die sich im zweiten Wahlgang mit 24 von 39 Stimmen durchsetzte.[12]

Qualifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt sollen 20 Team teilnehmen, wobei Gastgeber Frankreich automatisch teilnahmeberechtigt ist. Auf jeden Fall werden alle acht Viertelfinalisten der Weltmeisterschaft 2019 und die vier Drittplatzierten der Vorrundengruppen für das Turnier qualifiziert sein. Dies bedeutet, dass acht Plätze in kontinentalen Qualifikationsturnieren zu vergeben sind, da Frankreich neben der Gastgeberrolle auch die sportliche Qualifikation erreicht hat. Falls sich an der Vergabepraxis nichts ändert, werden zwei Plätze für die Kontinentalverbände Amerikas und Ozeaniens und jeweils einer für Afrika und Europa reserviert sein. Die letzten zwei Startplätze würden in einer interkontinentalen Qualifikationsrunde sowie einer Repechage ausgespielt.

Qualifiziert sind (Stand 13. Oktober 2019)
Land Qualifikationsgrundlage Bisherige
WM-Teilnahmen
Bestes Ergebnis Weltrangliste Kontinentalverband
FrankreichFrankreich Frankreich Gastgeber 9 2. Platz (1987, 1999, 2011) 07 Europa
ArgentinienArgentinien Argentinien Top 3 Gruppenphase der WM 2019 9 3. Platz (2007) 10 Südamerika
AustralienAustralien Australien Top 3 Gruppenphase der WM 2019 9 1. Platz (1991, 1999) 06 Ozeanien
EnglandEngland England Top 3 Gruppenphase der WM 2019 9 1. Platz (2003) 03 Europa
FidschiFidschi Fidschi Top 3 Gruppenphase der WM 2019 8 Viertelfinale (2007, 2011) 11 Ozeanien
IrlandIrland Irland Top 3 Gruppenphase der WM 2019 9 Viertelfinale (1987, 1991, 1995, 2003, 2007, 2011, 2015) 04 Europa
ItalienItalien Italien Top 3 Gruppenphase der WM 2019 9 Gruppenphase 12 Europa
JapanJapan Japan Top 3 Gruppenphase der WM 2019 9 Viertelfinale (2019) 08 Asien
NeuseelandNeuseeland Neuseeland Top 3 Gruppenphase der WM 2019 9 1. Platz (1987, 2011, 2015) 01 Ozeanien
SchottlandSchottland Schottland Top 3 Gruppenphase der WM 2019 9 4. Platz (1991) 09 Europa
SudafrikaSüdafrika Südafrika Top 3 Gruppenphase der WM 2019 7 1. Platz (1995, 2007) 05 Afrika
Wales Wales Top 3 Gruppenphase der WM 2019 9 3. Platz (1987) 02 Europa

Austragungsorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschäftsleitung der Fédération Française de Rugby präsentierte am 17. März 2017 zwölf Städte als mögliche Austragungsorte.[13] Am 31. Mai 2017 wurden drei Städte von der Liste gestrichen (Lens, Montpellier, Paris).[14]

Saint-Denis Marseille Lyon (Décines-Charpieu)
Stade de France Stade Vélodrome Stade des Lumières
Kapazität: 80.056 Kapazität: 67.404 Kapazität: 59.186
Coup d'envoi.jpg Stade Vélodrome (20150405).jpg Parc OL.jpg
Lille (Villeneuve-d’Ascq)
Austragungsorte der WM 2023
Bordeaux
Stade Pierre-Mauroy Stade Atlantique
Kapazität: 50.095 Kapazität: 42.115
Grand Stade Lille Métropole LOSC first match.JPG Bordeaux Larnaca Nouveau Stade 4.jpg
Saint-Étienne Nantes
Stade Geoffroy-Guichard Stade de la Beaujoire
Kapazität: 41.965 Kapazität: 35.322
Stade Geoffroy-Guichard - Saint-Etienne (10-11-2013).jpg Stade de la Beaujoire.jpg
Nizza Toulouse
Stade Riviera Stadium de Toulouse
Kapazität: 34.615 Kapazität: 33.150
Allianzcoupdenvoi.jpg Ticket Stade.Toulousain-Biarritz olympique 07092008.JPG

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Candidate unions submit RWC 2023 bid files as hosting race ramps-up. World Rugby, 1. Juni 2017, abgerufen am 21. August 2019 (englisch).
  2. Rugby: France launch 2023 World Cup bid. The Straits Times, 10. Februar 2017, abgerufen am 21. August 2019 (englisch).
  3. SA Rugby responds to Mbalula's bombshell. Sport24, 25. April 2016, abgerufen am 21. August 2019 (englisch).
  4. SA focus RWC 2023 bid on 8 stadiums. Sport24, 17. Juli 2017, abgerufen am 21. August 2019 (englisch).
  5. Ireland confirms bid for 2023 Rugby World Cup. RTÉ, 6. Dezember 2014, abgerufen am 21. August 2019 (englisch).
  6. A tournament like no other. Irish Rugby Football Union, 2016, archiviert vom Original am 24. Januar 2018; abgerufen am 21. August 2019 (englisch).
  7. Italy to run against Ireland in World Cup bid. RTÉ, 5. März 2015, abgerufen am 21. August 2019 (englisch).
  8. Rugby World Cup 2023, identificati gli stadi per la candidatura italiana. RTÉ, 12. August 2016, abgerufen am 21. August 2019 (italienisch).
  9. FIR withdraws from RWC 2023 hosting process. World Rugby, 28. September 2016, abgerufen am 21. August 2019 (englisch).
  10. Rome 2024 Olympic bid collapses in acrimony. BBC News, 21. September 2016, abgerufen am 21. August 2019 (englisch).
  11. La Coupe du monde de rugby 2023 devrait échapper à la France. Le Monde, 31. Oktober 2017, abgerufen am 21. August 2019 (französisch).
  12. Rugby : la France déjoue les pronostics et organisera la Coupe du monde en 2023. Le Monde, 15. November 2017, abgerufen am 21. August 2019 (französisch).
  13. #France2023 : Douze villes hôtes retenues. Fédération Française de Rugby, 17. März 2017, abgerufen am 21. August 2019 (französisch).
  14. Coupe du monde de rugby 2023 : Paris, Lens et Montpellier écartées de la candidature française. L’Équipe, 31. Mai 2017, abgerufen am 21. August 2019 (französisch).