Flughafen Straßburg

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Flughafen Straßburg
Aéroport de Strasbourg
Terminal Flughafen Straßburg
Kenndaten
ICAO-Code LFST
IATA-Code SXB
Koordinaten
48° 32′ 18″ N, 7° 37′ 42″ O48.5383194444447.6282333333333154Koordinaten: 48° 32′ 18″ N, 7° 37′ 42″ O
154 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 10 km von Straßburg
Bahn Bahnhof Entzheim-Aéroport
Basisdaten
Eröffnung 1935
Betreiber Aéroport de Strasbourg Entzheim SA
Fläche 270[1] ha
Terminals 1
Passagiere 1.167.612 (2014)[2]
Luftfracht 93 t (2014)[2]
Flug-
bewegungen
20.648 (2014)[2]
Kapazität
(PAX pro Jahr)
2,5 - 3 Mio.[1]
Beschäftigte über 1.000 (2014)[3]
Start- und Landebahn
05/23 2400 m × 45 m Asphalt



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Der Flughafen Straßburg (IATA: SXB, ICAO: LFST, französisch Aéroport de Strasbourg) ist der internationale Verkehrsflughafen der französischen Stadt Straßburg im Elsass. Der Verkehrslandeplatz Straßburg Neuhof (ICAO: LFGC) befindet sich 11 km weiter östlich.

Als Base aérienne 124 Strasbourg-Entzheim diente er den französischen Luftstreitkräften bis 1994 als Militärflugplatz.

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Flughafen liegt auf der Gemarkung der Kommune Entzheim (deutsch Enzheim). Der Bahnhof Entzheim-Aéroport ist weniger als 200 m vom Terminal entfernt und auf überdachtem Weg barrierefrei zu erreichen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der heutige Flughafenstandort Straßburgs in Entzheim besteht seit 1935. Der ursprüngliche Standort war der Flugplatz in Neuhof in der Nähe des Rheins, einem alten Militärgelände, das im Ersten Weltkrieg eine Flugschule der Fliegertruppe der Deutschen Heeres-Luftstreitkräfte beherbergte. Nach Kriegsende wurde Neuhof Heimat einer französischen Jagdfliegerschule, hier erwarb Antoine de Saint-Exupéry seinen Pilotenschein. Daneben begann der zivile Luftverkehr auf dem noch heute existierenden Flugplatz.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Flughafen von der deutschen Luftwaffe genutzt.

Auch der neue Flughafen in Entzheim wurde nach dem Zweiten Weltkrieg sowohl zivil als auch militärisch genutzt. Zwischen Mai und Oktober 1945 war hier zunächst das 3. Jagdgeschwader, 3e escadre de chasse, stationiert, anschließend bis 1959 beschränkte sich die Militärfliegerei jedoch auf eine Flugschule.

In den 1950er Jahren wurde der Flughafen jedoch bereits zu einer jettauglichen NATO-Basis ausgebaut, der sich Rollwege und Pisten mit dem zivilen Bereich teilte. Die Basis wurde im November 1959 eingeweiht und erhielt im folgenden Februar die Bezeichnung Base Aérienne d'Opérations n°124.

Fliegerischer Hauptnutzer war von Ende 1959 bis zur Schließung der Militärbasis im September 1994 das 33e escadre de reconnaissance. Das Aufklärungsgeschwader bestand aus verschiedenen Aufklärungsgruppen. Hierzu zählten zwischen Ende 1959 und Juni 1961 sowie von Januar 1967 bis zur Schließung der Basis 1994 die escadron de reconnaissance 1/33 "Belfort" und die escadron de reconnaissance 2/33 "Savoie", die im März 1960 hinzu kam. Ebenfalls 1959 war bereits die escadron de reconnaissance 3/33 "Moselle" in Straßburg eingetroffen. Letztere lag hier bis zu ihrer Auflösung Ende Juli 1993 und die beiden verbliebenen Gruppen verlegten im Frühjahr 1994 auf die Basis 112 bei Reims. Anfangs flogen das Geschwader die RF-84F. Zwischen Januar 1963 und 1966 erfolgte die Umrüstung auf die Mirage IIIR (ab April 1968 RD) und zwischen Juli 1983 und Juni 1988 die auf die Mirage F1CR.

Der bis dahin lediglich 18 ha große zivile Bereich des Flughafens wurde durch die Schließung der Basis 124 um das bisher militärisch genutzte Gelände auf 270 ha vergrößert. Der Flughafen wurde in der Folgezeit ausgebaut. Das existierende Passagier-Terminal wurde zwischen 1996 und 1999 erweitert, es entstand 1999/2000 ein neuer Frachtbereich und die Piste wurde im Sommer 2000 erneuert.

Ausstattung[Bearbeiten]

Innenansicht des Terminals

Straßburg-Entzheim, wie der Flughafen auch genannt wird, verfügt über mehrere ILS-Führungen, zwei VOR-Stationen, sowie eine DME-Station. Die Start- und Landebahn erlaubt Präzisionsanflüge der ILS-Kategorie III in Anflugrichtung 23 sowie der ILS-Kategorie I in Anflugrichtung 05.[4] Mehrere der Flugzeug-Parkpositionen sind geeignet für self-maneuvering, also das Verlassen der Position mittels eigenem Antrieb des Flugzeuges, ohne dass ein Pushback erforderlich ist.

In dem Terminalgebäude aus den siebziger Jahren gibt es 23 Abfertigungsschalter sowie mehrere Check-in-Automaten von Air France, zwölf Flugsteige (mit vier Fluggastbrücken) im Abflugbereich und drei Gepäckbänder im Ankunftsbereich. Am Ausgang Richtung Bahnhof befinden sich zudem zwei Fahrkartenautomaten der CTS. Im gesamten Terminal wird ein kostenloser WLAN-Zugang angeboten.

Betreiber und Abfertigungsgesellschaften[Bearbeiten]

Blick vom Vorfeld auf das Terminal

Die Konzession als Flughafenbetreiber erhielt mit einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2050 die Aéroport de Strasbourg Entzheim SA, eine Aktiengesellschaft in öffentlichem Besitz (60 % französischer Staat, 25 % Industrie- und Handelskammer CCI, 5 % Region Elsass, 5 % Département Bas-Rhin, 5 % Stadtverband Straßburg).[5]

An Abfertigungsgesellschaften sind vertreten Air France als Selbstabfertiger (Air France, Hop!) sowie Aviapartner als Drittabfertiger für alle anderen Fluggesellschaften.

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten]

Mit Stand Juli 2015 fliegen folgende Fluggesellschaften Straßburg an:

Fluggesellschaft Ziele
Air France Nizza, Toulouse
Brussels Airlines
teilweise durchgeführt von Bmi regional
Brüssel
Czech Airlines Prag
easyJet London-Gatwick
Hop! Ajaccio, Amsterdam, Bordeaux, Calvi, Figari, Lille, Lyon, Marseille, Nantes, Paris-Orly, Rom-Fiumicino
Iberia durchgeführt von Air Nostrum Madrid
Royal Air Maroc Casablanca
Ryanair London-Stansted, Porto
SunExpress Antalya, Izmir
Tassili Airlines Algier
Transavia.com France Marrakesch
Tunisair Djerba, Tunis
Volotea Ajaccio, Bastia, Biarritz, Bordeaux, Figari, Marseille, Montpellier, Nantes, Olbia, Palermo, Venedig

Air France bietet Reisenden mit Anschlussflügen ab dem Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle die Möglichkeit, vom Bahnhof Straßburg aus den TGV als Zubringer bis zum Bahnhof Aéroport Charles de Gaulle 2 TGV zu nutzen und bereits in Straßburg das Gepäck aufzugeben.[6] Bei der Buchung erscheint Straßburg dabei mit dem IATA-Code XWG Gare de Strasbourg.

Lufthansa bietet einen Pendelbus-Dienst vom Bahnhof Straßburg zum Frankfurter Flughafen, um Fluggästen das Fliegen auch von Frankfurt aus zu erleichtern. Dabei wird zur Buchung der IATA-Code XER Straßburg Bus Station verwendet. [7]

Die spanische Billigfluggesellschaft Volotea hat im April 2015 ihre dritte französische Basis in Straßburg eröffnet und zwei Boeing 717-200 fest stationiert.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flughafen Straßburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b ceser-alsace.eu: Préconisations pour l'avenir de l'aéroport de Strasbourg-Entzheim (Seite 6 bzw. 15, PDF, 168 KB, französisch), abgerufen am 9. Juni 2015
  2. a b c strasbourg.aeroport.fr: Jahresstatistik, abgerufen am 9. Juni 2015
  3. strasbourg.aeroport.fr: Communiqués de presse (PDF, 559 KB, französisch), abgerufen am 19. Mai 2015
  4. strasbourg.aeroport.fr: Informationen für Piloten, abgerufen am 4. Juli 2015
  5. strasbourg.aeroport.fr: Gestion de l'Aéroport (französisch), abgerufen am 2. Mai 2015
  6. airfrance.de: Air France Flug und Zug
  7. lufthansa.com: Lufthansa Airport Bus Straßburg - Frankfurt
  8. airinfo.org: Volotea inaugure sa 3e base française à Strasbourg (französisch), abgerufen am 19. Mai 2015