Dienheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Dienheim
Dienheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Dienheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 50′ N, 8° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mainz-Bingen
Verbandsgemeinde: Rhein-Selz
Höhe: 89 m ü. NHN
Fläche: 9,91 km2
Einwohner: 2144 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 216 Einwohner je km2
Postleitzahl: 55276
Vorwahl: 06133
Kfz-Kennzeichen: MZ, BIN
Gemeindeschlüssel: 07 3 39 012
Adresse der Verbandsverwaltung: Sant’ Ambrogio-Ring 33
55276 Oppenheim
Webpräsenz: www.dienheim.de
Ortsbürgermeister: Norbert Jochem
Lage der Ortsgemeinde Dienheim im Landkreis Mainz-Bingen
Breitscheid (Hunsrück)BacharachManubachOberdiebachOberheimbachNiederheimbachWeiler bei BingenTrechtingshausenWaldalgesheimMünster-SarmsheimBingen am RheinIngelheim am RheinBudenheimHeidesheim am RheinWackernheimGrolsheimGensingenHorrweilerAspisheimWelgesheimZotzenheimBadenheimSprendlingenSankt Johann (Rheinhessen)Wolfsheim (Gemeinde)OckenheimGau-AlgesheimAppenheimNieder-HilbersheimBubenheim (Rheinhessen)Ober-HilbersheimEngelstadtSchwabenheim an der SelzJugenheim in RheinhessenStadecken-ElsheimEssenheimOber-OlmKlein-WinternheimNieder-OlmSörgenlochZornheimBodenheimGau-BischofsheimHarxheimNackenheimLörzweilerMommenheim (Rheinhessen)HahnheimSelzenNiersteinOppenheimDienheimDexheimDalheim (Rheinhessen)KöngernheimFriesenheim (Rheinhessen)UndenheimUelversheimUelversheimLudwigshöheGuntersblumWeinolsheimDolgesheimEimsheimHillesheim (Rheinhessen)WintersheimDorn-DürkheimRhein-Lahn-KreisHessenMainzRhein-Hunsrück-KreisLandkreis Bad KreuznachDonnersbergkreisLandkreis Alzey-WormsKarte
Über dieses Bild
Evangelische Pfarrkirche
Katholische Kirche St. Joseph, ein neugotischer Bruchsteinbau

Dienheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rhein-Selz an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Oppenheim hat.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weinort liegt zwischen Mainz und Worms in Rheinhessen.

Zu Dienheim gehören auch die Wohnplätze Hof mitten im Feld, Guldenhof und Villa Silius.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf eine römische Besiedlung weist der Grabstein des Silius und ein Gräberfeld hin.[3]

Dienheim ist bekannt für die ältesten und meisten Schenkungen im heutigen Rheinhessen an das Kloster Lorsch. Tiedo und Ezzo schenkten unter Pippin der Jüngere an Erzbischof und ersten Abt Chrodegang (Rucgang) einen Weinberg in Dienheimer Gemarkung (Dinenheimer marca). Der Tag der Schenkung liegt nach dem 11. Juli 765 (Ankunft der Nazarius-Reliquien) und vor dem 30. Juli, an welchem Tag bereits Gundeland als Abt bezeugt ist.[4] Die 91 ! Dienheimer Schenkungsurkunden haben die Nrn.: 958, 1309, 1361, 1541, 1528, 1540, 1570, 1650–1733, 1860, 1862.

Im 14. Jahrhundert gelangte das ursprüngliche Reichsdorf Dienheim als Reichspfand in den Besitz der Pfalzgrafen bei Rhein.[5][6]

Der Vater des Minnesängers Friedrich von Hausen Walther hatte Eigenbesitz in Dienheim, Dolgesheim und Gensingen. Er war auch Vogt über Worms-Ibersheim und Groß-Rohrheim.[7]

Seit Anfang des 13. Jahrhunderts sind die Freiherren von Dienheim bezeugt, die in der Zeit vom 16. bis 18. Jahrhundert dem Ritterkanton Oberrhein des Rheinischen Ritterkreises zugeordnet waren.[6] Eberhard von Dienheim war von 1581 bis 1610 Bischof von Speyer.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Dienheim zum kurpfälzischen Oberamt Alzey.[8]

Nach 1792 wurde die Region im Ersten Revolutionskrieg von französischen Truppen besetzt und nach dem Frieden von Campo Formio (1797) annektiert. Von 1798 bis 1814 gehörte Dienheim zum französischen Departement Donnersberg und war dem Kanton Oppenheim zugeordnet.

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen und einem mit Österreich und Preußen geschlossenen Staatsvertrag kam die Region 1816 zum Großherzogtum Hessen und wurde der Provinz Rheinhessen zugeordnet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Dienheim innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz und gehörte zum Landkreis Mainz im Regierungsbezirk Rheinhessen.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Dienheim, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[9][1]

Jahr Einwohner
1815 662
1835 811
1871 879
1905 1.169
1939 1.387
1950 1.598
Jahr Einwohner
1961 1.574
1970 1.470
1987 1.441
1997 1.750
2005 2.059
2015 2.144

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Dienheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[10][11]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 6 3 7 16 Sitze
2009 5 4 7 16 Sitze
2004 5 4 7 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Dienheim

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Dienheim
Blasonierung: „Von Schwarz und Silber gespalten, rechts ein rotbewehrter goldener Löwe, links ein schwarzes Kreuz.“

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dienheim unterhält seit 1977 eine Partnerschaft mit dem französischen Sours.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dienheimer Haltepunkt mit einer Regionalbahn mit Triebwagen der DB-Baureihe 425 am 2. Juli 2015 kurz nach seiner Inbetriebnahme am 14. Juni 2015

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dienheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2017, S. 107 (PDF; 1,9 MB).
  3. regionalgeschichte.net: Zur Geschichte des ehemaligen Reichsortes Dienheim, 2014.
  4. Karl Josef Minst: Lorscher Codex Band III, Lorsch 1970, Urkunde 1694
  5. Erhard Nietzschmann: Die Freien auf dem Lande. Ehemalige deutsche Reichsdörfer und ihre Wappen. Melchior, Wolfenbüttel 2013, ISBN 978-3-944289-16-8, S. 24.
  6. a b Gerhard Köbler, Historisches Lexikon der deutschen Länder: Die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart, C. H. Beck, München 2007, S. 139. (Google Books)
  7. Hans Jürgen Rieckenberg: Leben und Stand des Minnesängers Friedrich von Hausen, in: Archiv für Kulturgeschichte, Band 43, Heft jg, S. 163–176, Dezember 1961
  8. Johann Goswin Widder: Versuch einer vollständigen Geographisch-Historischen Beschreibung der Kurfürstl. Pfalz am Rheine, Dritter Theil, Frankfurt und Leipzig 1787, S. 59 ff (Google Books)
  9. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  10. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  11. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  12. Eisenbahndirektion Mainz (Hrsg.): Sammlung der herausgegebenen Amtsblätter vom 21. Januar 1899. 3. Jahrgang, Nr. 3. Bekanntmachung Nr. 30, S. 32.
  13. Jutta Blatzheim-Roegler und Pia Schellhammer: Landtag Rheinland-Pfalz – 17. Wahlperiode – Drucksache 17/3676 31.07.2017. Landtag Rheinland-Pfalz, 2. August 2017; abgerufen am 14. August 2017 (PDF).