Mühleberg

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Mühleberg
Wappen von Mühleberg
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton BernKanton Bern Bern (BE)
Verwaltungskreis: Bern-Mittellandw
BFS-Nr.: 0668i1f3f4
Postleitzahl: 3203 Mühleberg
3205 Gümmenen
3204 Rosshäusern
Koordinaten: 586402 / 200229Koordinaten: 46° 57′ 11″ N, 7° 15′ 36″ O; CH1903: 586402 / 200229
Höhe: 557 m ü. M.
Höhenbereich: 461–713 m ü. M.[1]
Fläche: 26,26 km²[2]
Einwohner: 3013 (31. Dezember 2019)[3]
Einwohnerdichte: 115 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
10,7 % (31. Dezember 2019)[4]
Gemeindepräsident: René Maire (SVP)
Website: www.muehleberg.ch
Mühleberg

Mühleberg

Lage der Gemeinde
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Mühleberg ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Bern-Mittelland im Schweizer Kanton Bern.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsteile der Gemeinde sind (in alphabetischer Reihenfolge): Allenlüften, Aumatt, Brand, Buch bei Mühleberg, Buttenried, Dällenbach, Eggenberg, Fluh, Fuchsenried, Gäu, Grossmühleberg, Gümmenenau, Gümmenen, Haselholz, Heggidorn, Juchlishaus, Kirchmoos, Ledi, Mädersforst, Marfeldingen, Mauss, Michelsforst, Mühleberg, Niederruntigen, Oberei bei Mühleberg, Rosshäusern, Rüplisried, Rüplisried-Mauss, Salzweid, Schnurrenmühle, Spengelried, Strassacker, Trüllern und Zihlacker.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als flächenmässig grösste Gemeinde im ehemaligen Amtsbezirk Laupen liegt Mühleberg auf einem bewaldeten und gewellten Hochplateau und weist grosse Höhenunterschiede auf. Im Norden bilden die Aare und der Wohlensee, im Westen die Saane und im Osten der Forstwald die Gemeindegrenzen; auf der Südseite ist der Übergang fliessend. Die Gemeinde wird mit drei Verkehrswegen von Osten nach Westen durchtrennt:

  • Strasse Bern–Murten (alte Bernstrasse) bis die heutige Kantonsstrasse Heggidorn–Mühleberg–Gümmenen 1851–1857 gebaut wurde, heutige Hauptstrasse 1
  • Bahnlinie Bern–Neuenburg, welche am 1. Juli 1901 ihren Betrieb aufgenommen hat
  • Autobahn A1 Bern–Murten–Neuenburg seit 1981

Die 8 Nachbargemeinden von Mühleberg sind in alphabetischer Reihenfolge: Bern, Ferenbalm, Frauenkappelen, Laupen, Neuenegg, Radelfingen, Wileroltigen und Wohlen.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die rund 2'800 Einwohner entsprechen einer Bevölkerungsdichte von 107 Personen pro km²; also eher schwach besiedeltes Gemeindegebiet. Die Infrastruktur kommt deshalb recht teuer zu stehen. Die Gemeinde unterhält über 70 km Strassen, Schulhausanlagen und weitere Gemeindeliegenschaften. Trinkwasser und Abwasser bedingen oft lange Zu- und Ableitungen; das Schmutzwasser wird in der Abwasserreinigungsanlage Sensetal in Laupen gereinigt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den ersten 1000 Jahren unserer Zeitrechnung fehlen nähere Angaben. Die Ortsbezeichnung „Mulinberg“, die 1016 in Urkunden erwähnt wird, kann aber als Ursprung des Gemeindenamens betrachtet werden. Alten Chroniken ist zu entnehmen, dass auf dem Gemeindegebiet verschiedene Mühlen an Bachläufen mit Wasserkraft betrieben wurden. Der Mensch hat schon früh versucht, die Kräfte der Natur zu nutzen. Früher hatte es in der Region während Jahrzehnten mehrere Wasserräder von Mühlen, Sägereien, Oelen, Stampfen usw. Diese Mühlen haben der Gemeinde auch den Namen gegeben. Das Gemeindewappen zeigt ein Mühlerad auf einem Berg. Die Flühlenmühle wird auf Initiative eines privaten Vereins und einer Stiftung restauriert und man hofft, später wieder Korn mahlen zu können.

Eine besondere Bedeutung hatte schon im 13. Jahrhundert das Städtchen Gümmenen mit seinem Brückenkopf an der Saane. Die erste Brücke wurde 1454 erbaut. Die heutige alte Gümmenenbrücke stammt von 1732–1739, 1959 wurde die Betonbrücke erstellt. Das frühere Städtchen Gümmenen war auch Zollstation der Stadt Bern für die Weintransporte aus der Westschweiz. In Allenlüften hatte ein Schaffner diese Weinfuhren zu kontrollieren. Dazu gehörte auch die nächtliche Überwachung und der übliche vorgeschriebene Pferdewechsel. Die Schaffnerei wurde 1801 versteigert und als private Wirtschaft „Schwanen“ weitergeführt.

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war Mühleberg vorwiegend eine Bauerngemeinde. Nach dem Zweiten Weltkrieg bekam auch sie ein anderes Gesicht. Heute sind es noch etwa 70 Landwirtschaftsbetriebe. Von den ehemals sieben Käsereien ist heute nur noch die Käserei Juchlishaus in Betrieb. Das Gewerbe ist vielseitig und leistungsfähig; mehrere Sägereien zeigen, dass vor allem die holzverarbeitenden Betriebe eine starke Stellung einnehmen.

Im Jahre 1954 wurde das Projekt „Flughafen Bern-West“, bei welcher ein Flughafen in Rosshäusern geplant war, wieder aufgegeben. Im Projekt ging es darum, einen geeigneten Ort zu finden, um einen Regionalflughafen im Raum Bern, wie es heute der Flughafen Bern-Belp zu bauen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Exekutive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Exekutive besteht aus einem siebenköpfigen Gemeinderat: René Maire (SVP), Lukas Bühlmann (SP), Gottfried Bossi (SVP), Andreas Menzi (SVP), Stefan Schick (SVP), Anita Herren-Brauen (BDP), Stefan Kormann (SP).[6]

Nationale Wahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wähleranteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2019 betrugen: SVP 39,6 %, SP 12,4 %, BDP 10,4 %, glp 9,6 %, FDP 9,1 %, GPS 6,8 %, EVP 4,1 %, EDU 1,8 %, CVP 1,1 %.[7]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Kirchspiel Mühleberg gehörte bis nach der Reformation auch das Frauenkloster Frauenkappelen. 1659 wurden Kirche, Pfarrhaus und Scheune Opfer eines Grossbrandes, unverzüglich ging man damals an den Wiederaufbau. Die Kirche wurde 1975/76 restauriert, wobei die starre Bestuhlung Sesseln weichen musste um den verschiedenen Anlässen besser gerecht werden zu können. Die Renaissancekanzel wurde nach unten versetzt, auf der neu errichteten Empore steht eines der bedeutendsten Orgelgehäuse im Kanton Bern, wo eine neue Orgel mit 21 Registern eingebaut wurde. Auch der romanische Turm präsentiert sich heute wieder in seiner ursprünglichen Gestalt. In der Kirche finden regelmässig auch katholische Gottesdienste statt.

Partnergemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1974 wurde zwischen der deutschen Gemeinde Schwanfeld im Landkreis Schweinfurt und Mühleberg eine Partnerschaft eingegangen. Ziel ist es, gegenseitig Kontakte zwischen Behörden, Schulen und Vereinen, aber auch auf privater Basis zu pflegen.

Energie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1917 erteilte der Regierungsrat den Bernischen Kraftwerken (BKW) die Konzession zum Bau eines Wasserkraftwerkes, des Wasserkraftwerk Mühleberg, die Anlage konnte 1921 in Betrieb genommen werden. Dieser Werkbau war für die damalige Zeit mit seinem Stand der Technik ein aussergewöhnlich kühnes Vorhaben. Man hat die Aare um rund 20 Meter aufgestaut, durch den Bau der 245 Meter langen und rund 35 Meter hohen Staumauer wurde der Fluss auf rund 12 Kilometer Länge zum heutigen Wohlensee.

Ab 1967 wurde unterhalb des Wasserkraftwerks an der Aare ein Kernkraftwerk mit Siedewasserreaktor, zwei Dampfturbinen und Flusswasserkühlung gebaut. Das Kernkraftwerk Mühleberg der BKW lief vom 6. November 1972 bis zum 20. Dezember 2019.[8]

Brücken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Lage zwischen Saane und Aare liegen einige Brücken im Gemeindegebiet von Mühleberg:

  • 1732–1739: Alte Gümmenenbrücke aus Holz
  • 1901: Gümmenenviadukt: Eisenbahnviadukt, 400 m lang, aus Erdwall, 27 Steinbögen und 65 m Fachwerk aus Stahl
  • 1921: Brücke über die Wohlenseestaumauer
  • 1959: Neue Gümmenenbrücke aus Beton
  • 1981: Autobahnviadukt Mühleberg-Wileroltigen
  • Hängebrücke: für Fussgänger, etwa 50 m lang, über die Saane kurz vor ihrer Mündung in die Aare beim 1992 eingerichteten Naturschutzgebiet Niederried-Oltigenmatt (N46.978191, E7.253429)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Reformierte Kirche und Pfarrhaus[9]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Schmid (1899–1991), Landwirt und Politiker, Nationalrat
  • Hans Rudolf Herren (* 1947), Insektenforscher, Landwirtschafts- und Entwicklungsexperte

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arthur Burkhalter: 1000 Jahre Mühleberg 1016–2016. Eine Zeitreise durch die Geschichte der Gemeinde Mühleberg. Paul Weber, Neuenegg 2016, OCLC 933536969.
  • Naomi Jones: Ein Geschenk für Frau Hildegard. In: Der Bund. 9. Januar 2016 (Online [abgerufen am 24. September 2016]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mühleberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  3. Regionalporträts 2021: Kennzahlen aller Gemeinden. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2019 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  4. Regionalporträts 2021: Kennzahlen aller Gemeinden. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländerprozentsatz aufgrund Stand 2019 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  5. Gemeindesuche. Bevölkerung. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Offizielle Webseite. Bundesamt für Statistik, 2011, S. 1, archiviert vom Original am 30. Juli 2012; abgerufen am 10. September 2011 (Eingabe Mühleberg).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bfs.admin.ch
  6. Gemeinderatswahlen 2020. (PDF) Einwohnergemeinde Mühleberg, abgerufen am 29. November 2020.
  7. Wahlen 2019 : Resultate der Gemeinde Mühleberg. Kanton Bern, abgerufen am 29. November 2020
  8. Schweizer AKW Mühleberg endgültig abgeschaltet orf.at, 20. Dezember 2019, abgerufen 20. Dezember 2019.
  9. Samuel Rutishauser: Reformierte Kirche Mühleberg BE (= Schweizerische Kunstführer. Nr. 265). Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Bern 1980, ISBN 978-3-85782-265-0.