Italienische Rugby-Union-Nationalmannschaft

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Italien
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Spitzname(n) Azzurri
Verband Federazione Italiana Rugby
Trainer IRFU flag.svg Conor O'Shea
Kapitän Sergio Parisse
WR-Kürzel ITA
WR-Rang 12. (72,04 Punkte)
(Stand: 5. November 2019)
[1]
Heim
Auswärts
Meiste Länderspiele
Sergio Parisse (139)
Meiste erzielte Punkte
Diego Domínguez (983)
Meiste erzielte Versuche
Marcello Cuttitta (25)
Erstes Länderspiel
SpanienSpanien Spanien 9:0 Italien Italien 1861Königreich Italien (1861–1946)
(20. Mai 1929)
Höchster Sieg
TschechienTschechien Tschechien 8:104 Italien ItalienItalien
(18. Mai 1994)
Höchste Niederlage
SudafrikaSüdafrika Südafrika 101:0 Italien ItalienItalien
(19. Juni 1999)
Weltmeisterschaft
Teilnahmen: 8
Bestes Ergebnis: 2 Vorrundensiege 2003, 2007, 2011, 2015

Die italienische Rugby-Union-Nationalmannschaft (auch unter ihrem Spitznamen Azzurri bekannt) vertritt Italien auf internationaler Ebene in der Sportart Rugby Union. Sie nimmt insbesondere an den Weltmeisterschaften und seit dem Jahr 2000 an den Six-Nations-Turnieren teil. Die organisatorische Verantwortung trägt die Federazione Italiana Rugby. Ihre Heimspiele trägt die Mannschaft in der Regel im Stadio Flaminio in Rom aus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ansicht, Rugby Union in Italien sei im Jahr 1911 von französischen Studenten an der Universität Mailand eingeführt worden, ist weit verbreitet. Richtig ist, dass in Genua lebende Briten das Spiel bereits zwischen 1890 und 1895 ausübten. Das erste nachweisbare Rugby-Union-Spiel in Italien fand 1910 statt; dabei handelte es sich um eine Begegnung zwischen dem SCUF und Servette Genf, die in Turin ausgetragen wurde. Die Gesellschaft, welche die Partie organisiert hatte, löste sich umgehend wieder auf, doch bald darauf verbreitete sich das Spiel in Mailand. Das erste Spiel, an dem eine italienische Mannschaft beteiligt war, war 1911 die Partie zwischen US Milanese und dem Team aus der französischen Stadt Voiron. Am 25. Juli desselben Jahres wurde ein "Propaganda-Komitee" gegründet, aus dem 1928 die Federazione Italiana Rugby (FIR) entstand.

Die erste italienische Meisterschaft wurde 1929 ausgetragen und im selben Jahr spielte erstmals eine italienische Nationalmannschaft; das Spiel gegen Spanien in Barcelona ging mit 0:9 verloren. Nach der Gründung des internationalen Verbandes FIRA-AER im Jahr 1934 stieg die Beliebtheit von Rugby Union in Italien rasch an, insbesondere in der Lombardei. Der Zweite Weltkrieg unterbrach den Spielbetrieb.

Nach 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Kriegsende entwickelte sich Venetien immer stärker zur italienischen Rugby-Hochburg, die Meisterschaft wurde von den Mannschaften aus Padua, Rovigo und Treviso dominiert, weitere Hochburgen waren Parma und L’Aquila. Die Nationalmannschaft nahm regelmäßig an den Europameisterschaften teil, musste sich aber meist Frankreich und Rumänien geschlagen geben. Eine Qualitätssteigerung erfuhr der italienische Rugby in den 1970er Jahren, als zahlreiche ausländische Spieler und Trainer bei italienischen Vereinen tätig waren.

Ab 1980 verfolgte Italien das Ziel, am prestigeträchtigen Five-Nations-Turnier teilzunehmen. Dieses Ziel rückte mit regelmäßig guten Ergebnissen gegen Mannschaften wie Rumänien und Spanien sowie gelegentlichen Siegen gegen Topmannschaften wie Frankreich, Schottland, Wales und Irland immer näher.

1987 nahmen die Italiener erstmals an einer Weltmeisterschaft teil. Bisher konnten sie sich jedes Mal für die Endrunde qualifizieren, doch für das Weiterkommen in das Viertelfinale reichte es noch nie. 1992 und 1996 sicherten sie sich den Europameistertitel. Als der englische Verband, die Rugby Football Union, 1996 einen exklusiven Vertrag mit dem Pay-TV-Sender Sky abschloss, drohte der englischen Nationalmannschaft der Ausschluss aus dem Five-Nations-Turnier. Als Ersatz war Italien vorgesehen. Der Ausschluss konnte abgewendet werden, da ein neuer Vertrag ausgehandelt wurde.

Six Nations[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbandsemblem auf dem Trikot der Nationalmannschaft

Mit der Aufnahme Italiens wurde das Five-Nations-Turnier im Jahr 2000 zu Six Nations erweitert. Die Italiener gewannen das Auftaktspiel gegen Schottland, den Turniersieger des Vorjahres, mit 34:20. Bei den Turnieren 2001 und 2002 verloren die Italiener sämtliche Spiele, 2003 und 2004 gewannen sie je ein Spiel.

Nach einem weiteren sieglosen Turnier im Jahr 2005 sorgten die Italiener für eine Überraschung, als sie auswärts Argentinien mit 30:29 schlugen. Sie waren damit in diesem Jahr die einzige Six-Nations-Mannschaft, die ein Team aus der südlichen Hemisphäre bezwang. 2007 gewann Italien erstmals zwei Six-Nations-Spiele und erreichte mit dem vierten Schlussrang die bisher beste Platzierung. Bei den beiden folgenden Turnieren wurde man jedoch zwei Mal Letzter, dabei gelang 2008 ein Sieg gegen Schottland. 2013 gewann Italien zum zweiten Mal zwei Spiele bei den Six Nations. Es wurden Frankreich und Irland besiegt, am Ende reichte es für den vierten Platz. Seit dem wurde bis auf das Jahr 2015, wo man Fünfter durch einen Sieg über Schottland wurde, kein Spiel gewonnen.

Länderspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 24. November 2018[2]

Land Spiele Gewonnen Verloren Unentschieden
ArgentinienArgentinien Argentinien 23 6 16 1
AustralienAustralien Australien 18 0 18 0
Barbarians 1 0 1 0
BelgienBelgien Belgien 2 2 0 0
BulgarienBulgarien Bulgarien 1 1 0 0
CookinselnCookinseln Cookinseln 1 1 0 0
DeutschlandDeutschland Deutschland 20 15 4 1
EnglandEngland England 24 0 24 0
FidschiFidschi Fidschi 12 6 6 0
FrankreichFrankreich Frankreich 41 3 38 0
GeorgienGeorgien Georgien 2 2 0 0
IrlandIrland Irland 29 4 25 0
JapanJapan Japan 7 5 2 0
KanadaKanada Kanada 9 7 2 0
KroatienKroatien Kroatien 1 1 0 0
MadagaskarMadagaskar Madagaskar 2 2 0 0
MarokkoMarokko Marokko 8 6 2 0
NamibiaNamibia Namibia 3 1 2 0
NeuseelandNeuseeland Neuseeland 14 0 14 0
NiederlandeNiederlande Niederlande 4 4 0 0
Pacific Islanders Pacific Islanders 1 0 1 0
PolenPolen Polen 7 6 1 0
PortugalPortugal Portugal 12 10 1 1
RumänienRumänien Rumänien 42 23 16 3
RusslandRussland Russland 4 4 0 0
SamoaSamoa Samoa 7 2 5 0
SchottlandSchottland Schottland 29 8 21 0
SerbienSerbien Serbien 3 3 0 0
SimbabweSimbabwe Simbabwe 4 4 0 0
SudafrikaSüdafrika Südafrika 14 1 13 0
SowjetunionSowjetunion Sowjetunion 13 3 9 1
SpanienSpanien Spanien 27 23 3 1
TongaTonga Tonga 5 3 2 0
TunesienTunesien Tunesien 3 3 0 0
TschechienTschechien Tschechien 1 1 0 0
TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei 11 9 1 1
UruguayUruguay Uruguay 3 3 0 0
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 5 5 0 0
Wales Wales 26 2 23 1
Total 440 177 253 10

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europameisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Europameister: 1992, 1996
  • 2. Rang: 1952, 1954, 1967, 1976, 1982, 1983, 1992
  • 3. Rang: 1966, 1970, 1975, 1977, 1980, 1984, 1985

Six Nations[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • erstmalige Teilnahme 2000, noch kein Turniersieg

Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktueller Kader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Spieler bilden den Kader während der Weltmeisterschaft 2019:[3]

Spieler Position Verein Länderspiele
Luca Bigi Hakler Zebre 19
Oliviero Fabiani Hakler Zebre 8
Leonardo Ghiraldini Hakler Stade Toulousain 104
Simone Ferrari Pfeiler Benetton Rugby Treviso 23
Andrea Lovotti Pfeiler Zebre 35
Tiziano Pasquali Pfeiler Benetton Rugby Treviso 18
Nicola Quaglio Pfeiler Benetton Rugby Treviso 10
Marco Riccioni Pfeiler Benetton Rugby Treviso 1
Federico Zani Pfeiler Benetton Rugby Treviso 8
Dean Budd Zweite-Reihe-Stürmer Benetton Rugby Treviso 21
Federico Ruzza Zweite-Reihe-Stürmer Benetton Rugby Treviso 12
David Sisi Zweite-Reihe-Stürmer Zebre 5
Alessandro Zanni Zweite-Reihe-Stürmer Benetton Rugby Treviso 112
Maxime Mbandà Flügelstürmer Zebre 17
Sebastian Negri Flügelstürmer Benetton Rugby Treviso 17
Bram Steyn Flügelstürmer Benetton Rugby Treviso 30
Jake Polledri Flügelstürmer Gloucester RFC 8
Sergio Parisse Kapitän Nummer Acht RC Toulon 138
Callum Braley Gedrängehalb Gloucester RFC 1
Guglielmo Palazzani Gedrängehalb Zebre 32
Tito Tebaldi Gedrängehalb Benetton Rugby Treviso 32
Tommaso Allan Verbinder Benetton Rugby Treviso 48
Carlo Canna Verbinder Zebre 33
Tommaso Benvenuti Innendreiviertel Benetton Rugby Treviso 58
Michele Campagnaro Innendreiviertel Harlequins 42
Luca Morisi Innendreiviertel Benetton Rugby Treviso 20
Mattia Bellini Außendreiviertel Zebre 16
Giulio Bisegni Außendreiviertel Zebre 12
Edoardo Padovani Außendreiviertel Zebre 21
Jayden Hayward Schlussmann Benetton Rugby Treviso 17
Matteo Minozzi Schlussmann Wasps 11

Bekannte Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Italien–Schottland (Six Nations 2007)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Italienische Rugby-Union-Nationalmannschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. World Rugby Rankings. world.rugby, 5. November 2019, abgerufen am 5. November 2019.
  2. Teams played by Italy. Rugby Data, abgerufen am 20. August 2019 (englisch).
  3. Italrugby, Conor O’Shea annuncia i 31 giocatori convocati per il mondial. Federugby, 18. August 2019, abgerufen am 20. August 2019 (italienisch).