Toffen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Toffen
Wappen von Toffen
Staat: Schweiz
Kanton: Bern BE
Verwaltungskreis: Bern-Mittellandw
BFS-Nr.: 0884i1f3f4
Postleitzahl: 3125
UN/LOCODE: CH TOF
Koordinaten: 604679 / 190617Koordinaten: 46° 52′ 0″ N, 7° 30′ 0″ O; CH1903: 604679 / 190617
Höhe: 527 m ü. M.
Fläche: 4,88 km²
Einwohner: 2536 (31. Dezember 2014)[1]
Einwohnerdichte: 520 Einw. pro km²
Website: www.toffen.ch
Dorfeingang Süd

Dorfeingang Süd

Karte
Bielersee Gerzensee (Gewässer) Moossee Moossee Murtensee Neuenburgersee Thunersee Wohlensee Clavaleyres Münchenwiler Kanton Freiburg Kanton Neuenburg Kanton Solothurn Kanton Freiburg Kanton Waadt Verwaltungskreis Berner Jura Verwaltungskreis Biel/Bienne Verwaltungskreis Emmental Verwaltungskreis Frutigen-Niedersimmental Verwaltungskreis Interlaken-Oberhasli Verwaltungskreis Oberaargau Verwaltungskreis Obersimmental-Saanen Verwaltungskreis Seeland Verwaltungskreis Thun Allmendingen bei Bern Arni BE Bäriswil Belp Bern Biglen Bolligen Bowil Bremgarten bei Bern Brenzikofen Deisswil bei Münchenbuchsee Diemerswil Ferenbalm Ferenbalm Fraubrunnen Frauenkappelen Freimettigen Gelterfingen Gerzensee BE Golaten Grosshöchstetten Guggisberg Gurbrü Häutligen Herbligen Iffwil Ittigen Jaberg Jegenstorf Jegenstorf Kaufdorf Kehrsatz Kiesen Kirchdorf BE Kirchenthurnen Kirchlindach Köniz Konolfingen Kriechenwil Landiswil Laupen Linden BE Lohnstorf Mattstetten Meikirch Mirchel Moosseedorf Mühleberg Mühledorf BE Mühlethurnen Münchenbuchsee Münsingen Muri bei Bern Neuenegg Niederhünigen Niedermuhlern Noflen BE Oberbalm Oberdiessbach Oberhünigen Oberthal BE Oppligen Ostermundigen Riggisberg Rubigen Rüeggisberg Rüeggisberg Rümligen Rüschegg Schlosswil Schwarzenburg BE Stettlen Tägertschi Toffen Urtenen-Schönbühl Vechigen Wald BE Walkringen Wichtrach Wiggiswil Wileroltigen Wohlen bei Bern Worb Zäziwil Zollikofen Zuzwil BEKarte von Toffen
Über dieses Bild
w

Toffen ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Bern-Mittelland des Kantons Bern in der Schweiz.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Toffen stammt vom römischen Wort «Tofus» für Tuffstein.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toffen liegt im Gürbetal und erstreckt sich in West-Ost-Richtung vom Längenberg bis zum Weiler Heitern am Fusse des Belpbergs und in Nord-Süd-Richtung von Toffenholz bis nach Breitlohn. Höchster Punkt ist der Triangulationspunkt oberhalb dem Pfaffenloch auf 881 m, tiefster Punkt die Kanalbrücke beim Toffenholz auf 523 Meter.

Toffen ist 488 Hektar gross. Davon sind 83 Hektar Siedlungsfläche, 305 Hektar Landwirtschaftsfläche, 96 Hektar Bestockte Fläche (davon 88 Hektar Wald) und 2 Hektar Unproduktive Fläche (Fliessgewässer).[3][4]

Nachbargemeinden sind von Norden im Uhrzeigersinn Belp, Gelterfingen, Kaufdorf, Rüeggisberg, Niedermuhlern und Wald.

In Toffen gibt es keine Seen. Flüsse sind die Gürbe und ein Nebenfluss, die Müsche. Es existieren zwei Kanäle, der Toffenkanal und der Kaufdorfkanal. Die restlichen Gewässer sind Bäche.[5]

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Toffen gibt es über 60 Orts- und Flurnamen. Zu den wichtigsten Ortsteilen gehören Toffen, Toffenholz, Heitern, Untere Allmend, Obere Allmend, Schloss, Fahrbühl, Oberes Breitlohn, Unteres Breitlohn, Schmittenacker und Zälgli.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Wappen von Toffen wurde 1943 als Gemeindewappen angenommen. Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Rot ein schreitender Schwan mit goldenem Schnabel und goldenen Füssen.[7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Toffen

In Toffen bestand ein bedeutender römischer Gutsbetrieb. 1894 wurde ein gut erhaltenes römisches Mosaik in Toffen ausgegraben. Es befindet sich heute im historischen Museum von Bern.[8] Das Schloss Toffen wurde wahrscheinlich zwischen 1200 und 1250 erbaut, es wurde am 5. März 1266 erstmals urkundlich erwähnt.[9] Es gehört heute zu den Kulturgütern von nationaler Bedeutung.

Der Talboden des Gürbetals war früher ein Schwemmland, eine arme Gegend, welche immer wieder von der wilden Gürbe überschwemmt wurde. Zwischen 1855 und 1911 wurde diese begradigt, doch immer wieder gab es Überschwemmungen.[10] Am 29. Juli 1990 gab es in Toffen eine grosse Überschwemmungskatastrophe. Dabei wurden 67 Gebäude überschwemmt, darunter auch ein grosser Industriebetrieb.[11]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stimmberechtigten der Gemeinde Toffen bestimmen an der Gemeindeversammlung oder an der Urne die Geschicke der Gemeinde. Weitere Organe der Gemeinde sind der Gemeinderat, das Rechnungsprüfungsorgan, die Kommissionen und das Gemeindepersonal.[12]

An der Gemeinde-Urnenwahl wurden für die Amtszeit 2013 bis 2016 in stiller Wahl bestimmt: Rohr-Achermann Ruth (FBT) als Gemeindepräsidentin, Tanner Hans-Ulrich (SVP Toffen) als Gemeinde-Vizepräsident und als Mitglieder des Gemeinderates: Tschanz Stephan Christian (SP Toffen), Bütler Carl (SVP Toffen), Tanner Hans-Ulrich (Vizepräsident, SVP Toffen), Mathys Andreas (SVP Toffen), Rohr-Achermann Ruth (Präsidentin, FBT), Krattiger Theres (FBT) und Zbinden Rolf (FBT).[13]

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2015 betrugen: SVP 35.7 %, BDP 17.7 %, SP 15.2 %, GPS 5.5 %, FDP 7.1 %, EVP 5.1 %, glp 6.0 %, EDU 2.4 %, CVP 2.0 %, Piraten 1.1 %, Alpenparlament 1.2 %.[14]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Toffen

Toffen ist gut durch den öffentlichen Verkehr erschlossen: Die seit 1913 bestehende Gürbetalbahn ist heute Teil der S-Bahn-Linien 4/44/3 und wird von der BLS-Gruppe betrieben. Im Halbstundentakt bestehen Verbindungen nach Bern mit einer Fahrzeit von 17 Minuten und nach Thun mit einer Fahrzeit von 23 Minuten. Weiter gibt es eine Buslinie von Toffen nach Riggisberg (Fahrzeit 13 Minuten).

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toffen gehört zum äusseren Agglomerationsgürtel von Bern. Entsprechend ist der Pendler-Anteil an der Dorfbevölkerung hoch. In Industrie-, Gewerbe- und Handelsbetrieben bestehen aber auch etwa 300 Arbeitsplätze im Dorf. Einer dieser Betriebe ist die weit über die Landesgrenzen bekannte Oldtimer-Galerie.

Die Landwirtschaft ist wie üblich im Gürbetal stark auf den Weisskohl-Anbau ausgerichtet, im «Chabisland» wird viel Sauerkraut produziert. Zeuge dieser alten Tradition ist die jährlich in Toffen stattfindende öffentliche «Chabis Hoblete» (1. Samstag im Oktober).

Die Tuffstein-Ausbeutung in Toffen wurde 1983 eingestellt.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Berner: Toffen, Chronik unserer Gemeinde im Gürbetal. 1990, ISBN 3-9520083-0-3.
  • Otto Berner: Toffen – vom Bauerndörflein zur stattlichen Gürbetaler Gemeinde. 1995, ISBN 3-9520083-2-X.
  • Einwohnergemeinde Toffen (Hrsg.): Toffen im Gürbetal. 1988.
  • Einwohnergemeinde Toffen (Hrsg.): Toffen im Gürbetal. 2. Auflage. 2002.
  • «850 Jahre Toffen 1148–1998», Jubiläumsschrift anlässlich der Jubiläumsfeier vom 3. bis 5. Juli 1998.
  • Otto Berner: Das kirchliche Zentrum Toffen. Die Entstehungsgeschichte. Reformierte Kirche Belp-Belpberg-Toffen (Hrsg.), 2004.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Toffen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Otto Berner: Toffen, Chronik unserer Gemeinde im Gürbetal. 1990, S. 169.
  3. Arealstatistik Standard - Gemeinden nach 4 Hauptbereichen. Abgerufen am 16. Februar 2016.
  4. Arealstatistik Standard - Gemeinden nach 17 Klassen. Abgerufen am 16. Februar 2016.
  5. Karte „Gewässernetz“ im Geoportal des Kantons Bern. Abgerufen am 17. Februar 2016.
  6. Basiskarte im Geoportal des Kantons Bern. Abgerufen am 18. Februar 2016.
  7. Otto Berner: Toffen, Chronik unserer Gemeinde im Gürbetal. 1990, S. 151.
  8. Otto Berner: Toffen, Chronik unserer Gemeinde im Gürbetal. 1990, S. 31-36.
  9. Otto Berner: Toffen, Chronik unserer Gemeinde im Gürbetal. 1990, S. 52.
  10. Otto Berner: Toffen, Chronik unserer Gemeinde im Gürbetal. 1990, S. 16-17.
  11. Otto Berner: Toffen, Chronik unserer Gemeinde im Gürbetal. 1990, S. 13-15.
  12. Kommunale Erlasse Organisationsreglement (OgR) auf der Website Toffens. Abgerufen am 18. November 2012.
  13. Der Anzeiger Gürbetal Längenberg Schwarzenburgerland 18. Oktober 2012 Nr. 42 Seite 6.
  14. Wahlen 2015 : Resultate der Gemeinde Toffen. Kanton Bern, abgerufen am 21. März 2016