Pleß

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Pleß (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Pleß
Pleß
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Pleß hervorgehoben
Koordinaten: 48° 6′ N, 10° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Unterallgäu
Verwaltungs­gemeinschaft: Boos
Höhe: 558 m ü. NHN
Fläche: 15,39 km2
Einwohner: 838 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87773
Vorwahl: 08335
Kfz-Kennzeichen: MN
Gemeindeschlüssel: 09 7 78 188
Adresse der Verbandsverwaltung: Fuggerstr. 3
87737 Boos
Webpräsenz: www.vgem-boos.de
Bürgermeister: Anton Keller
Lage der Gemeinde Pleß im Landkreis Unterallgäu
Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Buxheim (Schwaben) Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Pleß ist eine Gemeinde im bayerischen Landkreis Unterallgäu und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Boos.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pleß liegt ca. 14 km nördlich von Memmingen an der Iller im Landkreis Unterallgäu und ist damit Teil der grenzüberschreitenden Planungsregion Donau-Iller.

Gemeindegebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht nur aus der Gemarkung Pleß.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1840: 0527 Einwohner
  • 1900: 0656 Einwohner
  • 1931: 0646 Einwohner
  • 1946: 1028 Einwohner
  • 1952: 0974 Einwohner
  • 1961: 0757 Einwohner
  • 1970: 0730 Einwohner
  • 1991: 0728 Einwohner
  • 1995: 0832 Einwohner
  • 2000: 0839 Einwohner
  • 2004: 0891 Einwohner
  • 2010: 0847 Einwohner
  • 2015: 0838 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundestagswahl 2013[2]
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
65,7 %
9,6 %
5 %
4,4 %
1,7 %
6,2 %
1,5 %
6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
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 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+12,2 %p
+0,1 %p
-11,8 %p
-1,8 %p
-3,5 %p
+6,2 %p
+1,5 %p
-2,7 %p

Bürgermeister und Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit Mai 2014 der Landwirt Anton Keller (* 1958).

Die Sitzverteilung bei der Gemeinderatswahl 2014 war wie folgt:[3]

  • Überparteiliche Wählervereinigung : 8 Sitze

Gemeindefinanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2009 betrugen die Bruttoausgaben der Gemeinde 1,7 Millionen Euro bei 0,464 Millionen Euro Gemeindesteuereinnahmen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 24. März 1987 durch Bescheid der Regierung von Schwaben genehmigt.

Beschreibung: „Gespalten von Silber und Blau, belegt mit einem gesenkten, von Schwarz und Gold gespaltenen Wellenbalken; vorne ein schwarzes Patriarchenkreuz, dem ein schmales silbernes Doppelbalkenkreuz aufgelegt ist, hinten über einem liegenden silbernen Halbmond eine goldene heraldische Lilie.“

Das Kreuz im vorderen Teil des Wappens erinnert an die Wallfahrt zum heiligen Kreuz bei Pleß, die seit dem 17. Jahrhundert zu den beliebtesten Wallfahrten im mittelschwäbischen Raum zählt. Das aufgelegte silberne Kreuz ist das Zeichen des Unterhospitals von Memmingen, das seit dem Mittelalter im Gemeindegebiet begütert war. Im Jahre 1542 erwarb das Unterhospital die gesamte Herrschaft Pleß, veräußerte sie aber 1547 an Anton Fugger weiter. Die Lilie aus dem Fuggerwappen erinnert an die neuen Herrschaftsinhaber, die im Jahre 1719 das Dorf an die Kartause Buxheim verkauften. Der Mond ist dem Wappen der Kartause entnommen. An die sehr frühen Rechte der Herzöge und Kurfürsten von Bayern im Gemeindegebiet, beispielsweise als Lehensinhaber des Dorfgerichtes zu Pleß, erinnert die Silber-Blau-Tingierung des Wappens. Der Wellenbalken weist auf die Lage der Gemeinde an der Iller hin, die dort Grenzfluss zwischen Bayern und Baden-Württemberg ist.

Das Wappen wurde vom Heraldiker Theodor Goerge aus Freising gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge ist blau-gelb gestreift mit aufgelegtem Gemeindewappen.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pleß ist ein bäuerlich geprägtes Dorf. Im Jahr 1999 gab es noch 39, 2008 noch 25 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1118 ha, davon waren 722 ha Dauergrünfläche.
  • Im produzierenden Gewerbe gab es 2009 52 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pleß liegt am Iller-Radweg, einer Fernverbindung für Radfahrer zwischen Ulm und Oberstdorf entlang des Flusses.

Östlich des Ortes verläuft die Bahnstrecke Neu-Ulm–Kempten. Der Haltepunkt an dieser Bahnstrecke wurde jedoch stillgelegt, sodass hier keine Züge mehr halten. Im Zuge der Regio-S-Bahn Donau-Iller ist jedoch eine Wiedereröffnung einer Haltestelle in Pleß geplant.[4]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergarten: 50 Kindergartenplätze mit 25 Kindern (2009)
  • Grundschule: Schließung 1985

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südfassade von St. Gordian und St. Epimachus
  • Pfarrkirche St. Gordian und Epimach von 1766/67, die wohl bedeutendste Dorfkirche im Memminger Raum
  • Wallfahrtskirche Zum Heiligen Kreuz von 1665; die sogenannte Kreuzkapelle mit Statuen von Ignaz Waibl liegt auf ehemals freier Flur zwischen Pleß und Fellheim. Die Sühnefußwallfahrt zum Heiligen Kreuz von Pleß wurde im Jahre 1973 wieder eingeführt. Sie beginnt in der Pfarrkirche Herz-Jesu in Fellheim zu einem drei Kilometer entfernten angeblich wunderwirkenden Kreuz in der Kreuzkapelle auf der Gemarkung von Pleß. Die Wallfahrt, an der jeweils bis zu 3000 Wallfahrer aus dem Illertal und Umgebung teilnehmen, findet von Mai bis Oktober an jedem zweiten Montag abends vor Sonnenuntergang statt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinde Pleß (Hrsg.): Chronik der Gemeinde Pleß im Landkreis Unterallgäu. Zur Geschichte eines schwäbischen Dorfes. (o. J.)
  • Hans Jochemko: 1150 Jahre Pleß – Ein Gemeinwesen im Wandel der Zeiten. (1988)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pleß (Unterallgäu) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Zweitstimmen, gemäß Quelle www.wahlen.bayern.de abgerufen am 14. September 2014
  3. Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014 - Ergebnisse in Schwaben, abgerufen am 18. November 2017.
  4. SMA/Intraplan:Regio-S-Bahn Donau-Iller Ergebnisse der Hauptstudie (PDF; 2,4 MB), 27. November 2012, abgerufen am 19. November 2013