Rugby-Union-Nationalmannschaft der Vereinigten Staaten

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Vereinigte Staaten
Spitzname(n) Eagles
Verband USA Rugby
Trainer SudafrikaSüdafrika Gary Gold
Kapitän Blaine Scully
WR-Kürzel USA
WR-Rang 17. (68,10 Punkte)
(Stand: 25. November 2019)
[1]
Heim
Auswärts
Meiste Länderspiele
Todd Clever (76)
Meiste erzielte Punkte
Mike Hercus (465)
Meiste erzielte Versuche
Vaea Anitoni (26)
Erstes Länderspiel
AustralienAustralien Australien 12:8 USA Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten
(16. September 1912)
Höchster Sieg
BarbadosBarbados Barbados 0:91 USA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
(1. Juli 2006)
Höchste Niederlage
EnglandEngland England 106:8 USA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
(21. August 1999)
Weltmeisterschaft
Teilnahmen: 7
Bestes Ergebnis: Je ein Sieg 1987, 2003 und 2011

Die Rugby-Union-Nationalmannschaft der Vereinigten Staaten vertritt die USA auf internationaler Ebene in der Sportart Rugby Union. Sie wird vom Weltverband International Rugby Board (IRB) in die zweite Stärkeklasse (second tier) eingeteilt. Das erste Länderspiel wurde 1912 gegen Australien ausgetragen. Die Mannschaft konnte sich bisher vier Mal für die Weltmeisterschaft qualifizieren und nimmt seit 2003 am jährlich stattfindenden Churchill Cup teil. Ihre größten Erfolge feierten die Amerikaner vor mehreren Jahrzehnten, als sie 1920 und 1924 Olympiasieger wurden. Der zuständige Verband heißt USA Rugby.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Britische Einwanderer führten Mitte des 19. Jahrhunderts Rugby in den USA ein. 1872 entstanden in der San Francisco Bay Area die ersten Vereine, denen hauptsächlich Briten angehörten. 1874 fand in Cambridge (Massachusetts) zwischen den Universitäten McGill und Harvard das erste internationale Rugbyspiel Nordamerikas statt. Noch heute treten beide Universitäten jeden November aufeinander und spielen nach den ursprünglichen Rugby-Regeln um den Covo Cup.

1876 gründeten die Universitäten Yale, Harvard, Princeton und Columbia die Intercollegiate Football Association, die nach den Rugby-Regeln spielte (abgesehen von einer geringfügigen Differenz der Punktewertung). Später entwickelte sich aus diesen geänderten Regeln American Football. Das erste Länderspiel wurde 1912 an der Berkeley-Universität ausgetragen, die Gäste aus Australien gewannen 12:8.

Vor den Olympischen Spielen 1920 war Rugby über ein Jahrzehnt lang in weiten Teilen der USA nicht mehr gespielt worden. Nur in Kalifornien war der Sport noch verbreitet. Als die Nationalmannschaft in Antwerpen ankam, hatten sich die Tschechoslowakei und Rumänien vom Turnier zurückgezogen, Frankreich und die USA verblieben als einzige Teilnehmer. Die Amerikaner gewannen das Spiel völlig überraschend mit 8:0 und wurden Olympiasieger.

Im Hinblick auf die Olympischen Sommerspiele 1924 wurde erneut eine Nationalmannschaft zusammengestellt. Der Mannschaft gehörten auch einige American-Football-Spieler an, die nie zuvor Rugby gespielt hatten. Die Amerikaner schlugen Rumänien mit 39:0 und trafen im Endspiel auf Frankreich. Erneut gelang ihnen eine Überraschung, als sie die amtierenden Europameister mit 17:3 schlugen. Kurz nach diesen Spielen strich das IOC Rugby aus dem Programm und Rugby versank in den USA in völlige Bedeutungslosigkeit.

Zu Beginn der 1960er Jahre erwachte das Interesse langsam wieder. 1975 wurde der Verband USA Rugby gegründet und 1976 fand in Anaheim nach mehr als 50 Jahren Unterbrechung wieder ein Länderspiel statt. In den folgenden Jahren etablierten sich die Amerikaner knapp unterhalb der Weltspitze. 1987 wurden sie vom International Rugby Board zur ersten Weltmeisterschaft eingeladen und gewannen in ihrem ersten WM-Spiel gegen Japan. Bei der WM 1991 verloren sie alle drei Vorrundenspiele, 1995 schafften sie die Qualifikation nicht.

Die Qualifikation für die WM 1999 gelang zwar, doch erneut gab es in der Vorrunde nur Niederlagen. Bei der WM 2003 waren die Amerikaner erneut gegen Japan siegreich, verpassten aber ein weiteres Mal die Viertelfinalqualifikation. Vier Jahre später konnten sie überhaupt keinen Sieg erringen. Bei der Weltmeisterschaft 2011 gelang in der Vorrundengruppe C ein Sieg über Russland. 2015 schied man sieg- und punktlos in der WM-Vorrunde aus.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Länderspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 7. September 2019

Land Spiele Gewonnen Verloren Unentschieden
ArgentinienArgentinien Argentinien 9 0 9 0
AustralienAustralien Australien 9 0 9 0
BarbadosBarbados Barbados 1 1 0 0
BermudaBermuda Bermuda 1 1 0 0
BrasilienBrasilien Brasilien 4 3 1 0
KanadaKanada Kanada 63 23 38 2
ChileChile Chile 6 5 1 0
DeutschlandDeutschland Deutschland 1 1 0 0
EnglandEngland England 11 0 11 0
FidschiFidschi Fidschi 6 1 5 0
FrankreichFrankreich Frankreich 8 2 6 0
GeorgienGeorgien Georgien 6 3 3 0
HongkongHongkong Hongkong 7 3 4 0
IrlandIrland Irland 13 0 13 0
ItalienItalien Italien 5 0 5 0
JapanJapan Japan 24 13 10 1
NeuseelandNeuseeland Neuseeland 4 0 4 0
NeuseelandNeuseeland New Zealand Māori 2 0 2 0
PortugalPortugal Portugal 2 2 0 0
RumänienRumänien Rumänien 9 7 2 0
RusslandRussland Russland 8 8 0 0
SamoaSamoa Samoa 7 2 5 0
SchottlandSchottland Schottland 8 1 7 0
SowjetunionSowjetunion Sowjetunion 1 0 1 0
SpanienSpanien Spanien 3 3 0 0
SudafrikaSüdafrika Südafrika 4 0 4 0
TongaTonga Tonga 9 1 8 0
TunesienTunesien Tunesien 1 1 0 0
UruguayUruguay Uruguay 18 14 3 1
Wales Wales 8 0 8 0
Total 257 95 158 4

Ergebnisse bei Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olympische Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktueller Kader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Spieler bilden den Kader für die Weltmeisterschaft 2019:[2]

Spieler Position Verein Länderspiele
Dylan Fawsitt Hakler Rugby United New York 12
James Hilterbrand Hakler Manly Marlins 19
Joseph Taufete’e Hakler Worcester Warriors 23
David Ainu’u Pfeiler Stade Toulousain 8
Eric Fry Pfeiler RC Vannes 45
Olive Kilifi Pfeiler Seattle Seawolves 27
Titi Lamositele Pfeiler Saracens 28
Paul Mullen Pfeiler vereinslos 14
Nate Brakeley Zweite-Reihe-Stürmer Rugby United New York 21
Nick Civetta Zweite-Reihe-Stürmer vereinslos 23
Ben Landry Zweite-Reihe-Stürmer Ealing Trailfinders 22
Gregory Peterson Zweite-Reihe-Stürmer Newcastle Falcons 26
Malon Al-Jiboori Flügelstürmer vereinslos 5
Cam Dolan Flügelstürmer NOLA Gold 47
Hanco Germishuys Flügelstürmer Glendale Raptors 17
Tony Lamborn Flügelstürmer Melbourne Rebels 19
Ben Pinkelman Flügelstürmer USA Sevens 1
John Quill Flügelstürmer Rugby United New York 36
Nate Augspurger Gedrängehalb San Diego Legion 24
Shaun Davies Gedrängehalb Glendale Raptors 25
Ruben De Haas Gedrängehalb Free State Cheetahs 13
AJ MacGinty Verbinder Sale Sharks 24
Will Magie Verbinder vereinslos 25
Marcel Brache Innendreiviertel Western Force 19
Bryce Campbell Innendreiviertel London Irish 28
Paul Lasike Innendreiviertel Harlequins 16
Thretoon Palamo Innendreiviertel Houston SaberCats 18
Blaine Scully (C)Kapitän der Mannschaft Außendreiviertel vereinslos 50
Martin Iosefo Außendreiviertel USA Sevens 6
Mike Te’o Außendreiviertel San Diego Legion 24
Will Hooley Schlussmann Bedford Blues 12

Bekannte Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. World Rugby Rankings. world.rugby, 25. November 2019, abgerufen am 26. November 2019.
  2. USA Men's national team announce 31 player squad for Rugby World Cup Japan 2019. USA Rugby, 8. September 2019, abgerufen am 10. September 2019 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rugby-Union-Nationalmannschaft der Vereinigten Staaten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien