Michael Wendler (Sänger)

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Michael Wendler (2013)

Michael Wendler (* 22. Juni 1972 in Dinslaken; bürgerlich Michael Norberg, geb. Skowronek[1]) ist ein deutscher Sänger und Songschreiber.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wendler ist gelernter Speditionskaufmann. 1998 verhalf ihm sein Entdecker, der Sänger und Radiomoderator Jürgen Renfordt (WDR 4) zu seinem ersten Plattenvertrag.[2] Erfolgreiche Titel Wendlers sind u. a. Sie liebt den DJ, Nina, und I Don’t Know. Wendler schreibt seine Lieder und Texte unter dem Pseudonym Mic Skowy selbst. Er hat nie eine klassische Musikausbildung erhalten. Vielmehr hat er die Melodien für seine Titel laut eigener Aussage im Kopf und „summt“ diese seinem Produzenten Hermann Niesig vor, der sie dann im Tonstudio in den typischen „Wendler-Sound“ umsetzt.[3]

Nach einem langjährigen Vertrag mit der kleineren Plattenfirma CNI Records wechselte er 2007 zum Plattenlabel Ariola des Major-Labels Sony BMG.[4] Seine Titel werden seitdem von Hermann Niesig produziert. 2007 betrug seine Gage bei Auftritten 4200 Euro für eine halbe Stunde.[5] Wendler veröffentlichte Ende April 2007 eine Neuauflage des Lieds Sie liebt den DJ und erreichte im Direkteinstieg Platz 27 in den Media-Control-Charts.[6] Am 29. Juni 2007 erschien das Album Best of Vol. 1. Am 4. April 2008 wurde sein Album Unbesiegt veröffentlicht. Im September 2008 wurde er mit Gold für mehr als 100.000 verkaufte Einheiten des Albums Best of Vol.1 ausgezeichnet. 2009 erhielt er auch Gold für Unbesiegt.[7]

Im März 2009 heiratete er seine Lebensgefährtin Claudia Norberg[8] standesamtlich auf Sylt[9] und im April 2009 kirchlich auf Mallorca. Die Bildrechte verkaufte er an die Frauenzeitschrift das neue.[10][11] Wendler ließ sich in Dinslaken ein Anwesen mit Pferdehaltung bauen (Gestüt Wendler), das Ende 2010 fertiggestellt wurde.[12][8] Im September 2011 eröffnete er zusammen mit Markus Krampe das „Tanzlokal Nina“ in Bottrop, in dem Schlagerkünstler regelmäßig auch live auftreten.[13] Ein weiterer Ableger der erfolgreichen Diskothek wurde in Köln eröffnet.[14]

Neben seiner sängerischen Tätigkeit trat Wendler in einer Reihe von Fernsehformaten auf. Der Wendler-Clan (2010), eine sechsteilige Doku-Soap auf Sat.1 mit und über Michael Wendler ausgestrahlt, erhielt schlechte Kritiken.[15][3][16] 2014 nahm Wendler an der Reality-Show Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! auf RTL teil. Am selben Tag erschien seine Single Unser Zelt auf Westerland. Bereits am 20. Januar 2014 verließ der Schlagersänger das Dschungellager auf eigenen Wunsch. Im selben Jahr nahm er an der Sendung Promi Big Brother: Das Experiment teil und belegte dort den fünften Platz, außerdem nahm er an Schlag den Star teil und unterlag dort Axel Stein. 2015 nahm Wendler an der Sendung Ich bin ein Star – Lasst mich wieder rein! teil und zog durch den Erhalt der meisten Anrufe in die Finalsendung ein. Während der Dreharbeiten zur Sendung zog er sich am 14. Juli 2015 einen Bruch des rechten Handgelenks zu, weshalb er operiert werden musste. Der Sendung am 7. August 2015 wohnte er nur durch eine Live-Übertragung bei.[17][18] 2016 nahm er an der RTL-Show Let’s Dance teil und belegte mit seiner Tanzpartnerin Isabel Edvardsson den 9. Platz.

Seine Plattenfirma CNI Records, die von seiner Frau geführt wird, meldete im August 2016 Insolvenz an.[19] Wendler zog 2016 mit Frau und Tochter nach Cape Coral in Florida.[20] Ein Fernsehteam der VOX-Dokusoap Goodbye Deutschland begleitete die Familie dabei.[21]

Marken-Streit „Der Wendler“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang März 2012 wurde Michael Wendler verklagt, nicht mehr unter dem Titel „Der Wendler“ auftreten zu dürfen. Der weniger bekannte Sänger Frank Wendler aus dem Ruhrgebiet hatte sich bereits 2008 die Rechte an der Marke „Der Wendler“ sichern lassen und forderte, nachdem Michael Wendler ihm zuvor die Verwendung der Bezeichnung Der Wendler hatte untersagen wollen, nun seinerseits für Michael Wendler ein Auftrittsverbot unter diesem Namen. Nachdem die erste Gerichtsinstanz zunächst entschied, dass trotz der eingetragenen Namensrechte für Frank Wendler beide Sänger unter diesem Namen auftreten dürften, da Michael Wendler bereits seit 1998 unter diesem Namen erfolgreich sei und es keinerlei Verwechslungsgefahr zwischen den beiden Sängern gebe,[22][23] hat das Oberlandesgericht Düsseldorf als Berufungsinstanz am 21. Mai 2013 ein anderslautendes Urteil gefällt: Danach dürfe fortan keiner der beiden Sänger den Nachnamen „Wendler“ ohne Zusatz für sich allein beanspruchen.[24] Zudem muss der überregional deutlich weniger erfolgreiche Frank Wendler seine Wortmarke „Der Wendler“ löschen.[25]

Weitere Rechtsstreite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei deutsche Frauen erwarben von Wendler für 40.000 Euro die Namensrechte, um auf Mallorca ein „Wendler-Fancafé“ zu betreiben. Nach zusätzlichen Nachforderungen Wendlers über 100.000 Euro mussten sie Insolvenz anmelden. In einem Vergleich, welcher durch eine Fernsehdokumentation öffentlich wurde, gab Wendler den Betreiberinnen ihre 40.000 Euro zurück. Bei weiteren Streitfällen mit Wendler, die in der RTL-Sendung Akte Wendler – Christopher Posch Spezial dokumentiert wurden, wurde keine Einigung erzielt. So bekam die langjährige Leiterin eines Wendler-Fanclubs ihr Auto, das ihr Wendler vor tausenden Zuschauern publikumswirksam geschenkt und später zurückgefordert hatte, nicht zurück.[26]

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010 wurde Wendler als Erfolgreichster Sänger 2009 mit der Krone der Volksmusik ausgezeichnet.[23] 2013 wurde er das zweite Mal für den ECHO in der Kategorie Schlager nominiert.[27]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Michael Wendler/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
2000 Alles nur aus Liebe Erstveröffentlichung: 2000 (Unveröffentlicht)
Alles oder nichts Erstveröffentlichung: 2000
2001 365 Tage Erstveröffentlichung: 13. März 2001
2002 Außer Kontrolle Erstveröffentlichung: 13. Mai 2002
2003 Total Riskant Erstveröffentlichung: 13. Oktober 2003
2004 Halt Dich fest Erstveröffentlichung: 4. Oktober 2004
2005 Disco Erstveröffentlichung: 22. August 2005
2006 Superstar Erstveröffentlichung: 11. August 2006
2008 Unbesiegt 11 Gold
(36 Wo.)
6 Gold
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. April 2008
Verkäufe: + 110.000
2009 Respekt 10
(13 Wo.)
12
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. April 2009
2010 Jackpot 7
(6 Wo.)
27
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. Mai 2010
2011 Donnerwetter 7
(6 Wo.)
36
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 27. Mai 2011
2012 Spektakulär 6
(5 Wo.)
15
(3 Wo.)
93
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 31. August 2012
2013 Come Back 20
(2 Wo.)
48
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 17. Mai 2013
(feat. Anika)
2015 Die Maske fällt 12
(2 Wo.)
62
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 20. März 2015
2016 Überschall 11
(2 Wo.)
44
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 11. März 2016
2017 Flucht nach vorn 12
(3 Wo.)
32
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. Juli 2017

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Krone der Volksmusik
    • 2009 als Erfolgreichster Sänger
  • Musikpreis ECHO
    • 2009 nominiert in der Kategorie Künstler national – Schlager für das Album Unbesiegt[28]
    • 2013 nominiert in der Kategorie Deutschsprachiger Schlager für das Album Spektakulär[29]
  • Ballermann-Award
    • 2006
    • 2015: für Bester Pop Schlager Act
  • smago! Award
    • 2012: für Erfolgreichster Popschlager-Star des Jahres
    • 2014: für Medienstar des Jahres

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Wendler im Interview. In: lokalkompass.de, August 2012, abgerufen am 21. November 2015
  2. Es "wendelt" gleich zweimal in Kärnten. In: Kleine Zeitung, 15. Januar 2009.
  3. a b Schlagerstar Michael Wendler: Ich würde mich auch beklatschen. In: Der Tagesspiegel, 29. Mai 2011.
  4. Judith Kessler: Der König aus Dinslaken. In: Frankfurter Rundschau. 8. Oktober 2008, abgerufen am 15. November 2016.
  5. Musikindustrie: Bumm, bumm, bumm! In: Der Spiegel, Ausgabe 28/2007.
  6. Medlock und Bohlen stürmen an die Spitze der Single-Charts. Media Control, 10. Juli 2007.
  7. Gold-/Platin-Datenbank des Bundesverband Musikindustrie
  8. a b Schlagerking zeigt seine Ranch – Wendler: Ich bin der neue J.R. Ewing aus Dinslaken. In: express.de. Abgerufen am 26. Mai 2011.
  9. Bilder der Michael Wendler Hochzeit auf Sylt. Abgerufen am 18. Oktober 2012.
  10. Exklusiv in „das neue“: Schlagerstar Michael Wendler feiert Traumhochzeit auf Mallorca. Abgerufen am 6. April 2009.
  11. Interview mit Schlagerstar Michael Wendler: „Zum Glück verdiene ich viel“. In: Badische Zeitung, 2. Mai 2009.
  12. Verwaltungsgericht verbietet Bau von Edel-Gestüt in Burgaltendorf. In: WAZ.de, 2. Mai 2012.
  13. Der Wendler zieht ins Südring-Center in Bottrop. In: waz.de, 22. Juli 2011.
  14. Neues Schlager-Lokal: „Mega Nina“ in Köln: Der Wendler feiert schon mal vor. In: express.de
  15. Sat.1 bringt Doku-Soap mit Michael Wendler. In Werben & Verkaufen, 29. Juli 2009.
  16. Michael Wendler will Dinslaken "nach vorne bringen". In: NRZ.de, 5. Januar 2010
  17. Jenny Filon: Hand-OP nach Sturz bei Dreharbeiten in Köln: Michael Wendler noch mehrere Tage im Krankenhaus. In: Kölner Stadt Anzeiger. 15. Juli 2015, abgerufen am 8. August 2015.
  18. Michael Wendler: „Meine Wirbelsäule ist geprellt, ich spüre meinen rechten Fuß aktuell nicht“. In: Popschlager Aktuell. 20. Juli 2015, abgerufen am 15. November 2016.
  19. Plattenfirma von Michael Wendlers Ehefrau ist pleite. In: waz.de. 8. August 2016, abgerufen am 12. Januar 2017.
  20. Michael Wendler und Familie suchen neue Freunde übers Internet. In: web.de, 1. September 2016, abgerufen am 9. September 2016
  21. http://popschlager-aktuell.com/michael-wendler-bei-goodbye-deutschland-auf-vox/
  22. Urteil im Künstlernamen-Streit „Wendler“ darf Namen behalten. Abgerufen am 14. März 2012.
  23. a b Streit um Künstlernamen: Den Wendler darf es zweimal geben. In: Spiegel Online, 14. März 2012
  24. Oberlandesgericht urteilt – Michael Wendler darf sich nicht mehr. In: waz.de, 21. Mai 2013
  25. Salomonisches Urteil im Sängerstreit. In: mittelbayerische.de. Abgerufen am 21. Mai 2013.
  26. Fan-Abzocke: Schlagerstar Wendler gibt klein bei. In: welt.de. 8. Mai 2013, abgerufen am 17. Mai 2015.
  27. Michael Wendler präsentiert seinen Hit "Nie mehr". Abgerufen am 13. Februar 2013.
  28. Echo 2009: Das sind die Nominierten. In: klatsch-tratsch.de. 2. Februar 2009, abgerufen am 26. April 2017.
  29. Die Nominierten – Echo 2013. In: daserste.de. 2013, abgerufen am 26. April 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Michael Wendler (vocalist) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien