Flughafen Barcelona-El Prat

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Flughafen Barcelona-El Prat
BW
Flughafen Barcelona-El Prat (Katalonien)
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Kenndaten
ICAO-Code LEBL
IATA-Code BCN
Koordinaten
41° 17′ 49″ N, 2° 4′ 42″ OKoordinaten: 41° 17′ 49″ N, 2° 4′ 42″ O
3,8 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 15 km südwestlich von Barcelona
Straße C-31 (Autobahn)
Bahn Linie R2 von S-Bahn Barcelona (Rodalies de Catalunya)
Nahverkehr Metro L9 Sud, Bus 46, Aerobús A1/A2, Nachtbus N17
Basisdaten
Eröffnung 1918
Betreiber AENA
Fläche 1300 ha
Terminals T1 und T2 (A,B,C)
Passagiere 39,711,276 (2015)[1]
Luftfracht 102.692 t[2](2014)
Flug-
bewegungen
283.850[2](2014)
Beschäftigte 10.000
Start- und Landebahnen
02/20 2528 m × 45 m Asphaltbeton
07R/25L 2660 m × 60 m Asphaltbeton
07L/25R 3352 m × 60 m Asphaltbeton

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Der Flughafen Barcelona-El Prat (IATA: BCN, ICAO: LEBL; katal. Aeroport de Barcelona - el Prat, span. Aeropuerto de Barcelona-El Prat) ist der internationale Verkehrsflughafen von Barcelona in Katalonien, Spanien, der größtenteils auf dem Gebiet der Gemeinde El Prat de Llobregat liegt. Mit über 37,559 Millionen Passagieren (2014) ist er nach dem Flughafen Madrid-Barajas der zweitgrößte Flughafen Spaniens und der zehntgrößte in Europa. Er dient als Drehkreuz für Air Nostrum, Ryanair und Vueling.

Im Großraum Barcelona gibt es darüber hinaus die kleineren Flughäfen Girona 90 km nordöstlich und Reus 90 km südwestlich, die in erster Linie von Billig- und Charterfluggesellschaften bedient und teilweise ebenfalls als Flughafen für Barcelona vermarktet werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem ein erstes Flugfeld in El Remolar im Jahr 1916 entstand, wurde bereits zwei Jahre später nicht weit davon entfernt auf dem Gebiet der Gemeinde El Prat de Llobregat der heutige Standort eröffnet. Die erste Fluglinie betrieb die noch heute in der Luftfahrtindustrie tätige Toulouser Firma Latécoère, die seinerzeit eine Route mit mehreren Zwischenstopps zwischen ihrem Heimatsitz und Casablanca aufnahm. Neben der zivilen Nutzung diente der Flugplatz auch der Armada Española als Basis von Zeppelinen.

Iberia eröffnete 1927 ihre erste Route überhaupt zwischen Barcelona und Madrid. Katalonien blieb während des Spanischen Bürgerkrieges lange Zeit unter Kontrolle der Republik und El Prat wurde von den Republikanern und ihren Verbündeten, wie den Fliegern der Roten Armee, erneut militärisch benutzt. Gegen Kriegsende nutzten auch Verbände der deutschen Legion Condor, u.a. die 2. Staffel der Jagdgruppe 88 (2.J/88) den Platz eine kürzere Zeit. Jahrzehnte später, beim Bau der dritten Startbahn im Jahre 2002, wurden die Reste einer Bf 109 ausgegraben.[3]

Die erste Start- und Landebahn stammt aus dem Jahr 1948 und im gleichen Jahr erfolgte die Aufnahme des Interkontinentalverkehrs durch die Pan Am. Der Flughafen wurde anschließend weiter ausgebaut und die Eröffnung der zweiten Bahn erfolgte 1952. Nachdem 1963 erstmals mehr als 1 Million Passagiere abgefertigt wurden, schwebte hier 1970, wie ein halbes Jahr zuvor bereits in Frankfurt, der erste Pan Am Jumbo aus JFK kommend in Barcelona ein.

Weitere Ausbauwellen gab es im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele 1992 und insbesondere im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts, als die dritte Landebahn und ein komplett neues Terminal, heute T1, südwestlich des vorhandenen, heute T2, entstanden.

Im Jahr 2015 wurden knapp 40 Millionen Passagiere abgefertigt.[4]

Mit Eröffnung der Linie L9 Sud am 12. Mai 2016 erfolgte der Anschluss beider Terminals an das Metronetz von Barcelona.

Betreiber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der Flughafen von Barcelona wird bisher von der staatlichen AENA betrieben. Anfang Dezember 2010 kündigte die spanische Regierung jedoch eine mögliche Teilprivatisierung der AENA und der Flughäfen Madrid und Barcelona an. Zu diesem Zweck soll der Flughafen Barcelona in eine Tochter ausgegründet und das Kapital zu 90,05 % bis Ende 2011 an einen privaten Betreiber geöffnet werden, der den Flughafen mit einer 20-jährige Konzession betreiben soll.[5][6]

Abfertigungsgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen von Barcelona verfügt über zwei Terminals:

Terminal T1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das am 16. Juni 2009 durch den spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodriguez Zapatero eröffnete Terminal 1, auch T1 genannt, befindet sich im Südwesten des Geländes. Der 1,3 Milliarden Euro teure Bau des Architekten Ricardo Bofill hat eine Größe von 544.000 Quadratmetern.[7] Seit der Eröffnung bezog ein Großteil der am Flughafen Barcelona operierenden Fluggesellschaften das Terminal 1, darunter die der Allianzen oneworld (darunter Iberia) und SkyTeam sowie der Star Alliance (darunter Lufthansa, Austrian und Swiss).

Terminal T2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Terminal 2 ist das ältere der beiden Abfertigungsgebäude und befindet sich im Norden des Areals. Es besteht aus den drei Bereichen A, B und C und wird seit der Eröffnung des T1 mehrheitlich von Billig- und Charterfluggesellschaften genutzt. Der Bereich 2C dient ausschließlich als Basis für easyJet.

Zwischen den beiden Terminals verkehrt ein kostenloser Shuttleservice mit Bussen in dichter Taktfolge.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen liegt etwa 15 km südwestlich der Innenstadt von Barcelona auf dem Gebiet der Gemeinde El Prat de Llobregat.

  • Straße: Die Anfahrt vom zentralen Plaça de Catalunya in Barcelona zum Airport „El Prat“ dauert abhängig vom Verkehrsaufkommen 20 bis 40 Minuten. Der etwa 14 Kilometer lange Weg führt ausgeschildert über die Plaça d’Espanya auf die Stadtautobahn C-31 (Autovia de Castelldefels in Richtung Sitges) zum Flughafen.
  • Bahn: Die Linie R2 Nord der Rodalies Barcelona verkehrt im 30-Minuten-Takt vom Terminal T2 des Flughafens über den Hauptbahnhof Sants zur zentralen Station Passeig de Gràcia in der City und endet in Maçanet-Massanes. Die Fahrt vom Flughafen zum Bahnhof Sants dauert etwa 20 Minuten.
  • Metro: Von den Terminals T1 und T2 verkehrt die Metrolinie L9 Sud zur Zona Universitària. Es bestehen Umsteigemöglichkeiten zu den Linien L1, L3, L5 und L8.
  • Bus: Der Aerobús verbindet die Plaça de Catalunya und die Plaça d’Espanya mit dem Flughafen. Hinzu kommt die Linie 46 zwischen der Plaça d’Espanya und dem Flughafen. Die Busfahrt dauert etwa 35-50 Minuten (abhängig vom Verkehrsaufkommen).

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 3. Juli 1970 flog eine aus Manchester kommende De Havilland Comet 4 der britischen Dan-Air (G-APDN) beim Landeanflug nordöstlich des Platzes in der Sierra del Montseny südwestlich von Arbúcies gegen einen Berg. Alle 112 Menschen an Bord kamen ums Leben. Ursachen waren Navigationsfehler der Piloten sowie falsche Anweisungen seitens der Flugsicherung.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Barcelona Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Barcelona airport closed 2015 with a record of passengers. News Directory, abgerufen am 16. Januar 2016 (amerikanisches englisch).
  2. a b Jahresstatistik der spanischen Flughafen-Betreibergesellschaft AENA (Memento vom 16. Januar 2015 im Internet Archive) (PDF; 77 kB)
  3. Restes de l’avió Messerchmitt BF.109, exposats al patronat del Camp d’Aviació de la Sénia (Memento vom 24. Juli 2011 im Internet Archive) (Bericht über den Fund einer Bf 109)
  4. http://www.aena.es/csee/ccurl/483/1011/Copia%20de%2012.Estadisticas_Diciembre_2015.pdf
  5. Artikel in El Pais vom 26. Februar 2011: Nace la nueva AENA y empieza la privatización de aeropuertos. El Pais, abgerufen am 10. Juli 2011 (spanisch).
  6. Pressemitteilung und Präsentation zur Privatisierung vom 15. Juli 2011. Aena, abgerufen am 19. Juli 2011 (spanisch).
  7. abc.es
  8. Unfallbericht G-APDN, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 21. Januar 2016.