Meitingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Meitingen
Meitingen
Deutschlandkarte, Position des Marktes Meitingen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 33′ N, 10° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Augsburg
Höhe: 433 m ü. NHN
Fläche: 29,87 km²
Einwohner: 11.290 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 378 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86405
Vorwahl: 08271
Kfz-Kennzeichen: A
Gemeindeschlüssel: 09 7 72 177
Adresse der
Marktverwaltung:
Schloßstraße 2
86405 Meitingen
Webpräsenz: www.meitingen.de
Bürgermeister: Michael Higl (CSU/JBU)
Lage des Marktes Meitingen im Landkreis Augsburg
Ammersee Baden-Württemberg Augsburg Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Dachau Landkreis Dillingen an der Donau Landkreis Donau-Ries Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Günzburg Landkreis Landsberg am Lech Landkreis Ostallgäu Landkreis Starnberg Landkreis Unterallgäu Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Schmellerforst Adelsried Allmannshofen Altenmünster Aystetten Biberbach (Schwaben) Bobingen Bonstetten (Schwaben) Diedorf (Schwaben) Dinkelscherben Ehingen (Landkreis Augsburg) Ellgau Emersacker Fischach Gablingen Gersthofen Gessertshausen Graben (Lechfeld) Großaitingen Heretsried Hiltenfingen Horgau Kleinaitingen Klosterlechfeld Königsbrunn Kühlenthal Kutzenhausen Langenneufnach Langerringen Langweid am Lech Meitingen Mickhausen Mittelneufnach Neusäß Nordendorf Oberottmarshausen Scherstetten Schwabmünchen Stadtbergen Thierhaupten Untermeitingen Ustersbach Walkertshofen Wehringen Welden Westendorf (Landkreis Augsburg) ZusmarshausenKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Meitingen ist ein Markt im Landkreis Augsburg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meitingen liegt im Lechtal auf halber Strecke zwischen den Städten Augsburg und Donauwörth.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meitingen wird 1231 erstmals in einer Urkunde erwähnt. In Herbertshofen und im Weiler Ehekirch hatte das Domstift Augsburg die Grund- und Ortsherrschaft inne. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehörte der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Im Jahr 1844 erreichte die Ludwig-Süd-Nord-Bahn den Ort Meitingen. Die Fertigstellung des Lechkanals beendete 1920 eine Serie von verheerenden Überschwemmungen durch den Fluss Lech.

Im Jahre 1928 gründete der ökumenisch-pazifistisch orientierte katholische Pfarrer Max Josef Metzger das Christkönigshaus in der St.-Wolfgang-Straße 14. Wegen seines Engagements in der internationalen Friedensbewegung war er den NS-Machthabern ein Dorn im Auge. Nach einer Denunziation wurde er im April 1944 in Brandenburg-Görden ermordet. Sein Leichnam ruht seit 1968 auf dem Ortsfriedhof. Sein Grabstein, eine Gedenktafel am Christkönigshaus, ein Straßen- und ein Schulname erinnern an sein Wirken.[2]

Mit der Fertigstellung des Wasserkraftwerks des Lechkanals wurde 1923 der Grundstein für die Industrialisierung Meitingens gelegt. Bis zum 30. Juni 1972 gehörte Meitingen zum Landkreis Wertingen.

Infolge des Wachstums und der Bedeutung für das Umland wurde Meitingen 1989 zum Markt erhoben.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde im Rahmen der Gebietsreform die bis dahin selbständige Gemeinde Erlingen und das bisher zur Gemeinde Westendorf zählende Waltershofen eingegliedert. Am 1. Juli kamen Herbertshofen und Ostendorf hinzu.[3] Am 1. Mai 1978 kam Langenreichen hinzu.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im 24-köpfigen Marktgemeinderat (Stand Kommunalwahl 2014):

Bürgermeister: Michael Higl (CSU)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt einen silbernen Bären mit goldenem Halsband über einem silbernen Querfluss auf rotem Untergrund. Dem Wappen wurde das Wappenbild des alten Ortsadels von Meitingen, der auch denselben Namen wie der Ort führte, zugrunde gelegt. Anstatt eines schwarzen Bären mit goldenem Hintergrund wurden die Farben Weiß und Rot gewählt, um an die frühere Territorialzugehörigkeit zu der Markgrafschaft Burgau (bis 1802) zu erinnern. In diesem Wappen dominieren auch die Farben Weiß und Rot.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein überregional wichtiges Unternehmen ist das MDAX-Unternehmen SGL Carbon mit dem auf das Jahr 1923 zurückgehenden Standort in Meitingen. Produkte sind Graphitelektroden und Keramikbremsscheiben.

Ein weiteres Unternehmen sind die 1970 im heutigen Ortsteil Herbertshofen gegründeten Lech-Stahlwerke als Hersteller von Stabstahl, Halbzeug und Betonstahl.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde Meitingen gibt es folgende Schulen: Grundschule Meitingen, Grundschule Herbertshofen, Mittelschule, Staatliche Realschule (Dr.-Max-Josef-Metzger-Schule).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meitingen liegt direkt an der Bundesstraße 2 zwischen Donauwörth und Augsburg. Parallel dazu verläuft die Bahnstrecke Nürnberg–Augsburg. Die Bahnhöfe Meitingen und Herbertshofen werden nur von Regionalzügen angefahren.

Energie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in den 1920er Jahren entstanden durch den Bau des Wasserkraftwerkes am Lechkanal die Umspannwerke der damaligen Bayernwerk AG und der Lech-Elektrizitätswerke AG. Heute stellt Meitingen einen überregional wichtigen Netzknotenpunkt im 400 kV Höchstspannungsnetz dar und spielt eine zentrale Rolle im 110 kV Verteilnetz der Lechwerke. Dieser Knotenpunkt ist in den Planungen ein möglicher Endpunkt der Gleichstrompassage Süd-Ost.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meitingen ist ein regionales Zentrum der Industrie und Wirtschaft. Die Unternehmen sind überwiegend konzentriert in Gewerbegebieten.

  • SGL Carbon SE hat eine Niederlassung in Meitingen
  • Lech-Stahlwerke GmbH betreiben das einzige Stahlwerk in Bayern. Das Stahlwerk liegt in Meitingen, Ortsteil Herbertshofen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 164
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 594.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 767.
  5. Die Geschichte der Partnerschaft. auf: partnerschaftskomitee-meitingen.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Meitingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien