Boos (Schwaben)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Boos
Boos (Schwaben)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Boos hervorgehoben
Koordinaten: 48° 4′ N, 10° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Unterallgäu
Verwaltungs­gemeinschaft: Boos
Höhe: 573 m ü. NHN
Fläche: 17,66 km2
Einwohner: 1962 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 111 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87737
Vorwahlen: 08335, 08333
Kfz-Kennzeichen: MN
Gemeindeschlüssel: 09 7 78 120
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Fuggerstr. 3
87737 Boos
Webpräsenz: www.vg-boos.de
Bürgermeister: Helmut Erben (Freie Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Boos im Landkreis Unterallgäu
Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Buxheim (Schwaben) Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Boos ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Unterallgäu und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Boos.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boos liegt ca. zehn Kilometer nördlich von Memmingen in der Region Donau-Iller in Oberschwaben.

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Boos und Reichau.

Zur Gemeinde Boos gehören die Orte Boos (Vorwahl 08335) und Reichau (Vorwahl 08333). Dem Gemeindegebiet ging der noch 1695 genannte Ort Kohlwaldhöfe ab.

Panoramaansicht über Boos. Fotografiert vom Kirchturm von St. Martin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1054 wurde Boos erstmals urkundlich mit Edlen von Boos erwähnt. Diese waren Vasallen des Klosters Kempten. 1176 ist ein Vasall des oberschwäbischen Klosters Ottobeuren erwähnt. Mit Rudolph von Boos müssen die Edlen von Boos ausgestorben sein. Im 16. Jahrhundert wechselte die Herrschaft Boos vom Kloster Ottobeuren zu den Fuggern. Ein Zweig der Jakob Fugger'schern Linie besaß von da an bis auf die neuere Zeit diese Herrschaft mit einem eigenen Oberamt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde 1632 von den Schweden der Pfarrer ermordet. Infolge des Krieges starb Boos bis auf einen noch bewirtschafteten Hof aus. 1777 starb der letzte Fugger der Booser Linie, Boos wechselte daraufhin an die Fugger'sche Linie zu Babenhausen. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Von 1853 bis 1854 war Pfarrer Sebastian Kneipp Kaplan im oberschwäbischen Dorf Boos.

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Gebietsreform in Bayern wurde Boos 1978 Mitglied und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Boos.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Kirchen gibt es in Boos eine römisch-katholische Gemeinde mit der Pfarrkirche St. Martin.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1975 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Reichau eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1551 Einwohner[2]
  • 1970: 1730 Einwohner[2]
  • 1987: 1692 Einwohner
  • 1991: 1802 Einwohner
  • 1995: 1868 Einwohner
  • 2000: 1890 Einwohner
  • 2005: 1961 Einwohner
  • 2010: 1908 Einwohner
  • 2015: 1962 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundestagswahl 2013[3]
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70
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40
30
20
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60,2 %
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2,8 %
5,4 %
2,2 %
5,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
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+2,4 %p
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+5,4 %p
+2,2 %p
-3,1 %p

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Helmut Erben, der auf Michael Ehrentreich folgte. Dessen Vorgänger als Bürgermeister der Gemeinde Hans-Jürgen Neumann erhielt am 8. April 2011 den Ehrentitel „Altbürgermeister“. Ehrentreich kündigte bereits im Sommer 2015 an, sich beruflich zu verändern; bei der Wahl des Nachfolgers (21. Februar 2016), der sein Amt am 1. April 2016 antreten wird, erhielt Helmut Erben 79,71 % der Stimmen. Mitbewerber war Frank Schröder.[4]

Steuereinnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen 1.227.000 € (2013), davon waren die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 169.000 €.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 5. August 1957 durch Bescheid des Bayerischen Staatsministeriums des Innern genehmigt.

Blasonierung: „Geteilt von Rot und Blau; dem Ganzen aufgelegt eine goldene heraldische Lilie.“

Die historische Vergangenheit der Gemeinde Boos wurde jahrhundertelang von Lehensherren bestimmt. In der ältesten Zeit war dies das gefürstete Stift Kempten, das die Güter in Boos an verschiedene hervorragende Familien zu Lehen ausgab, so an die Memminger Patrizier Besserer, Edlinstett und Stebenhaber. 1551 wurde Boos an Anton Fugger verkauft und diesem schließlich 1552 neben dem Grundbesitz auch die Dorfherrschaft (Oberlehenshoheit) als freies Eigen vom Kempter Fürststift übertragen. Im Wappen der Gemeinde werden die Herrschaftsrechte des Fürststifts durch die Schildteilung Rot - Blau ausgedrückt; die goldene Lilie ist dem Wappen des Hauses Fugger entlehnt.

Der Entwurf und die Gestaltung des Wappens übernahm der Münchner Emil Werz.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge wurde am 2. Mai 1991 durch Bescheid der Regierung von Schwaben genehmigt.

Die Flagge ist Gelb - Blau gestreift mit aufgelegtem Gemeindewappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Sehenswürdigkeiten gibt es im Ort die Pfarrkirche St. Martin sowie das ehemalige Fuggerschloss. Dieses ist in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden. Die Gebäude des Schlosses, die durch die B 300 getrennt sind, befinden sich in einem äußerst schlechten Zustand.

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft vier, im produzierenden Gewerbe 191 und im Bereich Handel und Verkehr acht sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 54 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 657. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 31 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 765 ha. Davon waren 327 ha Ackerfläche und 438 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde Boos existieren ein Kindergarten mit 75 Kindergartenplätzen sowie eine Grundschule. Weiterführende Schulen gibt es in der Stadt Memmingen und dem Markt Babenhausen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Huber (Pädagoge) (* 8. März 1887; † 14. Oktober 1979) geboren in Reichau, war bedeutender süddeutscher Landschulpädagoge
  • Matthias Seefelder (* 28. Februar 1920; † 30. Oktober 2001), war von 1974 bis 1983 Vorstandsvorsitzender der BASF AG

Persönlichkeiten die mit Boos verbunden sind[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Boos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 781.
  3. Zweitstimmen, gemäß Quelle www.wahlen.bayern.de abgerufen am 14. September 2014
  4. Bürgermeisterwahl vom 21. Februar 2016