Hirschthal (Pfalz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Hirschthal
Hirschthal (Pfalz)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Hirschthal hervorgehoben

Koordinaten: 49° 3′ N, 7° 45′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Dahner Felsenland
Höhe: 206 m ü. NHN
Fläche: 1,59 km2
Einwohner: 93 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km2
Postleitzahl: 66996
Vorwahl: 06393
Kfz-Kennzeichen: PS, ZW
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 021
Adresse der Verbandsverwaltung: Schulstraße 29
66994 Dahn
Website: dahner-felsenland.net
Ortsbürgermeisterin: Yvonne Darsch
Lage der Ortsgemeinde Hirschthal im Landkreis Südwestpfalz
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Fachwerkhäuser entlang der Hauptstraße von Hirschthal

Hirschthal ist eine Ortsgemeinde im rheinland-pfälzischen Landkreis Südwestpfalz, innerhalb dessen sie gemessen an der Einwohnerzahl die kleinste Gemeinde darstellt. Sie gehört der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Dahn hat. Hirschthal ist Grenzort zu Frankreich und gehört gemessen an der Fläche zu den kleinsten Gemeinden Deutschlands.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hirschthal liegt im südlichen Pfälzerwald, dem deutschen Teil des Wasgaus und gehört zur Untereinheit Stürzelbronn-Schönauer Felsenland. Die Ortsgemeinde befindet sich direkt an der Grenze zu Frankreich. 56,1 Prozent der Gemarkungsfläche sind bewaldet.[2] Nachbargemeinden sind im Norden Schönau und im Süden Lembach. Nächstgrößere Städte sind das elsässische Weißenburg im Osten und Pirmasens im Nordwesten.

Erhebungen und Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Südosthang des Hichtenbergs befindet sich auf der Gemarkung von Hirschthal.

Durch die Ortsgemeinde fließt von Nord nach Süd die Sauer, die auf der deutschen Seite der Grenze zu Frankreich noch Saarbach heißt. Die Sauer ist ein linker Nebenfluss des Rheins und hat eine Länge von 85 Kilometer. Vor Ort nimmt sie von rechts den Hichtenbach auf.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 928 Millimeter Die Niederschläge sind hoch und liegen im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 80 Prozent der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Dezember. Im Dezember fallen 1,4-mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren kaum und sind gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur elf Prozent der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahr 1129 unter dem Namen „Hirzthal“ erstmals urkundlich erwähnt, als Gottfried von Fleckenstein das Dorf zusammen mit Schönau dem Kloster St. Walburgis im Hagenauer Forst schenkte.

Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken.[3] Nach der Einnahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutions­truppen im Jahr 1794 war er von 1798 bis 1814 dem Kanton Pirmasens im Departement Donnersberg zugeordnet. Aufgrund der Vereinbarungen des Wiener Kongresses kam das Gebiet der Pfalz im Juni 1815 zu Österreich und auf der Grundlage eines Tauschvertrages im Mai 1816 an das Königreich Bayern. Unter der bayerischen Verwaltung wurde Hirschthal 1817 zusammen mit sechs weiteren Gemeinden in den Kanton Dahn übertragen,[4] der zum Landkommissariat Pirmasens im Rheinkreis, der späteren Pfalz, gehörte. 1828 hatte das Dorf Hirschthal 80 katholische und 201 protestantische Einwohner.[3] Ab 1862 war der Ort Bestandteil des Bezirksamtes Pirmasens.

1939 wurde Hirschthal in den Landkreis Pirmasens (ab 1997 Landkreis Südwestpfalz) eingegliedert. Da der Ort sich in der Roten Zone befand wurden die Bewohner mit Beginn des Zweiten Weltkriegs vorübergehend evakuiert. Nach dem Krieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde der Ort Bestandteil der neu geschaffenen Verbandsgemeinde Dahner Felsenland.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Hirschthal verlief folgendermaßen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 184
1835 263
1871 266
1905 196
1939 198
1950 126
Jahr Einwohner
1961 147
1970 154
1987 115
1997 115
2005 114
2018 93

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 waren 43,2 Prozent der Einwohner evangelisch und 39,8 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[5] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer und unterstehen dem Dekanat Pirmasens, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Hirschthal besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.[6]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeisterin ist Yvonne Darsch, die dieses Amt seit 2014 innehat. Ihre Amtsvorgängerin war Ingeborg Kessler, davor hatte bis 2010 Volker Koch dieses Amt inne.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Hirschthal
Blasonierung: „Geteilt und oben sechsmal von Grün und Silber geteilt, belegt mit einem schrägliegenden roten Krummstab, unten in Schwarz ein goldenes Hirschgeweih.“[7]
Wappenbegründung: Es wurde 1982 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmalgeschütztes Fachwerkhaus an der Hauptstraße

An der Hauptstraße liegen drei sehr gut restaurierte Fachwerkhäuser, die unter Denkmalschutz stehen.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Naturpark Pfälzerwald, der wiederum zum Biosphärenreservat Pfälzer Wald-Vosges du Nord gehört.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der geographischen Gegebenheiten dominierte vor Ort jahrhundertelang die Forst- und Holzwirtschaft.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führt die Landesstraße 488, die als Verlängerung zweier weiterer Landesstraßen – 478 und 489 – von Dahn her kommt und sich in Frankreich als D 925 fortsetzt. Etwa sieben Kilometer nordöstlich verläuft in Ost-West-Richtung die Bundesstraße 427, die von Kandel über Bad Bergzabern und Dahn nach Hinterweidenthal führt.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Hirschthal führt der von Hornbach nach Bundenthal vertlaufende Hornbach-Fleckenstein-Radweg. Zudem ist die Gemeinde südlicher Endpunkt eines Wanderwegs, der mit einem grün-gelben Balken markiert ist und der in Kirchheimbolanden seinen nördlichen Ausgangspunkt nimmt. Darüber hinaus liegt Hirschthal am mit einem blauen Balken gekennzeichneten Fernwanderweg Staudernheim-Soultz-sous-Forêts. Wenige hundert Meter südöstlich der Gemeinde, jenseits der französischen Grenze, steht auf 370 m Höhe die Ruine der Burg Fleckenstein. Sie ist die am zweithäufigsten frequentierte Burg im Elsass.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hirschthal – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten. Abgerufen am 22. März 2020.
  3. a b Geographisch-statistisches Handbuch von Rheinbaiern. Zweibrücken 1828, S. 135 (google.de).
  4. Michael Frey: Versuch einer geographisch-historisch-statistische Beschreibung des kön. bayer. Rheinkreises, Band 4. Neidhard 1837, S. 228 (google.de).
  5. KommWis, Stand: 31. Dezember 2012. Abgerufen am 22. März 2020.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  7. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.