Nord-Süd-Leitung

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Dieser Artikel behandelt eine in den 1920er Jahren errichtete Stromleitung. Zu geplanten Hochspannungsleitungen im Rahmen der deutschen Energiewende siehe Südlink
C1-Mast der Nord-Süd-Leitung nordöstlich von Mannheim

Die Nord-Süd-Leitung, auch Rheinlandleitung genannt, war ursprünglich eine insgesamt ca. 600 km lange Verbundleitung für Drehstrom-Hochspannungs-Übertragung, die die Umspannanlage Brauweiler mit dem Vermuntwerk der Vorarlberger Illwerke und dem Schluchseewerk verband. Sie wurde von 1924 bis 1929 durch das Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk erbaut und am 17. April 1930 auf ihrer kompletten Länge in Betrieb genommen. Durch diese Leitung wurde es erstmals möglich, die elektrische Leistung zwischen den Stromnetzen in Nord- und Süddeutschland bedarfsgerecht und wirtschaftlich zu verteilen und insbesondere Überkapazitäten der Illwerke und des Schluchseewerks für den hohen Energiebedarf des Ruhrgebietes zu nutzen.

1979 wurden erste Teile der ursprünglichen Leitung abgebaut. Die südlichen Teile sind jedoch noch heute in Betrieb und werden größtenteils durch Amprion (vormals RWE Transportnetz Strom), einzelne Sektionen von der TransnetBW (ehemals Energie-Versorgung Schwaben) betrieben.

Die Leitung bildete das Rückgrat des deutschen Hochspannungsnetzes, durch sie wurde „ein erster großer Entwicklungsabschnitt in der Errichtung des Parallelbetriebs und in der Integration der größten Netze zum Verbundsystem vollendet“.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Inbetriebnahme der Vorgebirgszentrale (ab 1917 Goldenbergwerk) im Jahr 1914 entwickelte sich das RWE unter Hugo Stinnes vom regionalen Kraftwerksbetreiber im Rheinland und Teilen Westfalens zum überregionalen Energieversorger. Ein mit 110 kV Spannung betriebenes Übertragungsnetz entstand bis 1917 und verband ringförmig die Kraftwerke des Rheinischen Braunkohlenrevieres, des Bergischen Landes, des Ruhrgebietes und des Niederrheines miteinander. Außerdem gab es eine Direktverbindung zwischen dem Goldenbergwerk und dem Erftwerk der Vereinigten Aluminium-Werke in Grevenbroich. Die Kraftwerksschaltanlage des Goldenbergwerkes bildete dabei den zentralen Netzpunkt und war damit Hauptschaltstelle.

Schon kurz nach dem Ersten Weltkrieg gab es den Plan, die Kraftwerke des RWE und ihr Übertragungsnetz mit den Wasserkraftwerken in den Alpen zu verbinden. Unter Arthur Koepchen, seit 1917 technischer Vorstand, übernahm das RWE dann zur Umsetzung der Pläne im Jahr 1923 von der schweizerischen Elektrobank die Mehrheit an der Elektrizitäts-Actiengesellschaft (EAG) vormals W. Lahmeyer & Co.. Dadurch kam es in den Besitz von Beteiligungen an einigen Energieversorgungsunternehmen im Süden Deutschlands:

Erste Planungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konkret wurde die Entwicklung des Verbundsystemes im März 1923, als Arthur Kopechen zusammen mit Ernst Henke und Bernhard Salomon Anlagen der Lechwerke und der KAWAG besichtigte. Da die Wasserkraftwerke der Lechwerke im Sommer überschüssigen Strom produzierten und das Dampfkraftwerk der KAWAG im Winter Überschuss produzierte, der in Württemberg nicht absetzbar war, hatte Koepchen die Vision, beide Kraftwerksstandorte mit einer Höchstspannungsleitung zu verbinden und so den jeweils überschüssigen Strom aufzunehmen und dorthin zu transportieren, wo er währenddessen gebraucht wurde.

Die ersten ausgearbeiteten Planungen sahen vor, über eine 160 km lange Leitung zwischen Heilbronn und Augsburg die Kraftwerke der Tochtergesellschaften miteinander zu verbinden und zusätzlich in Augsburg einen Anschluss an das Bayernwerk, das mit Inbetriebnahme des Walchenseekraftwerkes ein eigenes landesweites 110-kV-Netz in Betrieb nahm, herzustellen. Ein auf diesen Überlegungen basierender Plan Koepchens sah dann vor, diese Leitung über Höchst bis zum Goldenbergwerk zu verlängern, womit neben dem Stromtransport der süddeutschen Wasserkräfte bis ins Rheinland auch die Reichweite des Goldenbergwerkes erhöht worden wäre. Weil man befürchtete, dass konkurrierende Unternehmen den Planungen entgegen wirken könnten, wurde der Plan zunächst geheimgehalten und offiziell nur an der 160 km langen Verbindung Heilbronn–Augsburg festgehalten. Die Verhandlungen mit den bayerischen und württembergischen Behörden fanden daher unter der Leitung der EAG statt.

Im Herbst 1923 verpflichteten sich die WÜSAG-Tochter Oberschwäbische Elektrizitätswerke AG (OEW) zusammen mit der schweizerischen Bündner Kraftwerke AG dem Land Vorarlberg vertraglich gegenüber, an der Ill oberhalb von Bludenz und am Lünersee Wasserkraftwerke zu errichten. Da die Bündner Kraftwerke AG in finanzielle Schwierigkeiten geriet, sprang im November 1923 die RWE-Tochtergesellschaft Growag ein. Der Vertrag sicherte den Aktionären der RWE dadurch insgesamt 600 Millionen kWh an speicherfähiger Jahreserzeugung zu. Erst ein Jahr später, am 5. November 1924, wurden durch das RWE, den Bezirksverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke, dem Volksstaat Württemberg und dem Land Vorarlberg die Vorarlberger Illwerke GmbH (VIW) gegründet, die bis 1930 das Vermuntwerk errichtete.[2]

Der erste Plan für die Verbundleitung sah vor, diese mit einer Spannung von 220 kV, genau dem doppelten der damals als höchstmöglich geltenden Übertragungsspannung von 110 kV, zu betreiben. Obwohl schon 1921 in den USA erstmals mit dieser Spannungsebene gearbeitet wurde, hielt man es in Europa jedoch noch nicht für möglich, überregionale Verbundnetze mit Spannungen jenseits der 110 kV zu betreiben. Daher baute das RWE 1923 eine erste 40 km lange Versuchsleitung von Ronsdorf nach Genna. Neben dem experimentellen Aufbau sollte sie langfristig als erstes Teilstück des geplanten Höchstspannungsnetzes im rheinisch-westfälischen Gebiet dienen. Da man beim Betrieb dieser Leitung auf zahlreiche Probleme gestoßen war, hielt man die Verbundnetzplanungen zunächst für technisch und wirtschaftlich zu riskant.

Erst eine Studienreise zu den Unternehmen Southern California Edison Company und Pacific Gas and Electric Company, die bereits einige 220-kV-Leitungen betrieben, überzeugte Koepchen und Henke von der Machbarkeit ihres Projektes. Jedoch kamen bereits Zweifel auf, ob aufgrund des großen Zugewinnes an Energie und der Erwartung weiterer hoher Zuwachsraten eine 220-kV-Leitung bereits an ihre Kapazitätsgrenze stoßen würde. Bei der Planung beschloss man daher, die 1924[3] erstmals in ihrer später ausgeführten Form in Plänen vorgelegte Verbundleitung statt für gleich für eine noch höhere Spannung von 380 kV zu dimensionieren. Koepchen ging dabei von einer Leistungsaufnahme über 400 MW je Stromkreis bei einem Hohlseil mit 42 mm Durchmesser aus.

Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bau der zunächst als Südleitung bezeichneten Höchstspannungsverbindung wurde 1924 aufgenommen, als das RWE-Übertagungsnetz bereits über 500 km an 110-kV-Leitungen verfügte, die sich von der niederländischen Grenze bis nach Koblenz erstreckten. Da man von Seiten der Reichspost und der Reichsbahn Beeinflussungen der betrieblichen Schwachstromanlagen befürchtete, wurde sie nicht mit geerdetem Nullpunkt sondern mit Petersen-Kompensation betrieben. Für den Bau der Leitung mussten zahlreiche Verträge und Kooperationen mit den hessischen, badischen, württembergischen und bayerischen Behörden eingegangen werden, da es noch kein einheitliches Enteignungsrecht für den Trassenbau gab. Somit gab es langwierige Verhandlungen um die einzelnen Maststandorte. Führend bei den Verhandlungen war die EAG, die über Behördenkontakte und genug Bauerfahrung verfügte.

Dass die Leitung durch das Rhein-Main-Gebiet führen sollte, provozierte einen Konflikt mit dem Freistaat Preußen und der staatseigenen Preußischen Elektrizitäts AG, die den dortigen Strommarkt vom Kraftwerk Borken aus beliefern wollten. Die einzelnen Energieversorgungsunternehmen agierten damals noch größtenteils unverbunden als Inselnetze und versuchten daher, Abwerbungen von Großverbrauchern oder Gefährdungen ihrer jeweiligen Versorgungsgebiete zu verhindern. Preußen verweigerte daher die für den Weiterbau ab dem Umspannwerk Kelsterbach sowie die Mainquerung notwendigen Enteignungen und Genehmigungen, bis der Versorgungsvertrag geschlossen war. Der Konflikt wurde 1927 im sogenannten Elektrofrieden, in dem die Grenzen der Liefergebiete festgeschrieben wurden, vorläufig beigelegt.[4]

Auch auf dem Abschnitt zwischen Herbertingen und Umspannwerk Hoheneck wurden die Planer der Trasse vor Probleme gestellt. Der ursprünglich geplante direkte Weg wurde untersagt, um den Verkehr auf dem damaligen Flughafen Böblingen nicht zu beeinträchtigen. Stattdessen schlägt die Trasse dort einen großen Bogen um die benachbarten Städte Böblingen und Sindelfingen. Es kam in diesem Zusammenhang zu einem Rechtsstreit.[5]

Ab Ende 1928 beteiligte sich das RWE mit 50 % an der Gründung des Schluchseewerkes, dessen erste Anlage, das Kraftwerk Häusern, in seiner ersten Ausbaustufe 1931 in Betrieb ging, sowie mit 77 % am Kraftwerk Albbruck-Dogern. Ursprünglich sollten die am Umspannwerk Tiengen angeschlossenen Kraftwerke über eine 110-kV-Leitung an Herbertingen angeschlossen werden. Realisiert wurde die Verbindung jedoch ebenfalls für 380 kV Spannung.

Inbetriebnahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Teilabschnitt der Nord-Süd-Leitung zwischen Neuenahr und Rheinau ging 1926 zur Probe mit 110 kV in Betrieb.[6] Nachdem am 28. Oktober 1928 der erste Bauabschnitt der Umspannanlage Brauweielr als größte Freiluftschaltanlage der Welt in Betrieb ging, war bereits der Abschnitt von Brauweiler bis Hoheneck mit 110 kV unter Spannung.[7]

Am 12. Oktober 1929 ging die Hauptschaltleitung Brauweiler mit der anschließenden 220-kV-Anlage in Betrieb, somit konnte die Leitung von Brauweiler schrittweise bis Kelsterbach, dann bis Rheinau und schließlich bis Hoheneck auf 220 kV Betriebsspannung umgestellt werden.

Im Januar 1930 ging die Nordleitung von Brauweiler über Wesel nach Ibbenbüren in Betrieb, ebenso das Koepchenwerk, das in ein als Ring ausgeführtes Leitungssystem über Osnabrück bis nach Paderborn und wieder zurück nach Brauweiler eingebunden wurde. Mit Inbetriebnahme der Stationen Herbertingen und Bludenz am 17. April 1930 konnte der Verbundbetrieb zwischen alpiner Wasserkraft und rheinischer Kohlekraft aufgenommen und so der Start für ein weltweit einzigartiges Verbundsystem gegeben werden.[8][7]

Weitere Entwicklungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niedrige Einebenenmasten am Frankfurter Flughafen, Juli 2008, in der Demontage befindlich

Nachdem 1948 die letzten kriegsbedingten Schäden im Verbundnetz beseitigt wurden, gab es bereits Planungen des RWE über ein 400-kV-Netz. Gleichzeitig gründeten westdeutsche Energieversorgungsunternehmen die Deutsche Verbundgesellschaft (DVG), allerdings ohne RWE-Beteiligung, mit dem gleichen Ziel.

Als in den 1950er Jahren zahlreiche Braunkohle-Großkraftwerke im Rheinland in Betrieb gingen – etwa die Kraftwerke Frimmersdorf, Fortuna, Weisweiler und die Erweiterung des Goldenbergwerkes – reichte die Kapazität der Nord-Süd-Leitung tatsächlich nicht mehr aus. Deshalb wurde im Oktober 1952 der 253 km lange Abschnitt von Brauweiler nach Rheinau auf 300 kV Spannung erhöht, wofür in Brauweiler und Rheinau Schalter und Transformatoren für diese Spannungsebene installiert wurden und an den Masten die Isolatorketten um zwei bis drei Glieder erweitert wurden.[9][10]

Südlich von Kelsterbach verlief die Nord-Süd-Leitung zusammen mit zwei anderen Leitungstrassen sehr nah westlich am Flughafen Frankfurt vorbei. Da der Flughafen 1936, einige Jahre nach dem Bau der Leitungen, zum Verkehr zugelassen wurde, war es vonnöten, die Leitungen umverlegen zu lassen. Die 1946 hierzu aufgenommenen Planungen wurden jedoch kurze Zeit später wegen Materialmangels wieder zurückgestellt. Erst mit dem Bau der Leitung Aschaffenburg–Kelsterbach 1949, die in einer neuen Trasse den Flughafen 5 km weiter westlich umgeht, wurde das Projekt wieder aufgenommen und spätestens mit Inbetriebnahme der verlängerten Nordbahn 1957 auch fertiggestellt.[11][10]

Die 300-kV-Ebene ist jedoch als provisorisch zu erachten, da schon im selben Jahr die erste 380-kV-Leitung Europas in Schweden in Betrieb genommen wurde. Auch die 1954 fertiggestellte Umspannanlage Rommerskirchen die als neuer zentraler Einspeisepunkt der rheinischen Braunkohlekraftwerke komzipiert wurde, besaß bereits eine 380-kV-Schaltanlage. Die erste Leitung dieser Spannungsebene in Deutschland war 1957 die größtenteils parallel zur Nord-Süd-Leitung verlaufende Leitung von Rommerskirchen nach Hoheneck, die zunächst mit einem 380-kV- und einem 220-kV-Stromkreis in Betrieb genommen wurde. 1962 wurde der zweite Stromkreis dieser Leitung auf 380 kV umgestellt, 1964 dann der Stromkreis weiter bis Hoheneck und weiter über die Nord-Süd-Leitung über Herbertingen bis nach Tiengen.[9] Ein 300-kV-Betrieb zwischen Brauweiler und Rheinau findet seitdem nicht mehr statt.

Verwendete Maste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gesamte Leitung war ursprünglich auf Freileitungsmasten mit Dreiebenenanordnung installiert. Der größte Teil der Leitung südlich Pfungstadt liegt noch heute auf Originalmasten.

Für die 1926 in Betrieb genommene Sektion von Hoheneck über die Umspannwerke Rheinau, Kelsterbach und Koblenz bis Bad Neuenahr wurde der C1-Mast verwendet, für die anderen Abschnitte Maste der Typen C2 und C3, je nach erwarteter Eislast. Der Wechsel von C2/C3- auf C1-Maste findet dabei heute im Umspannwerk Hoheneck statt, früher noch einmal auf freier Strecke an der Landesgrenze von Rheinland-Pfalz zu Nordrhein-Westfalen westlich des Grafschafter Ortsteils Oeverich. Einzelne C3-Maste wurden nördlich von Hoheneck wegen ihrer höheren Belastbarkeit bei Querungen von Autobahnen oder Flüssen eingesetzt.

C1-Mast: vorn ein Abspannmast, dahinter Tragmaste

C1-Mast[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der C1-Mast ist für zwei Drehstromkreise mit einer Spannung von 220 kV in Dreiebenenanordnung als Tonnenmast ausgelegt, wobei die beiden unteren Traversen miteinander verstrebt sind und bei Tragmasten einen etwas geringen Abstand zueinander aufweisen. Sie wurden auf den zuerst errichteten Teilstrecken eingesetzt.

Heute findet man C1-Maste noch auf großen Teilen des Abschnitts von Pfungstadt über Mannheim-Rheinau nach Hoheneck. Bei Wiesloch und im Abschnitt LeingartenNeckarwestheim wurde die Nord-Süd-Leitung mittlerweile auf gemeinsamen Trassen mit anderen Leitungen verlegt, die Originalmaste wurden auf diesen Abschnitten abgebaut. Bei Grombach wurde der Leitungsverlauf aufgrund der Einrichtung eines Autobahn-Behelfsflugplatzes auf der nahen A 6 nachträglich geändert und niedrige Einebenen- und Donaumaste eingesetzt. Auch wurden einzelne Masten durch Neukonstruktionen ersetzt.

C3-Maste, rechts eine jüngere Bauform

C2- und C3-Mast[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Tonnenmaste mit drei separaten Traversen können für Drehstromleitungen mit ein oder zwei Stromkreisen bis 380 kV verwendet werden. Sie sind konstruktiv gleich aufgebaut, der C3-Typ ist durch Verwendung verstärkter Bauteile für die vierfache Eislast ausgelegt. Das Bild links zeigt C3-Maste der beiden Zweige südlich von Herbertingen, wobei der im Bild rechte Mast jüngeren Datums ist. Er gehört zum Tiengener Zweig, der erst mit einem späteren Umbau separat nach Herbertingen geführt wurde.

Die meisten C3-Maste südlich von Hoheneck sind 2017 noch in Betrieb, während die auf dem nördlichen Abschnitt befindlichen C2-Maste schrittweise demontiert werden.

Auch die 1928 errichtete Schaltleitung vom Kraftwerk Goldenberg nach Brauweiler, die teilweise parallel zur Nord-Süd-Leitung verläuft, ist auf solchen Masten verlegt. Sie wird heute allerdings nur noch mit 110 kV betrieben.[12]

Umspannwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprünglich sieben im Leitungsverlauf errichteten Umspannwerke wurden alle nach einem einheitlichen Schaltungsschema durch die Siemens-Schuckertwerke ausgeführt. Insgesamt wurden 14 Leistungstransformatoren mit je 60 kVA Leistung installiert. Wegen Belastungsschwankungen konnte auf der 220-kV-Leitung keine konstante Spannung erreicht werden, deshalb wurden in allen Umspannwerkes Drosselspulen mit je 6.000 kVA sowie Phasenschieber eingebaut.

Die erstmalige Anwendung von Technik auf dieser neuen Spannungshöhe ermöglichte den Gewinn an neuen Erkenntnissen auf dem Gebiet des Verbundnetzes.

Brauweiler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Umspannanlage Brauweiler
Netzleitstelle in Brauweiler

Als weltgrößtes Umspannwerk ging 1928 die Station Brauweiler in Betrieb, die sich mit der Verlegung der Hauptschaltleitung des RWE-Netzes zum zentralen Knoten- und Einspeisepunkt entwickelte. Noch heute ist hier die Systemführung Netze der Amprion ansässig.

Koblenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umspannwerk Koblenz

Das Umspannwerk im Koblenzer Stadtteil Wallersheim stellte die Verbindung zu einer 220-/110-KV-Leitung her, die das Kraftwerk Mettlach der Saarkraftwerke und zwei Trierer Kraftwerke anbindet. Östlich des Umspannwerkes querte die Leitung auf C1-Masten mit zusätzlicher Erdseiltraverse den Rhein.

Zwischen 1979 und 1980 wurde die Originalleitung in westliche Richtung abgebaut und durch eine 380-kV-Leitung ersetzt, auch das Umspannwerk wurde um eine 380-kV-Anlage erweitert.

Kelsterbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Umspannwerk Kelsterbach
Umspannwerk Kelsterbach

In Kelsterbach bestanden Verbindungen zu den Mainkraftwerken, zur HEAG sowie zum Bayernwerk über Aschaffenburg und zur PREAG über Wölfersheim. Eingespeist wurde die Energie aus dem Kraftwerk Höchst und dem Kraftwerk Dettingen der Gewerkschaft Gustav. Später bestanden 220-kV-Verbindungen zum Opelwerk nach Rüsselsheim, zur Leitung Koepchenwerk–Kelsterbach–Hoheneck–Tiengen und später über eine weitere Leitung nach Aschaffenburg.

Aufgrund der Nähe zum Frankfurter Flughafen musste das Umspannwerk Mitte der 2000er Jahre verlegt und umgebaut werden.

Mannheim-Rheinau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Umspannwerk Rheinau diente vorrangig dem Stromaustausch mit dem Badenwerk und der Einspeisung des naheliegenden Großkraftwerkes Mannheim. Das Areal entwickelte sich später zum Testgelände für Hochspannungsversuche der 400-kV-Forschungsgemeinschaft.

Hoheneck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umspannwerk Hoheneck

Das Umspannwerk Hoheneck diente dem Stromaustausch mit dem Großkraftwerk Württemberg und denn Wasserkraftwerken der Neckar AG. Seit 1955 ist hier zudem die Gruppenschaltleitung Süd ansässig.

Herbertingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umspannwerk Herbertingen

Vorrangig diente die Station Herbertingen als Abzweig der Leitung in den Südschwarzwald, um das Schluchseewerk, das Kraftwerk Albbruck-Dogern und die Aarewerke anzubinden. Zeitweise gab es zudem eine Verbindung zu den Lechwerken in Memmingen.

Bludenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Umspannwerk in Bludenz-Bürs als südlicher Endpunkt der Nord-Süd-Leitung wurde als Haupteinspeisepunkt für die Wasserkraftwerke der Vorarlberger Illwerke, vorrangig dem Vermuntwerk konzipiert.

Trassenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südliche Abschnitte der Nord-Süd-Leitung bis Pfungstadt. Diese Teile sind heute noch in Betrieb.

Südliche Teile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die südlichen Stränge der Hochspannungsverbindung beginnen zum einen im österreichischen Umspannwerk Bürs bei Bludenz, zum anderen im Umspannwerk Tiengen an der schweizerischen Grenze. Beide Leitungen führen durch Oberschwaben und treffen sich am Umspannwerk Herbertingen, von wo aus sich eine einzelne Hochspannungsleitung fortsetzt. Alle diese Leitungen verlaufen auf C3-Masten.

Auf ihrem weiteren Weg zum Umspannwerk Hoheneck quert die Trasse die Schwäbische Alb und umgeht im Landkreis Böblingen den damaligen Flughafen Böblingen. Schließlich wird in nordöstlicher Richtung das Umspannwerk Hoheneck erreicht.

Von Hoheneck läuft die Leitung auf C1-Masten durch das Neckartal bis Heilbronn und folgt dann etwa der A 6 bis zum Umspannwerk Mannheim-Rheinau. Von dort verläuft sie nordwärts entlang der Bergstraße zum Umspannwerk Pfungstadt.

Rhein-Main-Raum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Pfungstadt existiert die ursprüngliche Leitung nicht mehr. Sie führte zunächst entlang der A 5 westlich an Darmstadt vorbei in nördliche Richtung, bis sie auf einige 110- und 220-kV-Leitungen vom Umspannwerk Urberach traf. Kurz vorher, bei Gräfenhausen, wurde über einen Leitungsabzweig eine Verbindung zum Umspannwerk Urberach über die 380 kV-Leitung Bürstadt–Urberach eingerichtet.

Dann passierte sie den Flughafen Frankfurt am Main, dessen Ausbaumaßnahmen mehrmals Trassenverlegungen erforderten. Zuletzt lief die Leitung gemeinsam mit anderen nach Querung der Riedbahn auf niedrigen Masten durch den Mönchbruch am Flughafengelände westlich vorbei bis zur A 3 und dann parallel zu dieser östlich bis zum Umspannwerk Kelsterbach.

Hinter Kelsterbach querte die Leitung den Main und führte am Umspannwerk Marxheim vorbei, an das die Leitung über einen 220 kV-Stromkreis angeschlossen war.

Nördlicher Teil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Marxheim verlief die ursprüngliche Trasse zunächst östlich, dann westlich der A 3 über den Taunus nach Rheinland-Pfalz, wo sie den Rhein querte und zum Umspannwerk in Koblenz-Wallersheim führte.

Danach führte sie westlich des Rheines parallel zur 380-kV-Leitung Rommerskirchen–Hoheneck, der ältesten 380-kV-Freileitung Deutschlands, über die Höhen der östlichen Eifel nach Nordrhein-Westfalen. Die flache Ebene der Kölner Bucht wurde erreicht und Bonn westlich umgangen, ehe das einige Kilometer westlich von Köln gelegene Umspannwerk Brauweiler und damit der Endpunkt der Leitung erreicht wird.

Nur der Abschnitt von Sechtem nach Brauweiler ist heute noch auf den ursprünglichen C2-Masten verlegt, der Rest der Leitungstrasse wird stattdessen von einer 380-kV-Leitung genutzt.

Betriebsbezeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abschnitt Bauleitnummer Stromkreise Masttyp Bemerkungen
Brauweiler–Pkt. Neuenahr 4501 220 kV Olefin West
220 kV Godorf Ost
220 kV Berggeist West
220 kV Nette Ost
C2 Wurde zwischen Sechtem und Neuenahr von 2012 bis 2013 durch 380 kV ersetzt
Pkt. Neuenahr–Koblenz 4502 220 kV Berggeist West
220 kV Nette Ost
C1 Wurde von 2009 bis 2010 komplett durch 380 kV ersetzt
Koblenz–Kelsterbach 4503 220 kV Marxheim West
220 kV Kelsterbach Ost
C1 Wurde zwischen Koblenz und Marxheim von 1979 bis 1980 sowie zwischen Marxheim und Kelsterbach 2009 durch 380 kV ersetzt
Kelsterbach–Pkt. Heppenheim 4504 220 kV Rheinau West
220 kV Rheinau Ost
C1 Wurde zwischen Kelsterbach und Pfungstadt von 2007 bis 2008 ersatzlos demontiert
Pkt. Heppenheim–Rheinau 4505 220 kV Rheinau West
220 kV Rheinau Ost
C1
Rheinau–Hoheneck 4506 220 kV Hoheneck West C1 Zweiter 220-kV-Stromkreis wurde Ende 2003 demontiert, bei Wiesloch und zwischen Leingarten und Neckarwestheim
wurde die Leitung parallel zu einer TransnetBW-Trasse umverlegt
Hoheneck–Herbertingen 4508 220 kV Herbertingen West
380 kV Bludenz West
C3
Herbertingen–Bürs 4509 / 0393 220 kV Bludenz West
380 kV Herbertingen–Grünkraut
380 kV Grünkraut–Obermooweiler
220 kV Dellmensingen Ost
C3 Mitbenutzung von 380-kV-Leitungen der TransnetBW
Herbertingen–Tiengen 4510 220 kV
380 kV
C3

Demontagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neue 380-kV-Leitung Marxheim–Koblenz, die die hier abgebaute Nord-Süd-Leitung ersetzt

Marxheim–Koblenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Abschnitt wurde in den Jahren 1979–80 im Zuge der Errichtung des Kernkraftwerks Mülheim-Kärlich vollständig abgebaut und durch eine neu errichtete 78 Kilometer lange 380-kV-Leitung ersetzt – eine der wenigen 380-kV-Leitungen in Deutschland, die fast durchgehend auf Tonnenmasten installiert sind.[13] Einer der beiden Stromkreise wird mit 220 kV betrieben. Im Jahr 2008 wurde diese Leitung generalsaniert und ein Betrieb mit zwei 380-kV-Stromkreisen ermöglicht.

Auf dem Gebiet der Gemeinde Hünfelden zweigt davon eine auf Donaumasten verlegte 380-kV-Leitung zum Umspannwerk Offheim ab und führt von da weiter zum Umspannwerk Dauersberg. Diese Leitung wurde 2009 errichtet und ersetzt die in den 1930er Jahren errichtete 220-kV-Leitung Koepchenwerk–Limburg–Kelsterbach, die zwischen Limburg und Kelsterbach größtenteils demontiert wurde.

Kurz vor Erreichen der Umspannanlage in Wallersheim quert die Leitung den Rhein mit zwei Spannfeldern. In diesem Bereich trägt sie auch zwei Stromkreise der 110-kV-Ebene. Das Umspannwerk selbst wurde im Jahr 2010 um eine 380-kV-Schaltanlage erweitert, seitdem läuft der 380-kV-Stromkreis nicht mehr an der Anlage vorbei nach Weißenthurm.

Pfungstadt–Marxheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moderne 380-kV-Leitung auf Tonnenmasten und Übergang in Erdkabel statt Originalmasten aus den 1920er Jahren bei Kelsterbach

Für den Bau der Landebahn Nordwest des Frankfurter Flughafens musste das Umspannwerk Kelsterbach mitsamt allen Leitungsverbindungen verlegt werden. Neben der Erdverkabelung der zuführenden Leitungen wurde beschlossen, die gesamte Nord-Süd-Leitung zwischen Pfungstadt und Marxheim abzubauen. Dies geschah auch im Hinblick auf die Umstrukturierungsmaßnahmen im deutschen Stromnetz, die mittelfristig den Wegfall der 220-kV-Höchstspannungsebene vorsehen. Auch wurde das Umspannwerk Kelsterbach um eine 380-kV-Anlage erweitert und in eine räumlich kompaktere Innenraumschaltanlage umgebaut.

Schon 2005 wurde eine mit 220 kV betriebene, aber bereits für 380 kV ausgelegte Direktverbindung zwischen Pfungstadt und Marxheim eingerichtet. Diese liegt auf der 380-kV-Trasse zwischen Pfungstadt, Griesheim, Trebur, Bischofsheim und Marxheim.[14]

Von 2007 bis 2008 wurde das Umspannwerk Kelsterbach abgerissen und komplett als Innenraumanlage neu gebaut sowie der Leitungsabschnitt Pfungstadt–Kelsterbach abgebaut. Der 220-kV-Abzweig nach Urberach existiert noch, ist aber spannungslos und endet an einem Abspannmasten der Leitung nach Urberach blind.

Der Abschnitt zwischen Kelsterbach und Marxheim wurde 2009 durch eine 380-kV-Leitung ersetzt, die bei Marxheim von der bestehenden Leitung von Pfungstadt nach Kriftel anzweigt, wozu die C1-Masten abgebaut und durch moderne Donau- und Tonnenmasten ersetzt wurden. Das Umspannwerk Marxheim wird zwar noch passiert, aber nicht mehr angebunden, da es über keine 380-kV-Schaltanlage verfügt.

Koblenz–Sechtem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Umstrukturierungsmaßnahmen im deutschen Stromnetz sowie der im Zuge der Energiewende benötigten neuen Nord-Süd-Trassen von Höchstspannungsleitungen wurde und wird der Leitungsabschnitt von Wallersheim nach Brauweiler sukzessive in eine 380-kV-Leitung umgewandelt. Die Originalmasten werden hierbei durch andere Bauformen ersetzt. Anfang 2009 wurde mit dem Abbau der C1-Masten zwischen Koblenz-Wallersheim und Weißenthurm begonnen[15]. Aufgrund bereits bestehender Höchstspannungsleitungen wurde keine Ersatzleitung gebaut, im ehemaligen Trassenkorridor verläuft heute eine 110-kV-Leitung als Ersatz für benachbarte 110-kV-Trassen.

Ein Jahr später begannen die Umbauarbeiten zwischen Weißenthurm und der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen. Seit Februar 2011 ist die Originalleitung zusammen mit einer alten 110-kV-Leitung in diesem Abschnitt vollständig demontiert und eine 33 Kilometer lange, kombinierte 380/110-kV-Leitung in Betrieb.[16]

Im Mai 2012 folgte der rund 30 Kilometer lange Abschnitt von der Landesgrenze nach Sechtem.[17] Auch hier wurde neben der Nord-Süd-Leitung eine alte 110-kV-Leitung demontiert und die Systeme auf 92 neue Masten übertragen. Im Anschluss wurden die alten Leitungsmasten abgebaut. Mit der Fertigstellung im November 2013 konnte die neue Leitung dann auch mit 380 kV in Betrieb gehen, da sie nun an das 380-kV-Umspannwerk in Sechtem angeschlossen ist.[18] In ihrem Endausbau soll diese Höchstspannungsleitung bis zur Umspannanlage in Wesel verlaufen, wo derzeit ein Anschluss an das niederländische Stromnetz errichtet wird. Die Leitungsverbindung dient dann auch dem Transport von im Norden Deutschlands erzeugter Windenergie in die Ballungszentren im Süden.

Im März 2017 wurde mit bauvorbereitenden Arbeiten für das letzte Teilstück zwischen Sechtem und Brauweiler und weiter bis nach Rommerskirchen begonnen. Geplantes Fertigstellungsdatum ist 2019. Dann werden die letzten C2-Masten demontiert.[19]

Umbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch entlang der noch bestehenden Abschnitte, die größtenteils auf den Originalmasten aus den 1920er Jahren verlegt sind, wurden an zahlreichen Stellen einige Umbauten durchgenommen. Vereinzelt mussten Masten versetzt oder neu gebaut werden, weil sie Straßen oder Baugebieten im Weg standen, mitunter wurden jedoch auch im Trassenraum Veränderungen vorgenommen.

  • Vieles spricht dafür, dass der Tiengener Zweig ursprünglich an einem Abzweigmast südlich des Dorfes Wolfartsweiler bei 47° 59′ 43″ N, 9° 26′ 51″ O an den Bludenzer Zweig fest angekoppelt war und erst 1943, als die Mittelstufe des Schluchseewerks in Betrieb ging, separat zum Umspannwerk Herbertingen geführt wurde.
  • Zwischen dem Umspannwerk Grünkraut und der österreichischen Grenze wurden alle C3-Masten durch moderne Konstruktionen ersetzt.
  • 2008 wurde ein 380 kV-Abzweig der Leitung von Rommelsbach nach Metzingen gebaut und hierzu ein neuer Abzweigmast errichtet.
  • Zwischen Neckarwestheim und Leingarten wurde in der Leitungstrasse eine 380-kV-Leitung gebaut, die zusätzlich die 220-kV-Kreise der Nord-Süd-Leitung mitführt.
  • Im Abschnitt zwischen den Umspannwerken Ludwigsburg-Hoheneck und Mannheim-Rheinau wurden zwischen dem 10. November und den 16. Dezember 2003 die beiden untersten Leiterseile demontiert, um eine bessere Nutzung des Platzes unter der nur noch mit einem Stromkreis betriebenen Leitungstrasse zu ermöglichen. Aus statischen Gründen wurde ein vierter, jetzt spannungsloser Leiter als Ankerphase auf den Masten belassen. An einem Mast bei Leingarten wurden auch die Querstreben umgesetzt.
  • Die Leitung kreuzt die A6 westlich der Anschlussstelle Bad Rappenau auf sehr niedrigen Einebenenmasten und passiert das Dorf Grombach auf neueren Donaumasten, bevor sie westlich von Grombach wieder auf die C1-Originalmasten wechselt. Dieser Umbau wurde erforderlich, weil südlich von Grombach ein Autobahn-Behelfsflugplatz eingerichtet wurde. In der Ortschaft Grombach selbst wurden um 2009 neue Masten mit zwei Traversen errichtet, die nur für einen Stromkreis ausgelegt sind.
  • Im Sommer 2009 wurde ein Abschnitt der Leitung zwischen Leimen und Schatthausen auf die Trasse der 220-kV-Hochspannungsleitung Neurott-Hüffenhardt umverlegt, um einem Neubaugebiet in Nußloch Platz zu machen.

Planungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rommelsbach – Herbertingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen Reutlingen-Rommelsbach und Herbertingen plant der Betreiber Amprion, die Nord-Süd-Leitung auf 61 km auf vollständigen 380-kV-Betrieb umzurüsten und die 220 durchschnittlich 43 m hohen Originalmasten in diesem Abschnitt durch 181 Neukonstruktionen in Form von durchschnittlich 55 m hohen Tonnenmasten Typ D zu ersetzen. Auch die Leiterseile werden ersetzt, statt Zweierbündel werden Viererbündel zum Einsatz kommen, wodurch die Übertragungsleistung von 1000 auf 1800 MVA pro Stromkreis steigt.[20] Die Inbetriebnahme der neuen Leitungsverbindung ist für das Jahr 2019 vorgesehen.[21]

Vier der Originalmasten aus dem Jahr 1928 sollen allerdings erhalten werden: Ein etwa 700 m langes Leitungsteilstück bei Eningen unter Achalm bleibt als Industriedenkmal bestehen, die neue Leitung wird hier südlich der jetzigen Trasse verlaufen.[22]

Pfungstadt – Weinheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 2022 plant Amprion den Bau einer neuen 380-kV-Verbindung zwischen den Umspannwerken Urberach, Pfungstadt und Weinheim mit Fortführung nach Daxlanden bei Karlsruhe durch TransnetBW. Diese wird größtenteils im Trassenraum der Nord-Süd-Leitung im Bereich von Pfungstadt bis Rheinau errichtet, so dass die Originalmasten, darunter die letzten voll beseilten C1-Masten, dann abgebaut werden.[23][24]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bildergalerie der Nord-Süd-Leitung – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Nord-Süd-Leitung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Übersichten auf OpenStreetMap[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Norbert Gilson: Der Irrtum als Basis des Erfolgs. Das RWE und die Durchsetzung des ökonomischen Kalküls der Verbundwirtschaft bis in die 1930er Jahre, in: Helmut Maier (Hrsg.): Elektrizitätswirtschaft zwischen Umwelt, Technik und Politik: Aspekte aus 100 Jahren RWE-Geschichte 1898–1998, Freiberg 1999, S. 75.
  2. Ulrich Pleitgen: In Gedanken bei Arthur Koepchen (1878 - 1954), abgerufen am 4. November 2016
  3. Udo Leuschner: Kurzschluß, Münster 2007, S. 268; ders.: Basiswissen RWE errichtete die erste „Verbundleitung“, abgerufen am 8. Februar 2014.
  4. Norbert Gilson: Der Irrtum als Basis des Erfolgs. Das RWE und die Durchsetzung des okonomischen Kalküls der Verbundwirtschaft bis in die 1930er Jahre, in: Helmut Maier (Hrsg.): Elektrizitätswirtschaft zwischen Umwelt, Technik und Politik: Aspekte aus 100 Jahren RWE-Geschichte 1898–1998, Freiberg 1999, S. 82.
  5. Landesarchiv Baden-Württemberg
  6. Norbert Gilson: Der Irrtum als Basis des Erfolgs. Das RWE und die Durchsetzung des okonomischen Kalküls der Verbundwirtschaft bis in die 1930er Jahre, in: Helmut Maier (Hrsg.): Elektrizitätswirtschaft zwischen Umwelt, Technik und Politik: Aspekte aus 100 Jahren RWE-Geschichte 1898–1998, Freiberg 1999, S. 78.
  7. a b VDE Chronik der Elektrotechnik: Stromerzeugung, Stromübertragung und Stromverteilung. Abgerufen am 23. Februar 2017.
  8. RWE AG: Chronik 1921-1930. Abgerufen am 16. Juni 2015.
  9. a b Theo Horstmann, Klaus Kleinekorte: Strom für Europa – 75 Jahre RWE-Hauptschaltleitung Brauweiler 1928-2003. Klartext Verlag Essen 2003
  10. a b Der Staats-Anzeiger für das Land Hessen, Jahrgang 1956, Nr. 2 erwähnt auf S. 38 ein Enteignungsverfahren zugunsten des Betriebes einer 220/300-kV-Hochspannungsfreileitung von Kelsterbach nach Rheinau.
  11. Chronik Flughafen Frankfurt am Main: Aus dem Nachlaß von Verkehrsdirektor Rudolf Lange der Flughafen Frankfurt AG, Seite 167. Abgerufen am 2. April 2017.
  12. Jahr 1928 Chronik der Elektrotechnik, abgerufen am 8. Mai 2016
  13. Die Drucksache 9/1631 vom 11.10.1979 listet auf S. 4 die Hochspannungsfreileitung Koblenz–Marxheim als zurzeit in Bau befindlich.
  14. Erläuterungsbericht Hochspannungsleitungen. Abgerufen am 11. Juni 2015.
  15. Energie Mittelrhein vom 6. Februar 2009: Älteste deutsche Hochspannungsleitung wird abgebaut. Abgerufen am 3. Juni 2014.
  16. Amprion: Wesel-Koblenz. Abgerufen am 11. Juni 2015.
  17. Amprion: Projektbeschreibung. Abgerufen am 3. Juli 2015.
  18. Zeitung für kommunale Wirtschaft vom 27. November 2013: Leitung von Weißenthurm nach Sechtem in Betrieb. Abgerufen am 11. Juni 2015.
  19. Amprion: Bauvorbereitung für die Freileitung zwischen Rommerskirchen und Bornheim-Sechtem. 3. März 2017, abgerufen am 19. März 2017.
  20. Alb-Bote: Neue Leitung, alte Trasse. Abgerufen am 12. Juli 2015.
  21. Amprion: Höchstspannungsleitung Reutlingen-Herbertingen. Abgerufen am 12. Juli 2015.
  22. Reutlinger General-Anzeiger vom 1. Juni 2016: Spannende Infotermine für die geplante Stromleitung. Abgerufen am 27. November 2015.
  23. Amprion: Projektbeschreibung Urberach-Weinheim. Abgerufen am 15. September 2016.
  24. TransnetBW: 380-kV-Netzverstärkung Weinheim–Karlsruhe. Abgerufen am 15. September 2016.