Kammlach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kammlach
Kammlach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kammlach hervorgehoben

Koordinaten: 48° 3′ N, 10° 25′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Unterallgäu
Verwaltungs­gemeinschaft: Erkheim
Höhe: 600 m ü. NHN
Fläche: 26,72 km2
Einwohner: 1865 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87754
Vorwahl: 08261
Kfz-Kennzeichen: MN
Gemeindeschlüssel: 09 7 78 180
Gemeindegliederung: 10 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktstr. 1
87746 Erkheim
Website: www.kammlach.de
Erste Bürgermeisterin: Birgit Steudter-Adl Amini (Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Kammlach im Landkreis Unterallgäu
KaufbeurenLandkreis AugsburgLandkreis GünzburgLandkreis Neu-UlmLandkreis OberallgäuLandkreis OstallgäuBuxheim (Schwaben)MemmingenAmberg (Schwaben)ApfeltrachBabenhausen (Schwaben)Bad GrönenbachBad WörishofenBenningenBenningenBöhenBoos (Schwaben)Breitenbrunn (Schwaben)Buxheim (Schwaben)DirlewangEgg an der GünzEppishausenErkheimEttringen (Wertach)FellheimHawangenHolzgünzHeimertingenKammlachKettershausenKirchhaslachKirchheim in SchwabenKronburgLachen (Schwaben)Lauben (Landkreis Unterallgäu)LautrachLegauMarkt RettenbachMarkt WaldMemmingerbergMindelheimNiederriedenOberrieden (Schwaben)OberschöneggOttobeurenPfaffenhausenPleßRammingen (Bayern)SalgenSontheim (Schwaben)Stetten (Schwaben)TrunkelsbergTürkheimTussenhausenUngerhausenUngerhausenUntereggWesterheim (Schwaben)WiedergeltingenWinterriedenWolfertschwendenWoringenKaufbeurenLandkreis UnterallgäuMemmingenAmberg (Schwaben)ApfeltrachBabenhausen (Schwaben)Bad GrönenbachBad WörishofenBenningenBenningenBöhenBoos (Schwaben)Breitenbrunn (Schwaben)Buxheim (Schwaben)DirlewangEgg an der GünzEppishausenErkheimEttringen (Wertach)FellheimHawangenHeimertingenHolzgünzKammlachKettershausenKirchhaslachKirchheim in SchwabenKronburgLachen (Schwaben)Lauben (Landkreis Unterallgäu)LautrachLegauMarkt RettenbachMarkt WaldMemmingerbergMindelheimNiederriedenOberrieden (Schwaben)OberschöneggOttobeurenPfaffenhausenPleßRammingen (Bayern)SalgenSontheim (Schwaben)Stetten (Schwaben)TrunkelsbergTürkheimTussenhausenUngerhausenUngerhausenUntereggWesterheim (Schwaben)WiedergeltingenWinterriedenWolfertschwendenWoringenBaden-WürttembergKarte
Über dieses Bild
Kammlach von Norden
Oberkammlach von Osten

Kammlach ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Unterallgäu. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Unterkammlach.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kammlach liegt circa 25 Kilometer östlich von Memmingen in der Region Donau-Iller in Mittelschwaben.

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Oberkammlach und Unterkammlach.

Es existieren hat 10 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Eine Ortschaft namens Kammlach gibt es nicht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kammlach war vor 1800 Sitz eines Oberen und Unteren Gerichts und gehörte zur Herrschaft Mindelheim des Kurfürstentums Bayern. Die Herrschaft Mindelheim war seit dem Frieden von Rastatt 1714 eine kurbayerische Besitzung. Eine besondere Stellung in der Weltgeschichte nimmt Kammlach durch die Schlacht von Kammlach am 13. August 1796 ein.[3] Im Jahr 1818 entstand durch das zweite Gemeindeedikt die politische Gemeinde.

Flugzeugabsturz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Februar 1973 stürzte ein Jagdbomber der Luftwaffe vom Typ F-104 Starfighter nahe Unterkammlach ab. Der Pilot Oberstleutnant Johannes Schiller vom Jagdbombergeschwader 34 konnte zuletzt einen Absturz im Ort verhindern, konnte sich vor dem Absturz aber selbst nicht mehr retten und verstarb.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden die Gemeinden Oberkammlach und Unterkammlach zur neuen Gemeinde Kammlach zusammengeschlossen.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1961[4] 1970[4] 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 1429 1459 1483 1573 1699 1748 1820 1773 1801

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1480 auf 1820 um 340 Einwohner bzw. um 23 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundestagswahl 2017[5]
 %
60
50
40
30
20
10
0
44,3 %
9,3 %
21,3 %
7,4 %
5,7 %
4,6 %
2,8 %
4,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2013
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
−14,5 %p
−1,9 %p
+12,7 %p
+3,6 %p
+1,4 %p
+1,6 %p
+0,3 %p
−3,1 %p

Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1. Mai 2020 ist Birgit Steudter-Adl Amini Erste Bürgermeisterin;[6] in der Amtszeit 2014 bis 2020 war sie bereits zweite Bürgermeisterin. Ihr Vorgänger war Josef Steidele (Wählergemeinschaft), im Amt von 2008 bis 2020; er kandidierte nicht mehr.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 erreichten Freie Wählergemeinschaft Oberkammlach und Wählergemeinschaft Unterkammlach jeweils sechs Sitze. Gegenüber 2014 hat die Wählergemeinschaft Unterkammlach einen Sitz (zulasten Oberkammlach) dazu gewonnen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Gemeinde Kammlach
Blasonierung: „In Gold ein schwarzer Rosskamm mit dem Griff nach unten, dem ein blauer Wellenbalken unterlegt ist.“[7]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Rudolf Mussgnug aus Nördlingen gestaltet. Das Wappen wurde am 23. Juli 1979 durch Bescheid der Regierung von Schwaben genehmigt.[8]

Wappenbegründung: In der benachbarten Gemeindeflur Erisried entspringt das mittelschwäbische Flüsschen Kammel (blauer Wellenbalken). Die Geschichte der Gemeinde wird im Wappen dokumentiert durch das Abzeichen der Herrn von Kammlach (Rosskamm), die aus dem Kammlacher Gebiet stammen und später in Schongau und Kaufbeuren ansässig waren. Durch die Farben Schwarz - Gold wird auf die Herrn von Frundsberg als Inhaber der Herrschaft Mindelheim hingewiesen. Durch eine Gemeindegebietsreform entstand die heutige Gemeinde Kammlach aus den ehemaligen Gemeinden Oberkammlach und Unterkammlach. Die neue Gemeinde übernahm das 1965 genehmigte Gemeindewappen von Oberkammlach.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge ist schwarz-gelb-blau gestreift mit aufgelegtem Gemeindewappen.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Erkheim.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kath. Kirche "Maria Himmelfahrt" mit Reichsbrücke

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 41, im produzierenden Gewerbe 141 und im Bereich Handel und Verkehr sieben sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 32 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 588. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 73 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1180 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen:

  • Kindergarten: 75 Kindergartenplätze mit 74 Kindern (Stand 1999)
  • Grundschule Kammlach: mit drei hauptamtlichen Lehrkräften und 60 Schülern (Schuljahr 2018/2019)[9]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kammlach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Kammlach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 16. August 2019.
  3. Kurier vom 4. Oktober 2011 über die Schlacht vom 13. August 1796, abgerufen am 12. Mai 2021
  4. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 783.
  5. Zweitstimmen, gemäß Quelle www.wahlen.bayern.de abgerufen am 4. März 2018
  6. Bürgermeister. Gemeinde Kammlach, abgerufen am 29. August 2020.
  7. Eintrag zum Wappen von Kammlach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  8. Eintrag zum Wappen von Kammlach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte m.w.N.
  9. Grundschule Kammlach in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 27. August 2019.