Etzelkofen

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Etzelkofen
Wappen von Etzelkofen
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Bern-Mittellandw
Politische Gemeinde: Fraubrunneni2
Postleitzahl: 3306
Koordinaten: 603058 / 214796Koordinaten: 47° 5′ 3″ N, 7° 28′ 44″ O; CH1903: 603058 / 214796
Höhe: 529 m ü. M.
Fläche: 2,8 km²
Einwohner: 319 (31. Dezember 2007)
Einwohnerdichte: 114 Einw. pro km²
Website: www.etzelkofen.ch
Etzelkofen, aufgenommen aus einem Ballon am 16. April 2010

Etzelkofen, aufgenommen aus einem Ballon am 16. April 2010

Karte
Etzelkofen (Schweiz)
Etzelkofen
ww
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2014

Etzelkofen war bis am 31. Dezember 2013 eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Bern-Mittelland des Kantons Bern in der Schweiz. Am 1. Januar 2014 fusionierte Etzelkofen mit den ehemaligen Gemeinden Büren zum Hof, Grafenried, Limpach, Mülchi, Schalunen und Zauggenried zur Gemeinde Fraubrunnen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etzelkofen liegt im nordöstlichen Teil des Rapperswiler-Plateau im Schweizer Mittelland, eingebettet in einer leicht erhöhten Talmulde des Limpachtales, zwischen den zwei Dörfern, im Norden Messen im Kanton Solothurn und im Süden, Fraubrunnen im Kanton Bern. Etzelkofen liegt auf 529 m ü. M., 15 km nördlich der Kantonshauptstadt Bern (Luftlinie) und fast in gleicher Distanz der Stadt Solothurn. Etzelkofen ist rundum von Wald und Ackerflächen umgeben.

Die Fläche des ehemaligen 2.8km² Gemeindegebietes umfasste einen Abschnitt des zentralen Berner Mittellandes. Die westliche Grenze verläuft entlang des Mülchibachs, der durch den Länggengraben nach Norden zum Limpach fliesst. Von hier erstreckt sich der ehemalige Gemeindeboden ostwärts über die Talmulde des Brandbachs bis auf den Schöniberg (Pt. 549 m ü.M.) bis auf die Waldhöhen von der Rohole (Pt. 576 m ü.M) und weiter über die Winterhole, westwärts durch den Obermooswald. Auf dem mittleren Waldweg, wenig unter der höchsten Erhebung (596 m ü.M.) liegt der Höchste Punkt der ehemaligen Gemeinde (591 m ü.M.). Von hier aus weiter durch den Holzimattwald, Längge bis wieder zum Mülchibach. Dieses Molassegebiet wurde vom eiszeitlichen Rhonegletscher überformt. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 7 % auf Siedlungen, 36 % auf Wald und Gehölze und 57 % auf Landwirtschaft.

Zu Etzelkofen gehören die Wohnsiedlung Buuchi am nördlichen Talhang des Brandbachs und einige Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Etzelkofen waren bis am 31. Dezember 2013 Mülchi, Büren zum Hof, Fraubrunnen, Grafenried, Iffwil und Scheunen im Kanton Bern sowie Messen im Kanton Solothurn.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 319 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2007) gehörte Etzelkofen zu den kleinen Gemeinden des Kantons Bern. Von den Bewohnern sind 99,1 % deutschsprachig, 0,6 % englischsprachig und 0,3 % sprechen Französisch (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Etzelkofen belief sich 1850 auf 353 Einwohner, 1900 auf 275 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts pendelte die Bevölkerungszahl stets im Bereich zwischen 240 und 280 Personen. Seit 1980 (243 Einwohner) wurde eine deutliche Bevölkerungszunahme verzeichnet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2011 betrugen: SVP 44.2 %, BDP 24.3 %, SP 6.0 %, glp 5.6 %, EDU 4.7 %, FDP 4.6 %, GPS 4.1 %, Piraten 1.6 %, EVP 0.7 %, CVP 0.7 %.[1]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etzelkofen war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Die Wasserkraft des Mülchibachs wurde früher für den Betrieb einer Mühle genutzt. Noch heute haben der Ackerbau, der Obstbau sowie die Milchwirtschaft und die Forstwirtschaft einen wichtigen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. In Etzelkofen sind heute Betriebe der Elektrobranche, des Baugewerbes und der Solartechnik vertreten. Seit 1967 existiert ein grosses Ziegel- und Backsteinwerk, das um die Jahrhundertwende geschlossen wurde. Seither wird das Gebäude von mehreren Firmen genutzt. Das Dach des heutigen Gebäudes ist ein grosser Solarstromlieferant. Im Weiteren existiert hier eine Schnitzelholz-Fernheizungsanlage, die mit einem anderen Werk mehrere Gebäude im Dorf versorgt. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die hauptsächlich in der Agglomeration Bern arbeiten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt abseits der grösseren Durchgangsstrassen an einer Verbindungsstrasse von Fraubrunnen nach Messen. Durch einen Postautokurs, welcher die Strecke von Jegenstorf nach Messen bedient, ist Etzelkofen an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1295 unter dem Namen Etzelkoven. Später erschienen die Bezeichnungen Ezenchoven (1302), Ezzelkoven (1325) und Ezzenkoven (1327). Der Ortsname geht auf den althochdeutschen Personennamen Azzilo oder Ezzilo zurück. Mit der Namensendung -kofen, die typisch für im 7. und 8. Jahrhundert gegründete alemannische Siedlungen ist, bedeutet er so viel wie bei den Höfen der Leute des Azzilo/Ezzilo, wobei so genannte Aussiedlerhöfe gemeint sind.

Seit dem Mittelalter gehörte Etzelkofen zur Herrschaft Messen, die durch eine Schenkung 1278 an das Sankt-Ursen-Stift in Solothurn gelangte. Seit dem 14. Jahrhundert hatte auch das Kloster Fraubrunnen reichen Grundbesitz auf dem Gemeindegebiet und beanspruchte 1373 erfolglos Twing und Bannrechte über das Dorf. Die Oberhoheit und die hohe Gerichtsbarkeit über Etzelkofen oblagen bis 1406 den Kyburgern, danach Bern und dem Landgericht Zollikofen. Da aber Messen die niedere Gerichtsbarkeit innehatte und 1410 unter die direkte Herrschaft von Solothurn gelangte, gehörte Etzelkofen danach zur solothurnischen Landvogtei Bucheggberg.

Erst nach Abschluss des Wyniger Vertrages (1665) kam Etzelkofen an Bern und wurde der Landvogtei Fraubrunnen zugeordnet. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte das Dorf während der Helvetik zum Distrikt Zollikofen und ab 1803 zum Oberamt Fraubrunnen, das mit der neuen Kantonsverfassung von 1831 den Status eines Amtsbezirks erhielt.

Seit dem 1. Januar 2014 ist Etzelkofen keine selbständige Gemeinde mehr. Mit grossem Mehr haben sich die Gemeindebürger am 25. November 2012 an der Urne entschieden der neuen Gemeinde Fraubrunnen als Rechtsnachfolgerin der bisherigen acht Gemeinden Büren zum Hof; Etzelkofen; Fraubrunnen; Grafenried; Limpach; Mülchi; Schalunen und Zauggenried beizutreten.

Die einzelnen Dörfer behalten jedoch ihre Namen. Der Charakter und die Identität der Dörfer soll auch in Zukunft erhalten bleiben.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf hat mehrere charakteristische Bauernhäuser des bernischen Landstils aus dem 18. und 19. Jahrhundert bewahrt. Etzelkofen besitzt keine eigene Kirche und Friedhof, es gehört zur solothurnischen Pfarrei Messen.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.wahlarchiv.sites.be.ch/wahlen2011/target/NAWAInternetAction.do@method=read&sprache=d&typ=21&gem=537.html abgerufen am 11. Juli 2012