Personal Computer

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Dieser Artikel erläutert den Typus der handelsüblichen Computer. Zu den Grundlagen aller Computer siehe Computer.
Apple II, Baujahr 1977
Commodore PET 2001, Baujahr 1977
IBM Personal Computer, Baujahr 1981
Tablet-PC, seit 2002 mit und seit 2010 meist ohne integrierte Tastatur

Ein Personal Computer (engl. zu dt. „persönlicher“ bzw. „privater Rechner“, kurz PC) ist ein Mikrocomputer, der im Gegensatz zu einem Minirechner oder Großrechner von nur einem einzigen Benutzer persönlich bedient und genutzt wird. Das Konzept geht zurück auf eine Idee aus den 1970er Jahren, begründet von Hackern,[1][2][3] die einer breiten Masse die Nutzung universell einsetzbarer persönlicher Computer ermöglichen wollten. Eine leichte Bedienbarkeit und ein für Privathaushalte erschwinglicher Preis sind wichtige Voraussetzungen für den PC. Technisch umgesetzt wird das Konzept seit 1976. Erst Geräte dieser Art lösten das aus, was der Journalist Steven Levy in seinem Buch „Hackers – Heroes of the Computer Revolution“[1] als Computerrevolution bezeichnet.

Ein PC tritt beispielsweise als Desktop-[4], Notebook-[5] oder Tablet-Computer[6] in Erscheinung und kann unter einem beliebigen Betriebssystem laufen, wie beispielsweise Windows[7], iOS[6] oder Unix[7]. Das Spektrum reicht vom Bereich des Heimcomputers bis hin zum typischen Arbeitsplatzrechner.[8] Überdurchschnittlich leistungsfähige Arbeitsplatzrechner für rechen- und speicherintensive Anwendungen werden als Workstation bezeichnet; ihr Preis kann ein Vielfaches eines PCs betragen.

Obwohl bereits in den 1970er-Jahren üblich, wurde der Begriff „Personal Computer“, vor allem dessen Kurzform „PC“, ab 1981 im Sprachgebrauch zunehmend und exklusiv mit dem IBM Personal Computer und dessen IBM-kompatiblen PC-Nachbauten verknüpft, inklusive der darin verbauten x86-Prozessor-Familie und der darauf laufenden Betriebssysteme DOS und Windows.[7] Das war dem Marketing von IBM mit seiner erfolgreichen Werbung geschuldet. Darüber hinaus wird der Begriff vereinzelt mit der Bauart eines x86er Desktop-PCs assoziiert,[9] was jedoch im Widerspruch steht zur Bauart und den Bezeichnungen alternativer x86er PC-Geräte, wie beispielsweise dem Microsoft Tablet-PC.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Komponenten eines aktuellen PCs; die Abbildung zeigt einen typischen Desktop-PC

Ein (aktueller) PC verfügt normalerweise über die folgenden Komponenten:

  1. Hauptplatine (Mainboard, Motherboard) mit Schnittstellen zu allen nachfolgenden Bauteilen
  2. Hauptprozessor (Central Processing Unit, CPU)
  3. Prozessorkühler
  4. Arbeitsspeicher (Hauptspeicher, Random-Access Memory (RAM))
  5. Grafikkarte (in einem Desktop-PC über PCIe-Schnittstelle, veraltet auch über AGP, PCI, VLB oder ISA); alternativ ein auf der Hauptplatine oder in der CPU integrierter Grafikchip
  6. Netzteil
  7. Festplattenlaufwerk oder aktueller SSD
  8. Optisches Laufwerk (üblicherweise ein DVD-Brenner, seltener BD-ROM/DVD-Brenner-Combo-Laufwerk oder BD-Brenner, veraltet CD-ROM-Laufwerk, CD-Brenner, DVD-ROM-Laufwerk oder DVD-ROM/CD-Brenner-Combo-Laufwerk; vor allem auf mobilen Computern mitunter nicht integriert, sondern als separates Gerät über USB angeschlossen)
  9. Monitor
  10. Tastatur (auf Tastaturlosen Tablet-PCs wird diese Form der Dateneingabe virtuell über den berührungsempfindlichen integrierten Monitor nachgebildet)
  11. Maus, alternativ auf mobilen Computern als Touchpad; auf einem Tablet-PC erfolgt die Bedienung der grafischen Oberfläche ohne Maus direkt über den Monitor

Außerdem (nicht im Bild):

  • veraltet ein Diskettenlaufwerk 3½″ 1,44 MB, sehr veraltet ein weiteres Diskettenlaufwerk 5¼″ 1,2 MB
  • Controller für Festplatten/Wechselspeicher (i. A. SATA- und/oder ATA-Schnittstelle), meist auf der Hauptplatine integriert, veraltet auch über VLB (auf der Hauptplatine integriert oder als Steckkarte) oder ISA (als Steckkarte)
  • Gehäuse aus Blech, Bauform auf Basis Intels ATX-Spezifikation (oder auch µATX oder E-ATX oder XL-ATX), basiert auf IBMs AT-Spezifikation
  • optional: weitere Steckkarte(n) über die Schnittstellen PCI oder PCIe, veraltet auch über VLB, ISA oder XT (in ISA-Steckplätzen)
  • optional: Gehäuselüfter, sind im ATX-Standard nicht zwingend vorgesehen, jedoch bei modernen Systemen zur ausreichenden Kühlung meist notwendig
  • optional: Drucker

Streng genommen zählen Peripheriegeräte wie Monitor, Tastatur, Maus und Drucker nicht zwangsläufig zu den Komponenten des Personal Computers.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Journalist Steven Levy beschreibt in seinem Buch „Hackers – Heroes of the Computer Revolution“ eine Gruppierung von Hackern – eine Art stark ausgeprägter Technikenthusiasten – die sich seit den 1970er Jahren für die Idee eines persönlichen Computers begeistern konnten. Ihnen ging es darum, Computer im Alltagsleben zu integrieren, sie für jedermann öffentlich zugänglich zu machen, bis hin zu dem damals visionären Ziel, einer breiten Masse die Nutzung universell einsetzbarer persönlicher Computer zu ermöglichen.[1][2][3]

Der persönliche Computer musste neben einer praktikablen Größe zwei Bedingungen erfüllen: Zum einen musste er leicht zu bedienen, zum anderen erschwinglich für Privathaushalte sein.[1][2][3] Erst Geräte dieser Art lösten das aus, was Levy in seinem oben genannten Buch als Computerrevolution bezeichnet.

Diese Idee wurde von der damals vorherrschenden Industrie als absurd abgetan. So soll Thomas J. Watson, der frühe Chef von IBM, 1943 erklärt haben: „Ich glaube, es gibt einen Weltmarkt für vielleicht 5 Computer“.[10] Wenn auch nicht in diesem Ausmaß, folgten in den 1970er Jahren Unternehmen wie Texas Instruments, Fairchild, IBM und DEC im Grunde noch immer diesem Dekret.[2] Von einem Mitarbeiter auf die Entwicklung eines persönlichen Computers angesprochen, wies DEC-Chef Ken Olsen 1977 diesen Vorschlag mit der Begründung von sich, dass er sich keine Privatperson vorstellen könne, die einen solchen Computer haben wolle.[10]

Der Idee eines öffentlich zugänglichen Computers, der Vorstufe auf dem Weg zum persönlichen Computer, widmete Ted Nelson 1974 ein Buch mit dem Titel „Computer Lib“, welches zum Standardwerk unter den damaligen Verfechtern dieser Idee wurde.[1] Lee Felsenstein gründete bereits im selben Jahr das „Community Memory“-Projekt, welches über öffentliche Terminals in Plattenläden und Bibliotheken den Zugriff auf einen Computer ermöglichte. Das Projekt war für die damalige Zeit wegweisend und hatte den praktischen Nutzen eines schwarzen Bretts, auf dem man per ADD einen beliebigen Beitrag einfügen und mit FIND finden konnte.[2]

Aufgrund der Größe und Kosten der Computer der 1950er und 1960er Jahre, die meist ganze Räume füllten oder als Minicomputer etwa schrankgroß waren, konnten diese kaum einem einzelnen Menschen persönlich zugewiesen werden. Das änderte sich erst, als in den 1970er Jahren die Mikroprozessoren auf den Markt kamen und die bis dahin vorherrschenden Kernspeicher allmählich durch Halbleiterspeicher ersetzt wurden.

Gordon French, 2. April 2013, Mitbegründer des Homebrew Computer Clubs.
Einige Club-Mitglieder, 3. April 2013: John T. Draper, Lee Felsenstein, Roger Melen.

Rund um den von Fred Moore und Gordon French im März 1975 gegründeten Homebrew Computer Club in der Region von San Francisco, der Westküste der Vereinigten Staaten, trafen sich technikbegeisterte Menschen, Hacker, wie Lavy[1] schreibt. Angefangen von praktischen Projekten und Entwicklungen, bis hin zur Geburt einer vollkommen neuen Industrie im Silicon Valley, haben sie die Entwicklung des persönlichen Computers entscheidend vorangetrieben.[1][2][3] Sie machten bezüglich des PCs immer wieder mit Konzepten und praktischen Entwicklungen auf sich aufmerksam. Viele Computer-Pioniere gingen aus ihren Reihen hervor; Mitglieder dieses Vereins gründeten zahlreiche Computerunternehmen. Der Homebrew Computer Club wird daher als „Schmelztiegel für eine ganze Branche“ bezeichnet.[11]

Der 1976 vorgestellte Apple I gilt als der erste persönliche Computer,[1][2][3] 1977 gefolgt vom Commodore PET, dem Apple II und dem Tandy TRS-80 Model 1; obgleich es vorher schon Geräte gab, die sich in der Konstruktion ähnelten (wie der Xerox Alto, 1973 und der IBM 5100, 1975), jedoch nicht in dieses Konzept passten, da sie für die breite Masse nicht verfügbar bzw. für Privathaushalte preislich nicht erschwinglich waren.

Erst der überragende Verkaufserfolg solcher Geräte durch andere (zum Teil branchenfremde, zum Teil neu gegründete) Unternehmen sollte die vorherrschende Industrie dazu veranlassen, sich der Idee des persönlichen Computers anzunehmen, eigene Produkte zu entwickeln und seit 1981 auf den Markt zu bringen. Dabei war das Marketing von IBM mit der Werbung für ihren IBM Personal Computer, kurz IBM-PC, derart erfolgreich, dass der Begriff „Personal Computer“ häufig mit dieser Marke in Verbindung gebracht wurde, obwohl gerade dieser PC preislich grenzwertig zum ursprünglichen PC-Konzept war. Dafür setzten sich die wesentlich preiswerteren Nachbauten, die IBM-PC-kompatiblen Computer, als eine der erfolgreichsten Plattformen für den persönlichen Computer durch; die heute marktüblichen PCs mit Windows-Betriebssystem und x86-Prozessoren beruhen auf der stetigen Weiterentwicklung des damaligen Entwurfs von IBM.[12]

Die Vorläufer des modernen Personal Computers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Xerox Alto
Olivetti Programma 101, Baujahr 1965
HP-9100A, Baujahr 1968
Altair 8800b
MOS KIM-1

1949 stellte Edmund C. Berkeley mit Simon den ersten digitalen programmierbaren Computer für den Heimgebrauch vor. Er bestand aus 50 Relais und wurde in Gestalt von Bauplänen vertrieben, von denen in den ersten zehn Jahren über 400 Exemplare verkauft wurden.

Der erste frei programmierbare Tischrechner der Welt, der "Programma 101" von der Firma Olivetti,[13] erschien 1965 für einen Preis von $3,200[14] (was auf das Jahr 2017 bezogen einem Wert von $24,746[15] entspricht). Drei Jahre später, 1968, brachte die Hewlett-Packard Company mit dem HP-9100A ein programmierbares Rechengerät auf den Markt, das im Vergleich zum Programma 101 bereits mehr Möglichkeiten der Anzeige und Programmierung bot, aber rund das Doppelte eines durchschnittlichen Bruttojahresgehaltes kostete. Dieser Rechner wurde in einer Werbeanzeige erstmals in der Literatur als Personal Computer bezeichnet, obgleich er weder preislich noch technisch dem heutigen Verständnis eines PCs entspricht. Bemerkenswert ist, dass die Leistung beider Tischrechner ohne die Verwendung von integrierten Schaltkreisen erbracht wurde.

Der Micral N war ein weiterer Vorläufer des Personal Computers; der erste seiner Art mit einem Mikroprozessor, in diesem Fall ein Intel 8008. Die Produktion begann im Frühjahr 1973.

Das Unternehmen Xerox PARC stellte 1973 ihren Xerox Alto der Weltöffentlichkeit vor, ein etwa kühlschrankgroßes Gerät. Mit einer Tastatur, einer 3-Tasten-Maus, einer zusätzlichen kleinen 5-Tasten-Akkordtastatur für besondere Befehle, einem Bildschirm mit grafischer Benutzeroberfläche (engl. graphical user interface, kurz GUI) und einer Ethernet-Schnittstelle war er wegweisend für den künftigen Personal Computer. Diese Workstation war jedoch als wissenschaftliches Gerät gedacht; sie war weder für den privaten Gebrauch erschwinglich, noch ein in Massen produziertes Gerät und für den Handel nicht verfügbar.

Ebenso kam der 1975 veröffentlichte IBM 5100 von seiner Bauart und Bedienung her dem heutigen Verständnis eines PCs recht nahe. Der Preis von damals 9.000 bis 20.000 US-Dollar passte jedoch nicht in das Konzept des persönlichen Computers.

Mit dem Altair 8800 des Anbieters MITS kam 1975 ein in Serie produziertes Gerät auf den Markt, das ebenfalls als Personal Computer bezeichnet wird und als Bausatz für 397 US-Dollar, als Komplettgerät für 695 US-Dollar zu erwerben war.[16] Zukunftsweisend war die Ausstattung mit einem Bus-Stecksystem für Erweiterungskarten nach dem S-100-Bus-Standard. Mit seinen Kippschaltern als Eingabeeinheit und Leuchtdioden als Ausgabeeinheit entspricht jedoch auch dieses Gerät technisch nicht dem, was man heute unter einem Personal Computer versteht.

Ähnlich war es mit dem im selben Jahr erschienenen KIM-1 des Unternehmens MOS Technology, der immerhin schon eine 24-Tasten-Eingabeeinheit im Taschenrechnerformat zur direkten Eingabe von HEX-Code hatte sowie eine 6-stellige 7-Segment-LED-Anzeige als Ausgabeeinheit.

Innerhalb der frühen Szene rund um den Homebrew Computer Club erfreute sich der MITS Altair 8800 großer Beliebtheit und diente den Mitgliedern des Clubs als Kernstück für eigene Erweiterungen.

Erste Personal Computer mit schreibmaschinenähnlicher Tastatur und Bildschirm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Apple I und II[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Apple I Gehäuse und Systemplatine

Ein prominentes Mitglied des Homebrew Computer Clubs, Steve Wozniak (in der Szene bekannt als The Woz), entwickelte 1976 einen vollkommen eigenen Computer, der dem Altair 8800 technisch weit überlegen war. Als erstes Gerät der Welt[1][2][3] war er mit 666 US-Dollar für Privathaushalte erschwinglich und entsprach zugleich den modernen bedientechnischen Vorstellungen eines persönlichen Computers: Sein Computer hatte eine schreibmaschinenähnliche Tastatur als Eingabeeinheit und einen Bildschirm (zunächst in Form eines umfunktionierten Fernsehgerätes) als Ausgabeeinheit.[3] Apple war eines der Unternehmen, die aus dem Homebrew Computer Club hervorgingen, wobei Steve Wozniak neben Steve Jobs und Ronald Wayne einer der Gründer ist. Sein Computer wurde zwar vor der Unternehmensgründung entwickelt, aber dann dort in Serie produziert und unter dem Namen Apple I verkauft.[3] Als Einplatinencomputer wurde er in Form einer komplett bestückten Platine ausgeliefert und vom Händler oder Endbenutzer um ein Netzteil, Gehäuse und eine Tastatur ergänzt, ehe er am heimischen Fernseher betrieben werden konnte.

Apple II; oben rechts Apple II mit Diskettenlaufwerken

Das Nachfolgemodell, der Apple II, wurde nun auch in kompletter Ausführung ausgeliefert mit einem Gehäuse, Netzteil, Tastatur und Monitor, später sogar mit einer Maus. Gleichzeitig war er der letzte industriell hergestellte PC, der vollständig von einer einzelnen Person, Steve Wozniak, entworfen wurde. Er wurde im April 1977 in den USA vorgestellt und für einen Preis von 1298 US-Dollar angeboten. Bei seiner Markteinführung hatte er acht freie Steckplätze des 8-Bit-Apple-Bus-Systems, mit denen er durch Einsetzen der entsprechenden Erweiterungskarte für unterschiedliche Anwendungen (z. B. Textverarbeitung, Spiele, Steuerungstechnik) genutzt werden konnte. Diese Eigenschaft eines Computers, der also durch Steckplätze individuell an die Wünsche des Konsumenten angepasst werden kann, gilt heute als Grundeigenschaft eines PCs. Außerdem konnten mit diesem Computer bereits Farben dargestellt und Töne wiedergegeben werden. Die Apple-II-Baureihe war ein offenes System, das heißt, alle wesentlichen Konstruktionsdetails wurden veröffentlicht.[17]

Commodore PET 2001
Tandy TRS-80 Model 1

Commodore PET und Tandy TRS[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der weltweit erste industriell hergestellte PC in kompletter Ausführung[18] (inklusive Gehäuse, Netzteil, Tastatur, Monitor und Massenspeicher in Form einer Datasette) wurde im Januar 1977 vorgestellt: der Commodore PET 2001, der für 795 US-Dollar über den Ladentisch ging.[19] Im August desselben Jahres folgte der Tandy TRS-80 Model 1 für 599 US-Dollar.[20] Von den Leistungsdaten her waren beide Geräte dem Apple II ähnlich, hatten aber keine Steckplätze für Erweiterungskarten, keine Farbdarstellung und keine Tonausgabe. Der PET verfügte über den in der professionellen Messtechnik verbreiteten (parallelen) IEC-Bus, was zur Folge hatte, dass er in Forschung und Industrie Verbreitung fand.

IBM-PC (IBM 5150)

IBM-PC[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Verkaufserfolg des Apple II und des Commodore PET in den späten 1970er-Jahren begann auch IBM mit der Entwicklung eigener Produkte. Am 12. August 1981 wurde der erste IBM-PC 5150 vorgestellt. Er bewegte sich preislich an der Obergrenze der handelsüblichen PCs. In der Grundausstattung konnte er für 3.005 USD (dies wären heute 7.823 USD) oder 1.565 USD (ohne Diskettenlaufwerke und Monitor, dafür mit TV-Anschluss) erworben werden.[21] In der maximalen Ausbaustufe mit mehr Speicher und Farbgrafik wurde er für 6.000 US-Dollar angeboten.[22] IBM nutzte ihre damalige Marktführung für (Großrechner-)Datenverarbeitungsanlagen und schaffte es, dass ihr IBM-PC als Arbeitsplatzcomputer in zahlreichen Unternehmen eingesetzt wurde.

Das Gerät war mit dem Intel-8088-Prozessor ausgestattet und verfügte über ein 8-Bit-ISA-Bussystem. Auch die folgenden Modelle wurden mit Prozessoren von Intel ausgerüstet. Der bereits ein Jahr vor dem 8088-Prozessor (4,77–9,5 MHz Takt; interne CPU-Wortbreite 16 Bit; System-Datenbus 8 Bit) von Intel vorgestellte 8086-Prozessor (6–12 MHz Takt; CPU-Wortbreite 16 Bit; System-Bus 16 Bit) sorgte dafür, dass sich für die Serie die Abkürzung „x86-Architektur“ etablierte.

Der IBM-PC wurde von 1981 bis 1995 ausschließlich mit dem Betriebssystem von IBM, PC DOS, vertrieben, das von Microsoft an IBM lizenziert worden war. Die 1981 begonnene Zusammenarbeit endete 1985. Beide Unternehmen entwickelten danach das Betriebssystem getrennt weiter, achteten jedoch auf gegenseitige Kompatibilität. Das Betriebssystem MS-DOS von Microsoft gab es seitdem nur auf Computern, die in der Bauweise jenen von IBM entsprechen.

Das Unternehmen IBM legte die Grundkonstruktion seines PC offen und schuf einen informellen Industriestandard;[12] es definierte damit die bis heute aktuelle Geräteklasse der IBM-PC-kompatiblen Computer. Zahlreiche preiswerte Nachbauten und Fortführungen der IBM PCs durch andere Unternehmen machten die Plattform sowohl am Arbeitsplatz als auch im Heimbereich sehr erfolgreich.

Heimcomputer, Apple- und IBM-kompatible PCs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

C64 mit „Personal Computer“-Beschriftung

Mit TV-Ausgang und Tonausgabe kamen ab den 1980er-Jahren weitere Geräte als Heimcomputer auf den Markt. Die meistverkauften Modelle waren der Commodore C64 und die Geräte der Amiga-Reihe, wie auch verschiedene Ausführungen des Atari ST.

Im deutschen Sprachraum wurde in den 1980er-Jahren das englische Wort personal (persönlich) mitunter inkorrekt mit dem deutschen Personal (Arbeiter, Angestellte) assoziiert. Eine Ableitung von Personal Computer hin zu einer professionellen Nutzung entsprechender Geräte wurde hierzulande daher gebräuchlich. So wurden in den Medien Geräte mittlerer Leistung manchmal als „reicht an die Leistung eines Personal Computers [nicht] heran“ klassifiziert, obgleich es sich bei solchen Geräten tatsächlich auch um Personal Computer handelte. Da die Amiga-Reihe und der Atari ST zu Heimcomputerpreisen die Leistung der IBM PC XT und AT übertrafen und teilweise die Gehäuseform der professionellen Geräte verwendeten, verschwand die irrtümliche Unterscheidung zum Ende der 1980er-Jahre.

IBM-kompatibler i486-Desktop-PC (1996, Hauptplatine von 1994)

Da IBM kein Monopol auf die verwendeten Komponenten hatte (mit Ausnahme des BIOS), konnte Compaq 1983 den ersten zum IBM-PC kompatiblen Computer auf den Markt bringen. Vor allem in Ostasien schufen Unternehmen eine Reihe von Nachbauten, in Deutschland waren es Unternehmen wie Commodore und später Schneider. Der sich so entwickelnde Markt führte durch den Konkurrenzkampf zu sinkenden Preisen und verstärkter Innovation.

Die Stückzahlen waren zu Anfang noch bei weitem nicht mit den heutigen vergleichbar. Die Marktsituation Ende 1983 laut[23] für professionelle Mikrorechner (ohne Heimcomputer):

Anbieter Ausgelieferte Einheiten Lieferanteile
in Prozent
Commodore 14.500 17,0
Apple 12.000 14,0
IBM 9.700 11,5
Hewlett Packard 7.100 8,5

Marktpositionen der sechs wichtigsten Anbieter von professionellen Mikros per Ende 1983:

Rang Anbieter Umsatz-Marktanteil
in Prozent
1 Commodore 25,0
2 Apple 16,5
3 Hewlett Packard 11,0
4 Tandy 8,5
5 Triumph Adler 5,0
6 IBM 4,5

Im amerikanischen Weihnachtsgeschäft 1984 spielten Personal Computer erstmals eine signifikante Rolle. Jedoch hatten sowohl IBM als auch Apple zu viele Geräte produziert und klagten im Frühjahr 1985 über ein enttäuschendes Ergebnis. Viele Händler blieben auf den PCs sitzen, und Kunden klagten, „sie könnten nicht viel mit den Maschinen anfangen.“ Ein Apple-Händler schenkte sogar jedem, der einen Rechner kaufte, ein italienisches Fahrrad dazu.[24]

Auch Apple-Computer wurden teils nachgebaut, aber das Unternehmen konnte sich (mit deutlich geschrumpftem Marktanteil) behaupten. Die Apple-II-Linie wurde Anfang der 1990er-Jahre eingestellt. Heute wird nur noch die Macintosh-Reihe hergestellt. Apple und Sun (Unix) sind die beiden einzigen Hersteller, die Hardware und Software (Betriebssystem und Anwenderprogramme) selbst entwickeln und auch zusammen vermarkten.

Die meisten anderen Hersteller, wie etwa Commodore und Schneider, verschwanden Anfang der 1990er-Jahre weitgehend vom Markt oder wandten sich wieder anderen Geschäftsfeldern zu (Atari). Die aktuelleren PC-Modelle von IBM, wie der PC 300GL, blieben weitgehend unbekannt und gingen auf dem Markt neben den Produkten anderer Hersteller unter. Ähnlich erging es dem Versuch von IBM, den Markt mit der Personal-System/2-Reihe und dem Betriebssystem OS/2 zurückzuerobern.

Im Privatbereich wurden Heimcomputer und PC zunächst zum Experimentieren, Lernen und Spielen benutzt. Zunehmend wurden sie auch in Bereichen wie Textverarbeitung, Datenbanken und Tabellenkalkulation eingesetzt und fanden so Eingang in den betrieblichen Alltag.

Moderne Personal Computer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

PC-Aufbau von 2005 (Midi-Tower)
Aus einem Barebone-System selbst aufgebauter PC aus dem Jahr 2004

Die Leistungsfähigkeit von Personal Computern nahm seit ihrer Entstehung stetig zu (Moore’sches Gesetz). Neben den Aufgaben der Textverarbeitung und Tabellenkalkulation wurde der Multimedia-Bereich zu einem der Hauptanwendungsgebiete. Um auch den Anforderungen neuester PC-Spiele gerecht zu werden, gibt es sogenannte Gaming-PCs, die mit hoher Rechenleistung und sehr leistungsfähigen Grafikkarten ausgestattet sind.

Bei modernen PCs kommt seit 2006, unabhängig vom eingesetzten Betriebssystem, praktisch durchweg Hardware auf Basis der x86-Architektur zum Einsatz, die historisch auf den IBM Personal Computer von 1981 bzw. dessen sogenannte IBM-kompatible Weiterentwicklungen zurückgeht. Von den anderen Computerarchitekturen für Einzelplatzrechner waren bis Anfang 2006 die PowerPC-Modelle von Apple erhältlich, bevor auch Apple diese durch x86-Modelle ersetzte. PowerPC-Rechner von Apple werden vom Betriebssystem seit Mac OS X Snow Leopard nicht mehr unterstützt.

Als Betriebssysteme werden neben dem marktführenden Windows hauptsächlich unixoide Betriebssysteme eingesetzt, vor allem Linux und BSD. Auch das Apple-Betriebssystem ist seit Einführung von Mac OS X ein Unix-Derivat, das im Gegensatz zu den verschiedenen Linux-Distributionen und freien BSD-Betriebssystemen ab der Version 10.5 als UNIX zertifiziert ist (siehe auch Liste von Betriebssystemen).

Bauformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entsprechend der technischen Entwicklung wandelten sich auch die Bauformen mit der Zeit.

Der erste IBM PC war wortwörtlich ein Desktop-Computer, er und seine Zeitgenossen von anderen Herstellern hatten Gehäuse im Querformat und standen auf dem Arbeitstisch. Auf ihnen stand wiederum der Monitor mit einer Bildschirmdiagonalen von damals nur 10 bis 13 Zoll. Als diese Desktop-PCs mit der Zeit noch etwas größer wurden und nicht nur auf dem Schreibtisch immer mehr im Weg waren, sondern die auch langsam größer werdenden Monitormodelle auf dem Computer ergonomisch immer ungünstiger standen, ging man zu neben dem Monitor stehenden PC-Gehäusen im Hochformat über, sogenannten Tower-Modellen. Letztere differenzierten sich im Anschluss in Big Towers, Midi-Towers und weitere Abstufungen. Je nach Höhe des Towers und Vorlieben des Benutzers stehen viele heutige Personal Computer auch unter oder neben dem Tisch.

Schon seit Anfang der 1980er-Jahre bemühte man sich parallel dazu, tragbare Computer zu entwickeln. Damit wird üblicherweise ein Gerät mit der Technik und den Ausmaßen eines Desktop-Computers bezeichnet, dessen zumeist kofferförmiges Gehäuse jedoch zum regelmäßigen Transport ausgelegt ist. Die ersten Geräte dieser Art waren 1981 der Osborne-1 und der Kaypro, sowie 1983 der SX64. Sie benötigten für den Betrieb zwingend einen Stromnetzanschluss; an Batteriebetrieb war noch nicht zu denken, vor allem weil diese Modelle noch mit integrierten Bildröhren ausgestattet waren, die viel Energie benötigten.

Die Geräteklasse der mobilen Computer (mit Akkubetrieb) wurden seit der Verfügbarkeit preisgünstiger LCD-Anzeigen entwickelt. 1981 erschien der GRiD Compass 1100 und eröffnete die Klasse der noch recht schweren Schoßrechner (Laptop genannt); der erste kommerziell erfolgreiche Laptop erschien 1986 mit dem IBM PC Convertible. Die Bezeichnung Notebook wird tendenziell für die mittelkleinen und leichteren Ausführungen der mobilen Computer benutzt, während der Begriff Netbook für ein deutlich kleineres Gerät ohne optisches Laufwerk verwendet wird, dessen Tasten auch zu klein für die Verwendung im Zehnfingersystem sein können.

Eine spezielle Bauform eines Personal Computers, die zu den Handheld-Geräten zählt, ist der Tablet-PC. Auch wenn schon vorher Tablets existiert haben, erlangten sie 2002 mit Microsofts Windows XP Tablet PC Edition größere Aufmerksamkeit; der Durchbruch für diese Geräteklasse erfolgte jedoch erst 2010 mit der Veröffentlichung von Apples iPad.[25]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zahl der weltweit verkauften PCs ist im Jahr 2013 weiter zurückgegangen, insgesamt wurden ca. 316 Millionen Stück verkauft, davon knapp 26 Millionen in Europa (genauer: EMEA – die Wirtschaftsregion, die Europa, den Mittleren Osten und Afrika umfasst). Insgesamt sank der Verkauf gegenüber 2012 um ca. 10 %.[26] Dieser Rückgang ist u. a. auf die weitere Verbreitung von Tabletcomputern und Smartphones zurückzuführen.

In der Vergangenheit wurde die Mehrzahl der verkauften PCs als Arbeitsplatzrechner in Wirtschaft und Verwaltung eingesetzt,[8][27] aber auch viele Privathaushalte verfügten über PCs.[28][29]

Besonders in aufstrebenden Ländern („Emerging Markets“) haben die Menschen heute anstelle eines PCs mit Internetzugang als erste Geräte eher ein Smartphone für die Kommunikation und einen Tabletcomputer als Computer.[26]

Umweltauswirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spätestens seit ca. 2005 sind durch PCs verursachte Umweltauswirkungen anerkannt und werden erforscht. Die Umweltauswirkungen sind durch die hohen Absatzzahlen und vielfältige Schadstoffe in der Produktion erheblich, sie belasten die Umwelt insbesondere rund um Produktionsanlagen und durch den Material- und Energieverbrauch. Das Gebiet in der Informatik, das sich mit Umweltaspekten von PCs und Computerhardware im Allgemeinen beschäftigt, ist die Green IT.

Ressourcenverbrauch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer Studie aus dem Jahr 2003 zufolge[30] braucht man für die Herstellung eines Computers samt 17-Zoll-Röhrenmonitor 240 Liter fossile Brennstoffe. Geht man bei einem Gesamtgewicht des Systems – inklusive Röhrenmonitor – von rund 24 Kilogramm aus, entspricht das dem Zehnfachen seines Eigengewichts. Zusätzlich werden rund 22 kg Chemikalien und 1.500 kg Wasser benötigt.

Stromverbrauch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um gegenwärtig (Stand 2013) seinen PC möglichst sparsam betreiben zu können, empfiehlt sich die Beachtung gewisser Normen der Industrie. Für Netzteile ist dies heute die „80-PLUS“-Zertifizierung in Bronze, Silber, Gold oder Platinum nach der ENERGY-STAR-Richtlinie der US-Umweltbehörde EPA.

Ein einzelner PC in Desktop-Ausführung brauchte über lange Zeit weitgehend konstant um die 50 W an elektrischer Leistung. Dieser Wert hielt sich etwa bis zur Einführung des Intel-Pentium-III-Prozessors Ende der 1990er-Jahre. In der Folgezeit stiegen diese Werte rapide auf weit über 100 W alleine für den Prozessor und teilweise über 200 W für den kompletten Rechner an. Eine Trendwende gab es 2004, als der Prozessorhersteller AMD für seinen AMD Athlon 64 erstmals bisher nur bei Notebooks eingesetzte Funktionen zur dynamischen Änderung des Prozessortaktes einsetzte. Durch diese heute in sämtlichen Prozessoren verfügbare Funktion ist der Stromverbrauch zumindest ohne eine dedizierte Grafikkarte und ohne aufwändige Berechnungen wieder gefallen.

Deutliche Abweichungen davon ergeben sich, wenn der Prozessor tatsächlich ausgelastet wird, und noch wesentlich mehr bei der Verwendung einer dedizierten Grafikkarte, die – auch wenn nur ein normaler Desktop darzustellen ist – bereits zwischen 10 und 80 W benötigt.

Laptops und Notebooks, die mobil sein sollen und auf Akkubetrieb ausgelegt sind, versuchen, möglichst sparsam mit der elektrischen Energie umzugehen, um möglichst lange Akkulaufzeiten zu erreichen. Hier werden je nach Geschwindigkeitsanforderung und Auslastung zwischen ca. 10 W und (z. B. für mobile 3D-Grafik) deutlich über 60 W erreicht. Die Werte sind über die Zeit weitgehend konstant; Verbesserungen bei der Akkutechnik werden hauptsächlich in eine Verkleinerung der Gehäuse und nur zu kleinen Teilen in eine Verlängerung der Laufzeit gesteckt. Auch Industrie-PCs verwenden oft Laptop-Technik, das jedoch weniger aufgrund des Stromverbrauchs, sondern um auf bewegliche Teile in Gestalt von Lüftern verzichten zu können und so die mechanische Robustheit zu erhöhen.

Die noch kleineren Einplatinencomputer, UMPCs oder Netbooks benötigen mit teilweise unter 10 W noch weniger elektrische Leistung, wobei hier jedoch meist Zugeständnisse bei der Rechenleistung gemacht werden müssen.

Aufgrund des hohen Ressourcenaufwandes bei der Herstellung ist es nicht sinnvoll, allein mit Hinblick auf eine Energieeinsparung ein sparsames Neugerät zu kaufen, da im Vergleich zum Energieverbrauch bei Herstellung und Entsorgung der Energieverbrauch beim Gebrauch vergleichsweise gering ist.[31] Der durch die Neuproduktion anfallende zusätzliche Energieverbrauch kann – wenn das überhaupt bei normalem privaten Gebrauch möglich ist – nur nach etlichen Jahren durch die geringere Leistungsaufnahme kompensiert werden.

Aufwändige Berechnungen wie 3D-Bilder in Computerspielen, Bildberechnungen von Grafikprogrammen oder Videobearbeitung erhöhen den Energiebedarf auf 300 W. Leistungsstarke PCs mit sehr schnellen Prozessoren kommen auf Werte bis zu 425 W. Hochleistungsgrafikkarten benötigen jeweils weitere bis zu 275 W, so dass bei zwei Grafikkarten unter Volllast des Systems Leistungsaufnahmen von knapp 1.000 W möglich sind.

Entsorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personal Computer bestehen aus den unterschiedlichsten Komponenten, hauptsächlich Elektronik und Metall. Sie werden in Deutschland nach der Elektronikschrottverordnung von den Herstellern über Erfassungsstrukturen zurückgenommen. Besitzer sind verpflichtet, die Geräte getrennt vom Restmüll den Erfassungsstellen zuzuführen. Die Rücknahme ist in Deutschland kostenfrei. Im Zuge der Verschrottung werden heute viele Elektronikkomponenten der Wiederverwendung zugeführt, um seltene Erden zu retten.

Veraltete, noch funktionsfähige PCs oder Bauteile können auch verkauft oder an Bastler oder Bedürftige weitergegeben werden – z. B. im Rahmen des Projektes linux4afrika. Oft werden alte Geräte auch illegal in Drittweltländer verfrachtet, wo, oft unter Vernachlässigung von Arbeits- und Umweltschutzmaßnahmen, die wertvollen Metalle extrahiert werden und der Rest auf Deponien abgelagert wird (z. B. Guiyu (China) und Agbogbloshie (Ghana)).

Technologiezentren und volkswirtschaftliche Auswirkungen des PC-Handels auf die Welt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemein ist ein Personal Computer ein US-Produkt, da der größte Teil beziehungsweise der größte Kostenfaktor aus Importprodukten von Herstellern aus den Vereinigten Staaten stammt, gefolgt von Taiwan. So ist in den meisten PCs ein Intel- oder AMD-Prozessor verbaut. Auch die gebräuchlichsten Grafikkarten stammen von US-Unternehmen wie Nvidia, Intel oder AMD.

Bei den PC-Mainboards hingegen führt die Republik China (Taiwan) die Produktion an, mit Produkten von Asus, Gigabyte Technology und Micro-Star International inklusive der intern meistverbauten Soundchips des Anbieters Realtek. Bei der eigentlichen Herstellung der Boards ist jedoch die ebenfalls taiwanesische Firma Foxconn führend.

Marktführer der externen Soundlösungen ist hingegen Creative Technology (Singapur) mit der Soundblaster-Serie.

Bei den Festplatten (HDDs) führen hingegen US-Anbieter wie Seagate Technology und Western Digital den Markt an.

Bei den Netzteilen führen die Hersteller Seasonic, Thermaltake und Enermax aus Taiwan die Produktion an. Wobei das allgemeine Qualitätskriterium für Netzteile heute, nämlich die 80-PLUS-Zertifizierung in Bronze, Silber, Gold, Platinum und Titanium von der US-amerikanischen Umweltbehörde EPA stammt und sich als Marktstandard durchgesetzt hat. Netzteile ohne 80+-EPA-Prüfsiegel sind heute praktisch unverkäuflich.

Bei den Speichermodulen führen US-Hersteller wie Corsair Memory, Mushkin, Micron Technology und Kingston Technology den Markt an gefolgt von G.Skill und TeamGroup aus Taiwan. Die Speicherchips werden jedoch hauptsächlich von den koreanischen Herstellern Samsung und Hynix sowie von der amerikanischen Firma Micron Technology hergestellt.

Ferner haben auch die drei größten FPGA-Hersteller Xilinx, Altera und Atmel ihren Sitz in den USA.

An der Fertigung aktueller Personal Computer haben europäische Hersteller damit nur einen verschwindend geringen Anteil und sind hier stark auf Importe angewiesen. Auch der US-Marktführer Microsoft der häufigst eingesetzten Betriebssystemsoftware Windows trägt hier einen großen Anteil zur Wertschöpfung in den USA bei.

Für das Vereinigte Königreich ist hier jedoch noch die ARM Limited vorteilhaft, welche die ARM-Architektur weltweit lizenziert, sowie Raspberry Pi für die Marktführerschaft unter den Einplatinencomputern mit dem Raspberry Pi. Die Eurozone selber profitiert hiervon jedoch erst mal nicht.

Entwicklung europäischer Alternativen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung europäischer Alternativen kam über das Prozessordesign kaum hinaus, da bereits in den 1980er-Jahren alle bedeutenden Heim-Computerhersteller wie Commodore und Atari ihren Sitz in den USA hatten, sowie auch die Prozessorhersteller MOS Technology, Motorola und Zilog.

Am europäischsten war in diesem Zusammenhang noch der Acorn Archimedes des britischen Unternehmens Acorn mit zudem auch der eigenen ARM-Architektur, sowie heute auch noch das niederländische Unternehmen ASML das die EUV-Lithografie-Belichtungsmaschinen, die Schlüsseltechnologie für die Intel- und AMD-Prozessorfertigung, herstellt.

Entwicklung in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

10 Euro-Gedenkmünze zum 100. Geburtstag von Konrad Zuse

Die Entwicklung in Deutschland hatte bis in die 60er Jahre mit den Computern der Zuse KG des Computerpioniers Konrad Zuse eine gewisse Bedeutung. Der Z1 bis zum 5-Kanal-Lochstreifen gesteuerten Zeichentisch Zuse Z64 Graphomat waren bedeutende Eigenentwicklungen mit internationaler Anerkennung.

Die Siemens AG übernahm 1969 die Zuse KG komplett und lagerte die Computersparte nach München in das neue Unternehmen Siemens Nixdorf aus, das später zu Fujitsu Siemens Computers fusionierte. Der Schwerpunkt lag in Kassensystemen und Computerhandel. Der 1975 erschienene Nixdorf Quattro 8870 Großrechner mit dem Betriebssystem Business BASIC und der Anwendungssoftware COMET hatte jedoch noch bis in die 80er Jahre einen gewissen Erfolg in Unternehmen.[32] Die CPU (ein nicht näher definierter 1585.01, vermutlich ein Plagiat) stammte bereits von der Firma Digital Computer Controls, Inc. aus den USA.

Entwicklung russischer Alternativen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die CPU Entwicklung in Russland stützt sich vor allem auf den russischen Elbrus-2000-Mikroprozessor, hierfür existiert sogar ein eigener 130-Nanometer-Fertigungsprozess nach der von AMD übernommenen Ausrüstung aus der Fab 30.

Im Mai 2015 machte ein aktueller Elbrus Heim-PC basierend auf dem Elbrus-4C Chip Schlagzeilen durch die flüssige Darstellung des Spiels Doom BFG von 2004.[33]

In der Vergangenheit begnügte sich Russland mit dem Kopieren des Zilog Z80, dessen Derivate wie der MME U880 auch die Grundlage für Computer in der DDR stellte.

Entwicklung japanischer Alternativen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1982 stellte NEC den PC-98 vor, der mit einem Intel-8086-Prozessor und 128 kB RAM bestückt war. Er wurde aus dem PC-88 entwickelt, der noch einen Zilog Z80 nutzte. Obwohl der PC-98 dem IBM-PC sehr ähnlich war, nutze er den 16-Bit breiten C-Bus, der schon im PC-88 vorhanden war, während beim IBM-PC der ISA-Bus verwendet wurde. Der PC-98 war in Japan über eine Dekade lang so erfolgreich, dass man vom „IBM-PC Japans“ sprechen kann.[34] Die Leistung der verbauten Komponenten (CPU, RAM, Speicherkapazitäten, etc.) wurde während dieser Zeit ständig angepasst. Erst mit dem Aufstieg von Windows wurde der PC-98 zunehmend aus dem Markt verdrängt. Da es Windows 3.1 und Windows 95 auch in Versionen für den PC-98 gab, griffen Kunden zunehmend zu billigeren PCs, die ebenfalls Windows-fähig waren. Innerhalb von 5 Jahren schwand der Marktanteil in Japan von 60 auf 33 %.[35] 1997 wurde die Produktion des PC-98 eingestellt.

Als der japanische Heimcomputer galt allgemein in den 80er-Jahren der MSX-Computer, der sich dort auch als Alternative zum C64 etabliert hatte, wobei auch der MSX-1 im Wesentlichen noch auf US-Herstellern aufbaute, so auch hier wieder der Z80-Prozessor des Herstellers Zilog, der Grafikchip von Texas Instruments und der Soundchip von General Instrument. Japanische Eigenmarken stellten erst die Nachfolger der MSX-2 und MSX turbo R mit dem Yamaha v9958 Grafikprozessor und Yamaha YM2149/YM2413 Soundchip dar. Die 7,16 MHz schnelle R800 CPU für den MSX turbo R war dabei zwar Zilog kompatibel, tatsächlich aber auch eine Eigenentwicklung der japanischen ASCII Corporation und wurde hergestellt von der Mitsui Bussan. 1987 folgten der X68000-Heimcomputer von Sharp mit einer von Hitachi produzierten HD68HC000-CPU (später wurden 68000er von Motorola verbaut) und 1989 der FM Towns mit erstmals serienmäßig eingebauten CD-ROM-Laufwerk, der jedoch auch schon auf der Intel-8086-Architektur basierte.

Entwicklung in Afrika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Afrika spielt für den weltweiten PC-Handel eine Rolle, da hier der Großteil des Computer- und Elektroschrotts landet. So recyceln z. B. Kinder in Agbogbloshie auf der giftigsten Müllhalde der Welt in einem Slum am Rande der Hauptstadt Accra in Ghana, viele Altgeräte durch das Herauslösen von Aluminium aus Monitorrahmen und Kupfer aus den Kabeln.[36]

Entwicklung in Nahost[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den arabischen Ländern fand wie in Afrika praktisch keine Entwicklung statt. Am ehesten entwickelt noch Israel mit dem Rüstungshersteller Rafael Advanced Defense Systems einen Teil der Computer-Technologie. Bedeutende Eigenentwicklungen waren hier bereits das Raketenabfangsystem Iron Dome wie auch das Trophy (APS) System zur Verteidigung von Panzern.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • John Markoff: What the dormouse said. How the 60s Counterculture Shaped the Personal Computer Industry. New York, Viking 2005, ISBN 0-670-03382-0
  • Scott Mueller: PC-Hardware Superbibel, mit DVD-ROM. Markt und Technik, München 2005, ISBN 3-8272-6794-3
  • Hans Messmer, Klaus Dembowski: PC Hardwarebuch. Aufbau, Funktionsweise, Programmierung. Addison-Wesley, München u. a. 2003, ISBN 3-8273-2014-3
  • Andreas Stiller: Fröhliche Oldies. Der PC feiert seinen 20sten Geburtstag. In: c’t. 18. Juni 2001, S. 172–177
  • Roy A. Allan: A Bibliography of the Personal Computer. 2005 (englisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Personal Computer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: PC – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Personal Computer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikibooks: Computerhardware für Anfänger – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Steven Levy: Hackers: Heroes of the Computer Revolution. Doubleday 1984, ISBN 0-385-19195-2
  2. a b c d e f g h Boris Gröndahl: Hacker. Rotbuch 3000, ISBN 3-434-53506-3
  3. a b c d e f g h Steve Wozniak: "iWoz: Wie ich den Personal Computer erfand und Apple mitgründete.", Deutscher Taschenbuchverlag, Oktober 2008, ISBN 978-3-423-34507-1
  4. Desktop-PC, Lexikon von itwissen.de, abgerufen am 22. August 2016
  5. Notebook, ein akkubetriebener Klein-PC, Lexikon von itwissen.de, abgerufen am 22. August 2016
  6. a b Tablet-PC, Lexikon von itwissen.de, abgerufen am 22. August 2016
  7. a b c Personal Computer, Lexikon von itwissen.de, abgerufen am 22. August 2016
  8. a b Andreas Wilkens: Gartner erwartet zweistelliges Wachstum für PC-Industrie. In: heise online. Heise Medien, 13. Februar 2004, abgerufen am 7. November 2015.
  9. PC - Personal Computer, elektronik-kompendium.de, abgerufen am 21. August 2016
  10. a b Der Mainframe (bzgl. Thomas Watson) und Der PC (bzgl. Ken Olsen) aus Die schlimmsten IT-Fehler – Die zehn größten IT-Irrtümer und –Fehlprognosen. Tecchannel.de, 10. April 2007
  11. Harry McCracken: For One Night Only, Silicon Valley’s Homebrew Computer Club Reconvenes. TIME Magazine. 12. November 2013. Abgerufen am 12. November 2013: „… the open exchange of ideas that went on at its biweekly meetings did as much as anything to jumpstart the entire personal-computing revolution. It was the crucible for an entire industry.“
  12. a b 30 Jahre IBM-PC: Siegeszug der Wenigkönner, Netzwelt von Spiegel-Online, spiegel.de, Autor: Frank Patalong, 12.08.2011, abgerufen am 21. August 2016
  13. siehe Olivetti Personal Computer fur Lehre und Forschung K. Dette, Springer, 1989; Brennan, AnnMarie, "Olivetti: A work of art in the age of immaterial labour." Journal of Design History 28.3 (2015): 235-253; Tischcomputer, kuno.de
  14. [1]
  15. US Inflation Calculator
  16. Timescape 1975. 8bit-museum.de
  17. Die Geschichte von Apple, mac-history.de, Autor: Christoph Dernbach, abgerufen am 26. Oktober 2016
  18. Commodore PET – The Worlds First Personal Computer, commodore.ca
  19. Commodore PET 2001 computer. In: oldcomputers.net. Abgerufen am 19. April 2015.
  20. Tandy Radio Shack TRS-80 model I computer. In: oldcomputers.net. Abgerufen am 19. April 2015.
  21. IBM 5150, History Corner, Abgerufen am 13. August 2011
  22. Wolfgang Lassmann: Wirtschaftsinformatik – Nachschlagewerk für Studium und Praxis. ISBN 978-3-409-12725-7, S. 558
  23. Märkte im Wandel, Band 12: Mikrocomputer, SPIEGEL-Verlagsreihe, SPIEGEL-Verlag, 1984, S. 212
  24. John Lamb: Why Apple has bowed to the inevitable. In: The Times, 11. Juni 1985, S. 21 (Der Artikel beschäftigt sich primär mit einem Rückzug Steve Jobs' von Apple wegen zwei konkurrierenden Abteilungen im Unternehmen: Die eine setzte weiterhin auf den Apple II, die andere sah im Macintosh die Zukunft).
  25. Über 33 Jahre PC-Geschichte im Zeitraffer, pcwelt.de, abgerufen am 21. August 2016
  26. a b Gartner Says Worldwide PC Shipments Declined 6.9 Percent in Fourth Quarter of 2013. Gartner Inc., 9. Januar 2014, abgerufen am 10. Januar 2014.
  27. Jeder Zweite arbeitet am PC. heise.de
  28. PC-Ausstattung in Deutschland knackt erstmals 75-Prozent-Marke. BITKOM, 3. Januar 2007
  29. Internet Finding Few Newcomers in 2006. 23. Februar 2006
  30. Ruediger Kuehr, Eric Eustace Williams: Computers and the Environment. Understanding and Managing their Impacts (Eco-Efficiency in Industry and Science). Kluwer Academic, 2003, ISBN 1-4020-1680-8 (it-environment.org).
  31. Green-IT: So machen Sie Ihren Computer grün. Spiegel Online, 28. Februar 2008; abgerufen am 14. April 2011.
  32. http://www.whiteberry.de/anleitungen/37-8870-grundlagen/102-nixdorf-quattro-8870-die-grundlagen.html
  33. http://www.pcworld.com/article/2920988/russias-homegrown-elbrus-processor-and-pc-would-be-fantastic-in-1999.html
  34. 10 Most Popular Computers in History: NEC PC-98 (englisch), abgerufen am 22. Januar 2016
  35. Innovation and control in standards architectures: The rise and fall of Japan's PC-98 (englisch), abgerufen am 22. Januar 2016
  36. http://www.3sat.de/page/?source=/scobel/160141/index.html