Sprechwissenschaft

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Sprechwissenschaft ist eine wissenschaftliche Disziplin, die sich mit dem Sprechen beschäftigt, also der Erforschung der gesprochenen Sprache dient.

Die klassischen Arbeitsbereiche der Sprechwissenschaft sind:

Atmung, Stimmgebung, Artikulation, Intonation, Sprechausdruck
Rede- und Gesprächsrhetorik, Argumentation, Medienrhetorik und Neue Medien
Leselehre, interpretierendes Textsprechen, Sprechkunst, Mediensprechen
  • Medienrhetorik und Mediensprechen:
Mediensprache, Sprechen und Moderieren in Hörfunk und Fernsehen, Verständlichkeit von Hörfunknachrichten, Hörspiel- und Hörbuchanalyse, Hörspiel- und Hörbuchproduktion
  • Therapeutische Kommunikation:
Therapie von Stimm-, Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen (→ Logopädie)

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelle Forschungsvorhaben untersuchen den Deutschunterricht für Ausländer, die Prophylaxe (Vorbeugung) von Stimmschädigungen bei Sprechberufen, Aspekte der interkulturellen Kommunikation sowie die Methodik des Unterrichts in mündlicher Kommunikation.

Die Sprechwissenschaft ist interdisziplinär orientiert und arbeitet vor allem mit der Germanistik, Linguistik (Sprachwissenschaft), Medizin (besonders Logopädie und Phoniatrie), Pädagogik, Phonetik, Soziologie und Psychologie zusammen.

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An folgenden Universitäten kann Sprechwissenschaft in Deutschland studiert werden:

  • Universität des Saarlandes, Saarbrücken: Zwei-Fach-Master of Arts Hauptfach und Nebenfach Germanistik mit Schwerpunkt in Sprechwissenschaft und Sprecherziehung.
  • Universität Koblenz-Landau: Magisterstudiengang Sprechwissenschaft (NF) (bis 2012), postgraduales Zusatzstudium Sprecherziehung, Sprechwissenschaft als Nichtpsychologisches Wahlpflichtfach im Bachelor-Studiengang Psychologie.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Sprechwissenschaftler sind organisiert in der Deutschen Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung (DGSS e. V.), die im Jahr 2015 ihr 85-jähriges Jubiläum feiern konnte. Erich Drach gilt als Begründer der modernen Sprechwissenschaft und hat 1930 die Vorläufer-Organisation, den Deutschen Ausschuss für Sprechkunde und Sprecherziehung (DAfSuS), in Berlin mitbegründet.[1][2][3]

Bekannte Sprechwissenschaftler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bundesanstalt für Arbeit (Hrsg.): Sprecherzieher/Sprecherzieherin, Sprechwissenschaftler/Sprechwissenschaftlerin. 2. Auflage. Bertelsmann, Bielefeld 1999 (Blätter zur Berufskunde 3 - III E 07)
  • Hellmut Geißner: Sprechwissenschaft. Theorie der mündlichen Kommunikation. Scriptor, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-589-20771-X.
  • Marita Pabst-Weinschenk (Hrsg.): Grundlagen der Sprechwissenschaft und Sprecherziehung. E. Reinhardt, München/ Basel 2011.
  • sprechen. Zeitschrift für Sprechwissenschaft - Sprechpädagogik - Sprechtherapie - Sprechkunst. Herausgegeben von D. W. Allhoff (1983–2007) und R. W. Wagner (ab 2009). bvs verlag regensburg. (Seit 1983), ISSN 0724-1798.
  • Roland W. Wagner: Grundlagen der mündlichen Kommunikation. 9. erweiterte Auflage. BVS, Regensburg 2004.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelbelege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pabst-Weinschenk, Marita: Die Konstitution der Sprechkunde und Sprecherziehung durch ERICH DRACH. Faktenfachgeschichte von 1900 bis 1935. Westarp, Magdeburg/Essen 1903, ISBN 3-89432-068-0.
  2. Pabst-Weinschenk, Marita: ERICH DRACHs Konzept der Sprechkunde und Sprecherziehung. Ein Beitrag zur Theorie und Geschichte der Sprechwissenschaft. (Phil. Diss. Duisburg). Westarp, Magdeburg/Essen 1993, ISBN 3-89432-076-1.
  3. Marita Pabst-Weinschenk: 85 Jahre Deutsche Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung (DGSS) e. V. In: Newsletter DGSS @ktuell. DGSS e. V., März 2015, abgerufen am 7. August 2017.
  4. a b Vgl. den Aufsatz Die Entwicklung der Sprechwissenschaft (PDF; 61 kB) von Franziska Fuchs, abgerufen am 1. Februar 2013.