Rieux-Minervois

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Rieux-Minervois (Rius de Menerbés)
Wappen von Rieux-Minervois
Rieux-Minervois (Frankreich)
Rieux-Minervois
Region Languedoc-Roussillon
Département Aude
Arrondissement Carcassonne
Kanton Le Haut-Minervois (Hauptort)
Gemeindeverband Carcassonne Agglo
Koordinaten 43° 17′ N, 2° 35′ OKoordinaten: 43° 17′ N, 2° 35′ O
Höhe 55–180 m
Fläche 21,19 km²
Einwohner 2.029 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 96 Einw./km²
Postleitzahl 11160
INSEE-Code

Rieux-Minervois – Château

Rieux-Minervois (katalanisch und occitanisch: Rius de Menerbés) ist eine französische Gemeinde mit 2.029 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Aude in der Region Languedoc-Roussillon. Die Einwohner nennen sich – nach einer alten Ortsbezeichnung aus dem 17. und 18. Jahrhundert – 'Mérinvillois'.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in einer Höhe von ca. 110 m ü. d. M. im Weinbaugebiet Minervois am Ufer des Flusses Argent-Double etwa 25 km (Fahrtstrecke) nordöstlich von Carcassonne. Das Städtchen Caunes-Minervois befindet sich gut 8 km nordwestlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2013
Einwohner 1.367 1.690 2.262 1.854 2.075 2.029

Der Bevölkerungsrückgang in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist in der Hauptsache auf den Verlust an Arbeitsplätzen infolge der Mechanisierung der Landwirtschaft zurückzuführen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort hat eine jahrhundertelange Tradition im Weinbau. Gekeltert werden sowohl Rot- und Roséweine (Cabernet-Sauvignon, Merlot, Syrah) als auch Weißweine (Chardonnay, Sauvignon, Vionnier)[1]. Es gibt verschiedene Möglichkeiten für eine Weinprobe (dégustation). Der Tourismus in Form der Vermietung von Ferienwohnungen (gîtes) spielt seit der Mitte des 20. Jahrhunderts eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben des Ortes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl der Platz wohl schon in gallorömischer Zeit besiedelt war, entstand der Ort wahrscheinlich erst um das Jahr 1000, als ein castrum, der Vorläufer der heutigen Burg, erbaut wurde. Im 12. Jahrhundert gehörte das Gebiet den Grafen von Minerve, die ihre Besitztümer während der Albigenserkriege jedoch verloren, da sie sich auf die Verliererseite gestellt hatten. Danach gab es ständig wechselnde Herren, bis König Heinrich IV. im Jahr 1604 eine Baronie in Rieux errichtete. In der Zeit Ludwigs XIII. und seines Kanzlers Richelieu stellte sich der Graf von Rieux erneut auf die falsche Seite und wurde in der Schlacht von Castelnaudary (1632) getötet; die Grafschaft Rieux verlor ihren Baronie-Status und die Burg wurde weitgehend zerstört. Im 17. und 18. Jahrhundert gehörte der Ort zum Besitz der Familie Moustiers-Mérinville.

Brücke über den Argent-Double mit Kapelle (links) und Burgviertel (rechts)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Notre-Dame de l’Assomption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Einige Häuser im alten Ortskern (Rue Dalmace) vermitteln noch ein mittelalterliches Flair.
  • Auch von der mittelalterlichen Wehrmauer sind noch Teile erhalten.
  • An mehreren Stellen im Ort finden sich Jakobsmuscheln als Ornament an Hausfassaden – ein Hinweis darauf, dass Rieux ehemals an einem Nebenweg des Jakobswegs (Via Tolosana) lag.
  • Das mittelalterliche Schloss (château) liegt außerhalb des Ortes auf einem Felshügel auf der Nordseite des Argent-Double. Es wurde mehrfach erweitert und umgebaut bevor es im 17. Jahrhundert weitgehend zerstört wurde. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden einige Häuser mitten in den Gebäudekomplex hineingebaut, dennoch wurde die in Privatbesitz befindliche Anlage im Jahr 1997 zum Monument historique[2] erklärt.
  • Die Kapelle Notre-Dame du Bout du Pont steht in der Nähe der alten Brücke über den Argent-Double und sollte Schutz vor allem Übel (Pest, Schiffbruch etc.) bieten.
  • Ein alter Getreidespeicher (silo) wurde im Jahr 1963 als Monument historique[3] anerkannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rieux-Minervois – Weinbau
  2. Château, Rieux-Minervois in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  3. Silo, Rieux-Minervois in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rieux-Minervois – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien