Bachmut

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Bachmut
Бахмут
Wappen von Bachmut
Bachmut (Ukraine)
Bachmut
Bachmut
Basisdaten
Oblast: Oblast Donezk
Rajon: Kreisfreie Stadt
Höhe: keine Angabe
Fläche: 74,00 km²
Einwohner: 77.177 (2015)
Bevölkerungsdichte: 1.043 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 84500
Vorwahl: +380 6274
Geographische Lage: 48° 36′ N, 38° 0′ O48.638Koordinaten: 48° 36′ 0″ N, 38° 0′ 0″ O
KOATUU: 1410300000
Verwaltungsgliederung: 3 Städte, 1 Siedlung städtischen Typs
Bürgermeister: Olexi Rewa
Adresse: вул. Артема 44
84500 м. Бахмут
Statistische Informationen
Bachmut (Oblast Donezk)
Bachmut
Bachmut
i1

Bachmut (ukrainisch und russisch Бахмут) ist eine Stadt in der Oblast Donezk im Osten der Ukraine am Ufer des Flusses Bachmutka.

Aufgrund der Entkommunisierungsgesetze wurde die Stadt im Februar 2016 umbenannt. Der Stadtrat sprach sich für den historischen Namen Bachmut anstatt des bis dahin gültigen Namen Artemiwsk (Артемівськ) aus. [1][2]

Bachmut ist Zentrum des gleichnamigen Rajons, hat etwa 77.000 Einwohner (2015[3]) und gliedert sich neben der eigentlichen Stadt noch in die zwei Städte Soledar (Соледар) und Tschassiw Jar (Часів Яр) sowie die Siedlung städtischen Typs Krasna Hora (Красна Гора).

Geschichte[Bearbeiten]

Panzer – Denkmal für die Soldaten der Befreiung; Kirche im Hintergrund

1703 wurde die Festung Bachmut gegründet. Ab dem 18. Jahrhundert wurde in der Umgebung der Stadt Salz gewonnen und intensiver Salzhandel getrieben. Im 19. Jahrhundert war die Stadt das administrative Zentrum des Ujesd Bachmut im Gouvernement Jekaterinoslaw. 1924 wurde die Stadt in Artemiwsk zu Ehren des russischen Revolutionärs Artjom umbenannt.

Der unter anderem nach Deutschland importierte Krimsekt wird in Bachmut in einem ehemaligen Kalkbergwerk, und nicht wie oft angenommen auf der Halbinsel Krim produziert, aus Weinen vorwiegend von der Halbinsel. In den umfangreichen unterirdischen Gängen und Höhlen begingen Mitglieder der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg Erschießungen an der Bevölkerung. Zwischen dem 9. und 12. Januar 1942 wurden zudem ca. 3000 Juden aus der Stadt von Mitgliedern der Einsatzgruppe C unter logistischer Mithilfe der 17. Armee in einen Stollen des ehemaligen Gips-Bergwerks verfrachtet und dort 50–70 Meter unter der Erde bei lebendigem Leibe eingemauert. Um die Aktion zu vertuschen, wurden die Wände des Stollens abgesprengt. Im September 1943, nach der Befreiung der Stadt durch die Rote Armee, wurden nach einigem Suchen die Leichen entdeckt und geborgen. Da die Leichen aufgrund der ungewöhnlichen Klimaverhältnisse im Stollen (permanente Temperatur von +12°–14° sowie eine Luftfeuchtigkeit von 88–90 %) nicht verwest, sondern mumifiziert waren, konnte eine Reihe von ihnen identifiziert werden.[4] Im Jahre 1950 wurde im selben Bergwerk aufgrund ebendieser spezifischen Klimabedingungen die Bachmuter Sektfabrik (Krimsekt) eingerichtet. An der Stelle, wo im Januar 1941 die Juden der Ortschaft eingemauert wurden, befindet sich heute zum Gedenken die „Mauer der Tränen“.

1999 wurde bekannt, dass die ukrainische Regierung in Bachmut ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll im Salzbergwerk des Stadtteils Soledar plant. Die örtlichen Umwelt- und Bürgerrechtsgruppen Mama-86 und Bahmat konnten dieses Vorhaben mit der Hilfe der deutschen Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg verhindern.[5][6]

Am 24. April 2014 griffen prorussische Separatisten einen Armeestützpunkt in der Stadt an. Die ukrainische Armee wehrte den Angriff ab.[7]

Wappen[Bearbeiten]

Als Bachmut führte die Stadt ein in Grün und Schwarz geteiltes Wappen mit dem mittig gesetzten Zeichen für Salz. Das ist ein Kreis mit einem waagerechten Faden über den Durchmesser (durchgeschnittener Kreis). Die Stadtfarben sind im Wappen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1897 1923 1926 1939 1959 1970 1979 1989 2001 2005 2015
19.316 28.904 37.354 55.409 60.626 82.342 87.084 90.279 82.916 80.655 77.177

Quellen: [3]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Bachmut pflegt eine Städtefreundschaft mit Omaha in den USA.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Serhij Krymskyj (1930–2010), Philosoph und Kulturwissenschaftler
  • Menachem Savidor (1917–1988), israelischer Politiker
  • Larissa Schepitko (1938–1979), sowjetische Filmregisseurin und Drehbuchautorin
  • Sam Spewack (1899–1971), US-amerikanischer Dramaturg, Librettist und Drehbuchautor
  • Boris Werlinski (1887–1950), sowjetischer Schachmeister und erster Großmeister der UdSSR

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bachmut – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Webseite der Umweltgruppe Bahmat aus Bachmut

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://artemrada.gov.ua/uk/news/10260
  2. Umbenennung von Ortschaften auf der Webpräsenz der Werchowna Rada vom 4. Februar 2016, abgerufen am 5. Februar 2016
  3. a b Demographie ukrainischer Städte auf pop-stat.mashke.org
  4. Die Umstände der Ermordung der Juden in Bachmut waren nach dem Kriege Gegenstand der Nürnberger Prozesse.
  5. Ein Endlager – dann ist die Stadt tot, Reisebericht der BI vom 22. August 2000, zuletzt gesichtet am 28. April 2014.
  6. Ukrainer beim Anti-Atom-Camp EJZ-Bericht über den Gegenbesuch, zuletzt gesichtet am 28. April 2014.
  7. Moskaus Antwort: Manöver an ukrainischer Grenze, tagesspiegel.de berichtet am 24. April 2014.
  8. http://donetskstat.gov.ua/census/census.php?ncp=11&ncp1=6 (Memento vom 3. Februar 2012 auf WebCite)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt