Kirchheimbolanden

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kirchheimbolanden
Kirchheimbolanden
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kirchheimbolanden hervorgehoben

Koordinaten: 49° 40′ N, 8° 1′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Donnersbergkreis
Verbandsgemeinde: Kirchheimbolanden
Höhe: 340 m ü. NHN
Fläche: 26,35 km2
Einwohner: 7802 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 296 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67292
Vorwahl: 06352
Kfz-Kennzeichen: KIB, ROK
Gemeindeschlüssel: 07 3 33 039
Adresse der Verbandsverwaltung: Neue Allee 2
67292 Kirchheimbolanden
Website: www.kirchheimbolanden.de
Stadtbürgermeister: Marc Muchow (CDU)
Lage der Stadt Kirchheimbolanden im Donnersbergkreis
ObermoschelNiedermoschelUnkenbachFinkenbach-GersweilerWaldgrehweilerSchiersfeldSittersAlsenzOberndorf (Pfalz)Mannweiler-CöllnWinterborn (Pfalz)Kalkofen (Pfalz)Niederhausen an der AppelMünsterappelOberhausen an der AppelGaugrehweilerSeelenRathskirchenTeschenmoschelBisterschiedRansweilerStahlbergBayerfeld-SteckweilerSankt Alban (Pfalz)GerbachWürzweilerRuppertseckenDielkirchenKatzenbach (Donnersbergkreis)Schönborn (Pfalz)DörrmoschelReichsthalGundersweilerGehrweilerImsweilerRockenhausenHöringenSchweisweilerFalkenstein (Pfalz)WinnweilerLohnsfeldWartenberg-RohrbachMünchweiler an der AlsenzGonbachSippersfeldBreunigweilerImsbachBörrstadtSteinbach am DonnersbergRamsen (Pfalz)KerzenheimEisenberg (Pfalz)GöllheimDreisenStandenbühlLautersheimBiedesheimOttersheimBubenheim (Pfalz)ZellertalEinselthumImmesheimAlbisheim (Pfrimm)RüssingenWeitersweilerMarnheimBennhausenJakobsweilerDannenfelsBolandenKirchheimbolandenMörsfeldKriegsfeldOberwiesenOrbisMorschheimIlbesheim (Donnersbergkreis)Bischheim (Donnersberg)RittersheimStetten (Pfalz)GauersheimLandkreis Bad KreuznachLandkreis Alzey-WormsLandkreis KuselLandkreis KaiserslauternLandkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild
Donnersberg, Blickrichtung von Osten
Breitstraße in Kirchheimbolanden

Kirchheimbolanden ist eine Stadt im Südosten von Rheinland-Pfalz und zugleich Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden sowie Kreisstadt des Donnersbergkreises. Der staatlich anerkannte Erholungsort ist gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchheimbolanden liegt in der Pfalz an der Übergangsstelle des Nordpfälzer Berglandes zum östlich angrenzenden Alzeyer Hügelland. Die Kernstadt befindet sich rund vier Kilometer (Luftlinie) nordöstlich des Donnersbergs am Hang des Wartbergs, auch Schillerhain genannt. Im Stadtgebiet entspringt der Leiselsbach, ein linker Zufluss der Pfrimm. Der tiefste Punkt liegt bei 229 m ü. NHN, der höchste bei 496 m ü. NHN.[3][4] Im Südosten befindet sich der Hungerberg.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchheimbolanden gliedert sich in die Kernstadt mit dem Ortsteil Haide und die Gemeindeteile Ambach, Bolanderhof (Teil), Edenbornerhof, Hessenhütte, Neuhof, Rothenkircherhof und Schillerhain.[5] Weitere Wohnplätze sind Bahnposten 2262, Brunnenberg, Ziegelwerk Ebert, Kohlhütte und Ziegelhütte.[6]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 585 mm. Die Niederschläge liegen im unteren Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 18 Prozent der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar (ca. 38 mm). Die meisten Niederschläge fallen von Mai bis Juli (ca. 58 mm im Juni). An nur einem Prozent der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert. Die Fa. MeteoGroup (früher MeteoMedia) betreibt eine Wetterstation am Ort. An der Finanzierung beteiligten sich die Gemeinde und die Ortsgruppe Donnersberg des Vereins Pollichia. Die Daten der Station werden auf einer elektronischen Schautafel in der Stadtmitte angezeigt. Sie gehen auch in den Wetterbericht ein, der von der Fa. im Fernsehprogramm der ARD und des SWR3 täglich präsentiert wird. Bemerkenswert ist ein an dieser Station gemessener hoher Wert der jährlichen Sonnenscheindauer von 1940 Std. (Mittelwert 2010 bis 2017, der langjährige Mittelwert in Deutschland beträgt 1595 Std.).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss Kirchheimbolanden in seiner heutigen Form als Seniorenresidenz

Im Jahre 774 wurde der Ort Kirchheim erstmals erwähnt, später gehörte er den Herren von Bolanden. Ende des 13. Jahrhunderts war Kirchheim durch Erbschaft im Besitz der Sponheimer Nebenlinie Bolanden-Dannenfels. Graf Heinrich II. von Sponheim-Bolanden († 1393) ließ das Dorf 1368 zur Stadt erheben und machte diese zu seiner Residenz. Über seine Enkelin Anna von Hohenlohe († 1410)[7] und ihren Mann Philipp I. von Nassau-Saarbrücken-Weilburg fiel schließlich Kirchheimbolanden und der gesamte Sponheim-Bolander Familienbesitz an das Haus Nassau, das ihn bis zum Ende der Feudalzeit besaß.[8]

Carl August (1719–1753) von Haus Nassau-Weilburg verlegte 1737 seine Residenz von Weilburg nach Kirchheim. Carl Christian von Nassau-Weilburg (1753–1788), zeitweise eigenes Infanterieregiment (1755–1759) in Mannheim beim Kurfürsten der Kurpfalz, zeitweise General der Niederlande, dort Gouverneur. Friedrich Wilhelm (1788–1816) von Nassau-Weilburg verließ 1793 wegen der Französischen Revolution die Stadt und ging nach Bayreuth. Damit endete die Zeit als Residenzstadt für Kirchheimbolanden, damals nur Kirchheim genannt.

Seine größte Blütezeit erlebte es unter den Fürsten Carl August (1719–1753) und besonders unter Carl Christian (1753–1788) des Hauses Nassau-Weilburg und seiner reichen, klugen und musikalischen Ehefrau Karoline Prinzessin von Oranien-Nassau-Diez.

Nach 1792 hatten französische Revolutionstruppen die Region besetzt und nach dem Frieden von Campo Formio (1797) annektiert. Von 1798 bis 1814 gehörte Kirchheim zum französischen Departement Donnersberg und war Hauptort (chef-lieu) des gleichnamigen Kantons.

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen und einem Tauschvertrag mit Österreich kam die Region 1816 zum Königreich Bayern. Ab 1818 war Kirchheim Sitz eines Landkommissariats im bayerischen Rheinkreis.

Als die Rheinhessische Legion während des pfälzischen Aufstandes am 14. Juni 1849 Kirchheim eilig vor einer preußischen Übermacht räumte, blieben pfälzische Freischärler im Schlossgarten unbenachrichtigt zurück. Im Gefecht bei Kirchheimbolanden in Gegenwart des Prinzen von Preußen fielen 17 Freischärler.[9]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den heutigen Namen Kirchheimbolanden erhielt die Stadt erst im 19. Jahrhundert. Schon im 12. Jahrhundert wurde eine Kirche des heiligen Remigius (später in Peterskirche umbenannt) erwähnt. Diese Kirche gab dem Ort den Namen. Da den Herren von Bolanden der Ort unterstand, wurde daraus später Kirchheimbolanden.

Mundartlich wird die Stadt auch heute noch Kerchem genannt. Die Einwohner nennt man daher auch Kerchemer. Abgekürzt wird die Stadt auch Kibo genannt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Kirchheimbolanden; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Einwohnerentwicklung von Kirchheimbolanden von 1815 bis 2018 nach nebenstehender Tabelle
Jahr Einwohner
1815 2.145
1835 3.080
1871 3.083
1905 3.647
1939 3.838
1950 4.783
1961 5.241
1970 5.525
Jahr Einwohner
1987 6.103
1997 7.613
2005 7.975
2007 7.881
2010 7.695
2011 7.808
2015 7.815
2018 7.802

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einst vor Ort ansässige jüdische Gemeinde besaß eine Synagoge, die 1938 den Novemberpogromen zum Opfer fiel.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl in Kirchheimbolanden 2019
(personalisierte Verhältniswahl)
 %
40
30
20
10
0
20,6 %
32,0 %
16,8 %
4,9 %
16,7 %
8,9 %
Wir für Kibo
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-12,7 %p
-4,9 %p
+8,0 %p
+1,5 %p
+4,9 %p
+3,1 %p
Wir für Kibo

Der Stadtrat in Kirchheimbolanden besteht aus 24 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[10]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP LINKE FWG Wir für Kibo Gesamt
2019 5 8 4 1 4 2 24 Sitze
2014 8 9 2 1 3 1 24 Sitze
2009 7 9 3 1 1 3 24 Sitze
2004 6 11 2 1 4 24 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Stadt Kirchheimbolanden e. V. (ehemals Wählergruppe Schauß)

Stadtbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Marc Muchow. Bei der Stichwahl am 16. Juni 2019 setzte er sich mit einem Stimmenanteil von 59,52 % durch und folgte damit Klaus Hartmüller, der nach 20 Jahren im Amt nicht mehr kandidiert hatte.[11]

Die bisherigen Bürgermeister von Kirchheimbolanden:

  • 1905–1906 Ulrich Brunck, NLP
  • 1945–1945 Ferdinand Schardt, SPD
  • 1946–1956 Karl Fittler, SPD
  • 1956–1960 Hermann Frambach, SPD
  • 1960–1961 Hans Schabler, WGR
  • 1961–1971 Friedrich Bettenhausen, SPD
  • 1971–1972 Eugen Zänger, WGR
  • 1972–1974 Edmund Reichert, CDU
  • 1974–1999 Lothar Sießl, SPD
  • 1999–2019 Klaus Hartmüller, CDU
  • 2019–dato Marc Muchow, CDU

Stadtwappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Kirchheimbolanden
Blasonierung: „Geteilt; oben von Silber und Schwarz in drei Reihen geschacht, unten in Grün ein schwarzer nach rechts schreitender Eber.“[12]
Wappenbegründung: Das Wappen wurde durch König Ludwig I. von Bayern am 30. Januar 1844 verliehen und zuletzt am 18. Juni 1976 durch die Bezirksregierung, Neustadt an der Weinstraße bestätigt. Es entstammt einem Stadtsiegel aus dem 14. Jahrhundert. Das Schach (eigentlich Blau und Gold) entstammt dem Wappen des Grafen Heinrich II. von Sponheim-Bolanden (Vordere Grafschaft Sponheim), der 1368 die Verleihung der Stadtrechte durch Kaiser Karl IV. 1368 erwirkte. Der Eber erinnert an die Grafen von Eberstein, ehemalige Herren der Burg Stauf, welche zeitweise die Ortsherrschaft innehatten.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtmauer mit Grauem Turm
Oberer Torturm, auch Apothekerturm genannt

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Amtsstraße 14 findet man das Museum im Stadtpalais für Stadt- und Regionalgeschichte, mit über 1800 m² Ausstellungsfläche eines der größten in Rheinland-Pfalz. Die 26 Abteilungen geben eindrucksvolle Einblicke in die Geschichte der Stadt und des Landes. Der Haupttrakt des Museums war ehemals als Palais des Erbprinzen gedacht. Vier weitere Bauten sind angegliedert, darunter die ehemalige Volksschule. Das Museum ist ganzjährig außer montags geöffnet.

An einer Hausfassade in der Uhlandstraße ist die „weltgrößte Spraybanane“ des Künstlers Thomas Baumgärtel zu sehen.[13]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Altstadt, die Bahnhofstraße, das Schloss und der jüdische Friedhof sind jeweils als Denkmalzonen ausgewiesen. Seit 1993 wurde auf den alten Grundrissen eine zweiflügelige Seniorenresidenz Schloss Kirchheimbolanden gebaut, die den Ostflügel in die Gegenwart rettete. Der dazugehörige Schlossgarten wurde von Heinrich von Brunck, bzw. durch den von ihm beauftragten Frankfurter Garten- und Landschaftsbauer Heinrich Siesmayer im 19. Jahrhundert neu angelegt. Letzterer war pikanterweise vom Enkel (Herzog Adolph zu Nassau) des letzten in Kirchheimbolanden residierenden und dann geflohenen Fürsten mit dem Verkauf seiner umfangreichen Pflanzen- und Baumsammlung von Schloss Biebrich bei Wiesbaden beauftragt worden, da die Preußen im Jahr 1866 sein Herzogtum Nassau annektierten.

Hinzu kommen zahlreiche Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter folgende Objekte:

Das Stadtbild wird geprägt von einer zirka acht Meter hohen, teilweise restaurierten, mittelalterlichen Stadtmauer an der Süd- und Westseite der Altstadt. Weiters gibt es mittelalterliche und barocke Gebäude, wie z. B. zahlreiche Kavaliershäuser und die barock überformten mittelalterlichen Tortürme. Das frühere Rokoko-Palais gehörte dem Freiherrn von Geispitzheim, dem ehemaligen Hofmarschall von Nassau-Weilburg, später wurde es zum Wirtshaus Zum Weißen Ross. Die Dr.-Edeltraud-Sießl-Allee, parallel zur Schlossgartenmauer, die den Schlossgarten fast vollständig umfasst. Den Eingang bilden schmiedeeiserne Tore. Früher säumten Kastanienbäume beeindruckend beidseitig die Allee, heute sind sie durch kleine Lindenbäume ersetzt worden.

Die frühere Orangerie der Residenz wurde 1771 erbaut und befindet sich entlang der Dr.-Edeltraud-Sießl-Allee gegenüber der Schlossgartenmauer. Das frühere Ballhaus wurde erbaut 1752 in der Neumayerstraße, später wurde es zu umgebaut zu Wohnzwecken umgebaut. Die Paulskirche ist eine lutherische Schlosskirche und nach dem Schloss das bedeutsamste Bauwerk. Die sogenannte Mozartorgel (eine der letzten Original-Barockorgeln von Johann Michael Stumm) in der Paulskirche, auf der der Namensgeber 1778 selbst spielte, ist die bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt. Die Peterskirche ist die reformierte Pfarrkirche der Stadtgemeinde, deren Turm aus dem 12. Jahrhundert stammt. Die Kirchen werden von der Protestantischen Kirchengemeinde verwaltet. Im Reiterhof Rothenkircher Hof, an der Straße nach Oberwiesen, liegen Reste des Prämonstratenserklosters Rothenkirchen.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Gemarkung der Stadt befinden sich insgesamt vier Naturdenkmale. Im Norden des Stadtgebiets befindet sich außerdem das Naturschutzgebiet Steinbühl-Schäfergraben sowie im Westen die Naturschutzgebiete Albertskreuz und Drosselfels-Schwarzfels.

Feste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kerchemer Bierwoche ist ein Fest, das in der Fronleichnamswoche im zweijährigen Turnus abgehalten wird. Bei diesem Fest folgen einem Bierseminar drei Volksfesttage, bei dem von zahlreichen Brauereien über 60 Biersorten zum Verkosten angeboten werden. Sonntags zieht ein großer Umzug durch die Straßen der Stadt. Repräsentanten der „Kerchemer Bierwoche“, aber auch sonst übers Jahr, sind die Braugerstenkönigin Christiane I. und der Bierkönig Helmut I. Jährlich am zweiten Augustwochenende lädt das Residenzfest zum Verweilen hinter den Mauern Kirchheimbolandens ein. Zahlreiche Hofbetreiber bieten den Besuchern in sogenannten Hoflauben und mit heimischer Gastronomie allerlei kulinarische Köstlichkeiten. Der Christkindlmarkt in der Kirchheimbolandener Altstadt zieht Besucher von nah und fern am zweiten Adventwochenende an. Vereine, Hobbykünstler und Schausteller bieten den Besuchern ein abwechslungsreiches Sortiment an Waren aller Art. Jährlich finden am zweiten Sonntag im Mai ein Maimarkt und am zweiten Sonntag im Oktober ein Oktobermarkt statt.

Bildung und Erziehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das aus der 1681 gegründeten Lateinschule hervorgegangene Nordpfalzgymnasium feierte 1981 sein 300-jähriges Bestehen. Die Georg-von-Neumayer-Realschule ist eine Realschule plus und die Grundschule hat ein Ganztagesangebot. Die Mathilde-Hitzfeld-Schule hat als Sonderschule den Förderschwerpunkt Lesen. Im Berufs- und Weiterbildungsbereich gibt es im Ort die Krankenpflegeschule und die Schule für Altenpflege des Donnersbergkreises, das Heilpädagogium Schillerhain, die Kreisvolkshochschule Donnersbergkreis und die Kreismusikschule Donnersbergkreis. Auf privater Ebene besteht das CJD-Bildungszentrum des Christlichen Jugenddorfwerkes Deutschlands e. V. Für Kinder gibt es drei Kindergärten und ein Haus der Jugend, welches derzeit unter der Verwaltung des CJD Kirchheimbolanden steht, des größten Bildungsträgers der Region.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In und um Kirchheimbolanden herum finden alle zwei Jahre die Donnersberger Literaturtage statt. Dieses Literaturfestival wurde von Thomas Maria Mayr initiiert und wird vom Donnersberger Literaturverein e. V. in Zusammenarbeit mit örtlichen Organisationen und Institutionen veranstaltet. Zu Gast waren u. a. Peter Härtling, Bernhard Schlink, Paul Maar und Tanja Kinkel.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtige Sportvereine der Stadt sind der TV Kirchheimbolanden, der für seine Basketball-Mannschaft in der Herren-Oberliga bekannt ist, der SVK, der auf dem Schillerhain beheimatet ist und dessen Aushängeschild die erste Mannschaft der Fußballabteilung ist, der Tennisclub TCK, die Tanzsportgemeinschaft Grün-Weiss, der Schachklub Kirchheimbolanden und der Schützenverein „Tell“, seit Herbst 2008 im neuen Schützenhaus auf dem „Michelsacker“ beheimatet.

Offener Kanal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Offene Kanal Kirchheimbolanden (auch OKK) ist ein Bürgerfernsehsender aus Kirchheimbolanden. Der OKK ist bereits seit 1993[14] auf Sendung und gehört zu den kleinsten in Rheinland-Pfalz.

Internetauftritt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der OKK ist über seine Website und Facebook zu erreichen. Des Weiteren werden die Artikel auf Google+ mitgeteilt. Ein Teil der produzierten Beiträge sind auf dem eingerichteten YouTubekanal zu finden sowie Bilder in der Online-Bildergalerie über Instagram.

Produktion und Sendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der OKK produziert entweder in seinen eigenen Studios in Kirchheimbolanden, ist aber auch oft in Außeneinsätzen unterwegs und filmt vor Ort. Dabei nehmen die ehrenamtlichen Mitglieder auch mal längere Strecken in Kauf. Einen Beitrag für den Offenen Kanal kann jeder Bürger aus dem örtlichen Sendegebiet produzieren. Um möglichst viele Leute anzusprechen, sind die Sendungen nicht nur aus dem Sendegebiet, sondern aus ganz Rheinland-Pfalz zu empfangen.

Aufgrund des Austausches von Beiträgen mit anderen Offenen Kanälen kann das Programm besser gefüllt werden und somit auch überregionale Themen im OK ansprechen. Ein Beispiel ist die Wissenssendung Objektiv, Menschen, Leben, Rheinland-Pfalz. Diese läuft regelmäßig im Programm und berichtet rund um Wissen, Natur, Geschichte sowie Sehenswürdigkeiten in Rheinland-Pfalz.[15]

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptsitz von BorgWarner Turbo Systems, entstanden aus Kühnle, Kopp & Kausch und der Schwitzer Company, befindet sich in der Stadt. Die Firma JohnsonDiversey, ein Tochterunternehmen der S. C. Johnson & Son, betreibt am Standort Kirchheimbolanden die Produktion von Reinigungsmitteln für die Sektoren Getränketechnologie, Pharma und Kosmetik. Die Firma Asmetec hat sich auf LED-Lichttechnik und weitere technische Produkte wie Reinraum/ESD-Technik und Messtechnik spezialisiert. Die Firma Louis Steitz Secura fertigt Sicherheits- und Berufsschuhe. Zudem ist die Stadt Sitz des Senders Radio Donnersberg.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haltepunkt Kirchheimbolanden am nördlichen Stadtrand mit Vlexx-Zug

Der Öffentliche Nahverkehr ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) integriert. Die 1999 wieder eingerichtete Donnersbergbahn verbindet Kirchheimbolanden mit Alzey, Mainz und Frankfurt am Main. Die Bahnverbindung Richtung Süden wurde in der Endphase des Zweiten Weltkrieges durch die Zerstörung der Brücke bei Marnheim unterbrochen und nicht wieder aufgenommen. Für Fahrten nach Mainz/Wiesbaden gelten seit Dezember 2007 auch die Tarife des Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbundes.

Kirchheimbolanden ist durch die A 63 (MainzKaiserslautern) an den überregionalen Straßenverkehr angebunden.

Behörden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Zugehörigkeit zu Frankreich war die Stadt Sitz eines Friedensgerichts, das dem Tribunal erster Instanz Mainz unterstand. Später war Kirchheimbolanden bis 1976 Sitz eines Amtsgerichts.

In Kirchheimbolanden befinden sich die Verwaltungen des Donnersbergkreises und der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden mit ihren Dienststellen. Außerdem ist es Sitz des Finanzamtes Worms-Kirchheimbolanden, Außenstelle Kirchheimbolanden.

Rundfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Südwesthang des Hungerbergs befindet sich ein Sendeturm aus Stahlbeton zur Verbreitung des Radioprogramms von Rockland Radio auf 97,1 MHz mit 200 W ERP.[16]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jaqueline Rauschkolb

Zu Ehrenbürgern wurden unter anderem der Geophysiker und Polarforscher Georg von Neumayer, der Chemiker Heinrich von Brunck sowie der Historiker Horst Penner ernannt.

Erster historisch verbürgter Sohn der Stadt war der im 15. Jahrhundert lebende Graf Johann III. von Saarbrücken. Während der frühen Neuzeit war die Stadt Geburtsort mehrerer Mitglieder des Hauses Nassau-Weilburg, beispielsweise Amalie von Nassau-Weilburg, Henriette von Nassau-Weilburg und Herzog Wilhelm I. von Nassau. Im 19. Jahrhundert kamen unter anderem der Pädagoge Friedrich Wilhelm Knoebel, die 48er-Revolutionärin Mathilde Hitzfeld und der Journalist Eugen Wolf zur Welt.

Im 20. Jahrhundert folgten der Physikprofessor Karl Lothar Wolf, der Verfassungsrichter Theodor Ritterspach, der Musikwissenschaftler Theodor Wohnhaas, der Künstler Horst Schwab, die Mathematikerin Claudia Klüppelberg und die SPD-Politikerin Jaqueline Rauschkolb als Söhne und Töchter der Stadt.

Der Politiker Ulrich Brunck war 1905 und 1906 Stadtbürgermeister; der SPD-Politiker Karl Fittler hatte dieses Amt von 1946 bis 1956 inne. Seine Parteikollegin Hedwig Schardt gehörte von 1952 bis 1998 dem Stadtrat an. Zudem ist die Stadt Wohnort des ehemaligen baden-württembergischen Landtagsabgeordneten Karl Wilhelm Edelhoff. Der Landwirt und NS-Politiker Erich Spickschen starb vor Ort.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wikisource: Kirchheimbolanden – Quellen und Volltexte
 Commons: Kirchheimbolanden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Kirchheimbolanden – Reiseführer
WiktionaryWiktionary: Kirchheimbolanden – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Flächen- und Höhenangaben selbst berechnet mit Python für ArcGIS aus Daten des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsiedownload
  4. Verwaltungsgebiete der Bundesrepublik Deutschland (pdf)
  5. Statistik der Stadt Kirchheimbolanden. (Memento vom 22. Februar 2014 im Internet Archive)
  6. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2019 liegt vor]. S. 90 (PDF; 2,2 MB).
  7. „Nassau, Anna Gräfin von“. Hessische Biografie. (Stand: 26. Februar 2013). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  8. Hans Döhn: Kirchheimbolanden: Die Geschichte der Stadt. Stadtverwaltung Kirchheimbolanden, 1968 und 1993, S. 81–93.
  9. Wilhelm Blos: Die Deutsche Revolution. Geschichte der Deutschen Bewegung von 1848 und 1849. Dietz, Stuttgart 1893, S. 576.
  10. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  11. Der Landeswahlleiter RLP: Direktwahlen 2019. siehe Kirchheimbolanden, Verbandsgemeinde, achte Ergebniszeile. Abgerufen am 31. August 2019.
  12. Klemens Stadler: Deutsche Wappen. Band 2. Bremen 1966, S. 38.
  13. Es ist eben nicht alles Banane. (rheinpfalz.de).
  14. Website: Rubrik Über uns des OKK
  15. Objektiv, Menschen, Leben, Rheinland-Pfalz
  16. Sender-Tabelle Rheinland-Pfalz (UKW)